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Pelletsverbrauch: So errechnen und optimieren Sie ihn

Fast 500.000 Pelletheizungen sorgen hierzulande in der kalten Jahreszeit für warme Wohnungen. Im Vergleich zu der Anzahl konventioneller Öl- und Gasheizungen nutzen demnach nur wenige Haushalte Pellets als Brennstoff. Die Betriebskosten halten sich bei Pelletheizungen in Grenzen. Dennoch ist es ratsam, über umweltfreundliche Alternativen wie eine Wärmepumpe nachzudenken. In diesem Artikel erfahren Sie alles über das Heizen mit dem natürlichen Rohstoff Holz und den Pelletsverbrauch: Wie setzt sich der Preis zusammen? Wie können die Heizkosten minimiert werden und wie groß muss das Pelletlager sein?

Inhaltsverzeichnis

  1. Qualitätsstufen als Hinweis auf Pelletsverbrauch
  2. Pelletsverbrauch bestimmen: Qualität der Pellets erkennen
  3. Übliche Kosten für Pellets
  4. Rohstoff ist günstiger als bei anderen Heizarten
  5. Pelletsverbrauch selbst berechnen
  6. Schaffen Sie Lagerkapazitäten für Ihre Pellets
  7. Pelletsverbrauch nachhaltig reduzieren
  8. Fazit: Pelletheizung spart zwar Kosten, aber keinen Platz

Qualitätsstufen als Hinweis auf Pelletsverbrauch

Die Zahl der Hersteller von Holzpellets ist bundesweit zuletzt stark gestiegen. In Deutschland werden aktuell an 50 Standorten Pellets hergestellt, die der europaweiten EU-Norm EN 14961-2 entsprechen. Zertifizierte Hersteller in der Europäischen Union sind verpflichtet, Pellets gemäß den folgenden Qualitätsstufen anzubieten.

Qualitätsstufe A1

Pellets der Qualitätsstufe A1 garantieren einen optimalen Betrieb für Heizungen in Privathäusern. Sie haben einen sehr geringen Aschegehalt. 

Qualitätsstufe A2

Der Aschegehalt ist bei diesen Holzpellets etwas höher. Generell können Sie sie bei sich zuhause nutzen, der Wartungsaufwand jedoch höher. Die Qualität der Pellets kann in diesem Fall zu dauerhaften Störungen der Anlage führen.

Qualitätsstufe A3

Pellets dieser Qualitätsstufe sind nicht für Heizanlagen in Privathäusern geeignet. Sie enthalten so viel Asche, dass Experten den Einsatz nur in industriellen Anlagen empfehlen.

ENplus: Die deutschen Qualitätsstufen

Die deutsche Antwort auf die europäische Norm sind die drei Qualitätsstufen ENplus A1 bis A3. Das Kontrollsystem in der Bundesrepublik liegt weit über dem europaweiten Standard. Hier ist nicht nur die Qualität der Pellets entscheidend: Deutschland überwacht auch den gesamten Prozess, von der Herstellung bis zur Lieferung an den Endverbraucher. Das soll eine einwandfreie Qualität der Ware sichern.

Praxistipps zur Pelletsheizung

  • Die Qualität der Pellets beeinflusst entscheidend die Betriebskosten.

  • Je geringer der Aschegehalt ist, umso effizienter verbrennen die Holzprodukte und umso mehr Wärme wird erzeugt.

  • Ein reduzierter Wartungsaufwand verringert zudem Ihre Ausgaben.

  • In jedem Fall ist eine jährliche Wartung der Pelletheizung für einen störungsfreien Betrieb ratsam.

Pelletsverbrauch bestimmen: Qualität der Pellets erkennen

Die folgenden Merkmale dienen der Qualitätseinstufung und Klassifizierung:

  • Rohdichte 
  • Abriebfestigkeit 
  • Aschegehalt 
  • Wassergehalt 
  • Heizwert 
  • Masse 

Die Klassifizierung von Brennpellets nach Qualitätsstufen hilft dem Endverbraucher, den geeigneten Brennstoff zu finden. Auch ein Blick auf die Optik kann nicht schaden, um die Qualität der Pellets zu bewerten. Trotz aller Kontrollsysteme kann es immer wieder mal vorkommen, dass Qualitätsverluste während der Lieferkette auftreten.

So erkennen Sie hochwertige Pellets

  • Generell lassen sich Pellets der höchsten Qualitätsstufe an ihrer glatten Struktur erkennen.

  • Sie weisen eine leicht glänzende, nicht stumpfe Färbung der Oberfläche auf.

  • Risse, Löcher oder Einkerbungen sollten nicht vorhanden sein.

  • In keinem Fall darf die Lieferung nach feuchtem Holz riechen. Das kann ein Hinweis auf Feuchtigkeitsschäden während der Lieferkette sein.

Übliche Kosten für Pellets

Wie bei allen Rohstoffen schwanken auch die Kosten für Heizpellets – je nach Jahreszeit, Nachfrage und Lagerkapazitäten. Die Marktpreise schwanken mitunter stark zwischen Sommer und Winter. Der Abnahmeort, also der Wohnort des Verbrauchers und der Lieferort, spielen ebenfalls eine Rolle.

Statistisch gesehen sind die Kosten für die Lieferung von Pellets der höchsten Qualitätsstufe ENplus A1 in den südlichen Bundesländern niedriger. Der Grund: Im Süden befinden sich mehr Produzenten und Lagerstätten. Bundesweit sind die Preisdifferenzen zwischen Flensburg und Garmisch jedoch zum Beispiel nur marginal.

Die Kosten für Pellets lassen sich bequem am DEPV-Preisindex erkennen. Erhoben wird der Index jeden Monat im Auftrag des Deutschen Energieholz- und Pellet-Verband e. V., kurz DEPV. Der Index listet die Kosten für den Ankauf von Pellets der höchsten Qualitätsstufe anhand real existierender Preise auf. Er erfasst den durchschnittlichen Regionalpreis für eine, sechs oder 26 Tonnen Heizpellets inklusive Lieferung im Umkreis von 50 bis 100 Kilometern. 

Die unterschiedlichen Regionalpreise beziehen sich auf folgende Bereiche:

  • Nord & Ost (Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein) 
  • Mitte (Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen) 
  • Süd (Bayern, Baden-Württemberg, Saarland) 

In der Regel zahlen Sie für eine Tonne Holzpellets zwischen 200 und 250 Euro. Im Sommer bewegen Sie sich eher im unteren und im Winter im oberen Bereich.

Rohstoff ist günstiger als bei anderen Heizarten

Nach dem DEPV-Index ist das Heizen mit Pellets im Vergleich zum Heizöl und Gas die aktuell günstigste Variante. Die Brennstoffkosten für Pellets liegen seit einiger Zeit bei zirka 4,7 Cent pro kWh. Heizen Sie mit Gas, müssen Sie aktuell mit 5 bis 6 Cent pro kWh und bei Heizöl sogar mit mehr als 6 Cent pro kWh rechnen.

Langfristig betrachtet fällt bei den fossilen Brennstoffen Heizöl und Gas eine starke Fluktuation der Marktpreise ins Auge. Während der Preis für Holzpellets vergleichsweise stabil geblieben ist, sind Besitzer von Gas- und Ölheizungen etwas stärkeren Preisschwankungen ausgesetzt. Dennoch unterliegt auch der Pelletsverbrauch preislichen Schwankungen.

Pelletsverbrauch selbst berechnen

Der Pelletsverbrauch Ihrer Heizungsanlage hängt von diversen Faktoren ab. Eine theoretische Rechnung Ihres Verbrauchs gibt daher nur einen ungefähren Wert wieder.

Folgende Faktoren sollten Sie bei der Berechnung einkalkulieren, da sie einen Einfluss auf den Pelletsverbrauch haben: 

  • Wirkungsgrad der verwendeten Heizung 
  • Zusätzliche Heizmöglichkeiten 
  • Isolierung des Gebäudes 
  • Qualität der verwendeten Pellets 
  • Außentemperaturen und gewünschte Raumtemperatur 
  • Größe des Pufferspeichers 

Neubauten sind meist mit einer besseren Isolierung, Wärmedämmung und Heizanlage ausgestattet, sodass der Verbrauch hier geringer ist.

Rechenbeispiel für Ihren Pelletsverbrauch

  • Architekten rechnen mit einem ungefähren Energiebedarf von 90 kWh pro m².

  • Für die Erzeugung einer Kilowattstunde Wärme benötigen Sie 200 Gramm Heizpellets der höchsten Qualitätsstufe.

  • Daraus ergibt sich folgende Beispielrechnung für einen Neubau mit 120 m² Wohnfläche: 120 m² * 90 kWh/m² * 0,2 kg/kWh Pellets = 2.160 Kilo Pellets pro Jahr.

Altbauten haben einen höheren Bedarf. Wurde Ihr Altbau auf eine energieeffiziente Pelletheizung umgerüstet, hat sich folgende Formel bewährt: Für einen Liter Heizöl oder einen Kubikmeter Gas Ihres bisherigen Verbrauchs benötigen Sie zwei Kilo Pellets, um die gleiche Energie zu erzeugen. Demnach können Sie beispielsweise 2.200 Liter Heizöl mit 4.400 Kilogramm Pellets ersetzen. 

Sie sollten immer mehr Pellets auf Lager haben, als Sie tatsächlich nutzen. In der kalten Jahreszeit sind die Kosten für die Holzpellets höher. Daher kann sich ein Vorratseinkauf im Sommer lohnen.

Schaffen Sie Lagerkapazitäten für Ihre Pellets

Um die Pellets richtig zu lagern, sollten Sie ein Augenmerk auf die örtlichen Begebenheiten sowie die Raumgröße legen. Idealerweise befindet sich das Silo in einem Nebenraum zur Heizanlage. Das erleichtert den Transport des Brennstoffs zur Heizung erheblich. Meist erfolgt der Transport mechanisch über eine Förderschnecke oder pneumatisch über ein Saugsystem. Eine Kombination beider Systeme ist ebenfalls möglich. 

Pellets werden vom Lieferanten mit großen Lieferfahrzeugen angeliefert und mit einem Schlauch in Ihr Pelletlager gebracht. Das Lager muss demnach von der Straße aus leicht erreichbar sein. Die Entfernung sollte nicht mehr als 25 Meter betragen, denn so lang sind in den meisten Fällen die Schläuche, mit denen die Lieferanten die Pellets vom Fahrzeug ins Lager füllen. Je kürzer der Weg ist, desto besser. Mit jedem Meter Transportweg vom Silofahrzeug zum Lager entsteht mehr Abrieb bei den Pellets, worunter die Qualität leidet. Daher ist ein Lagerraum an der Außenwand des Wohnhauses die beste Wahl. 

Faustformel für die Größe des Pelletlagers

  • Bei der Größe des Pelletlagers kommt es maßgeblich auf Ihr Haus an.

  • Das Lager sollte nicht übergroß sein, aber ausreichend Platz für mindestens eine Heizperiode bieten.

  • Entscheidend ist der Pelletsverbrauch pro Jahr, gemessen an der Heizlast.

  • Sie können dabei folgende Faustformel beachten: Heizlast in kW * 0,9 m³/kW = notwendiges Raumvolumen des Pelletlagers in m³.

Bei einer kalkulierten Heizlast von 10 kW sollte der verfügbare Raum also mindestens neun Kubikmeter groß sein. Die Größe gibt das tatsächlich benötigte Raumvolumen an. Da der Untergrund schräg zur Förderschnecke oder Saugpumpe zulaufen sollte, sollten Sie den Raumverlust für die Rampe einkalkulieren. Hausbesitzer sind gut beraten, den Lagerraum zwischen 10 bis 20% größer zu gestalten. Mit dieser Reserve können Sie eine längere Heizperiode abfedern. 

Pelletsverbrauch nachhaltig reduzieren

Neben den bereits genannten Einflussfaktoren, die sich auf den Pelletsverbrauch auswirken, können Hausbesitzer die Heizkosten durch gezielte Maßnahmen zusätzlich senken. Für einen optimalen Betrieb sollten Sie die Heizungsanlage auf dem neusten Stand halten und regelmäßig warten lassen. Außerdem ist die Installation eines Pufferspeichers zu empfehlen. Dieser speichert die Energie für eine gewisse Zeit und verhindert so ein häufiges Ein- und Ausschalten der Heizanlage. Pufferspeicher befinden sich in fast jeder modernen Pelletheizung. Wenn nicht, können Sie bestehende Anlagen problemlos nachrüsten. Zudem sind Brennstoffe der höchsten Qualitätsstufe und mit dem besten Heizwert natürlich immer die beste Wahl.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Heizkosten durch die Einhaltung effizienter Energiespartipps zu reduzieren. Diese betreffen vor allem praktische Verhaltensweisen im Alltag. Das richtige Lüften in der kalten Jahreszeit reduziert ebenso den Verbrauch wie die korrekte Einstellung der Raumtemperatur. Erhöhen Sie die Raumtemperatur in allen Räumen um 1°C, erhöht sich Ihr Jahresverbrauch bereits um 6%.

Pelletsverbauch im Altbau reduzieren

  • Schwieriger wird es bei Altbauten, die seit Jahren nicht saniert wurden. Wie können Sie dennoch Heizkosten sparen?

  • Zum Beispiel mit Fenstern, die über eine Wärmeschutzverglasung verfügen. Sie reduzieren den Wärmeverlust um bis zu 40% gegenüber einfach verglasten Fenstern.

  • Ein Großteil der erzeugten Wärme geht zudem über schlecht gedämmte Dächer verloren. Mit einer modernen Wärmedämmung unter dem Dach können Sie den Pelletsverbrauch um bis zu 10% reduzieren.

  • Die Investition in eine topmoderne und zeitgerechte Isolierung sowie Dämmung des Eigenheims lohnt sich langfristig. Der Pelletsverbrauch reduziert sich sofort.

Fazit: Pelletheizung spart zwar Kosten, aber keinen Platz

Eine umweltfreundliche Pelletheizung in den eigenen vier Wänden kann sich in einigen Fällen lohnen. Ganz unabhängig davon, wie hoch Ihr Pelletsverbrauch für eine Heizperiode ist: Im Vergleich zu fossilen Brennstoffen zahlen Sie mit einer Pelletheizung momentan am wenigsten pro Kilowattstunde Energie. Außerdem ist Holz ein natürlicher und nachwachsender Rohstoff. 

Indem Sie Ihren eigenen Pelletsverbrauch berechnen, können Sie die erwartbaren Kosten für die Heizperiode ermitteln und Einsparpotenziale entdecken. Mit einfachen Energiespartipps, baulichen Veränderungen und einer guten Planung können Sie den Pelletsverbrauch einer ohnehin günstigen Heizart senken. Ein großer und nicht zu unterschätzender Nachteil der Pelletheizung ist allerdings der hohe Platzbedarf, beispielsweise für den Kessel und das Pelletlager. Daher lohnt es sich, sich nach alternativen Heizmethoden mit Zukunft umzusehen: Wärmepumpen sind zum Beispiel besonders umweltfreundlich und benötigen nicht viel mehr Raum als konventionelle Heizkessel.

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