In Zeiten steigender Energiepreise und eines wachsenden Umweltbewusstseins entscheiden sich immer mehr Haushalte für eine Pelletheizung. Lag der Bestand an Pelletfeuerungen in Deutschland 2020 noch bei rund 500.000, so stieg die Zahl bis 2025 auf 757.500 an.1 Kein Wunder, denn mit dieser Heizart schonen Sie Ihren Geldbeutel: Pellets sind deutlich preiswerter als die Brennstoffe für Öl- und Gasheizungen. Lesen Sie hier mehr zum Thema – denn die Investition birgt auch einige Risiken.
Die Preisentwicklung von Pellets im Überblick

Preisentwicklung von Pellets: Der DEPV-Index klärt auf
Sämtliche Energieträger sind von Preisschwankungen betroffen. Das gilt für Erdöl und Gas ebenso wie für Holzpellets. Wenn beim Erdöl vom "Peak Oil" die Rede ist, dann ist damit der Punkt gemeint, an dem die maximale Ölfördermenge erreicht ist. Ab diesem Zeitpunkt ist die Förderung dauerhaft rückläufig. Holz ist hingegen ein nachwachsender Rohstoff, was die Versorgung weitestgehend sicherstellt. Wie sich der Pelletpreis entwickelt, hängt unter anderem von der Produktion der Energieträger für den privaten Markt ab.
Das Deutsche Pelletinstitut (DEPI) mit Sitz in Berlin erhebt monatlich den durchschnittlichen Preis für Holzpellets. Um die Preise vergleichbar zu machen, ermittelt das DEPI den Durchschnittspreis für Pellets der sogenannten Qualitätsklasse ENplus A1. Und zwar für die Abnahme von sechs Tonnen Pellets samt Lieferung in einem Umkreis von 50 bis 100 Kilometern. Sie finden den aktuellen Durchschnittspreis für Pellets im sogenannten DEPV-Index, herausgegeben vom DEPI als Marke des Deutschen Energieholz- und Pellet-Verbands e. V. (DEPV).
Die Preisentwicklung von Pellets im Rückblick
Mittels des DEPV-Index können Sie die Kostenentwicklung für den Betrieb einer Pelletheizung ablesen. Demnach war der Preis für diesen Energieträger bis 2021 über längere Zeit stabil. 2022 stieg er auf rund 10 Cent pro kWh, ging danach aber wieder zurück und lag 2025 bei rund 7 Cent pro kWh.2
Wie sich die Preise für Pellets in den kommenden Jahren entwickeln
Deutsche Hersteller verwenden für die Produktion von Pellets fast ausschließlich Abfallprodukte der Holzindustrie. Das hält den Rohstoff vergleichsweise günstig und macht ihn weniger abhängig von internationalen Energiemärkten als Öl und Gas. Der Pelletpreis schwankt zwar ebenfalls, bewegt sich aber langfristig auf einem deutlich stabileren Niveau als die fossilen Brennstoffe. Den kurzzeitigen Ausschlag im Jahr 2022 sollten Sie davon unterscheiden, da er auf die Energiekrise und die Verunsicherung der Verbraucher zurückging und sich der Preis danach wieder deutlich erholte.
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Kostenvergleich: Pelletheizungen versus andere Heizarten
Vergleichen Sie die Pelletpreise mit anderen Brennstoffen, zeigt sich eine deutliche Preisdifferenz.
Vergleich mit Gas und Öl
Im Gegensatz zu Heizöl und Gas blieben die Kosten für Pellets in den letzten Jahren noch relativ günstig, doch auch dieser Preis steigt. Für Heizöl und Erdgas müssen Verbraucher dennoch wesentlich mehr bezahlen. Bei allen Brennstoffen gab es über die Zeit hinweg immer wieder starke Preisschwankungen. Lesen Sie hier mehr zur Preisentwicklung beim Heizöl oder dem durchschnittlichen Gasverbrauch.

Vergleich mit Fernwärme und Wärmepumpen
Ein zusätzlicher Vergleich der Kosten für das Heizen mit Fernwärme und Wärmepumpen ist ebenfalls interessant. Fernwärme ist aktuell eine relativ teure Heizvariante. Die Wärmepumpe hingegen heizt umweltfreundlich und bleibt preislich stabiler.
Saisonale Preisentwicklung von Holzpellets
Nach dem DEPV-Index steigen die Pelletpreise in den kalten Monaten von Dezember bis März leicht an. Die jahreszeitlichen Schwankungen entstehen durch die höhere Nachfrage im Winter. So lag der Durchschnittspreis 2025 im Sommer mit rund 283 Euro pro Tonne (Juni und Juli, 6-Tonnen-Lieferung) deutlich niedriger als im Dezember mit rund 371 Euro pro Tonne.3
Wenn Sie eine Pelletheizung betreiben und Geld sparen möchten, sollten Sie Ihr Lager daher möglichst im Sommer auffüllen. Achten Sie beim Einkauf auf das ENplus-Zertifikat. Die Kontaktdaten zertifizierter Händler, Produzenten und Dienstleister finden Sie bei ENplus.
Einflussfaktoren auf die Preisentwicklung von Pellets
Brennstoffkosten unterliegen regionalen Unterschieden. Bundesweit gibt es mitunter erhebliche Preisunterschiede, die an die Verbraucher weitergegeben werden:
der jeweilige Wohnort
die Verfügbarkeit von Pellets
die Anzahl der Lieferanten in der Umgebung
Letzteres hängt von der Nachfrage ab: Je mehr Haushalte eine Pelletheizung in der jeweiligen Region nutzen, umso mehr Lieferanten lassen sich dort nieder. Die Regeln des Markts – Angebot und Nachfrage – ergeben den Preis für den Verbraucher.
Der DEPV-Index listet drei unterschiedliche Regionalpreise auf:
Nord/Ost: Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein
Mitte: Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen
Süden: Bayern, Baden-Württemberg, Saarland
Die drei Regionen unterscheiden sich preislich allerdings nur marginal. Ein klares Nord-Süd-Gefälle gibt es nicht: Mal ist eine Region etwas günstiger, mal eine andere, wobei die Abstände selbst bei einer Liefermenge von sechs Tonnen Holzpellets der Qualitätsklasse ENplus A1 meist unter 1% bleiben.4 Eine deutlich größere Rolle spielen die jahreszeitlichen Preisschwankungen.
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Platzbedarf von Pellets ermitteln
Im Vergleich zu anderen Heizsystemen benötigen Sie für eine Pelletheizung sehr viel Platz. Dies liegt daran, dass die Bauteile sehr groß sind und Heizung, Lagerraum und Transportsystem entsprechenden Raum einnehmen. Der Platzbedarf richtet sich vor allem nach der Größe des Pelletsilos.
Für eine möglichst genaue Bedarfsermittlung sollten Sie folgende Fragen klären:
Handelt es sich um einen Alt- oder Neubau?
Wie groß ist der Wohnraum?
Wie hoch ist der Gesamtenergiebedarf pro Jahr?
Mit diesen Daten können Sie die benötigte Menge an Pellets pro Jahr berechnen und damit auch die Ausgaben.
Rechenbeispiel für Holzpellet-Bedarf
Ein heutiger Neubau muss nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) mindestens dem Effizienzhaus-55-Standard entsprechen und verbraucht damit deutlich weniger Energie als ein Bestandsgebäude.5
Für unsere Beispielrechnung nehmen wir einen Heizwärmebedarf von rund 50 kWh pro m² an.
Für eine Kilowattstunde verbrauchen Sie zirka 200 Gramm Holzpellets der höchsten Qualitätsstufe.
Gehen wir davon aus, dass Ihr Zuhause 140 m² Wohnfläche hat. Daraus ergibt sich folgende Beispielrechnung, um den jährlichen Pelletsverbrauch zu ermitteln: 140 m² * 50 kWh/m² * 0,2 kg Pellets = 1.400 Kilogramm Pellets pro Jahr.
Der Wert gibt auch einen Hinweis darauf, wie groß das heimische Pelletlager sein sollte.
Preisentwicklung von Pellets nicht sicher: Wärmepumpe als umweltfreundliche Alternative
Holzpellets sind als Energieträger umweltfreundlicher als fossile Brennstoffe. Der Blick auf die Preisentwicklung von Pellets zeigt: Sie verheizen weniger Geld. Die Preise für Heizöl, Gas und Fernwärme steigen unter anderem durch die CO2-Bepreisung und die Abhängigkeit von den Weltmärkten stärker an. Dem gegenüber stehen nachwachsende Brennstoffe wie Holz, denen auch in den kommenden Jahrzehnten eine steigende Bedeutung zukommt.
Allerdings ist die Pelletheizung nicht zuletzt aufgrund ihres hohen Platzbedarfs eher für Hausbesitzer ländlicher Regionen interessant und wird sich aufgrund der genannten Abstriche nicht großflächig durchsetzen. Wer nach einer umweltfreundlichen Alternative sucht, die Schadstoffemissionen vermeidet, der setzt besser auf eine Wärmepumpe.
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Installation der Heizung
1 Deutscher Energieholz- und Pellet-Verband e.V. (DEPV): Pelletheizsysteme auf einen Blick
2 Deutsches Pelletinstitut GmbH: Brennstoffkostenentwicklung von Öl, Erdgas und Pellets
3,4 Deutscher Energieholz- und Pellet-Verband e.V. (DEPV): DEPV-Pelletpreis für Lieferverträge
5 Verbraucherzentrale: GEG: Was steht im Gebäude-Energie-Gesetz?

