Die preisliche Entwicklung von Pellets und ihre Auswirkungen

In Zeiten steigender Energiepreise und eines wachsenden Umweltbewusstseins entscheiden sich immer mehr Haushalte für eine Pelletheizung. Lag der Bestand an Pelletheizungen in Deutschland 2012 noch bei rund 278.000, so stieg die Zahl bis 2017 auf über 437.000 an. Das entspricht einem jährlichen Zuwachs von etwa 10%. Kein Wunder, denn mit dieser Heizart schonen Sie Ihren Geldbeutel: Pellets sind deutlich preiswerter als die Brennstoffe für Fernwärme oder Öl- und Gasheizungen. Lesen Sie hier mehr zum Thema – denn die Investition ist höchstwahrscheinlich dennoch keine gute Idee.

Inhaltsverzeichnis

  1. Pellets Preisentwicklung: Der DEPV-Index klärt auf
  2. Saisonale Preisentwicklung von Holzpellets
  3. Kosten-Vergleich: Pelletheizungen versus andere Heizarten
  4. Einflussfaktoren auf die Preisentwicklung von Pellets
  5. Platzbedarf von Pellets ermitteln
  6. Preisentwicklung von Pellets nicht sicher: Wärmepumpe als umweltfreundliche Alternative

Pro

  • Das Heizen mit Pellets ist im Vergleich mit anderen Heizarten preiswert.
  • Auch in Sachen Umweltbewusstsein können Sie mit einer Pelletheizung zwar punkten.

Contra

  • Die Preisentwicklung von Pellets zeigt allerdings auch, dass der Brennstoff saisonalen und regionalen Schwankungen unterliegt. Die zukünftige Preisentwicklung ist zudem fraglich.
  • Dennoch produziert auch sie Feinstaub, der die Luft belastet.

Überlegen Sie sich beim Lesen der folgenden Preisinformationen, ob eine Pelletheizung das Richtige für Sie ist. Oder ob Sie doch lieber in eine zuverlässige und zukunftsträchtige Wärmepumpe investieren.

Pellets Preisentwicklung: Der DEPV-Index klärt auf

Sämtliche Energieträger sind von Preisschwankungen betroffen. Das gilt für Erdöl und Gas ebenso wie für Pellets. Wenn beim Erdöl vom "Peak Oil" die Rede ist, dann ist damit der Punkt gemeint, an dem die maximale Ölfördermenge erreicht ist. Ab diesem Zeitpunkt ist die Förderung dauerhaft rückläufig. Holz ist hingegen ein nachwachsender Rohstoff, was die Versorgung weitestgehend sicherstellt. Wie sich die Preise für Pellets entwickeln, hängt unter anderem von der Produktion der Energieträger für den privaten Markt ab. 

Das Deutsche Pelletinstitut (DEPI) mit Sitz in Berlin erhebt monatlich den durchschnittlichen Preis für Heizpellets. Um die Preise vergleichbar zu machen, ermittelt das DEPI den Durchschnittspreis für Pellets der sogenannten Qualitätsklasse ENplus A1. Und zwar für die Abnahme von sechs Tonnen Pellets samt Lieferung in einem Umkreis von 50 bis 100 Kilometern. Sie finden den aktuellen Durchschnittspreis für Pellets im sogenannten DEPV-Index (Deutschen Energieholz- und Pellet-Verband e. V.), herausgegeben vom DEPI.

Die Preisentwicklung von Pellets im Rückblick

  • Mittels des DEPV-Index können Sie die Kostenentwicklung für den Betrieb einer Pelletheizung ablesen.
  • Demnach ist der Preis für diesen Energieträger seit längerer Zeit relativ stabil, er bewegt sich zwischen 4 bis 5,5 Cent pro kWh.
  • In den letzten zehn Jahren lag der Durchschnittspreis bei 4,72 Cent/kWh.

Wie sich die Preise für Pellets in den kommenden Jahren entwickeln

Experten prognostizieren weiterhin steigende Preise für die Energieversorgung, insbesondere bei fossilen Brennstoffen. Sie gehen davon aus, dass sich die Preisunterschiede noch vergrößern. 

Deutsche Hersteller verwenden für die Produktion von Pellets fast ausschließlich Abfallprodukte der Holzindustrie. Hier übersteigt das Angebot aktuell noch bei weitem den Bedarf. Da sich jedoch die Nachfrage ebenfalls erhöht, bleibt abzuwarten, ob die Pelletpreise auch zukünftig günstig bleiben.

Saisonale Preisentwicklung von Holzpellets

Nach dem DEPV-Index steigen die Preise für Pellets in den kalten Monaten von Dezember bis März leicht an. Jahreszeitliche Schwankungen resultieren aus der höheren Nachfrage. Im Oktober 2018 sind die Holzpellet-Preise in Deutschland im Vergleich zum Vormonat beispielsweise um 3,7% gestiegen und damit sogar 5,6% teurer als im Vorjahr.

Wenn Sie eine Pelletheizung betreiben und Geld sparen möchten, sollten Sie Ihr Lager daher möglichst im Sommer auffüllen. Achten Sie beim Einkauf auf das ENplus-Zertifikat. Die Kontaktdaten zertifizierter Händler, Produzenten und Dienstleister finden Sie bei ENplus.

Kosten-Vergleich: Pelletheizungen versus andere Heizarten

Ein Vergleich der Preise für Pellets zeigt generell eine deutliche Preisdifferenz zu anderen Brennstoffen. 

Vergleich mit Gas und Öl

Im Gegensatz zu Heizöl und Gas blieben die Kosten für Pellets relativ günstig. Zwar ist auch der Preis für Pellets seit 2008 angestiegen, für Heizöl und Erdgas müssen Verbraucher dennoch insgesamt mehr bezahlen. Zudem gab es insbesondere beim leichten Heizöl über die Zeit hinweg immer wieder starke Preisschwankungen. Der Preisvorteil gegenüber Erdgas beträgt rund 15,4%, gegenüber Heizöl sogar rund 37,2%. Lesen Sie hier auch mehr zur Preisentwicklung beim Heizöl oder dem durchschnittlichen Gasverbrauch

Vergleich mit Fernwärme und Wärmepumpen

Ein zusätzlicher Vergleich der Kosten für Fernwärme und Wärmepumpen ist ebenfalls interessant. Fernwärme ist die aktuell teuerste Heizvariante. Auch eine schlecht eingestellte Wärmepumpe, die Sie nicht mit dem eigenem PV-Strom vom Dach betreiben, kann kostspielig sein. Eine Wärmepumpe stellt dennoch eine umweltfreundliche Alternative dar, die preislich relativ stabil bleibt.

Einflussfaktoren auf die Preisentwicklung von Pellets

Brennstoffkosten unterliegen regionalen Unterschieden. Bundesweit gibt es mitunter erhebliche Preisunterschiede, die an die Verbraucher weitergegeben werden. 

  • der jeweilige Wohnort
  • die Verfügbarkeit von Pellets
  • die Anzahl der Lieferanten in der Umgebung

Letzteres hängt von der Nachfrage ab: Je mehr Haushalte eine Pelletheizung in der jeweiligen Region nutzen, umso mehr Lieferanten lassen sich dort nieder. Die Regeln des Markts – Angebot und Nachfrage – ergeben den Preis für den Verbraucher. 

Eine Analyse der Preise aus dem DEPV-Index zeigt ein Gefälle zwischen Nord und Süd. Der Index listet drei unterschiedliche Regionalpreise auf: 

  • Nord/Ost: Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein 
  • Mitte: Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen 
  • Süden: Bayern, Baden-Württemberg, Saarland 

Im Süden der Republik zahlen Verbraucher einen niedrigeren Preis für die Versorgung, da es dort mehr Holz gibt. Im Durchschnitt liegt der Preis hier 3 bis 5% unter dem Preisniveau im Norden. Mitteldeutschland bewegt sich auch preislich im Mittel.

Ein Vergleich der tatsächlichen Preise für eine Liefermenge von sechs Tonnen Holzpellets der Qualitätsklasse ENplus A1 zeigt allerdings nur marginale Unterschiede. Wohnen Sie in Baden-Württemberg oder im Saarland, zahlen Sie zwischen vier und zehn Euro weniger als in Bayern. Auch hier spielen jahreszeitliche Schwankungen der Preise eine entscheidende Rolle. 

Platzbedarf von Pellets ermitteln

Im Vergleich zu anderen Heizsystemen benötigen Sie für eine Pelletheizung sehr viel Platz. Dies liegt daran, dass die Bauteile sehr groß sind und Heizung, Lagerraum und Transportsystem entsprechenden Raum einnehmen. Der Platzbedarf richtet sich vor allem nach der Größe des Pelletsilos.

Für eine möglichst genaue Bedarfsermittlung sollten Sie folgende Fragen klären: 

  • Handelt es sich um einen Alt- oder Neubau? 
  • Wie groß ist der Wohnraum?
  • Wie hoch ist der Gesamtenergiebedarf pro Jahr? 

Mit diesen Daten können Sie die benötigte Pelletmenge pro Jahr berechnen und damit auch die Ausgaben.

Rechenbeispiel für Heizpellet-Bedarf

  • Schätzungen zufolge hat ein Neubau einen Energiebedarf von 90 kWh pro m².
  • Für eine Kilowattstunde verbrauchen Sie circa 200 Gramm Heizpellets der höchsten Qualitätsstufe.
  • Gehen wir davon aus, dass Ihr Zuhause 140 m² Wohnfläche hat, ergibt sich daraus folgende Beispielrechnung, um den jährlichen Pelletsverbrauch zu ermitteln: 140 m² * 90 kWh/m² * 0,2 kg Pellets = 2.520 Kilogramm Pellets pro Jahr
  • Der Wert gibt auch einen Hinweis darauf, wie groß das heimische Pelletlager sein sollte.

Preisentwicklung von Pellets nicht sicher: Wärmepumpe als umweltfreundliche Alternative

Holzpellets sind als Energieträger umweltfreundlicher als fossile Brennstoffe. Und auch ein Blick auf die Preisentwicklung von Pellets zeigt: Hier verheizen Sie weniger Geld. Fossile Brennstoffe sind endlich, dadurch steigen die Preise für Heizöl, Gas, Fernwärme. Dem gegenüber stehen nachwachsende Brennstoffe wie Holz, denen auch in den kommenden Jahrzehnten eine steigende Bedeutung zukommen.

Allerdings ist die Pelletheizung nicht zuletzt aufgrund ihres hohen Platzbedarfs eher für Hausbesitzer ländlicher Regionen interessant und wird sich aufgrund der genannten Abstriche wahrscheinlich nicht großflächig durchsetzen. Wer nach einer umweltfreundlichen Alternative sucht, die Schadstoffemissionen vermeidet, der setzt besser auf eine Wärmepumpe.

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