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Dieser Brennwert steckt in Holz

Seit Tausenden von Jahren nutzen Menschen den nachwachsenden Rohstoff Holz als Wärmequelle für das Zuhause und zum Kochen. Viel jünger ist jedoch die nachhaltige Forstwirtschaft, die für die schonende und effiziente Nutzung sorgt. Die lokale Produktion und Verwertung tragen neben der CO2-neutralen Verbrennung zur guten Umweltbilanz des Rohstoffes bei. Doch wie schneiden verschiedene Holzbrennstoffe in Sachen Brennwert ab? Dieser Frage gehen wir nach und klären dabei, was der Energiegehalt überhaupt über einen Brennstoff aussagt und wieso dieser bei Holz stark variieren kann.

Inhaltsverzeichnis

  1. Die Bedeutung von Holz für die Wärmeerzeugung
  2. Brennwert: Maßeinheit für den Energiegehalt
  3. Davon hängt der Brennwert von Holz ab
  4. Der Brennwert von Holz allein ist nicht entscheidend
  5. Fazit: Entscheiden Sie sich für das richtige Brennholz
Brennwert Holz: Kamin in Wohnzimmer

Die Bedeutung von Holz für die Wärmeerzeugung

Heute sorgt Holz als Hauptwärmequelle in knapp über 500 Tausend deutschen Wohngebäuden für wohlige Temperaturen.1 Doch Holz ist nicht gleich Holz: Der Brennstoff kommt in den verschiedensten Formen zum Einsatz. In der natürlichsten Form als Scheitholz verwerten Eigenheimbesitzer den Brennstoff vor allem in Einzelraumheizungen.

Diese Wärmeerzeuger beheizen nur den Raum, in dem sie auch aufgestellt sind und erfordern meist eine manuelle Brennstoffzufuhr. Denken Sie an die heimelige Wirkung von Kachel- oder Schwedenöfen, die das Wohnzimmer im Winter zum Familientreffpunkt machen.

In anderer Form eignet sich Holz aber genauso gut als Brennstoff für die Zentralheizung: Hier haben Hackschnitzel und Holzpellets die Nase vorn, denn sie erlauben durch ihre definierte Form und Größe die automatische Beschickung der Brennkammer.

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Noch einen Vorteil bieten vor allem Pellets: Hier liegt das Holz in komprimierter Form vor, sodass die Energiedichte besonders hoch ist. Ein Kilo Holzpellets verfügt also über einen höheren Brennwert als ein Kilo Scheitholz aus dem gleichen Material. Doch was bedeutet das genau?

Brennwert: Maßeinheit für den Energiegehalt

Der Brennwert ist ein Maß für den Energieinhalt von Brennstoffen. Die Zahl gibt an, wie viel thermische Energie bei der Verbrennung des jeweiligen Stoffes frei wird. Dazu braucht es natürlich eine Bezugsgröße: Je nach Brennstoff dienen Volumen oder Masse für die Angabe der Energiemenge. Angaben zum Energiegehalt je Mengeneinheit finden sich daher üblicherweise in Kilowattstunden pro Kubikmeter (kWh/m3) oder Kilowattstunden pro Kilo (kWh/kg).

Hier bildet Holz eine Ausnahme: Es wird in der Regel in der Volumeneinheit Raummeter (rm) gehandelt. Ein Raummeter entspricht einem Kubikmeter aufgestapelten Holzes und enthält entsprechend der natürlichen Form des Brennstoffes Hohlräume.

Brennwert Holz: Raummeter Holz Grafik

Der Brennwert ist nicht schon immer die wichtigste Größe zum Vergleich der Energiedichte mehrerer Brennstoffe, sondern hat erst mit der Zeit den Heizwert ersetzt. Das stellt keinen fundamentalen Wandel dar, denn der Brennwert baut auf dem Heizwert auf und fügt diesem eine weitere Komponente hinzu: den sogenannten Brennwerteffekt.

Bei der Verbrennung des Materials wird ein Großteil seines Energieinhaltes direkt nutzbar. Diese, für jeden Stoff spezifische, unmittelbar nutzbare Energiemenge beschreibt der Heizwert. Den vollständigen Energiegehalt eines Brennstoffes können aber nur solche Wärmeerzeuger erschließen, die einen weiteren Prozessschritt einsetzen.

Sogenannte Brennwertgeräte, die es auch für die Brennstoffe Öl oder Gas gibt, kühlen die bei der Verbrennung frei werdenden Abgase soweit ab, dass der darin enthaltene Wasserdampf kondensiert, wodurch weitere Energie frei wird. Bei Holz beträgt die zusätzliche Energieausbeute durch den Brennwerteffekt etwa 11% des Heizwertes.

Freilich lässt sich dieser theoretische Wert in der Praxis etwa durch Abwärme nicht verlustfrei in Nutzwärme umwandeln. Weitere technische Hintergründe zum Brennwert berechnen haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Davon hängt der Brennwert von Holz ab

Wie vielfältig Holz ist, das ist jedem klar, der sich beispielsweise im Zuge der Einrichtung der eigenen vier Wände mit Massivholzmöbeln oder Fußböden beschäftigt hat. Die unterschiedlich ausgeprägten Qualitäten verschiedener Hölzer schlagen sich in Optik und Preis deutlich nieder. Ähnlich verhält es sich auch, wenn das Holz als Brennstoff für die Wärmeerzeugung dienen soll.

Der Brennwert sagt uns, wie viel Energie das Brennholz enthält und bestimmt mit darüber, ob Sie beim Brennholzkauf ein gutes Geschäft machen. Doch nicht die Holzart alleine entscheidet über die Eignung von Holz als Brennstoff. Hier die wichtigsten Faktoren für den Brennwert von Holz auf einen Blick.

Faktoren für Brennwert von Holz

  • Holzart

    Holzfeuchte

    Formgebung und Dichte

    Holzzustand

Wie verschiedene heimische Holzarten im Wettbewerb um den höchsten Brennwert abschneiden, zeigt die Grafik unten. Die Unterschiede beruhen vor allem auf der unterschiedlichen Zusammensetzung der Holzsorten.

Doch Vorsicht: Die angegebenen Brennwerte gelten nur bei einer Holzfeuchte von 20%. Hat der Anbieter dem Brennholz nicht ausreichend Trockenzeit gewährt, um einen Teil seiner anfänglichen Feuchtigkeit von meist mehr als 40% an die Umgebung abzugeben, dann fällt der Brennwert deutlich niedriger aus. Bei der Tanne macht die Trocknung von anfänglich 50% auf eine Restfeuchte von 25% bezogen auf das Volumen einen Zugewinn von 30% an Brennwert aus.

Ist das Holz zu Pellets gepresst, dann verfügt es über einen nochmals gesteigerten Brennwert. Zum einen ist das Material verdichtet, zum anderen entstehen durch die gleichmäßigere Form weniger Hohlräume zwischen den Pellets.

Sorgfältige Trocknung und Lagerung macht sich bei Brennholz besonders bezahlt. Kann es seine Feuchtigkeit dauerhaft nicht abgeben, dann befallen holzzerstörende Organismen das Material. Diese können das Brennholz vollständig zersetzen, sodass kein nennenswerter Brennwert erhalten bleibt.

Der Brennwert von Holz allein ist nicht entscheidend

Nun wissen Sie, auf welche Merkmale Sie beim Brennholzkauf achten sollten, um möglichst viel Brennwert für Ihr Geld zu bekommen. Dazu braucht es Übung, denn den genauen Brennwert von Holz können Sie nicht ohne weiteres selbst bestimmen.

Wollen Sie den Brennstoff möglichst günstig einkaufen, dann ist ein hoher Brennwert pro Mengeneinheit alleine aber nicht entscheidend. Stattdessen sollten Sie sich für das Brennholz entscheiden, das das günstigste Verhältnis von Preis und Brennwert aufweist. Eine Rechnung verdeutlicht den Zusammenhang:

 
Buche (Brennwert 1800 kWh/rm)
Kiefer (Brennwert 1228 kWh/ rm)
Preis pro Raummeter
40 Euro
32 Euro
Preis pro kWh
0,022 Euro
0,026 Euro

 

Am Ende ist es in diesem Beispiel nicht die Kiefer mit dem günstigeren Preis pro Raummeter, sondern die Buche mit den niedrigeren Kosten je Kilowattstunde, mit der Sie das bessere Geschäft machen.

Fazit: Entscheiden Sie sich für das richtige Brennholz

Beim Kauf von Brennholz sollten Sie auf ein gutes Leistungsverhältnis von Preis und Brennwert achten, um möglichst günstig einzukaufen und gleichzeitig effizient zu heizen. Vergleichen Sie die unterschiedlichen Holzarten in Bezug auf die von Ihnen benötigte Anzahl an Raummetern und Kilowattstunden. Ein Brennwertgerät kann zudem dabei helfen, die entstehende Heizenergie möglichst effektiv zu nutzen.

 

1 BDEW: Wie heizt Deutschland 2019?

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