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Heizen mit Holz: Darauf kommt es an

Die eigenen vier Wände mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz zu beheizen – das ist der Plan vieler Eigenheimbesitzer. Allerdings ist das Heizen mit Holz oft nicht besonders komfortabel und erzeugt viel Feinstaub wie Rußpartikel. Deshalb sollten Sie dabei einige Grundregeln beachten. In unserem Ratgeber gehen wir auf den richtigen Holzbrennstoff ein, erklären die drei Verbrennungsphasen von Holz und erläutern Ihnen die wichtigsten Regeln und Vorschriften für das Heizen mit Holz.

Inhaltsverzeichnis

  1. Den richtigen Holzbrennstoff wählen
  2. Die drei Verbrennungsphasen von Holz
  3. Heizen mit Holz: Darauf sollten Sie achten
  4. Welche Vorschriften muss ich beim Heizen mit Holz beachten?
  5. Umweltfreundliche Alternativen zum Heizen mit Holz
  6. Fazit: Anforderungen an das Heizen mit Holz
Heizen mit Holz: Verschiedene Holzformen für die Heizung

Den richtigen Holzbrennstoff wählen

Bei der Auswahl des richtigen Holzbrennstoffs spielen verschiedene Aspekte eine Rolle. Das klassische Scheitholz erzeugt eine besonders behagliche Atmosphäre im Wohnzimmer. Holzpellets zeichnen sich hingegen durch einen höheren Komfort aus – aufgrund der automatischen Beschickung, dank der Sie nicht händisch Holz nachlegen müssen. Auch Holzbriketts sind eine interessante Alternative.

Die wichtigsten Merkmale der drei Holzbrennstoffe im Überblick:

Scheitholz

Beim Verbrennen von Scheitholz sollten sie darauf achten: Die Scheite dürfen nicht zu groß sein und das Holz muss ausreichend trocken sein. Frisch geschlagenes Holz enthält rund 45 bis 60% Wasser. Für eine effiziente, vollständige und möglichst umweltfreundliche Verbrennung sollte der Anteil etwa 15 bis 20% betragen. Erst nach einer Trocknungsdauer von zwei bis drei Jahren ist das Holz also zum Verbrennen geeignet.

Holzpellets

Bei Pellets handelt es sich um einen genormten Brennstoff. Der hat stets eine gleichbleibende Qualität. Möchten Sie die Pellets im Eigenheim verbrennen? Dann sollten diese der Klasse A1 der Norm DIN EN ISO 17225-2 entsprechen. Online-Händler geben die eingehaltene Norm in der Regel in der Produktbeschreibung an. Wenn Sie im Geschäft einkaufen, können Sie auf der Verpackung nach einem Siegel suchen. Ansonsten fragen Sie am besten nach.

Holzbriketts

Bei Holzbriketts gibt es beachtliche Qualitätsunterschiede. Aus diesem Grund sollten Sie beim Kauf auf die Einhaltung der Norm DIN EN ISO 17225-3 achten. Die sichert, dass die Briketts eine gleichbleibende Qualität haben und ökologisch einwandfrei sind.

Egal für welchen Holzbrennstoff Sie sich entscheiden – Papierbriketts oder Müll haben in der Feuerungsanlage nichts zu suchen. Diese verbrennen in Holzöfen unvollständig und führen zu umweltschädlichen und gesundheitsgefährdenden Emissionen.

Praxistipp Umweltzeichen

  • Übrigens: Das Umweltzeichen „Blauer Engel“ bescheinigt einen hohen Wirkungsgrad sowie geringe Emissionswerte einer Holzheizung.

Die drei Verbrennungsphasen von Holz

Um richtig mit Holz zu heizen, ist zunächst ein gewisses Grundverständnis über die drei Verbrennungsphasen des Energieträgers erforderlich. Bei der Verbrennung von Holz reagiert der Sauerstoff der Luft mit dem Kohlenstoff und dem Wasserstoff aus dem Holz. Bei dieser Reaktion werden Wärme und Licht abgegeben. Die Endprodukte einer vollständigen und effizienten Verbrennung sind Kohlendioxid, Asche und Wasser.

Die Verbrennung beim Heizen mit Holz lässt sich grob in drei Phasen gliedern:

  1. Erwärmung und Trocknung

    Bevor das Holz richtig verbrennt, wird es zunächst erwärmt und getrocknet. Dabei verdampft das Wasser, das im Brennstoff gespeichert ist.

  2. Pyrolyse

    Sobald eine Temperatur von rund 150°C erreicht ist, setzt die sogenannte Pyrolyse ein. Dabei zersetzt sich der Brennstoff. Es entsteht ein Gasgemisch aus Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoffen und anderen Verbindungen. Erreicht die Temperatur 400 bis 500°C, zersetzen sich dann auch die festen organischen Bestandteile. Nach der Pyrolyse bleibt nur noch Holzkohle übrig.

  3. Verbrennung

    Erst in der dritten Phase findet die eigentliche Verbrennung statt. Dabei reagieren die gebildeten Gase mit Sauerstoff zu Kohlendioxid und Wasser. Auch die bei der Pyrolyse gebildete Holzkohle verbrennt nun allmählich zu Asche.

Brennholzlagerung

Brennholzlagerung: Darauf sollten Sie achten

Wir geben praktische Tipps und Methoden zur optimalen Lagerung von Brennholz. Weiterlesen

Heizen mit Holz: Darauf sollten Sie achten

Beim Heizen mit Holz kommt es auf den richtigen Umgang mit der Feuerungsanlage und die Auswahl des Brennstoffs an. Die wichtigsten Punkte erläutern wir im Folgenden.

Kamin- und Kachelöfen

Ein Ofen (Kaminofen oder Kachelofen) sollte ausschließlich als Zusatzheizung genutzt werden – nicht als Ersatz für ein zentrales Heizsystem. Holzöfen und -kamine werden deshalb auch als Einzelraumfeuerstätten bezeichnet.

Zentralheizungskessel

Zentrale Heizungskessel sind in der Lage, den gesamten Wohnraum zu beheizen. Gleichzeitig können sie auch das Warmwasser temperieren. Dabei wird zwischen handbeschickten Stückholzkesseln und Kesseln mit mechanischer Befeuerung unterschieden. Bei der Auswahl des Zentralheizungskessels sollte die Effizienz des Geräts stets höchste Priorität haben. Weitere Infos zu dem Thema finden Sie in diesem Artikel über Holzheizungen.

Die richtige Holzmenge

Egal ob Sie sich für Scheitholz, Briketts oder Pellets entscheiden – die richtige Holzmenge ist von entscheidender Bedeutung für die Effizienz der Verbrennung. Sie wollen den bestmöglichen Heizwert nutzen und eine hohe Umweltverträglichkeit erreichen? Dann sollten Sie sich an den empfohlenen Mengenangaben des Heizungsherstellers orientieren. Diese geben üblicherweise Empfehlungen für die Füllmenge an.

Trockene und gespaltene Holzstücke

  • Der Wasseranteil und die Größe der Holzstücke haben einen entscheidenden Einfluss auf die Effizienz der Verbrennung und somit auch auf Ihre Energiekosten.

  • Verwenden Sie beim Heizen mit Holz daher ausschließlich gut getrocknete und gespaltene Holzstücke mit einem geringen Rindenanteil.

Verbrennungsluftzufuhr

Sauerstoff ist für einen vollständigen Verbrennungsprozess unabdingbar. Deshalb sollten Sie insbesondere beim Anzünden auf eine ausreichende Luftzufuhr achten. Ist diese nicht gewährleistet, entsteht ein sogenannter Schwelbrand. Dieser ist mit umweltschädlichen Emissionen verbunden.

Gluterhaltender Nachbetrieb

Ein nächtlicher Schwelbrand zu Erhaltung der Glut führt zu einer unvollständigen Verbrennung. Dadurch steigen die Schadstoffemissionen signifikant an. Diese Emissionen sind nicht nur umweltschädlich, sondern auch gesundheitsgefährdend.

Regelmäßige Wartung

Für eine hohe Leistungsfähigkeit und Effizienz des Ofens muss er in technisch einwandfreiem Zustand sein. Daher ist es empfehlenswert, die Feuerungsanlage vor Beginn der Heizperiode von einem Experten inspizieren zu lassen.

Anheizmethode

Je nach Art des Geräts kommen bei Scheitholzöfen zwei Anheizmethoden infrage: Das Anheizen von oben und das Anheizen von unten.  Das Anheizen von oben hat den Vorteil, dass nur sehr wenige unverbrannte Brenngase entweichen. Das Anheizen von unten punktet hingegen mit seiner Schnelligkeit. Bei beiden Methoden muss man ausreichend Verbrennungsluft zuführen.

Übrigens: Speziell für das Heizen mit Holzbriketts haben wir in diesem Beitrag nützliche Hinweise und Tipps zusammengestellt.

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Welche Vorschriften muss ich beim Heizen mit Holz beachten?

Privat genutzte Holzfeuerungen, beispielsweise Kachelöfen oder Kaminöfen, sind in der Regel Kleinfeuerungsanlagen. Sie unterliegen der ersten Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (1. BImSchV). Die Verordnung enthält beispielsweise Anforderungen an die Brennstoffe, Maximalwerte für den Schadstoffausstoß sowie Vorgaben für die Überwachung der Anlage.

Für die Verbrennung von Stückholz definiert die Vorschrift zum Beispiel einen maximalen Feuchtegehalt von 25%. Diesen Wert erreichen Sie üblicherweise dann, wenn Sie das Holz bei guter Luftzirkulation rund zwei Jahre lang trocken lagern.

In Bezug auf die Schadstoffemissionen legt die 1. BImSchV Höchstwerte für den Ausstoß von Kohlenmonoxid und Staub sowie Mindestwerte für den Wirkungsgrad fest. Beim Kauf einer Feuerungsanlage erhalten Sie daher eine Bescheinigung des Herstellers, dass die geforderten Werte eingehalten werden. Diese ist dem Schornsteinfeger auf Verlangen vorzulegen.

Umweltfreundliche Alternativen zum Heizen mit Holz

Mit Holz zu heizen ist besonders deshalb so beliebt, weil es als sehr umweltfreundlich gilt. Damit das allerdings tatsächlich stimmt, müssen Sie beim Kauf des Brennguts und beim Befeuern einiges beachten. Tatsächlich gibt es heutzutage Alternativen, die umweltfreundlicher sind.

Im Neubau eignet sich eine Wärmepumpe als simples und zukunftsweisendes Heizsystem. Im direkten Vergleich ist das die Variante, die am wenigsten CO2 ausstößt. Im Altbau kann ein Gas-Hybrid aus neuem Gas-Brennwertgerät in Kombination mit Solarthermie Ihren ökologischen Fußabdruck reduzieren.

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Fazit: Anforderungen an das Heizen mit Holz

Wenn Sie mit Holz heizen, sollten Sie getrocknetes Holz verwenden. Das sollte möglichst aus der Region kommen. Darüber hinaus spielen die Effizienz der Feuerungsanlage und die richtige Handhabung eine entscheidende Rolle beim umweltfreundlichen Heizen mit Holz.

Neben dem Ausstoß von gesundheitsgefährdendem Feinstaub mit sehr feinen Partikeln haben manche Holzheizungen einen weiteren Schwachpunkt: Sie müssen einen Holzofen stets im Blick haben und regelmäßig Brenngut nachlegen. Bei Pelletheizungen entfällt das.

Überlegen Sie vor allem deshalb mit Holz heizen, weil Ihnen Umweltfreundlichkeit wichtig ist? Dann empfehlen wir Ihnen, sich auch mit den Alternativen Wärmepumpe und Gas-Hybrid auseinanderzusetzen.

Platzhalter Autorenbild

Andreas Wurm,
M.Sc.

Über den Autor

Andreas Wurm absolvierte seinen Bachelor of Science in Maschinenbau an der RWTH Aachen University und schloss einen Master in Energietechnik (Spezialisierung Erneuerbare Energien) an derselben Universität an. Nach seinem Studium war er von 2014 bis 2016 Projektingenieur in der Branche Heizungs- und Klimatechnik.

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