Kundenhotline
08751 / 74 – 1183

Brennholzlagerung: Darauf sollten Sie achten

Die Leistungsfähigkeit einer Stückholzheizung hängt in hohem Maße von der fachgerechten Brennholzlagerung ab. Nur trockenes Feuerholz kann im Ofen mit einer hohen Effizienz verbrannt werden. Feuchtes Holz führt hingegen zu sinkender Effizienz, einem höheren Verbrauch und steigenden Kosten. In unserem Ratgeber geben wir Ihnen praktische Tipps und Methoden zur Lagerung von Brennholz mit auf den Weg.

Inhaltsverzeichnis

  1. Darum ist die richtige Brennholzlagerung so wichtig
  2. Brennholzlagerung: Darauf sollten Sie achten
  3. Lagerformen von Brennholz in Innenbereichen
  4. Techniken zur Brennholzlagerung in Außenbereichen
Brennholzlagerung: Holzstapel

Festbrennstoffe wie Holz, Holzpellets, Kohle und Koks haben im deutschen Wohnungsbestand einen Anteil von rund 6% an den verwendeten Energieträgern. Die Holzheizung gehört damit nicht zu den Bestsellern unter den Heizarten – Holzliebhaber möchten aber ungern auf die angenehme und gemütliche Wärme aus dem regenerativen Energieträger verzichten.

Darum ist die richtige Brennholzlagerung so wichtig

Die korrekte Lagerung von Brennholz dient vor allem dem Zweck, die Restfeuchte im Holz so gering wie möglich zu halten. Die Feuchte im Holz hat dabei nicht nur Einfluss auf die Effizienz des Verbrennungsprozesses, sondern auch auf den Ausstoß von Emissionen und die Belastung des Schornsteins.

  1. Heizkosten

    Feuchtes Holz verbrennt unvollständig und ineffizient. Aus diesem Grund führt eine hohe Restfeuchte auch zu einem steigenden Verbrauch an Scheitholz. Dadurch müssen Sie im Winter häufig Brennholz nachlegen, um die gewünschte Raumtemperatur zu erreichen. Die sinkende Effizienz wirkt sich demnach natürlich auch auf die Energiekosten negativ aus. Weitere Informationen zum Brennwert von Holz finden Sie in diesem Beitrag.

  2. Umwelt

    Eine unvollständige Verbrennung durch einen zu hohen Feuchtegehalt führt zu höheren Feinstaub- und Kohlendioxid-Emissionen. Sowohl Feinstaub als auch Kohlendioxid sind sehr schlecht für Umwelt und Gesundheit.

  3. Schäden am Schornstein

    Wenn Besitzer einer Holzheizung über einen längeren Zeitraum feuchtes Holz verbrennen, kann der hohe Ausstoß von Ruß Schäden am Schornstein anrichten. Diese muss dann ein Fachmann zeit- und kostenintensiv beseitigen.

E-Book: Raumklima und gesundes Wohnen

Unser E-Book zum Thema Raumklima und gesundes Wohnen: Wie Sie zu jeder Jahreszeit optimal lüften, richtig heizen und ein rundum gesundes Wohlfühlklima in Ihrem Zuhause schaffen. Laden Sie sich das E-Book hier kostenlos herunter.

E-Book kostenlos herunterladen (6 MB)

Die hier genannten Argumente für eine fachgerechte Brennholzlagerung sind auch der Grund dafür, dass die erste Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (1. BImSchV) einen maximalen Anteil von 25% Wasser im Brennstoff fordert. Im Allgemeinen gilt ein Anteil von 15 bis 20% Wasser bezogen auf das Trockengewicht als günstig.

Brennholzlagerung: Darauf sollten Sie achten

Im Folgenden haben wir für Sie Tipps rund um die fachgerechte Lagerung von Brennholz zusammengestellt.

Lagerzeit und Trocknung des Brennholzes beachten

Bis das Brennholz den gewünschten Feuchtigkeitsgehalt von rund 15 bis 20% erreicht hat, dauert es normalerweise zwei bis drei Jahre. Die optimale Brennholzlagerung ist also recht zeitintensiv, wobei sich je nach Lagerstandort und Holzart Unterschiede ergeben. Mit einem handelsüblichen, günstigen Feuchtemesser können Sie den Feuchtigkeitsgehalt im Holz schnell und präzise bestimmen. Machen Sie mehrere Messungen an unterschiedlichen Stellen.

Eine zu lange Lagerzeit des Holzes ist ebenfalls ungünstig. Denn die gasreichen Bestandteile im Holz verflüchtigen sich mit der Zeit, wodurch der Brennwert des Energieträgers sinkt.

Größe der Holzscheite

Die Größe der Holzscheite hat einen starken Einfluss auf den Prozess der Trocknung. Scheitlängen von 30 Zentimetern sollten Sie vor der Lagerung halbieren und noch längere Scheite vierteln. Beim anschließenden Spalten ist darauf zu achten, dass alle Scheite in etwa gleich groß sind.

Kachelofen modernisieren

So können Sie Ihren Kachelofen modernisieren

Diese Möglichkeiten gibt es, um Kachelöfen wieder effizient und sauber zu bekommen. Weiterlesen

Standort

Für eine effiziente Brennholzlagerung ist ein sonniger, trockener und gut belüfteter Standort empfehlenswert. Dieser sollte vor Witterungseinflüssen wie Regen und Schnee geschützt sein. Eine nach Süden ausgerichtete Hauswand bietet hierfür optimale Bedingungen.

Abstand zur Hauswand

Um eine optimale Luftzirkulation zu erreichen, sollte ein Abstand von rund 5 bis 10 Zentimetern zur Hauswand beziehungsweise zum nächsten Brennholzstapel eingehalten werden.

Untergrund und Abdeckung

Den Untergrund bilden idealerweise Steine, Europaletten oder Kanthölzer. So stellen Sie sicher, dass das Holz keine Feuchtigkeit zieht. Als Abdeckung bietet sich eine Überdachung an. Das Abdecken des Holzstapels mit einer Plastikplane ist allerdings ungünstig, da sich Feuchtigkeit anstauen kann.

Stapeltechnik

Beim Stapeln der Scheite kommt es darauf an, eine optimale Luftzirkulation sicherzustellen. Es empfiehlt sich, die Seiten der Stapel stets freizuhalten und die Scheite gekreuzt übereinander zu legen. Darüber hinaus sollten Sie die Scheite immer mit der Rinde nach unten lagern, um so das Faulen zu verhindern.

Praxistipp

  • Die Lagerung von Brennholz darf durchaus auch einen dekorativen und optisch ansprechenden Charakter haben.

  • Wenn Sie beispielsweise mehrere Holzarten zum Heizen nutzen, können Sie diese in Form einer bunt gemischten Holzwand stapeln und damit tolle optische Akzente setzen.

  • Mit ein wenig Geschick gelingt es Ihnen, kreative Muster oder Motive einzubauen.

Lagerformen von Brennholz in Innenbereichen

Bei der Lagerung von Brennholz ist stets zu bedenken, dass in den Innenbereichen ausschließlich trockenes Holz gelagert werden sollte – und das auch nicht in zu großen Mengen. Selbst in Kellerräumen besteht aufgrund der höheren Luftfeuchtigkeit und der mangelnden Belüftung die Gefahr von Schimmelbildung.

Kleinere Mengen für den täglichen Brennholzbedarf können Sie hingegen problemlos im Keller, in der Garage oder im Wohnzimmer lagern, wenn das Holz trocken ist. Dazu bieten sich beispielsweise die folgenden Methoden an.

Kaminholzkorb

Mit einem Kaminholzkorb können Sie Ihr Kaminholz optisch ansprechend im Wohnzimmer aufbewahren. Solche Körbe bestehen häufig aus Draht oder Filz und sehen schön aus.

Kaminholzregale

  • Wenn Sie eine etwas größere Menge an Kaminholz im Keller oder in der Garage aufbewahren möchten, bietet sich das Kaminholzregal an.

  • Dieses spezielle Regal hat ein ausreichendes Fassungsvermögen für mehrere Tagesrationen und eignet sich gut für die Brennholzlagerung.

Freies Stapeln

Brennholz können Sie natürlich auch kreativ und dekorativ im Haus stapeln. Achten Sie dabei immer darauf, keine zu großen Mengen zu lagern.

Hinweis: Lagern Sie Brennholz nicht in Schubladen, da sich durch die unzureichende Belüftung Schimmel bilden kann.

Techniken zur Brennholzlagerung in Außenbereichen

In Außenbereichen gibt es verschiedenste Möglichkeiten, das Brennholz für den eigenen Kamin fachgerecht und optisch ansprechend zu lagern. Hier lesen Sie die wichtigsten Optionen im Überblick.

Schimmel vorbeugen

Schimmel vorbeugen mit gutem Raumklima

So vermeiden Sie Schimmel zuhause – und werden ihn wieder los, wenn er da ist. Weiterlesen

Kaminholzunterstand

Der Kaminholzunterstand hat ein Dach und hält das Brennholz daher auch bei Regen und Schnee trocken. Im Fachhandel finden Sie neben Unterständen für Kaminholz auch praktische Seitenhalter zur zusätzlichen Stabilisierung.

Kaminholzregal

Kaminholzregale sind in der Regel etwas günstiger als komplette Unterstände und eignen sich perfekt zur Brennholzlagerung an der wetterabgewandten Seite des Hauses. Achten Sie auf einen ausreichenden Abstand zur Hauswand.

Holzmiete

Die sogenannte Holzmiete ist die wohl ansprechendste Form der Holzlagerung. Dabei schichten Sie das Holz stilvoll, zum Beispiel als Rundstapel, unter freiem Himmel auf und setzen tolle optische Akzente. Achten Sie auf eine leicht nach innen geneigte Stapelweise, ein Holzscheite-Dach als Wetterschutz und eine wasserundurchlässige Folie als Untergrund.

Die Möglichkeiten zur Brennholzlagerung sind sehr vielseitig. Egal für welche Variante Sie sich entscheiden – vergessen Sie beim Stapeln nicht die Freude an der Arbeit.

 

statista (BDEW, Statistisches Bundesamt): Wie Deutschland heizt

Andreas Wurm,
M.Sc.

Über den Autor

Andreas Wurm absolvierte seinen Bachelor of Science in Maschinenbau an der RWTH Aachen University und schloss einen Master in Energietechnik (Spezialisierung Erneuerbare Energien) an derselben Universität an. Nach seinem Studium war er von 2014 bis 2016 Projektingenieur in der Branche Heizungs- und Klimatechnik.

Verwandte Artikel

Energiewende in Deutschland: Langzeitprojekt für alle

Ein Überblick aller wichtigen Informationen zur Energiewende.
Weiterlesen

Wie heizt man richtig? Tipps und Tricks für den Alltag

Wir zeigen, wie Sie optimal heizen – für das ideale Raumklima und niedrige Kosten.
Weiterlesen

So können Sie Ihren Kachelofen modernisieren

Diese Möglichkeiten gibt es, um Kachelöfen wieder effizient und sauber zu bekommen.
Weiterlesen
Bewerten Sie den Artikel
Datenschutz-Hinweis Bitte beachten Sie unsere Informationen und Hinweise zum Datenschutz.