Wer einen alten Kachelofen besitzt, hat einen echten Hingucker in seinem Wohnzimmer. Allerdings sind diese Klassiker zum Heizen heute nur noch bedingt geeignet. Die Verbrennung entspricht nicht dem Stand der Technik, sodass Kachelöfen unnötig viele Schadstoffe ausstoßen. Abhilfe schaffen Sie, indem Sie den Kachelofen modernisieren lassen. Und das funktioniert, ohne das äußere Erscheinungsbild zu verändern.
Kachelofen modernisieren: Effizient und sauber

Wissenswertes über den Kachelofen
Kachelöfen waren über Jahrhunderte hinweg die wichtigste Wärmequelle der Menschen in Deutschland. Bis in die 1960er-Jahre hinein gab es viele Modelle, die ihre Besitzer in dieser Zeit meist mit Braunkohle befeuert haben.
Die Bauformen der Kachelöfen sind vielfältig: Sie reichen von dem fest im Raum gemauerten Unikat bis hin zum freistehenden Ofen aus der Manufaktur. Klassisch sind sie mit Ofenkacheln verkleidet. In modernen Versionen kommen aber anstelle von Kacheln auch glatt verputzte Flächen, Natursteine und sogar Sichtscheiben wie beim Kaminofen zum Einsatz.
Im Unterschied zum Kaminofen verfügen alle Kachelöfen über eine große thermische Masse. Das bedeutet, sie können die Wärme über einen längeren Zeitraum hinweg speichern und langsam an den Raum abgeben.
Ineffiziente Verbrennung in Kachelöfen
So vielfältig wie die Bauarten und Erscheinungsformen sind auch die Verbrennungssysteme dieser Feuerstätte. Von einer modernen, kontrollierten und schadstoffarmen Verbrennung können Sie bei Ihrem Kachelofen in der Regel nicht ausgehen.
Womit wird befeuert?
Braunkohle sollte heutzutage nicht mehr als Brennstoff zum Einsatz kommen, da sie besonders viele CO₂-Emissionen bei der Verbrennung freisetzt.
Holz aus heimischen, nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stellt dagegen eine umweltfreundliche Alternative dar.
Doch aufgepasst: Für Braunkohle konzipierte Kachelöfen haben für Holz oft einen zu kleinen Brennraum.
Trotzdem besteht auch bei Holz immer die Gefahr einer unvollständigen Verbrennung. Die Folge: Es entstehen viel Ruß und Feinstaub. Besonders problematisch sind stark krebserregende chemische Stoffe, die sogenannten polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe.
Aber auch das hochgiftige Kohlenmonoxid und Reizgase wie Stickoxide und Schwefeldioxid treten im Rauch einer schlechten Verbrennung in großen Mengen auf. Häufig liegt die Ursache in einer zu geringen Luftzufuhr. Das kann an der Bauart des Kachelofens oder an Bedienungsfehlern liegen.
Gesetzgeber fordert Modernisierung älterer Kachelöfen
Die Belastungen durch Feinstaub und Kohlenmonoxid haben vielerorts in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Deshalb hat der Gesetzgeber mittlerweile in der Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV) Grenzwerte festgelegt, welche die Feuerungsanlagen nicht mehr überschreiten dürfen.
Wann Sie laut Gesetz modernisieren müssen
Wenn der Kachelofen die Grenzwerte für Staub von 0,15 Gramm pro Kubikmeter Abgasluft und für Kohlenstoffmonoxid von 4 Gramm pro Kubikmeter Abgasluft einhält, müssen Sie aus gesetzlicher Sicht nichts unternehmen.
Den Nachweis, dass Ihr Ofen die Grenzwerte erfüllt, können Sie durch eine Bescheinigung des Herstellers oder durch eine Messung des Schornsteinfegers erbringen.
Hier lesen Sie mehr zur Feuerstättenschau durch den Schornsteinfeger.
Aber auch wenn Sie diese Werte einhalten, gibt es effizientere und umweltfreundlichere Arten zu heizen. Möchten Sie Ihren Kachelofen austauschen, lesen Sie im Artikel „Heizsystem der Zukunft“ die Vor- und Nachteile jeder Heizart. Oder lassen Sie sich von einem Heizungsbauer beraten und direkt eine neue Heizung einbauen.
Diese Arbeitsschritte gehören zur Modernisierung
Wenn Sie diese Punkte berücksichtigen, ist zur Heizsaison sichergestellt, dass Ihr Kachelofen wieder voll funktionstüchtig ist.


