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Heizkessel reinigen: Da muss der Profi ran

Die Verbrennung in modernen Gas- und Ölheizkesseln ist sehr sauber. Dennoch: Bei jeder Verbrennung entstehen neben Wasser und Kohlendioxid auch unerwünschte Nebenprodukte wie Ruß. Das ist der Grund, warum der Heizungsfachbetrieb den Heizkessel regelmäßig warten und reinigen sollte. Denn Ablagerungen im Inneren der Heizung verschlechtern die Wärmeausbeute. Das kostet unnötig Brennstoff und damit bares Geld. Das Säubern ist nicht nur bei Gas- und Ölkesseln erforderlich. Auch Holzkessel benötigen eine regelmäßige Reinigung.

Inhaltsverzeichnis

  1. Sauberer Heizkessel = effizienter Heizkessel
  2. Heizkessel reinigen gehört zur Wartung
  3. Abgasleitungen des Heizkessels im Blick behalten
  4. Heizkessel von Öl- und Holzheizungen reinigen
  5. Nicht auf den Störfall warten: Heizkessel rechtzeitig reinigen

Sauberer Heizkessel = effizienter Heizkessel

Von zentraler Bedeutung für die Effizienz einer Heizung ist der Wärmeübertrager im Inneren des Brennraums. Umgangssprachlich ist auch vom Wärmetauscher die Rede. Der Wärmetauscher ist ein wichtiger Bestandteil im Heizkessel und überträgt die Wärme aus dem heißen Abgas des Verbrennungsprozesses auf das Heizungswasser. Erst dadurch kann die Wärme zu den Heizkörpern und zum Speicher gelangen.

Darum sollte der Wärmetauscher sauber sein

  • Alle Wärmetauscher bestehen aus Metall. Denn Metall leitet die Wärme besonders gut.

  • Wenn sich aber Ruß und andere Stoffe wie Schwefel, Rostpartikel oder Staub auf dem Wärmetauscher absetzen, dann wirken diese wie eine Wärmeisolierung.

  • Das behindert den Wärmetransport gravierend.

  • Schon eine einen Millimeter dicke Schicht hat zur Folge, dass der Brennstoffverbrauch um 5% steigt.

Der gestörte Wärmeübergang vom Abgas auf das Heizungswasser führt auch dazu, dass die Abgastemperatur ansteigt. Das kann schlimmstenfalls Schäden an den Abgasrohren auslösen. Dies gilt ebenso für Brennwertgeräte. Denn diese nutzen die Wärme im Abgas für eine höhere Effizienz und sind oft mit Abgasleitungen aus Kunststoffrohren ausgestattet. Die Regelung moderner Brennwertgeräte erkennt allerdings eine zu hohe Abgastemperatur und schaltet dann in den Störungsmodus.

Heizkessel reinigen gehört zur Wartung

Damit es dazu gar nicht erst kommt, sollten Sie einen Heizungsbauer finden, der einmal im Jahr den Wärmetauscher im Brennraum des Kessels reinigt. Das gehört zu den Aufgaben, die er bei einer Heizungswartung erledigt.

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Zum Reinigen des Heizkessels muss der Fachmann zunächst die Heizung ausschalten und abkühlen lassen. Sonst besteht Verbrennungsgefahr. Ist alles nur noch lauwarm, kann der Profi die Abdeckung zur Brennkammer entfernen. Dann kommt er an den Wärmetauscher heran.

Klassische Reinigung des Heizkessels ist mechanisch

Das weitere Vorgehen hängt nun stark vom Kesseltyp ab. Bei älteren Modellen greift der Heizungsprofi in der Regel zu einer Heizkesselbürste und reinigt den Wärmetauscher mechanisch. Die speziellen langen Borsten sind in der Lage, die Verunreinigungen zu lösen. Mithilfe eines Industriestaubsaugers kann der Fachmann dann den Dreck entfernen.

Bei Brennwertgeräten sind die Wärmetauscher besonders filigran. Sie müssen die Abgase sehr stark abkühlen, um auch die Wärme nutzen zu können, die im Wasserdampf des Abgases steckt. Ein hartes Schrubben empfiehlt sich hier nicht. Manche Hersteller lassen nur Bürsten aus Kunststoff als Reinigungsmittel zu. Andere empfehlen einen Reinigungskamm oder einen Pinsel.

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Auch Druckluftgeräte oder Hochdruckreiniger können je nach Gerätemodell zum Einsatz kommen. Die bekannten Hersteller bieten den Installateuren komplette Wartungssets mit allem an, was für die regelmäßige Durchsicht nötig ist.

Chemische Reinigung kann unterstützen

In vielen Fällen, besonders bei hartnäckig festsitzendem Schmutz, unterstützt ein spezielles chemisches Reinigungsmittel die Arbeit. Der Profi sprüht das Mittel auf die zu reinigenden Bauteile, lässt es einwirken und spült es dann mit Wasser ab. Dabei spült das Wasser die Ablagerungen von den nun chemisch gereinigten Flächen fort.

In manchen Fällen muss der Profi den Wärmetauscher ausbauen und von allen Seiten reinigen. In anderen Situationen wiederum kann der Wärmetauscher eingebaut bleiben, was die Arbeiten deutlich vereinfacht. Achten Sie beim Kauf am besten darauf, dass der Heizkessel einfach und schnell zu warten ist, zum Beispiel durch das Flip&Clean System, bei dem sich die Brennkammer ausschwenken lässt.

Wasser zum Reinigen des Heizkessels nicht immer geeignet

Eine Kesselreinigung mit Wasser ist aber nicht bei allen Modellen nötig. Ebenso spielt es eine Rolle, ob der Wärmetauscher aus Edelstahl, Kupfer oder Aluminium besteht:

  • Edelstahl ist robust und lässt sich problemlos mit Kunststoffbürsten und Wasser behandeln.
  • Aluminiumwärmetauscher sind oft empfindlich. Eine Wasserspülung kann schlimmstenfalls dazu führen, dass Ablagerungen von eher unproblematischen Stellen wichtige Kanäle verstopfen und die Funktion des Wärmetauschers beeinträchtigen.

Bei all diesen Varianten weiß der Heizungsfachmann am besten, welche Reinigungsschritte für Ihren Kessel die besten sind. Durch seine Erfahrung sitzt bei ihm jeder Handgriff, wenn er den Heizkessel reinigen soll.

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Sonderfall Kombigerät

Bei Kombigeräten, die nicht nur Heizungswasser, sondern auch direkt ohne Speicher warmes Trinkwasser bereiten, kann noch eine weitere Reinigung notwendig sein. Bei diesen Geräten prüft der Handwerker, ob der Trinkwasserwärmetauscher von innen verkalkt ist. Ist das der Fall, hilft eine Spülung mit Entkalkungsmittel.

Abgasleitungen des Heizkessels im Blick behalten

Der Wärmetauscher ist zwar das wichtigste Bauteil beim Reinigen des Heizkessels, doch auch andere Komponenten können verschmutzen. Das betrifft zum Beispiel die Abgassammelschale im Brennraum eines Brennwertgeräts. Auch der Siphon in der Ableitung für das Kondensat kann Ablagerungen enthalten. Das überprüft der Fachmann bei der Wartung und reinigt diesen ebenfalls, wenn nötig, mit einem Reinigungsmittel.

Verschmutze Abgasleitung kann gefährlich sein

  • Ganz wichtig ist die Überprüfung der Abgasleitung. Sowohl die Zuluft- als auch die Abgaskanäle müssen sauber sein.

  • Verschmutzungen in diesen Bereichen können ebenfalls eine Störung verursachen.

  • Wenn das Abgas nicht richtig über den Schornstein nach draußen entweichen kann, wird es außerdem gefährlich.

  • Kohlendioxid aus dem Abgas ist eigentlich harmlos, kann angereichert im Raum aber den Sauerstoff verdrängen und dadurch zur Erstickung führen.

  • Spuren von Kohlenmonoxid im Abgas sind dazu auch noch hochgiftig.

Heizkessel von Öl- und Holzheizungen reinigen

Bei der Verbrennung von Heizöl und besonders von Holz entstehen deutlich mehr Nebenprodukte als bei der Verbrennung von Erdgas. Darum ist die regelmäßige Pflege des Wärmetauschers bei diesen Brennstoffen noch wichtiger als bei der Gasheizung. Auch diese Heizkessel sollten Sie nicht in Eigenregie reinigen, sondern dafür den Profi beauftragen.

Nicht auf den Störfall warten: Heizkessel rechtzeitig reinigen

Wenn Ihre Heizung wegen zu hoher Abgastemperatur eine Störung anzeigt, ist es höchste Zeit, den Heizkessel vom Heizungsfachmann reinigen zu lassen. Mit einer regelmäßigen Wartung im Jahresrhythmus vermeiden Sie schon im Vorfeld, dass es soweit kommt.

Die Wartung bietet darüber hinaus Sicherheit: Denn dabei überprüft der Profi auch die sicherheitsrelevanten Komponenten wie das Ausdehnungsgefäß. Außerdem stellt er sicher, dass die Abgaswege frei von Verschmutzungen sind und sie Schadgase sicher nach außen ableiten können.

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Unsere Installateure helfen Ihnen nicht nur bei der Kesselreinigung, sondern auch bei vielen anderen Anliegen rund um Ihre Heizung.

Dr. Jens-Peter Meyer

Über den Autor

Dr. Jens-Peter Meyer schreibt freiberuflich seit dem Jahr 2000 über Heizungsthemen. Sein journalistischer Schwerpunkt liegt auf erneuerbaren Energien in der Wärmetechnik – speziell in Solarwärmesysteme, Wärmepumpen und Holzheizungen.

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