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Wie kommt unangenehme Heizungsluft zustande und was kann ich dagegen tun?

Wenn draußen Minusgrade herrschen, freuen wir uns über ein warmes Zuhause. Eine funktionierende Heizung ist besonders im Winter Gold wert. Dennoch stellt sich oft keine Wohlfühlatmosphäre ein. Stattdessen brennt uns die Nase und der Mund fühlt sich trocken an. Schuld daran ist die trockene Heizungsluft. Wir erklären, wie die unangenehme Heizungsluft zustande kommt und wie Sie für ein optimales Raumklima sorgen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Wann ist die Heizungsluft trocken?
  2. Wie genau entsteht zu trockene Heizungsluft?
  3. Wie kann ich die Luftfeuchtigkeit im Raum messen?
  4. Achtung bei zu hoher Luftfeuchtigkeit
  5. Angenehmes Raumklima: Was kann ich gegen trockene Heizungsluft tun?

Wann ist die Heizungsluft trocken?

Trockene Heizungsluft kann entstehen, wenn die Raumluft zu wenig Wasser bindet. Dieses Problem taucht meistens in den Wintermonaten auf — nämlich dann, wenn Sie heizen.

Ein schlechtes Raumklima kann auch für gesundheitliche Probleme verantwortlich sein. Gerade in den Wintermonaten beansprucht eine zu trockene Luft die Schleimhäute, die aufgrund des Feuchtigkeitsgefälles stark mit der Austrocknung zu kämpfen haben. Als Faustregel gelten 40-65% relative Feuchte als unproblematisch.

Wie genau entsteht zu trockene Heizungsluft?

Im Sommer ist die Luftfeuchtigkeit im Raum tendenziell höher. Dann können Sie die warme und mit Wasserdampf gesättigte Luft durch fünfminütiges Stoß-, beziehungsweise Querlüften regulieren und ein Wohlfühlklima erzeugen.

Im Winter sieht es allerdings anders aus: Die aufgedrehte Heizung senkt die Luftfeuchtigkeit im Raum und führt zu einem trockenen Raumklima. Dies liegt daran, dass die warme Heizungsluft Feuchtigkeit besser aufnimmt.

Wie kann ich die Luftfeuchtigkeit im Raum messen?

Möchten Sie die Luftfeuchtigkeit bestimmen, sollten Sie zu einem Hygrometer greifen. Dies ist ein Messinstrument, das die relative Luftfeuchtigkeit im Raum anzeigt. Die relative Luftfeuchtigkeit beschreibt das prozentuale Verhältnis zwischen dem Wasserdampfgehalt der Luft und der Temperatur.

Es gibt einige Wetterstationen, welche die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit im Innenbereich messen. Ein kombiniertes Gerät (analog oder digital) ist von Vorteil, da Sie hier beide Werte gleichzeitig ablesen können. Moderne Hygrometer geben meist noch die Taupunkttemperatur mit an — das ist die Temperatur, bei der die Feuchtigkeit in der Luft zu kondensieren beginnt. Der Taupunkt sollte nicht unterschritten werden. Dies gelingt, indem Sie die Luftfeuchtigkeit vorher reduzieren.

Ein Beispiel zum Taupunkt

  • Im Wohnzimmer sollte die Raumtemperatur 20-22°C und die Luftfeuchtigkeit 40-60% betragen.

  • Wenn der Raum eine Temperatur von 20°C und eine relative Luftfeuchte von 40% hat und Sie erwärmen den Raum um circa 3°C, verringert sich die relative, aber nicht die absolute Luftfeuchtigkeit.

  • Generell gilt: Je wärmer der Raum, desto niedriger sollte die relative Luftfeuchtigkeit sein.

  • Besitzt die Luft eine geringe Luftfeuchtigkeit, dann möchte sie den Wasserbestandteil erhöhen.

  • Dies ist aber nur bedingt möglich, da ab einem gewissen Punkt die Luft gesättigt ist.

Ein weiteres Beispiel: Hat die Luft eine Temperatur von 24°C und eine Luftfeuchte von circa 60%, dann ist das System fast gesättigt. Kühlt die Temperatur aber auf circa 20°C ab, dann fällt Kondenswasser aus. Meistens bilden sich zuerst an den kalten Stellen im Raum kleine Tautröpfchen. Die Luft ist übersättigt und kann kein Wasser mehr aufnehmen.

Achtung bei zu hoher Luftfeuchtigkeit

Da kühle Luft Feuchtigkeit schlechter aufnimmt, mag es nahe liegen, bei trockener Heizungsluft die Temperatur herunterzuregeln. Das kann allerdings dazu führen, dass sich Kondenswasser bildet, sobald die Luft die Feuchtigkeit nicht mehr absorbieren kann. Ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch, setzen sich kleine Wassertröpfchen an den kühleren Stellen wie den Fenstern ab. Dies geschieht vor allem nach dem Duschen oder Kochen.

Solange Sie richtig heizen und auch im Winter regelmäßig lüften, ist dies kein Problem. Andernfalls droht Schimmel. Hat man ihn einmal im Raum, ist er nur schwer wegzubekommen. Das Tückische daran: Schimmel ist nicht immer sichtbar, kann sich unbemerkt ausbreiten und unspezifische Symptome wie Heiserkeit, Husten, Kratzen im Hals, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen oder Erschöpfungszustände auslösen. Lesen Sie im separaten Artikel zum Thema mehr dazu, wie Sie Schimmel effektiv vermeiden. 

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Angenehmes Raumklima: Was kann ich gegen trockene Heizungsluft tun?

Um zu kontrollieren, ob die Luftfeuchtigkeit in Ihren Räumen tatsächlich zu gering ist, empfiehlt sich die Anschaffung eines Hygrometers und die Dokumentation der entsprechenden Werte. Möchten Sie die Feuchtigkeit erhöhen, bieten sich folgende Möglichkeiten an.

Feuchte Tücher über den Heizkörpern

Je nach verwendetem Heizsystem können Sie auf altbewährte feuchte Tücher zurückgreifen. Bei Heizkörpern ist es sinnvoll, ein feuchtes Geschirrtuch über den Heizkörper zu legen, sodass das Wasser durch die Wärme verdunsten kann. Behalten Sie anfangs das Hygrometer im Auge. Die Luftfeuchtigkeit sollte nicht zu hoch sein.

Heizart überdenken

Generell sind Heizkörper nicht ideal für eine angenehme Raumluft. Diese verwirbeln durch die Konvektion die trockene Heizungsluft und mit ihr Staub, der sich aus den tückischen Heizkörpern schlecht entfernen lässt. Auch Luft/Luft-Wärmepumpen, die teilweise in Fertighäusern zum Einsatz kommen, sind alles andere als gut für ein optimales Raumklima. Bei dieser Heizart wird die Wärme nicht über Heizungswasser sondern über Lüftungskanäle im Haus verteilt. 

Perfekt für eine gute Raumluft ist eine Fußbodenheizung. Ein Heizungsbauer kann Sie informieren, wenn Sie mehr darüber wissen möchten, wie Sie Ihre Heizung optimieren. 

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Zimmerpflanzen und Aquarien

Zusätzlich können Zimmerpflanzen oder Aquarien zu einem besseren Raumklima beitragen. Pflanzen transpirieren durch die Photosynthese Wasser, wodurch sich in der Luft Feuchtigkeit anreichert.

Spezielle Baumaterialien für ein angenehmes Raumklima

Hygroskopische Baumaterialien unterstützen ein angenehmes Raumklima. Denn Baumaterialien mit einer hohen Hygroskopizität können die Luftfeuchtigkeit aus dem Raum binden und diese bei Bedarf wieder abgeben. Sie fungieren also als eine Art „Puffer“.

Feuchtigkeitsregulierende Baumaterialien sind zum Beispiel:

  • Holz
  • Schafwolle
  • Stroh
  • Ziegel
  • Kalk
  • Lehm
  • Silikat

Richtig lüften für eine angenehme Raumluft

Die Basis für gutes Raumklima ist ein regelmäßiger Luftaustausch. Das erreichen Sie entweder durch Stoß- oder Querlüften oder noch besser durch eine kontrollierte Wohnraumlüftung.

Praxistipp



Richtig heizen für ein gutes Raumklima

Um der unangenehmen Heizungsluft entgegenzuwirken, kann es außerdem helfen, die Raumtemperatur zu senken. Sie sollten sie aber auf keinen Fall zu stark drosseln, da sich die Luft ansonsten mit zu viel Feuchtigkeit anreichert. Die Wohnung sollte daher mindestens 18°C warm sein. Die genauen Werte können je nach Raum variieren. Näheres hierzu finden Sie in unserem E-Book „Raumklima und gesundes Wohnen“.

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Philipp Hüttner

Über den Autor

Der gelernte Installations- und Gebäudetechniker Philipp Hüttner ist freiberuflicher Texter und verfasst regelmäßig Artikel zu verschiedenen wissenschaftlichen und technischen Themen.

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