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Heizung einstellen: So läuft sie richtig

Die Beheizung von Wohnräumen und die Warmwasserversorgung sind aktuell die größten Energieverbraucher im Haushalt. Das heißt im Umkehrschluss für Sie: Am einfachsten können Sie Energie sparen, indem Sie die Einstellungen Ihrer Heizung überprüfen und anpassen. Mit dem Einstellen Ihrer Heizung sparen Sie aber nicht nur Geld und entlasten die Umwelt, oft können Sie gleichzeitig Ihren Wohnkomfort deutlich steigern. Moderne Heizungsanlagen bieten zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten, die dank grafischer Benutzeroberflächen weitgehend selbsterklärend sind. Doch wer weiß was er zu tun hat, kann auch aus älteren Modellen einiges herausholen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Im Überblick: Welche Einstellungsmöglichkeiten eine Heizung bietet
  2. Einstellungen für die Wärmeabgabe
  3. Einstellungen für die Wärmeerzeugung
  4. Passen Sie Heizungseinstellungen an Wärmebedarf an
  5. Einstellung der Heizung als Mieter
  6. Smarthome ermöglicht optimales Einstellen der Heizung
  7. Was noch zu einem optimalen Heizungsbetrieb gehört

Im Überblick: Welche Einstellungsmöglichkeiten eine Heizung bietet

Um die Einstellung der Heizung deutlich zu verbessern, müssen Sie sich oft gar nicht bis zum Heizungsraum bewegen: Automatische oder gar vernetzte Thermostate direkt am Heizkörper bringen Sie bereits einen großen Schritt nach vorn.

In diesem Beitrag erfahren Sie, welche generellen Einstellungsmöglichkeiten bestehen. Sie lesen zudem, was Sie bei Ihrer Heizung selbst einstellen können und was Sie lieber dem Heizungsbauer überlassen. Darüber hinaus werfen wir einen Blick darauf, wie Smarthome-Technologie den Heizungsbetrieb verbessern kann.

Bei den Einstellmöglichkeiten einer Zentralheizung kann man generell zwischen zwei Arten unterscheiden:

  • Einstellungen zur Abgabe der Wärme und

  • Einstellungen zur Erzeugung der Wärme

  • Für einen effizienten Heizungsbetrieb und einen guten Wohnkomfort sollten Sie beide Aspekte im Auge behalten.

Einstellungen für die Wärmeabgabe

Drehen Sie an einem Heizkörperthermostat, stellen Sie lediglich ein, welche Zieltemperatur der Raum erreichen soll. Die Stellung des Thermostats bestimmt nämlich, wie viel Heizungswasser den Heizkörper durchströmt. Hat sich der Raum erwärmt, dann drosselt das Thermostat selbsttätig die Durchflussmenge, sodass die gewünschte Temperatur gehalten wird.

Im Umkehrschluss bedeutet das: Durch häufiges Drehen am Thermostat beschleunigen Sie das Aufheizen des Raumes nicht. Das Einstellen Ihrer Heizung auf eine höhere Stufe erhöht lediglich die Durchflussmenge und dadurch steigt die zu erreichende Zieltemperatur.

Mehr zu Thermostaten und Ihren Einstelloptionen lesen Sie weiter unten beim Thema Smarthome.

Einstellungen für die Wärmeerzeugung

Dagegen bestimmen Einstellungen am Bedienelement des Wärmeerzeugers selbst, wie viel Wärme dieser wann überhaupt erzeugen soll. Die sogenannte Vorlauftemperatur gibt an, welche Temperatur das Heizungswasser im Wärmetauscher annehmen soll, bevor es durch die Heizflächen zirkuliert. Anders als die Einstellung am Thermostat kann die Vorlauftemperatur sehr wohl beeinflussen, wie schnell Sie Ihre Wunschtemperatur in den Wohnräumen erreichen.

Möchten Sie Ihre Heizung wirklich korrekt einstellen, ist die Vorlauftemperatur der richtige Punkt, um anzusetzen. Denn die passende Vorlauftemperatur führt zu deutlich mehr Effizienz, als wenn der Wärmeerzeuger (Ihr Gasbrennwertgerät, Ihre Wärmepumpe etc.) auf Hochtouren läuft und Sie nur die einzelnen Räume herunterregeln.

Heizkurve festlegen

Heute zählen Heizungsanlagen, deren Vorlauftemperatur an die Außentemperatur gekoppelt ist, zum absoluten Standard. Für die Vorlauftemperatur reicht es daher nicht aus, einen fixen Wert einzustellen. Stattdessen geben Heizkurven, wie die beispielhaft abgebildete, den Zusammenhang zwischen der Entwicklung der Außentemperatur und der Vorlauftemperatur wieder. Wird es draußen kälter, muss der Wärmeerzeuger das Heizungswasser stärker erwärmen, damit sich die gewünschte Raumtemperatur einstellt.

Da kein fixer Wert, sondern eine Kurve die Vorlauftemperatur situationsabhängig definiert, gibt es mehrere Einstellmöglichkeiten. Das ist gut, weil die Heizung auf diese Weise so präzise justiert werden kann, dass sie möglichst effizient arbeitet. Das bringt aber auch Probleme mit sich, vor allem wenn man als Laie nicht genau weiß, was die Einstellungsoptionen genau bewirken. Wir empfehlen Ihnen daher, die manuelle Einstellung der Heizkurve einem Profi zu überlassen oder sich in unserem Artikel „Heizkurve einstellen“ näher mit dem Thema zu befassen.

Heizungsbauer finden

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Für das bessere Verständnis geben wir dennoch einen kurzen Überblick über die gängigen Einstellmöglichkeiten an der Heizkurve.

Einstellmöglichkeiten an der Heizkurve

  1. Steilheit

    Die Steilheit der Kurve gibt an, um wie viel Grad die Vorlauftemperatur fällt oder steigt, wenn die Außentemperatur um 1°C fällt oder steigt.

  2. Parallelverschiebung

    Die Parallelverschiebung definiert das gesamte Niveau der Vorlauftemperatur. Verschieben Sie die Kurve entlang der y-Achse nach oben, heben Sie das Niveau insgesamt an.

  3. Heizgrenze

    Die Heizgrenze befindet sich im Ursprung des Koordinatensystems und legt eine Außentemperatur als Grenzwert fest, oberhalb derer die Heizung gar nicht arbeiten soll.

Nachtabsenkung einsetzen

Diese genannten Einstellungen betreffen die Gestalt der Heizkurve. Zusätzlich haben Sie aber noch die Möglichkeit, die Vorlauftemperatur vorübergehend abzusenken. Diese sogenannte Nachtabsenkung ist in der Praxis also nichts anderes als eine zeitweise Parallelverschiebung der Heizkurve nach unten.

Traditionell heißt die Funktion zwar Nachtabsenkung, doch auch eine definierte Absenkung der Vorlauftemperatur tagsüber kann sinnvoll sein und die Effizienz der Wärmebereitstellung deutlich erhöhen. Sind Sie tagsüber regelmäßig außer Haus, bemerken Sie davon noch nicht einmal was, denn wenn Sie nach Hause kommen, ist die Temperatur wieder auf Ihr Wohlfühlmaß angestiegen.

Grundsätze der Vorlauftemperatur

  • Je besser der energetische Stand des Gebäudes ist, desto geringer kann die Vorlauftemperatur gewählt werden.

  • Die Heizung arbeitet umso effizienter, je geringer die Vorlauftemperatur ausfällt. Als Randbedingung gilt jedoch, dass der Raum mit der höchsten Wohlfühltemperatur – meist das Bad – diesen Wert auch erreicht.

Eine Fußbodenheizung puffert Wärme deutlich länger als Heizkörper. Ist der Boden einmal ausgekühlt, braucht die Fußbodenheizung aber deutlich länger, um diesen wieder auf Temperatur zu bringen. Die Einstellungen für die Nachtabsenkung und die Vorlauftemperatur unterscheiden sich daher bei einer Fußbodenheizung deutlich von Heizkreisen mit klassischen Heizkörpern. 

Passen Sie Heizungseinstellungen an Wärmebedarf an

Haben Sie einen sehr regelmäßigen Tagesablauf, erzielen Sie bereits mit einfachen Veränderungen große Effizienzgewinne, ohne sich im Wohnkomfort einzuschränken. Gehören Sie zu diesem Personenkreis, sollten Sie sich mit der Nacht- und Tagabsenkung näher befassen.

In Zeiten längerer Abwesenheit senkt die Heizung nach Ihren Angaben die Vorlauftemperatur ab und verbraucht so weniger Brennstoff. Die Nachtabsenkung lohnt sich vor allem in schlecht gedämmten Immobilien, da hier die Wärmeverluste sehr hoch ausfallen.

Praxistipp: Auskühlen vermeiden

  • Zu weit darf die Temperatur nicht absinken, ein Auskühlen gilt es nämlich unbedingt zu verhindern.

  • Ein übertriebener Spargedanke kann Sie hier sogar teuer zu stehen kommen.

  • Fällt die Temperatur zu weit, verschlingt das Wiederaufheizen mehr Energie als das zeitweilige Drosseln der Heizung einspart.

  • Wir raten: Die Raumtemperatur sollte nie unter 16°C sinken.

  • Unterhalb dieser Mindesttemperatur ist auch die Gefahr einer Schimmelbildung deutlich erhöht.

Einstellung der Heizung als Mieter

Den Heizungsbetrieb an Ihr Wärmebedarfsmuster anpassen, können Sie auch als Mieter in einem Mehrparteienhaus. Auch in diesem Fall geht es erst einmal ohne den Austausch von Komponenten.

Hinterfragen Sie einfach einmal, wie die einzelnen Räume temperiert sein sollen und vermeiden Sie häufiges Drehen am Thermostat. Mehr dazu lesen Sie im Artikel zum Thema „richtig heizen“. Wollen Sie einen Schritt weiter gehen, stellen automatische Thermostate den besten Kompromiss aus Kosten und Leistung dar. Diese Thermostate haben eine Zeitschaltuhr, über die Sie die gewünschte Temperatur pro Wochentag und Tageszeit vorgeben.

Smarthome ermöglicht optimales Einstellen der Heizung

Den Heizungsbetrieb auf die eigenen Bedürfnisse einstellen und damit gleichzeitig Geld sparen und das Wohlbefinden steigern – das muss doch auch komfortabler und flexibler gehen? Gehören Sie zu denen, die sich diese Frage stellen, dann sollten Sie sich etwas genauer mit den Möglichkeiten von Smarthome befassen.

Praxistipp: Heizungsregelung per Smarthome

  • In der Vergangenheit waren smarte Geräte vor allem für die Montage direkt an den Heizkörpern gedacht. Heute kommen nun zunehmend Lösungen auf den Markt, die auch den zentralen Wärmeerzeuger vernetzen.

Automatische und vernetzte Heizkörperthermostate

Smarte Heizkörperthermostate gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Manche Produkte erhalten Sie im Set mit einer zentralen Bedienstation, die Sie an der Wand montieren. Haben Sie die Geräte in Betrieb genommen, können Sie von der Bedienstation aus alle verbundenen Thermostate einstellen. Natürlich bleibt die Möglichkeit zur direkten Einstellung am Heizkörper weiterhin bestehen.

Setzen Sie auf lernende Geräte, müssen Sie selbst gar keine Einstellungen vornehmen. Nach einer Lernphase kennen die Thermostate Ihr Nutzungsprofil und passen sich automatisch daran an.

Die nächste Stufe sind Thermostate, die sich mit dem Internet verbinden lassen. Egal ob über eine App auf Ihrem mobilen Gerät oder eine Web-Plattform – mit so einer Lösung können Sie auch von unterwegs jederzeit die Thermostate einstellen. Solche Produkte sind besonders für diejenigen empfehlenswert, die einen schlecht planbaren Tagesablauf haben. Egal wann Sie nach Hause kommen – wenn Sie dies die Heizungssteuerung rechtzeitig wissen lassen, ist die Wohnung stets perfekt temperiert.

Werfen Sie auch einen Blick auf „Heizkörperthermostat wechseln: Elektronisches Thermostat einsetzen“.

Smarte Heizungssteuerungen

Die smarte Steuerung des Wärmeerzeugers ist aktuell noch sehr eingeschränkt, sodass der Nutzer hier nur wenige Optionen hat. Was in diesem Bereich aber schon gut funktioniert, ist eine Statusabfrage aus der Ferne. Anders als bei einem vernetzten Thermostat können Sie bei einem vernetzten Wärmeerzeuger nämlich direkt auf dessen Betriebszustand zugreifen.

So erhalten Sie Störungsmeldungen in Echtzeit und können die Daten Ihrem Kundendienst zur Verfügung stellen. Der Heizungsbauer kann eine Ferndiagnose vornehmen, kleine Fehler direkt beheben und größere Reparaturen optimal planen. Auch ältere Wärmeerzeuger lassen sich durch Nachrüstlösungen mit zumeist eingeschränktem Funktionsumfang in Ihr Smarthome integrieren.

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Was noch zu einem optimalen Heizungsbetrieb gehört

Haben Sie oder der Heizungsbauer Ihres Vertrauens die programmierbaren Heizkörperthermostate installiert und auf Ihre Bedürfnisse eingestellt, können Sie sich über erhöhten Komfort freuen. Wenn Sie aber Energie einsparen möchten, können programmierbare Heizkörperthermostate zwar einen Beitrag leisten, weitaus effektivere Methoden sind aber die Anpassung der Vorlauftemperatur und der Heizkurve.

So läuft Ihre Heizung optimal

Damit Ihre Freude anhält, sollten Sie zusätzlich die Punkte von unserer Liste beachten. Sie sind für einen dauerhaft zuverlässigen und effizienten Heizungsbetrieb unerlässlich.

Mehr Details über die Funktionsweise eines Heizkörperthermostats erfahren Sie in unserem Beitrag zum Thema Thermostat wechseln. Hier nur das Wichtigste: Bei in die Jahre gekommenen Thermostaten funktioniert der Automatismus für das Halten der Raumtemperatur oft nur noch eingeschränkt. Sind Sie sich nicht sicher, in welchem Zustand sich Ihre Thermostate befinden, können Sie sich an einer Lebensdauer von 15 Jahren orientieren.

Daneben gibt es mehrere Systemparameter, die Sie im Blick behalten sollten. Unerwünschte Luft aus dem Heizkreislauf abzulassen, trägt ebenfalls zu einer besseren Verteilung der Wärme bei wie ein hydraulischer Abgleich und eine ausreichende Menge an Heizungswasser.

Während Sie die Heizkörper zu Beginn jeder Heizsaison problemlos selbst entlüften können, sollten Sie alles Weitere besser einem Heizungsbauer überlassen. Überhaupt lohnt es sich, den Kontakt zu Ihrem lokalen Fachmann zu halten: Ein guter Wartungszustand ist der beste Garant für effizientes Heizen.

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Auf einen Blick: In diesen Schritten die Heizung optimal einstellen

Damit Sie gleich loslegen können, haben wir Ihnen hier noch einmal die wichtigsten Schritte zum optimalen Einstellen Ihrer Heizung zusammengefasst:

Checkliste Heizung einstellen

  • Individuelle Heizungssteuerung planen

  • Bestes Mittel für die Umsetzung identifizieren

  • Einstellungen vornehmen

  • Einstellungen testen und bei Bedarf anpassen

Sie sehen, auch an einfachen Heizkörperthermostaten und mit einem betagten Wärmeerzeuger können Sie Einstellungen vornehmen, die Ihnen eine deutliche Energieeinsparung bescheren. Auch wenn Sie automatische oder vernetzte Thermostate einsetzen, kommt es immer noch darauf an, die Einstellungen von Zeit zu Zeit mit Ihren Gewohnheiten abzugleichen und bei Bedarf anzupassen.

Statten Sie Ihren Neubau mit einer Heizung aus, oder ersetzen Sie eine veraltete Heizungsanlage, können Sie Smarthome Lösungen nutzen, die Ihnen eine Vielzahl der Einstellungen abnimmt. In ein solches System können Sie Ihr gesamtes Energiemanagement integrieren, darunter auch Photovoltaikanlagen ebenso wie Anlagen zur Belüftung und Kühlung.

Andreas Wurm

Über den Autor

Andreas Wurm absolvierte seinen Bachelor of Science in Maschinenbau an der RWTH Aachen University und schloss einen Master in Energietechnik (Spezialisierung Erneuerbare Energien) an derselben Universität an. Nach seinem Studium war er von 2014 bis 2016 Projektingenieur in der Branche Heizungs- und Klimatechnik.

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