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Ölofen reinigen: So bleibt das Gerät in gutem Zustand

Beim Heizen soll die Energie aus dem Brennstoff möglichst verlustfrei in Wärme umgewandelt werden. Gerade bei einem Ölofen lässt sich das gar nicht so leicht erreichen, denn hier kommt es besonders auf die korrekte Bedienung und einen guten Wartungszustand an. Eine gute Pflege schützt zudem Ofen, Schornstein und Bewohner, Unfälle werden vermieden. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie mit einem Ölofen sicher heizen.

Ölofen reinigen: Öl mit Luftblasen

Inhaltsverzeichnis

  1. So funktioniert ein Ölofen
  2. Den Ölofen sollte ein Fachmann reinigen
  3. Diese Schritte gehören zum Reinigen eines Ölofens
  4. Tipps für den täglichen Gebrauch
  5. Alternativen zum Ölofen

Der Ölofen ist in seiner Funktionsweise der Pelletheizung ähnlich und erfreut sich vor allem als Zusatzheizung großer Beliebtheit. Direkt im Wohnraum aufgestellt, erzeugt der Ölbrenner ganz ohne elektrische Hilfsenergie durch die Verbrennung von Heizöl eine wohlige Wärme. Die Wärme wird per Konvektion direkt an die Raumluft abgegeben. Alternativ kann der Ölofen aber auch als Zentralheizung genutzt werden.

So funktioniert ein Ölofen

In vielen älteren Wohnhäusern findet sich noch ein Relikt aus alter Zeit: Der Ölofen. Mit dem Kessel einer zentralen modernen Ölheizung hat er bis auf den Brennstoff nur wenige Gemeinsamkeiten. So gehört der Ölofen zu den Einzelfeuerstätten, er ist also nicht an ein System zur Verteilung der Wärme an mehrere Räume angeschlossen. Das Gerät gibt die Wärmeenergie stattdessen direkt an seinem Aufstellort an die Luft ab.

Anders als ein Heizkessel verfügen die meisten Ölöfen auch nicht über ein Fördersystem, um Brennstoff aus einer zentralen Lagerstätte zu beziehen. Als Ersatz befindet sich ein kleiner Brennstofftank direkt am Ofen, den Sie im Rhythmus weniger Tage manuell auffüllen. Das heißt: Immer wieder erinnert dann der Geruch im Wohnraum unweigerlich an einen Maschinenraum – und auch Ölflecken bleiben nicht aus.

Läuft der Ofen einmal, dann verdampft er das Heizöl, um es optimal verbrennen zu können. Die dabei entstehenden Verbrennungsabgase gelangen über den Schornstein aus dem Gebäude. Doch auch das Anzünden will geübt sein: Zum einen braucht es die richtige Luftzufuhr, zum anderen ein gutes Timing. Denn zündet der Ofen nicht rechtzeitig, dann füllt sich die Brennkammer mit Öl. Zu den unangenehmen Folgen zählen auch in diesem Fall Ölgeruch und Verschmutzung.

Moderne Ölöfen

  • Selbstverständlich gibt es moderne Ölöfen, die sich durch eine komfortablere Bedienung auszeichnen.

  • Zu den Verbesserungen gehören der Anschluss an den Öltank im Keller und komfortablere Einstelloptionen sowie Zündmechanismen.

  • Dank Sichtscheiben und modernen Designs müssen Ölöfen längst nicht mehr wie ein Erbstück aussehen.

  • Dennoch bleibt eins allen Geräten gemein: Die Reinigung von Ölofen und Schornstein sollten Sie Profis überlassen, nur diese können einen sicheren Betrieb gewährleisten.

Haben Sie statt einem lokalen Ölofen eine Ölheizung, lesen Sie hier mehr zur Reinigung der Ölheizung.

Den Ölofen sollte ein Fachmann reinigen

Ist die Verbrennung im Ölofen gestört, führt dies sehr schnell dazu, dass sich Ruß im Ofen und im Schornstein sammelt. Schuld daran sind unter anderem

  • eine unzureichende Zufuhr von Verbrennungsluft,
  • mangelhafte Brennstoffqualität,
  • ein schlecht ziehender Schornstein
  • oder manchmal auch einfach die Wetterverhältnisse.

Das ändert aber nichts an den Folgen der Verrußung, bei der sich unverbrannte Bestandteile des Brennstoffes in Ofen und Schornstein sammeln. Das Problem dabei ist, dass diese Ablagerungen nicht nur den Zug des Schornsteins verschlechtern, sondern auch sehr leicht entflammbar sind. In der Folge kann es zu einem Rußbrand im Schornstein kommen, bei dem auch die Feuerwehr oft keine andere Wahl hat, als den Schornstein kontrolliert ausbrennen zu lassen.

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Im Ölofen selbst steigert der Ruß die Gefahr einer Verpuffung. Ist die Verbrennung gestört, sammeln sich leicht entzündliche Gase im Ofen, die durch plötzliche Luftzufuhr oder einen Funken in Brand geraten können. Glühende Verbrennungsrückstände in der Brennkammer können diese explosionsartige Reaktion starten. Druck und Flammen haben nicht nur das Potenzial, den Ölofen und das Ofenrohr zu beschädigen, sondern auch dem Menschen gefährlich zu werden. Kommt es zu solch einer Verpuffung, ist ein Feuerwehreinsatz kaum zu vermeiden.

Wer kümmert sich?

  • Beim Entfernen der unerwünschten Ablagerungen gilt eine Arbeitsteilung.

  • Das Kehren des Schornsteins in festgelegten Intervallen obliegt dem Schornsteinfeger.

  • Die Feuerstätte selbst und den Abgang zum Schornstein über das Ofenrohr reinigt Ihr Heizungsbauer am besten zum Ende jeder Heizperiode.

Mehr zu den Aufgaben des Schornsteinfegers und was es genau mit der regelmäßigen Feuerstättenschau auf sich hat, lesen Sie in unserem Beitrag.

Diese Schritte gehören zum Reinigen eines Ölofens

Nicht nur der Betrieb eines schlecht gereinigten Ölofens birgt Gefahren, auch beim Reinigen gibt es einiges zu beachten. Der Heizungsbauer kann den Ölofen nicht nur sicher und nach Herstellervorgaben reinigen, sondern er überprüft dabei auch die korrekte Einstellung des Gerätes und tauscht Verschleißteile aus. Sie profitieren davon durch den sicheren Betrieb Ihres Ölofens und müssen sich um die effiziente Nutzung des Brennstoffs und plötzliche Defekte wenig Sorgen machen.

Die Jahresreinigung: Damit Sie die Arbeit der Heizungsbauer bei sich zu Hause nachvollziehen können, haben wir die Schritte zur Reinigung des Ölofens zusammengefasst.

  1. Feuerlöscher oder Löschdecke bereitlegen

  2. Sonstige Sicherheitsvorkehrungen nach Herstellervorgaben treffen, zumindest aber Ölzufuhr absperren und Ofen auskühlen lassen

  3. Bereich um den Ölofen abdecken, um Verschmutzungen zu vermeiden

  4. Rauchrohr und Abgasstutzen reinigen

  5. Brennertopf und Brennringe reinigen

  6. Brennerdüsen reinigen, insbesondere Bohrungen freimachen

  7. Auffangwanne reinigen

  8. Ölfilter reinigen und, falls vorhanden, Ölfördereinrichtung prüfen

  9. Ölofen einstellen

  10. Anfallenden Ruß entsorgen

Jeder Ölofen ist etwas anders und dementsprechend können Reihenfolge und Umfang der Arbeiten variieren.

Kosten der Ölofen-Reinigung

  • Solch eine gewissenhafte Reinigung und Wartung des Ölofens nimmt eine entsprechende Arbeitszeit in Anspruch.

  • Abhängig von Modell und Zustand Ihres Ölofens sollten Sie mit Kosten um 100 Euro rechnen.

Tipps für den täglichen Gebrauch

Damit Ihr Ölofen erst gar nicht verrußt und dem Heizungsbauer beim Reinigen keinen großen Aufwand verursacht, sollten Sie bereits beim Betrieb einige Dinge beachten. Diese Regeln stellen außerdem sicher, dass aus einem Bedienungsfehler kein Notfall wird.

  • Einen korrekt arbeitenden Ölofen erkennen Sie an einer blau gefärbten und runden Flamme. Weicht das Flammenbild in Form und Farbe deutlich ab, sollten Sie den Heizungsbauer informieren.
  • Ist der Ofen beim misslungenen Anzündvorgang mit Öl vollgelaufen, sollten Sie dieses gründlich aus der Brennkammer entfernen. Achten Sie darauf, den Ofen vor der nächsten Benutzung trocknen und auslüften zu lassen, damit es nicht zu einer Verpuffung kommt.
  • Ähnliches gilt, wenn die Flammen während des Betriebes abreißen, beispielsweise weil der Kamin nicht richtig zieht.
  • Lassen Sie beim Umgang mit Heizöl besondere Vorsicht walten, denn als Gefahrstoff kann es Ihre Gesundheit schädigen. Daher bestehen auch besondere Vorschriften für die Entsorgung von Heizöl und damit getränktem Putzmaterial.

Alternativen zum Ölofen

Beachten Sie die Anweisungen des Herstellers zum korrekten Betrieb Ihres Ölofens und lassen Sie ihn regelmäßig fachmännisch reinigen, dann gestaltet sich der Betrieb recht problemlos. Kompetente lokale Partner für die Heizungswartung finden Sie über unsere Heizungsbauer-Suche.

Die Nachteile eines solchen Heizgeräts hinsichtlich Geruch und Brennstoffversorgung bleiben aber bestehen. Daneben ist der Einsatz von Ölöfen aus ökologischer Sicht stark zu hinterfragen. Durch den bestehenden Anschluss an den Schornstein können Sie einen Ölofen mit relativ wenig Aufwand durch einen Holzofen als Zusatzheizung ersetzen und für die zentrale Wärmeversorgung auf ein modernes Öl- oder Gasbrennwertgerät umsteigen.

Andreas Wurm

Über den Autor

Andreas Wurm absolvierte seinen Bachelor of Science in Maschinenbau an der RWTH Aachen University und schloss einen Master in Energietechnik (Spezialisierung Erneuerbare Energien) an derselben Universität an. Nach seinem Studium war er von 2014 bis 2016 Projektingenieur in der Branche Heizungs- und Klimatechnik.

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