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Fußbodenheizung und Holzboden – eine gute Kombination?

Ein Holzboden ist fußwarm und sorgt dadurch vor allem in den kalten Monaten für ein angenehmes Gefühl unter den Füßen. Wenn sich der Holzboden über einer Fußbodenheizung befindet, kann dies den Wohnkomfort weiter steigern. ­Dabei gilt es allerdings einige Stolperfallen zu überwinden. Dieser Artikel zeigt Ihnen, was Sie bei der Planung des Innenausbaus beachten sollten.

Inhaltsverzeichnis

  1. So verhält sich ein Holzboden im Innenraum
  2. Nicht jeder Holzboden eignet sich für eine Fußbodenheizung
  3. So verlegen Sie den Holzboden über der Fußbodenheizung am besten
  4. Fußbodenheizung und Holzboden: Mit dem richtigen Umgang eine gute Kombination

So verhält sich ein Holzboden im Innenraum

Holz bietet eine hohe optische und haptische Qualität, die jedem Wohnraum auf Wunsch eine rustikale oder betont moderne Erscheinung verleihen kann. Es ist ein natürlicher Werkstoff, der Feuchtigkeit absorbieren kann. Als Feuchteregulator hat das Material einen besonders hohen Stellenwert im Innenausbau.

Besonders Holz, dessen Oberfläche nicht durch Lack versiegelt ist, reagiert auf Schwankungen in der Luftfeuchtigkeit des Innenraumes und gibt entweder Feuchtigkeit ab oder nimmt zusätzliche Feuchtigkeit auf. So gleicht das Naturmaterial mit seinem Feuchtigkeitsgehalt saisonale oder nutzungsbedingte Schwankungen des Raumklimas aus.

Nicht jede Holzart reagiert aber gleich schnell auf Veränderungen der relativen Luftfeuchtigkeit. Für alle Hölzer gilt jedoch: Das Material quillt und schwindet, wenn es Feuchtigkeit aufnimmt beziehungsweise abgibt. Es verändert also seine Quer- und Längsausdehnung. Befindet sich der Holzboden auch noch über einer Fußbodenheizung, die ihn erwärmt, dann führt das zu noch ausgeprägterem Quellen und Schwinden – das Holz arbeitet.

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Zugleich muss das Material eine weitere Funktion wahrnehmen. Das Holz ist nun nämlich dafür zuständig, die von den Heizungsrohren der Fußbodenheizung ausgehende Wärme durchzulassen, sodass diese in den Raum strahlen kann.

Wird Holz sonst wegen seiner guten Dämmeigenschaften geschätzt, ist diese Eigenschaft hier eher kontraproduktiv. Sie sorgt dafür, dass die Wärme verzögert im Raum ankommt, wodurch sich Auf- und Abheizphasen der Fußbodenheizung zeitlich verschieben. Zudem wird ein größerer Energieaufwand notwendig, bis der Fußboden die gewünschte Temperatur erreicht.

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Generell sind Holzböden vielen anderen Fußbodenbelägen wie Keramikfliesen, Naturstein oder Kunststoffen in Sachen Wärmeleitfähigkeit unterlegen. Doch die Kombination aus Fußbodenheizung mit ihrer Strahlungswärme sowie dem fußwarmen Holzdielenboden erhöht die gefühlte Wohnraumtemperatur. So kann sich die Wohlfühltemperatur bereits bei einer niedrigeren tatsächlichen Temperatur einstellen – und das spart Brennstoff.

Nicht jeder Holzboden eignet sich für eine Fußbodenheizung

Verschiedene Holzarten und technische Varianten sorgen dafür, dass manch ein Holzboden besser mit der Fußbodenheizung harmoniert als andere. Dabei lassen sich anhand ihres Aufbaus die folgenden Holzböden unterscheiden.

Verschiedene Arten von Holzfußböden

  • Massivholzdiele

  • Mehrschichtparkett

  • Kunststofflaminat mit Holzanteil

Stärke und Wärmedurchlasswiderstand

Die Materialien unterscheiden sich nicht nur durch verschiedene Wärmeleitfähigkeiten, sie werden meist auch in unterschiedlichen Stärken verarbeitet. Dicke Massivholzdielen mit Stärken von um die 22 Millimeter können der Wärme nahezu den doppelten Widerstand entgegensetzen wie ein handelsübliches Laminat mit 9 Millimetern Stärke.

Bevor Sie sich für einen Holzdielenboden zur Verlegung über der Fußbodenheizung entscheiden, sollten Sie sich also beim Hersteller nach der Wärmeleitfähigkeit des Produktes erkundigen.

Fußbodenheizung Holzboden: Grafik Holzboden
Sie wollen eine Fußbodenheizung für Ihren Holzboden? Dann sollten Sie die Wärmeleitfähigkeit des Fußbodenaufbaus genau kennen.

Doch damit ist es nicht getan: Denn entscheidend dafür, wie effizient die Fußbodenheizung arbeiten kann, ist die Wärmeleitfähigkeit des gesamten Fußbodenaufbaus. Die Fußbodenheizung sollte maximal 25% der Wärmeenergie nach unten abgeben. Das Ziel ist also, die Materialauswahl ober- und unterhalb der Heizrohre entsprechend anzupassen.

Die Tabelle gibt einen Überblick über die charakteristischen Wärmeleitfähigkeiten verschiedener Bodenbeläge, hier angegeben als Wärmedurchlasswiderstand. Je geringer der Wert, desto besser eignet sich der Bodenbelag, um die Wärme der Fußbodenheizung weiterzugeben. Ein Holzboden, den Sie über Ihrer Fußbodenheizung einsetzen möchten, sollte einen Wärmedurchlasswiderstand von unter 0,15 m² K/W haben.

Bodenbelag
Stärke
Wärmedurchlasswiderstand
PVC-Kunststoff
2 mm
0,01 m² K/W
Keramikfliesen
13 mm
0,01 m² K/W
Naturstein
20 mm
0,02 m² K/W
Laminat
9 mm
0,04 m² K/W
Teppich
8 mm
0,10 m² K/W
Parkett (Stabparkett)
22 mm
0,11 m² K/W
Kork
11 mm
0,129 m² K/W

 

Holzboden und Fußbodenheizung: Die Optik

Was die optische Qualität des Holzbodens in Kombination mit einer Fußbodenheizung angeht, sollten Sie vor allem zu einem Material greifen, das ein geringes Quell- und Schwindverhalten hat. Dehnt sich das Holz nämlich stark aus, so kann es sich an manchen Punkten abheben, zieht es sich dagegen stark zusammen, so können unansehnliche Fugen entstehen.

Von den heimischen Holzarten bieten sich vor allem Eiche und Nussbaum an. Auch Dreischichtparkett eignet sich besonders, da sich die Holzschichten durch ihren unterschiedlichen Faserverlauf gegenseitig sperren. Hier kann selbst eine Holzart mit geringer Dimensionsstabilität – also geringer Maßhaltigkeit bei wechselnden Umgebungsbedingungen – die Nutzschicht bilden. Darüber hinaus können Sie eine gute Optik Ihres Holzbodens durch geeignete Verlegung und sorgfältige Ausführung sicherstellen.

  • Die Maßhaltigkeit sagt aus, wie stark sich das Holz, zum Beispiel durch Temperatur und Feuchte, dehnt oder schrumpft und dadurch seine Maße verändert.

So verlegen Sie den Holzboden über der Fußbodenheizung am besten

Grundsätzlich sollten Sie Holzböden, die sich über einer Fußbodenheizung befinden, nicht schwimmend verlegen, sondern fest mit dem Untergrund verkleben. Durch die Verklebung stellen Sie sicher, dass sich keine isolierenden Luftpolster zwischen Bodenbelag und Unterkonstruktion befinden. Einige Hersteller lassen aber in Verbindung mit einer entsprechenden Dämmunterlage auch eine schwimmende Verlegung zu.

Auf jeden Fall sollten Sie beim Verlegen des Holzbodens auf eine ausreichende Dehnfuge zu allen Seiten hin achten, damit der Fußboden quellen kann, ohne dass sich einzelne Elemente abheben. Als Richtwert für die Dehnfuge gilt ein umlaufender Rand von zehn Millimetern, der unsichtbar unter einer Fußleiste verschwindet.

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Für den umgekehrten Fall, also wenn das Holz schwindet, sorgen Sie am besten vor, indem Sie einen Holzboden mit kleineren Stäben wählen. Zum Beispiel Tafel- oder Mosaikparkett in Gegensatz zu Schiffsboden. Die Fugen, die unweigerlich entstehen, wenn das Holz Feuchtigkeit abgibt, verteilen sich so besser und treten weniger deutlich hervor.

Unbehandelte Dielen sind nach dem Verlegen abzuschleifen und dann mit einer Oberflächenversiegelung zu versehen. Hier sollten Sie Wachs oder Öl den Vorzug vor Lack geben, denn dieser ist nach dem Aushärten besonders starr und beeinträchtigt das Erscheinungsbild, wenn der Fußboden arbeitet.

Fußbodenheizung und Holzboden: Mit dem richtigen Umgang eine gute Kombination

Muss die Fußbodenheizung vor dem Verlegen vollständig heruntergekühlt sein, so sollten Sie deren Temperatur danach nur allmählich steigern. Erst nach diesem Prozess können Sie die Vorzüge der Kombination von Holzboden und Fußbodenheizung voll genießen. Damit das lange so bleibt, sollten Sie auch während des Betriebes einige Dinge beachten.

Mit einem optimalen Raumklima schützen Sie den Boden vor zu starkem Quellen und Schwinden. Halten Sie die Raumtemperatur um die 20 bis 22°C und die relative Luftfeuchtigkeit konstant zwischen 40 und 60%, so bleiben dem Holzboden allzu große Volumenänderungen und mögliche Folgeschäden erspart.

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Bevorzugen Sie dagegen ein trockenes Klima, könnte der Bodenbelag allmählich rissig werden. Damit der Boden nicht zu sehr austrocknet, sollte seine Oberflächentemperatur nicht über 28°C steigen. Das Befolgen dieser Tipps lohnt sich, denn sie machen Holzboden und Fußbodenheizung zu einer konkurrenzlos komfortablen Kombination.

Andreas Wurm,
M.Sc.

Über den Autor

Andreas Wurm absolvierte seinen Bachelor of Science in Maschinenbau an der RWTH Aachen University und schloss einen Master in Energietechnik (Spezialisierung Erneuerbare Energien) an derselben Universität an. Nach seinem Studium war er von 2014 bis 2016 Projektingenieur in der Branche Heizungs- und Klimatechnik.

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