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Die Auswirkungen des Klimapakets auf die Ölheizung: Bedeutet das ein Ölheizungs-Verbot?

Wie steht es um die Zukunft der Ölheizung? Das fragen sich viele nach den Ende 2019 beschlossenen Punkten für das Klimaprogramm. Lesen Sie hier, ob nun Ölheizungen verboten werden und was das Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung für Ihre geplante Heizungsmodernisierung bedeutet. Wir klären zudem, ob es sich auch auf Ihre bestehende Ölheizung auswirkt und wie es um die staatliche Förderung steht.

Inhaltsverzeichnis

  1. Die Hintergründe: Heizung & Klimaschutz
  2. Was das Klimapaket für die Ölheizung bedeutet
  3. Was heißt das für Ihre Heizungsmodernisierung?
  4. Gilt ab 2026 ein Ölheizungs-Verbot?
  5. Dürfen Sie bestehende Ölheizungen weiterhin nutzen?
  6. Klimapaket & Ölheizung: Nutzen Sie Förderangebote für Ihren Heizungstausch
Klimapaket Ölheizung: Bundestag

Die Hintergründe: Heizung & Klimaschutz

In Europa soll der Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 um mindestens 40% gegenüber 1990 reduziert werden1. Rund 35% des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland gehen auf das Konto der Beheizung und Warmwasserbereitung für Gebäude. Das verursacht rund 30% des CO2-Ausstoßes in Deutschland2.

Die Grafik zeigt, dass ganze 84% des persönlichen Energieverbrauchs im Haushalt für Raumwärme und Warmwasser aufgewendet werden. Eine effiziente Heizung hat daher eine erhebliche Wirkung, wenn es darum geht, umweltschädliche Emissionen – aber auch Ihre persönlichen Energiekosten – zu reduzieren.

Bedeutung des Klimapaket des Klimakabinetts für die Ölheizung: Energieverbrauch von Privathaushalten nach Anwendungsbereichen in Deutschland Grafik
Raumwärme und Warmwasser machen zusammen bei weitem den größten Anteil des Energieverbrauchs privater Haushalte aus.

Was das Klimapaket für die Ölheizung bedeutet

Die Beschlüsse des Klimakabinetts wurden im September 2019 vorgestellt. Im Oktober wurde der Entwurf des Klimaschutzgesetzes offiziell verabschiedet, womit Deutschlands Klimaziele nun erstmals gesetzlich verbindlich festgehalten sind.

Der Beschluss beinhaltet konkrete Treibhausgas-Einsparziele für verschiedene Bereiche wie Verkehr, Wohnen sowie den Energiesektor. Ein wichtiger Aspekt, der betroffen ist: die Heizung in deutschen Haushalten. Das umfasst sowohl die Beheizung Ihrer Räume wie auch die Bereitung von Warmwasser fürs Duschen zum Beispiel.

Da der Brennstoff Öl als besonders wenig umweltfreundlich gilt, steht die Ölheizung beim Klimapaket unter anderem im Fokus. Die konkreten Maßnahmen sollten für die meisten Eigenheimbesitzer, Bauherren und Co. jedoch keine Probleme darstellen. In Folgendem erklären wir, ob sich das Klimapaket auf Ihre geplante Heizungsmodernisierung auswirkt, ob Sie eine bestehende Ölheizung womöglich sogar ausbauen müssen und was sich in Sachen Heizungsförderung aufgrund des Klimaschutzprogramms geändert hat.

Was heißt das für Ihre Heizungsmodernisierung?

Bis Ende 2025 dürfen Hauseigentümer wie bisher ein neues Ölgerät einbauen. Planen Sie also in näherer Zukunft eine Heizungsmodernisierung, steht dieser nichts im Wege. Auch wenn es umweltfreundlichere Heizsysteme als solche mit Öl gibt, ist der Einbau eines effizienten Brennwertgeräts ein großer Schritt nach vorne. Ihre Heizung auf den neuesten Stand der Technik zu bringen, ist zudem nicht nur gut für die Umwelt – sondern spart ein erhebliches Maß an Heizkosten ein.

Heizungsbauer finden

Finden Sie hier einen Heizungsbauer, der Ihre veraltete Ölheizung gegen ein neues, effizientes Öl-Brennwertgerät tauscht.

Prinzipiell haben Sie auch die Möglichkeit, von einer Öl- auf eine Gasheizung umzusteigen. Vor allem bei älteren Öltanks, die aufwändig und teuer saniert werden müssten, kann sich das lohnen, empfiehlt Heizungsbau-Meister Kevin Unterberg im Interview mit „Dein Heizungsbauer“.

Auch die Umrüstung vom Heizen mit Öl auf eine Wärmepumpe ist denkbar. In älteren Gebäuden können dabei jedoch größere Umbauten nötig werden. Denn Wärmepumpen arbeiten am effizientesten, wenn Ihr Haus gut gedämmt und die Heizflächen nicht zu klein sind.

Nur die besonders umweltfreundlichen dieser Maßnahmen werden jedoch mittlerweile vom Staat gefördert – und das sehr gut. Auch wenn Ölheizungen nicht verboten wurden durch das Klimapaket, wird deren Einbau uninteressanter. Denn schon jetzt gibt es keinerlei Förderung mehr für Ölheizungen. Da denkt man vielleicht zweimal darüber nach, nicht doch zum Beispiel auf eine Wärmepumpe umzusteigen.

Auch Gasheizungen werden nur noch gefördert, wenn Sie sie als Teil einer Hybridheizung nutzen oder „renewable ready“ gestalten. Letzteres bedeutet, dass Sie erneuerbare Energien innerhalb von zwei Jahren nach Installation der Gasheizung nachrüsten. Details zu den neuen Förderbedingungen lesen Sie weiter unten. Ein Heizungsbauer kann Sie am besten umfassend dazu beraten, welche neue Heizung die richtige für Ihr Haus ist.

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Gilt ab 2026 ein Ölheizungs-Verbot?

Nein, als Ölheizungs-Verbot können die Maßnahmen nicht gesehen werden. Ab 2026 dürfen Sie Ölheizungen jedoch nur noch im Rahmen von Hybridlösungen einbauen. Dann können Sie die neue Öl-Brennwerttherme also gegebenenfalls mit einer Solarthermieanlage oder Wärmepumpe kombinieren. Dabei werden die regenerativen Wärmerzeuger entsprechend gefördert.

Eine Kombination verschiedener Wärmeerzeuger (Hybridheizung) ist so oder so eine Überlegung wert. Denn die beiden Systeme ergänzen sich auf diese Weise ideal, sodass Sie die höchste Effizienz aus Ihrem Heizsystem herausholen.

Kombinieren Sie zum Beispiel die klassische Öl-Brennwerttherme mit Solarthermie, muss die Ölheizung im Sommer in der Regel gar nicht erst anspringen.

Die Solaranlage deckt eigenständig Ihren Warmwasserbedarf. Im Winter unterstützt die Solarthermieanlage, je nach Auslegung, gegebenenfalls zusätzlich bei der Beheizung Ihrer Wohnräume.

Hybridheizungen wie diese senken zum einen die Heizkosten, zum anderen werden auch weniger Schadstoffe ausgestoßen, was der Umwelt zu Gute kommt. Idealerweise stammen alle Komponenten vom selben Hersteller, damit Sie die Wärmeerzeugung ideal steuern und aufeinander abstimmen können.

Dürfen Sie bestehende Ölheizungen weiterhin nutzen?

Da das Klimapaket kein Verbot von Ölheizungen vorsieht, lautet die Antwort: Ja, auf jeden Fall. Besitzen Sie aktuell eine Ölheizung oder bauen bis Ende 2025 ein neues Öl-Brennwertgerät ein, gibt es keine Einschränkungen. Bestehende Ölheizungen können Sie aktuell und auch nach 2026 weiterhin betreiben. Da der Austausch der Ölheizung aktuell jedoch extrem gut gefördert wird, und meist auch langfristig Heizkosten spart, lohnt es sich, dennoch darüber nachzudenken.

Klimapaket & Ölheizung: Nutzen Sie Förderangebote für Ihren Heizungstausch

Auch wenn das Klimapaket Ölheizungen nicht untersagt, wirkt es sich zumindest auf deren finanzielle Attraktivität aus. Sie erhalten nämlich keine finanziellen Zuschüsse für ein neues Ölgerät. Stattdessen fördert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) den Einbau umweltfreundlicher Heizsysteme inklusive erneuerbarer Energien. Vor allem bei einem Ölkessel-Tausch in Bestandsbauten erhalten Sie besonders hohe Fördersummen. Bauen Sie zum Beispiel Ihre alte Ölheizung aus und…

  • ersetzen sie durch eine Wärmepumpe, erhalten Sie 45% Förderung auf Ihre Investition,
  • bei Gas-Hybrid sind es 40%,
  • Gas-Hybrid als renewable ready gibt 20%
  • und Solarthermie 30%.

Auch wenn Ölheizungen also nicht verboten sind, lohnt es sich finanziell, über Alternativen nachzudenken.

Als förderfähige Kosten gelten übrigens nicht nur die Kosten für den Wärmeerzeuger (also das Wärmepumpengerät, die Gas-Brennwerttherme, die Solarkollektoren etc.). Auch andere Komponenten des Heizsystems wie ein Speicher und die Verrohrung werden gefördert. Sogar nötige „Umfeldmaßnahmen“ wie eine bessere Gebäudedämmung oder Fußbodenheizung können Sie mit angeben. Das macht die energetische Sanierung von Altbauten deutlich attraktiver – was wiederum mehr Optionen für ein effizientes Heizsystem bietet.

Wenn Sie nun überlegen, wegen dem Klimapaket Ihre Ölheizung gegen umweltfreundlichere Technologien auszutauschen: Denken Sie unbedingt daran, dass Sie die Förderung beantragen, bevor die Arbeiten beginnen. Mit einem Förderservice sparen Sie Zeit und Aufwand. Zudem gehen Sie sicher, dass Sie alle Möglichkeiten der staatlichen Förderung voll ausnutzen.

In unserem Online-Fördertool finden Sie heraus, welche Fördermittel für Sie in Frage kommen. Geben Sie ein paar Daten zu Ihrer Situation ein und erhalten Sie eine umfassende Liste inklusive weiterführenden Infos zu jedem der Programme.

 

1 bundesregierung.de: Eckpunkte für das Klimaschutzprogramm 2030

2 Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: Bringen Sie Ihr Haus in Bestform

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