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CO2 reduzieren: Klimaschutz im Alltag

Der CO2-Fußabdruck der Deutschen ist sechsmal so hoch wie erlaubt, wenn die Weltgemeinschaft ihre in den Pariser Verträgen festgelegten Klimaziele einhalten will. Dabei kann jeder Einzelne heute schon etwas tun, um CO2 zu reduzieren und damit einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. In diesem Artikel finden Sie dafür eine Reihe von Tipps.

Inhaltsverzeichnis

  1. Deutschland kann noch mehr CO2 reduzieren
  2. CO2 beim Heizen reduzieren
  3. Beim Strom auf effiziente Geräte achten
  4. Auch durch die Ernährung lässt sich sparen
  5. Beim Konsum geht das CO2-Reduzieren weiter
CO2 Umwelt Paar Fahrrad Natur

Deutschland kann noch mehr CO2 reduzieren

Jeder Bundesbürger verursacht im Schnitt einen CO2-Fußabdruck von circa 11,6 Tonnen im Jahr. Laut Umweltbundesamt entfallen davon 2,4 Tonnen auf die Heizung und den Stromverbrauch. Weitere rund 2,2 Tonnen gehen auf das Konto der Mobilität. Darunter befinden sich nicht nur die CO2-Emissionen der Autofahrten. Auch die Bus- oder Zugfahrt ist nicht CO2-neutral und besonders das Flugzeug stößt reichlich Emissionen aus.

Mit 1,7 Tonnen macht die Ernährung ebenfalls einen großen Anteil am CO2-Fußabdruck jedes Einzelnen aus. Doch der größte Batzen entfällt mit knapp 4,6 Tonnen auf den privaten Konsum. Der Rest von 0,7 Tonnen sind Emissionen für die Infrastruktur in Deutschland, die der Einzelne nicht beeinflussen kann.

Im weltweiten Vergleich reiht sich Deutschland damit unter den 25 größten Klimasündern ein – auch wenn es Nationen wie die USA gibt, die mit rund 15 Tonnen pro Kopf deutlich mehr Kohlenstoffdioxid ausstoßen. Indien kommt dagegen mit 1,5 Tonnen pro Kopf aus.

Dass aber auch ein hochentwickeltes Land deutlich Kohlenstoffdioxid einsparen kann, zeigt das Beispiel der Schweizer: Deren CO2-Fußabdruck ist mit 4,5 Tonnen pro Kopf im Vergleich zu Deutschland wesentlich geringer. Doch auch die Schweizer sind von den 2 Tonnen pro Kopf, die laut Weltklimarat jedem Menschen zur Verfügung stehen, noch ein gutes Stück entfernt.

CO2 beim Heizen reduzieren

Richtig heizen

Die Heizung und die Raumwärme sind im Haushalt die größten CO2-Verursacher. Darum spielt das richtige Heizverhalten eine große Rolle, um CO2 zu reduzieren. Wichtig für eine Reduktion ist zum Beispiel, die Räume nicht unnötig aufzuheizen. Wenn Sie die Raumtemperatur in einem durchschnittlich gedämmten Haus nur um 1°C erhöhen, steigt der CO2-Ausstoß um 360 Kilogramm im Jahr.

Die Lüftungsverluste eines solchen Hauses belaufen sich auf 10 bis 20%. Durch richtiges Lüften im Sommer und im Winter lassen sich 60 Kilogramm CO2 und mehr im Jahr einsparen.

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Am meisten spart aber der Einbau einer weitgehend klimafreundlichen, CO2-neutralen Heizung wie einer Wärmepumpe oder einer Solarheizung ein. Ein erster wichtiger Schritt kann in Bestandsbauten auch der Wechsel von einer Heizwert- auf eine Brennwertheizung sein.

Neue Fenster einbauen

Der Austausch alter Isolierglasfenster gegen moderne, dreifachverglaste Fenster bringt viel. Durchschnittlich hat eine Wohnung in Deutschland 25 Quadratmeter Fensterfläche. Hier sparen die neuen Fenster 1,3 Tonnen CO2 ein. Gegenüber einfach verglasten Fenstern sind es sogar 2,8 Tonnen2.

In Gebäudedämmung investieren

Dreifachverglaste Fenster sind bauphysikalisch nur in gedämmten Häusern sinnvoll. Aber auch das Dämmen an sich reduziert kräftig das Treibhausgas CO2. Die Verbraucherzentrale hat berechnet, dass ein Haus mit 130 Quadratmetern Außenfläche 13.000 kWh Heizenergie durch Wärmedämmung einspart. Das ergibt bei einer Heizung mit Gas-Brennwertgerät eine CO2-Minderung von 3,2 Tonnen3.

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Davon müssen Sie je nach Dämmmaterial jedoch den CO2-Ausstoß bei der Produktion der Dämmstoffe abziehen. Mineralwolle schneidet hierbei besser ab als Styropor. Holzfaser- und Strohdämmungen hingegen entziehen dem natürlichen CO2-Kreislauf weiteres Kohlenstoffdioxid. Der Hausbesitzer muss sich also Gedanken auch über das Dämmmaterial machen, um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Nach einer umfassenden Gebäudesanierung ist die alte Heizung meist viel zu groß und wenig effizient. Deshalb sollten Sie immer auch eine Heizungserneuerung zu einer klimafreundlichen Alternative ins Auge fassen.

Heizungsbauer finden

Finden Sie jetzt einen Heizungsbauer in Ihrer Nähe, um Ihre alte gegen eine neue effiziente Heizung auszutauschen!

Beim Strom auf effiziente Geräte achten

Wenn Sie zehn 70-Watt-Glühbirnen, die im Schnitt zwei Stunden am Tag eingeschaltet sind, gegen neue LED-Leuchten austauschen, reduzieren Sie Ihren Verbrauch um 250 Kilogramm CO2 im Jahr. Ein neues, energiesparendes Haushaltsgerät wie eine Waschmaschine, ein Kühlschrank oder Geschirrspüler spart im Jahr zwischen 100 und 200 kWh Strom ein. Auf den CO2-Fußabdruck umgerechnet sind das pro Gerät 54 bis 108 Kilogramm Kohlendioxid.

CO2-Reduzierung bei der Mobilität

Öfter mal das Auto stehen lassen

Ein Kompaktwagen, der sechs Liter pro 100 Kilometer verbraucht, stößt je Kilometer ungefähr 143 Gramm CO2 aus. Bei einem großen, schweren SUV sind es zwei bis dreimal so viel. Sie können also alleine schon bei der Wahl Ihres Autos einen großen Unterschied machen.

Wenn Sie öfter das Auto stehen lassen und kurze Strecken mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs sind, tun Sie zwar eine Menge für Ihre Gesundheit, sparen aber nur wenig CO2 ein – was aber dennoch gut fürs Klima ist. Anders sieht es aus, wenn Sie mit dem ÖPNV zur Arbeit pendeln: 10.000 km weniger Autofahrten im Jahr reduzieren laut Umweltbundesamt den CO2-Fußabdruck um immerhin 870 Kilogramm Kohlendioxid5.

Videokonferenz statt Geschäftsreise

  • Eine Reise mit dem Flugzeug gehört zu den größten Klimasünden.

  • Wann immer möglich, sollten Sie daher auf das Fliegen verzichten.

  • Haben Sie zum Beispiel die Chance, eine Geschäftsreise von Berlin nach Madrid durch eine Videokonferenz zu ersetzen, spart das ganze 1,3 Tonnen an CO2 ein.

Auch durch die Ernährung lässt sich sparen

Bei der Mobilität ist es vielleicht schwierig, auf das Auto zu verzichten, wenn kein ÖPNV auf der Strecke zu Ihrem Arbeitsplatz vorhanden ist. Bei der Ernährung jedoch können Sie schon heute mit dem CO2-Reduzieren beginnen.

  1. Regional einkaufen

    Kaufen Sie Produkte aus Ihrer Region und achten Sie auf saisonale Lebensmittel. Dadurch reduzieren Sie im Jahr den CO2-Fußabdruck schnell um 150 Kilogramm CO2. Noch klimafreundlicher ist es, wenn Sie auf Bio-Lebensmittel umsteigen. Denn die brauchen in der Herstellung weniger Kohlendioxid als konventionell erzeugte Produkte. Durch die Umstellung leisten Sie somit einen aktiven Beitrag zur Reduktion der Treibhausgase.

  2. Vegetarische Kost

    In der Ernährung steckt aber ein noch viel größeres Potenzial, um CO2 zu reduzieren. Wenn Sie sich statt mit viel Fleisch und Tiefkühlprodukten aus dem Supermarkt vorwiegend vegetarisch mit Bio-Gemüse aus der Region ernähren, können Sie Ihren CO2-Fußabdruck um mehr als eine Tonne im Jahr verringern.6

CO2 reduzieren: Durchschnittlicher CO2-Ausstoß pro Kopf Deutschland Grafik
Im Durchschnitt stoßen wir 11,61 Tonnen CO2 pro Kopf aus. Unser Konsum macht dabei einen Anteil von 4,56 Tonnen aus. Darauf folgen Heizung und Strom, Mobilität und Ernährung. Nur 0,73 Tonnen CO2 kommen dabei von öffentlichen Emissionen.

Beim Konsum geht das CO2-Reduzieren weiter

  1. Auf Qualität achten

    Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Ohne Konsumverzicht wird es nicht gehen. Ein Kleidungsstück benötigt zum Beispiel bei der Herstellung zwischen 10 und 20 Kilogramm CO2. Im Durchschnitt kauft jeder Bundesbürger etwa 60 Kleidungsstücke im Jahr. Wenn Sie auf gute, langlebige Kleidung achten und dafür nur die Hälfte kaufen, schrumpft Ihr CO2-Fußabdruck schnell um 0,5 Tonnen im Jahr.

  2. Reparieren statt wegwerfen

    Auch elektronische Geräte benötigen eine Menge CO2. Bei einem Smartphone sind es gut 48 Kilogramm. Eine Waschmaschine kommt auf 150 bis 200 Kilogramm. Daher stellt sich die Frage, ob es wirklich immer das allerneueste Smartphone sein muss oder das alte nicht doch noch gut ist. Und geht ein Teil der ansonsten noch effizienten Waschmaschine kaputt, sollten Sie abwägen, ob eine Reparatur nicht sinnvoller ist als der Neukauf.

    Strom spart übrigens nicht nur eine neue, energieeffiziente Waschmaschine: Häufig ist der Stand-by-Verbrauch sehr hoch. Einfach den Stecker nach der Wäsche ziehen – das spart dann im Jahr fast genauso viel wie ein Neugerät ein. Die Waschtemperatur zu reduzieren und immer nur volle Maschinen zu starten, sind weitere Maßnahmen, um CO2 zu reduzieren.

Solarthermieanlage anschließen

  • Wenn sie eine Solarthermianlage betreiben, lohnt es sich, die Waschmaschine und den Geschirrspüler an die Warmwasserversorgung anzuschließen.

  • Denn dann waschen Sie CO2-neutral mit umweltfreundlicher Solarwärme.

Jeder kann noch heute damit anfangen, CO2 zu reduzieren

Die genannten Tipps sind nur eine Auswahl der vielen Möglichkeiten zur CO2-Reduzierung. Wenn Sie sich bewusst mit dem Thema beschäftigen, fällt Ihnen bestimmt noch vieles mehr ein. Ihre Ernährung und Ihr Konsumverhalten sind sicher Punkte, die Sie direkt angehen können.

Wenn der CO2-Fußabdruck Ihrer Heizung höher als nötig ist, ist es an der Zeit, über umweltfreundliche Alternativen nachzudenken – Tipps wie Sie Ihre Heizung tauschen und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen, finden Sie bei uns. Kompetente Beratung hierfür erhalten Sie beim Heizungsfachmann Ihres Vertrauens.

Heizungsbauer finden

Postleitzahl eingeben – Heizungsbauer auswählen und kontaktieren – Heizung wird eingebaut. Finden Sie jetzt einen Fachbetrieb in Ihrer Nähe!

 

1 Umweltbundesamt: CO2-Rechner – Meine CO2-Bilanz

2 Weru: CO2-Einsparung durch Fenstertausch

3 Statista: Pro-Kopf-CO2-Emissionen nach ausgewählten Ländern weltweit im Jahr 2016

4 Verbraucherzentrale: Energetische Sanierung Rechenbeispiel

5 Berechnungsgrundlage: 1L Benzin gleich 2,3 Kilogramm CO2

6 Berechnung per Naturefund

7 SZ Magazin: Im Kaufrausch

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