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Pelletheizung oder Wärmepumpe: Welche Wahl ist die bessere?

Wenn Sie heute Ihr Haus mit erneuerbaren Energien heizen wollen, haben Sie zwei Möglichkeiten: Sie können eine Pelletheizung oder eine Wärmepumpe installieren lassen. Worin die Vor- und Nachteile dieser beiden Heiztechnologien liegen, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Inhaltsverzeichnis

  1. Zwei ganz unterschiedliche Heizsysteme
  2. Heizen mit Wärmepumpe oder Pellets im Neubau
  3. Pelletheizung oder Wärmepumpe im Altbau?
  4. Wärmepumpen und Pelletheizungen im Vergleich
  5. Pelletheizung oder Wärmepumpe: Vorteile und Nachteile im Überblick

Zwei ganz unterschiedliche Heizsysteme

Die Pelletheizung unterscheidet sich grundlegend von der Wärmepumpe. Bei der Pelletheizung findet ganz klassisch die Verbrennung von Holz statt und das Feuer liefert die Wärme für Heizung und Warmwasser.

Eine Wärmepumpe nutzt hingegen die Wärme aus der Umwelt. Sie entzieht je nach Bauart entweder der Umgebungsluft, dem Erdreich oder dem Grundwasser die Wärme. Um die Wärmquelle zu erschließen, ist kein Verbrennungsprozess notwendig. Die Wärmepumpe braucht nur elektrischen Strom für ihren internen Kältekreislauf, der die Umgebungswärme nutzbar macht.

In den nächsten zwei Kapiteln gehen wir zuerst auf die speziellen Vor- und Nachteile für Neubau und Bestandsgebäude ein. Anschließend folgt ein allgemeiner Vergleich von Pelletheizung und Wärmepumpe in Bezug auf Umweltfreundlichkeit, Kosten und mehr.

Heizen mit Wärmepumpe oder Pellets im Neubau

Möchten Sie heutzutage neu bauen, dann erhalten Sie ein Haus mit einem hohen Wärmedämmstandard. Und Flächenheizungen sind im Neubau der Standard. Bei diesen optimalen Bedingungen für niedrige Systemtemperaturen laufen Wärmepumpen zur Höchstform auf.

Beim Neubau können Sie zudem das Gebäude flexibel so gestalten, dass es optimal zu dem gewünschten Heizsystem passt. Gleichzeitig ist jeder Quadratmeter teuer. Je weniger Platz die Heizung beansprucht, desto besser. Hier kommen die Vorteile der Wärmepumpe zum Tragen. Vor allem die außen aufgestellte Luft/Wasser-Wärmepumpe ist in der beliebten Monoblock-Variante sehr platzsparend. Bei der Pelletheizung benötigen Sie hingegen Platz für den Kessel – und vor allem viel Platz für die Lagerung der Pellets.

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Im Neubau werden außerdem Photovoltaikanlagen oft mit eingeplant. Wer den Stromverbrauch der Wärmepumpe mit kostenloser Sonnenenergie deckt, profitiert zusätzlich. Hinzu kommt: Anders als bei der Pelletheizung brauchen Sie keinen Schornstein und sparen sich die Kosten für den Schornsteinfeger.

Fazit: Im Neubau ist die Wärmepumpe aus diversen Gründen eindeutig empfehlenswerter als die Pelletheizung.

Pelletheizung oder Wärmepumpe im Altbau?

Etwas schwieriger ist die Abwägung „Pellets oder Wärmepumpe“ in der Heizungssanierung. Hier ist es (abgesehen vom Fall einer umfassenden Sanierung) nicht möglich, das Haus auf das Heizsystem abzustimmen. Daher müssen Sie die Heiztechnik an die baulichen Gegebenheiten anpassen.

Meist sind in älteren Häusern normale Heizkörper installiert. In Ausnahmefällen benötigen diese im Winter hohe Vorlauftemperaturen von bis zu 80°C. Das ist ein Bereich, den eine Wärmepumpe nicht oder nur schwer erreicht. Zuallererst sollten Sie also Ihre Heizkörper überprüfen lassen. Entgegen den meisten Befürchtungen müssen Sie sich jedoch in der Regel keine Sorgen machen und die Heizkörper sind für den effizienten Betrieb einer Wärmepumpe ausreichend.

Wärmepumpe Heizkörper

Wärmepumpe und Heizkörper im Zusammenspiel

Erfahren Sie hier, ob und wie Wärmepumpen und Heizkörper zusammenpassen. Weiterlesen

Sollten die empfohlenen Vorlauftemperaturen von maximal 55°C jedoch nicht möglich sein, reicht meist der Einbau einzelner effizienterer Heizkörper aus. Dann kommt die Wärmepumpe wieder ins Spiel und kann Heizung und Warmwasser ohne Probleme allein schaffen. Eine aufwendige Komplettsanierung ist in den meisten Fällen nicht notwendig.

Auch im Bestandsgebäude spielt der Platzbedarf eine Rolle. Für das Pelletlager müssen entsprechend große Kellerräume vorhanden sein. Sollten Sie aber eine alte Ölheizung austauschen, können Sie dafür Ihren alten Raum mit den Heizöltanks nutzen. Sie können die Lagerung der Pellets auch nach außen verlegen. Aber das kostet ebenfalls eine Menge Platz im Hof oder Garten.

Für die kompakte Wärmepumpe findet sich dagegen in der Regel immer ein freier Platz auf dem Grundstück, wenn Sie sich für eine Luft/Wasser-Wärmepumpe entscheiden. Im Fall der Grundwasser- oder Erdwärmepumpe ist auch genug Raum im Heizungsraum vorhanden. Denn diese beanspruchen nicht mehr Platz als die Öl- oder Gasheizung, die Sie durch erneuerbare Energien ersetzen wollen.

Wärmepumpe Arten: Umweltenergie Grafik
Die unterschiedlichen Wärmepumpen nutzen je nach Art eine Tiefenbohrung, Erdkollektoren, Sicker- und Saugbrunnen oder kein zusätzliches System, um Energie aus der Umwelt zu ziehen.

Zusammenfassend ist es meist sinnvoller, die alte Heizung des Bestandgebäudes mit einer modernen Wärmepumpe zu ersetzen. Die Umrüstung ist in vielen Fällen ohne weitere Maßnahmen umsetzbar. Dank des geringen Platzbedarfs können Hausbesitzer ihre Wohnfläche voll ausschöpfen.

Anschließend vergleichen wir nun die beiden Wärmeerzeuger Wärmepumpe und Pelletheizung anhand allgemeiner Aspekte.

Wärmepumpen und Pelletheizungen im Vergleich

Bei der Frage, ob eine Pelletheizung oder Wärmepumpe für Ihr Vorhaben die bessere Wahl ist, sollten Sie unter anderem folgende Punkte in Ihre Überlegungen einfließen lassen.

Umweltfreundlichkeit

Beim Vergleich der Umweltfreundlichkeit der beiden Heiztechnologien müssen Sie zwei Aspekte unterscheiden:

  • den CO2-Ausstoß, der den Klimawandel antreibt
  • die Emissionen von Schadstoffen durch die Heizung

Die Wärmepumpe selbst stößt keinerlei CO2 und keine anderen Schadstoffe aus. CO2-Emissionen entstehen heute aber noch zum Teil bei der Herstellung von Strom. In Zukunft, wenn in Deutschland erneuerbare Energien die fossile Stromerzeugung vollständig ersetzen, ist die Wärmepumpe ebenfalls CO2-frei. Wer Ökostrom bezieht, beheizt seinen Wohnraum schon heute klimaneutral.

Kältemittel Wärmepumpe

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Allerdings sollten Sie auf das umweltfreundliche Kältemittel R290 achten. Andere Kältemittel von Wärmepumpen haben einen vielfach höheren Treibhauseffekt als CO2 und sollten daher nicht in die Atmosphäre gelangen.

Bei der Verfeuerung von Pellets entsteht neben der Wärme auch CO2. Dieses CO2 haben die Bäume in den Jahren zuvor aus der Atmosphäre entnommen. Wenn die Industrie immer nur so viel Holz dem Wald entnimmt, wie pro Jahr nachwächst, dann sind Holzheizungen theoretisch CO2-neutral. Die Anzahl der Holzheizungen ist aus Umweltsicht daher limitiert. In der Praxis ist die Aufforstung allerdings ein langwieriger Prozess. Deshalb wird die Klimaneutralität der Pellet-Verbrennung immer öfter angezweifelt.

Da Holz auch in vielen anderen Produkten wie Papier steckt und als Bauholz zum Einsatz kommt, stellt sich die Frage, wie viele Holzheizungen es überhaupt sein dürfen. Schon heute kommen nicht alle Pellets aus Deutschland. Beim Import der Pellets wird darüber hinaus weiteres CO2 freigesetzt.

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Viele Experten halten die Verbrennung von Holz generell für problematisch. Besser wäre es, wenn Holz nicht als Wärmequelle, sondern in großen Mengen im Häuserbau zum Einsatz käme. Auf diese Weise ließe sich das CO2 langfristig speichern und würde nicht wieder zurück in die Luft entweichen.

Neben CO2 entstehen bei der Verbrennung von Pellets weitere Schadstoffe wie Stickoxide, Schwefeldioxid und Feinstaub. Denn auch eine moderne Verbrennungstechnologie kommt selbst mit Filtertechnik nicht ganz ohne diese aus.

Was die Umweltfreundlichkeit angeht, ist die Wärmepumpe also aus verschiedenen Gründen eine bessere Wahl als die Pelletheizung.

Leistung

Sowohl die Wärmepumpe als auch den Pelletkessel gibt es in unterschiedlichen Leistungsklassen, passend für jedes Gebäude. Moderne Geräte können zudem modulieren. Das bedeutete, sie passen ihre Heizleistung immer an den aktuellen Bedarf im Haus an.

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Effizienz

Pelletheizungen erreichen einen Wirkungsgrad von mehr als 90%. Besonders gut ist die Ausbeute an Wärme aus Holzpellets, wenn der Pelletkessel über eine Brennwerttechnik verfügt.

Wärmepumpen können dagegen ein Vielfaches an Heizenergie aus dem eingesetzten Strom herausholen. Die Jahresarbeitszahlen (JAZ) von Luftwärmepumpen liegen bei rund 3 bis 5. Erdwärmepumpen erreichen Jahresarbeitszahlen von etwa 4 bis 5 und Grundwasserwärmepumpen von 5. Das bedeutet, dass die Wärmepumpe aus 1 Teil Strom 3 bis 5 Teile Wärme bereitstellt.

Installation

Die Installation einer Pelletheizung als auch einer Wärmepumpe erfordert bis auf eine Ausnahme einiges an Aufwand. Bei der Wärmepumpe hängt dieser stark von der Art des Gerätes ab:

  • Denn bei der Erdwärmepumpe ist die Bohrung für die Sonden oder das Verlegen eines Erdkollektors notwendig.
  • Bei der Grundwasserwärmpumpe sind Bohrungen für den Brunnen nötig.
  • Am einfachsten geht es bei der Luft/Wasser-Wärmepumpe. Besonders Monoblock-Wärmepumpen kann der Fachbetrieb schnell und einfach aufstellen und anschließen.

Im Fall der Pelletheizung ist das Aufstellen des Kessels nur das eine. Hinzu kommt das Holzpellet-Lager. Außerdem ist für die automatische Zufuhr von Pellets aus dem Lager zum Kessel eine entsprechende Transporteinrichtung notwendig.

Kosten

Auch bei den Kosten unterscheiden sich die Arten von Wärmepumpen deutlich. Für eine Wasser/Wasser-Wärmepumpe oder Sole/Wasser-Wärmepumpe sollten Sie mit Gesamtkosten inklusive Erschließung und Installation von zirka 35.000 Euro rechnen. Bei den Luft/Wasser-Wärmepumpen kostet ein Monoblock-Gerät 27.000 bis 33.000 Euro. Günstiger sind meist Split-Geräte, die ab 20.000 Euro zu haben sind. Auch hierbei handelt es sich um Gesamtpreise mit entsprechenden Installationskosten.

Eine Pelletheizung kostet in der Anschaffung mit Installation zwischen 30.000 und 40.000 Euro.

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Neben den Kosten für die Anschaffung des Heizsystems spielen die Betriebskosten eine wichtige Rolle. Bei einem energieeffizienten, modernen Haus kosten die benötigten Pellets um die 1.200 Euro im Jahr. Im unsanierten Altbau ist es entsprechend mehr. Allerdings ist der Preis für Pellets in letzter Zeit gestiegen und hängt stark von der Verfügbarkeit des Rohstoffs ab.

Bei der Wärmepumpenheizung kommt es auf die Bauart an. Mit einem günstigen Wärmepumpenstromtarif können bei der Sole/Wasser-Wärmepumpe oder der Wasser/Wasser-Wärmepumpe im Neubau schon 450 Euro reichen. Beim Neubau mit Luft/Wasser-Wärmepumpe liegen die Kosten je nach Effizienz des Modells mit bis zu 800 Euro potenziell etwas höher – aber immer noch deutlich unter den Betriebskosten für die Pelletheizung. Auch im Altbau sind die Heizkosten für eine Luft/Wasser-Wärmepumpe niedriger, wenn die Voraussetzungen für eine Vorlauftemperatur von bis zu 55°C geschaffen sind.

In puncto Wartungskosten liegt die Wärmepumpe im Vergleich zur Pelletheizung ebenfalls vorne. Bis etwa 100 Euro reichen in der Regel aus. Beim Pelletkessel summieren sich hingegen die Kosten für die Wartung durch den Heizungsprofi und die Kosten für den Schornsteinfeger.

Pelletheizung oder Wärmepumpe: Vorteile und Nachteile im Überblick

Die folgende Tabelle fasst Ihnen die wichtigsten Details rund um das Thema „Wärmepumpe oder Pelletheizung“ zusammen:

Wärmepumpe
Pelletheizung
+ geringe Betriebskosten
- Betriebskosten zuletzt stark steigend
+ Strommenge unterliegt keiner prinzipiellen Limitierung
- Brennstoff in Menge durch Waldwachstum limitiert
+ geringer Platzbedarf
- Platzbedarf hoch, besonders für das Pelletlager
+ Installation bei beliebter Luft/Wasser-Wärmepumpe einfach
- Hoher Installationsaufwand
+ schadstofffrei
- Schadstoffe wie NOx, SOx und Feinstaub
+ besonders hohe Effizienz
- hohe Effizienz

- Vorlauftemperatur möglichst niedrig

+ Vorlauftemperatur unterliegt keiner Beschränkung, für jedes Haus geeignet

 

Wärmepumpe bei Neubau und sanierten Bestandshäusern die beste Wahl

Für den Neubau ist die Wärmepumpe das ideale Heizsystem. Ein effizientes Gerät benötigt nur sehr wenig Strom, um die thermische Energie der natürlichen Wärmequelle nutzbar zu machen. Sie brauchen auch nur den sowieso vorhandenen Stromanschluss. Lagerräume oder Abgasleitungen benötigen Sie nicht.

Im Altbau ist die Überlegung „Pelletheizung oder Wärmepumpe“ differenzierter. In vielen Fällen kann die Wärmepumpe auch im Bestand umweltfreundlich für Heizung und Warmwasser sorgen. In Ausnahmefällen ist die Pelletheizung eine Alternative. Der Fall tritt ein, wenn der Zustand eines besonders alten Gebäudes ungewöhnlich hohe Vorlauftemperaturen erfordert und nicht optimiert werden soll.

Insgesamt betrachtet, ist eine Modernisierung der Heizung mit einer Wärmepumpe jedoch attraktiver und zukunftssicherer. Als Hybridlösung bestehend aus Photovoltaik und Wärmepumpe ist der Betrieb darüber hinaus mit kostenloser Energie der Sonne autark und fortschrittlich.

Jens-Peter Meyer,
Dr. rer. nat.

Über den Autor

Dr. Jens-Peter Meyer schreibt freiberuflich seit dem Jahr 2000 über Heizungsthemen. Sein journalistischer Schwerpunkt liegt auf erneuerbaren Energien in der Wärmetechnik – speziell in Solarwärmesysteme, Wärmepumpen und Holzheizungen.

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