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Wohnen in Mietwohnung mit Zentralheizung: Das gibt es zu wissen

Die Heizkostenabrechnung ist wohl eines der konfliktträchtigsten Themen zwischen Mietern und Vermietern. Doch in den meisten Mietshäusern geht es nicht anders: Die Kosten für den Betrieb der Zentralheizung müssen möglichst gerecht auf alle Mieter umgelegt werden. Es ist genau geregelt, wie die Kosten zu ermitteln und umzulegen sind. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie sich die Heizkostenabrechnung zusammensetzt und welche Vor- und Nachteile die Zentralheizung für Sie als Mieter hat.

Inhaltsverzeichnis

  1. So arbeitet die Zentralheizung
  2. So wird bei einer Mietwohnung mit Zentralheizung abgerechnet
  3. Vor- und Nachteile einer Zentralheizung für Mietwohnungen
  4. Reduzieren Sie Ihre Heizkosten

So arbeitet die Zentralheizung

Die Zentralheizung stellt Heizwärme – und in den meisten Fällen auch Warmwasser – für alle Wohnungen in einem Haus bereit. Zur Verteilung der zentral erzeugten Wärme dienen wasserführende Rohre, die Heizkörper oder Fußbodenheizungen zu einem Kreislauf verbinden.

Nachteile einer Zentralheizung in Mehrfamilienhäusern

  • Es ergeben sich einige Einschränkungen, dadurch dass die Wärme in einem einzigen Prozess für alle Nutzer erzeugt wird.

  • Denn die Zentralheizung muss so arbeiten, dass in allen Mietwohnungen die vorgeschriebenen Mindesttemperaturen erreicht werden.

  • Das begrenzt die Möglichkeiten zur effizienten Einstellung der Heizungssteuerung.

  • Denn wie Sie in unserem Beitrag nachlesen können, arbeitet eine Zentralheizung umso effizienter, je genauer sie auf die Gewohnheiten der Bewohner abgestimmt ist.

Die Alternative zur Zentralheizung für Mietwohnungen sind Etagenheizungen. Bei dieser Lösung verfügt jede Wohnung über eine eigene Therme. Diese ist meist in Abstellraum, Bad oder Küche angebracht. Hier haben nur die Bewohner der jeweiligen Wohnung Zugang und können die Heizung genau auf ihre Bedürfnisse einstellen.

So wird bei einer Mietwohnung mit Zentralheizung abgerechnet

Die Ausgaben für eine Zentralheizung untergliedern sich in zwei Komponenten: Kosten für den Brennstoff und Nebenkosten für den Betrieb. Diese Posten fasst der Vermieter einmal jährlich zusammen und ermittelt, zu welchem Anteil sich die einzelnen Mietparteien an den Kosten zu beteiligen haben.

Die Mieter leisten meist eine monatliche Vorauszahlung, die sich anhand der Verbräuche aus der Vergangenheit und der Energiepreise bemisst. Nach der Abrechnung müssen Sie als Mieter entweder nachzahlen oder Sie erhalten idealerweise eine Rückzahlung des zu viel gezahlten Betrags.

Verbrauchserfassung

Bei einer Zentralheizung für Mietwohnungen besteht das Problem darin, den Brennstoffverbrauch des Heizkessels auf die verschiedenen Parteien zu verteilen. Der Vermieter muss daher in aller Regel Hilfsmittel einsetzen, um zu ermitteln, in welcher Höhe Sie als Mieter zum Verbrauch beitragen. Verbreitet sind klassische Verdunster, die direkt an jedem Heizkörper befestigt werden. Sie enthalten eine Flüssigkeit, die sich in Abhängigkeit von der Wärmeabgabe verflüchtigt.

Solche Messeinrichtungen führen oft zu Diskussionen. Problematisch ist zum einen, dass Sonneneinstrahlung und Wärmestau um den Heizkörper die Messwerte verfälschen können. Zum anderen ist für das Ablesen der Zugang zur Wohnung notwendig.

Abhilfe schaffen modernere elektronische Heizkostenverteiler: Die ermitteln den Verbrauch aus der Differenz der Oberflächentemperaturen des Heizkörpers und der Raumtemperatur und zeigen ihn direkt in einem Display an. Sind die Geräte mit Funktechnologie ausgestattet, erübrigt sich auch der Aufwand für das Ablesen.

Auch die Nebenkosten für die Zentralheizung legen Vermieter oder Hausverwaltung auf die Bewohner um. Auf Ihrer Abrechnung können unter anderem Kosten für die folgenden Positionen auftauchen:

Nebenkosten für Heizung

  • Wartung

  • Stromverbrauch von Umwälzpumpen

  • Emissionsmessung

  • Tankreinigung

  • Verbrauchserfassung und Abrechnung

Ermittlung der Umlage

Wie die Kosten auf die Mieter zu verteilen sind, regelt die Heizkostenverordnung. Generell werden 50 bis 70% der Gesamtheizkosten über den tatsächlichen Verbrauch ermittelt. Als weiteres Maß für die Verteilung der Kosten dient eine fixe Verhältniszahl. Dafür wird in der Regel der Anteil der Wohnung an der Gesamtwohnfläche herangezogen.

Einige Vermieter rechnen jedoch rein nach der Wohnfläche ab. Sind Sie sich nicht sicher, ob Ihre Heizkostenabrechnung stimmt, lassen Sie sich am besten vom örtlichen Mieterschutzverein beraten.

Vor- und Nachteile einer Zentralheizung für Mietwohnungen

Die Vorteile einer Zentralheizung gegenüber einer Etagenheizung bestehen für den Mieter hauptsächlich darin, dass Handwerker für Wartung und Reparaturen am Heizkessel nicht in Ihre Wohnung müssen. Darüber hinaus verteilen sich die umlagefähigen Kosten für Wartung und Instandhaltung auf alle Mietparteien. Bei einer Etagenheizung trägt der Mieter stattdessen die Kosten für sein Exemplar in voller Höhe. Doch nicht jeder mag die Optik einer Therme, die sichtbar in Bad oder Küche angebracht ist und wertvollen Wohnraum einnimmt.

Die verbrauchsabhängigen Kosten nehmen in der Regel einen Großteil Ihrer Abrechnung ein. Genau darauf haben Sie als Mieter bei einer Zentralheizung aber weniger Einfluss als bei einer Etagenheizung. Denn bei mehreren Mietparteien hat der Mieter meist keine Möglichkeit, Einstellungen an der Steuereinheit des Heizkessels vorzunehmen. Selbst wenn Sie Zugriff auf den Heizkessel haben, sollten Sie mit Bedacht vorgehen, um nicht den Unmut Ihrer Nachbarn auf sich zu ziehen.

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Abhilfe für diesen Nachteil schaffen zumindest teilweise programmierbare Heizkörperthermostate. Auch ohne Zugang zum Heizkessel und vor allem ohne einen Nachbarschaftsstreit zu verursachen, können Sie damit Ihren Wärmeverbrauch an Ihre Bedürfnisse anpassen. Lesen Sie hier mehr dazu, wie Sie Ihre Heizung einstellen können. 

Eine Zentralheizung führt zudem zu Energieverlusten, da das erwärmte Heizungswasser größere Distanzen durch das ganze Haus zurücklegt. Dabei geht ungewollt viel Wärme verloren, vor allem wenn die Rohre durch nicht beheizte Teile des Gebäudes führen.

Eine Etagenheizung befindet sich dagegen meist in der beheizten Wohnung, was deutlich kürzere Wege und damit geringere Verluste zwischen Erzeugung und Nutzung der Wärme ermöglicht. Auch was diesen Punkt angeht, kann daher die Etagenheizung anstatt einer Zentralheizung für Mietwohnungen die günstigere Lösung sein.

Zusammenfassung der Vor- und Nachteile einer Zentralheizung

Pro

  • Handwerker muss für Wartung und Reparatur nicht in Ihre Wohnung

  • Kosten für Wartung und Instandsetzung werden auf alle Mieter aufgeteilt

  • Nimmt im Vergleich zur Etagenheizung keinen Platz in Ihrer Wohnung ein

Contra

  • Kann nicht für eigene Bedürfnisse optimiert werden, da jede Wohnung zuverlässig mit Wärme versorgt werden muss

  • Energieverluste durch größere Distanzen, die das erwärmte Heizungswasser zurücklegen muss

  • Wenig Einfluss auf die verbrauchsabhängigen Kosten

Reduzieren Sie Ihre Heizkosten

Bereits bei der Suche nach einer geeigneten Mietwohnung können Sie darauf achten, ob Sie einer Etagenheizung oder einer Zentralheizung den Vorzug geben möchten. Einen Anhaltspunkt zur Abschätzung der Heizkosten kann der Energieausweis liefern.

Unabhängig davon, für welche Lösung Sie sich entscheiden: Nehmen Sie die Senkung Ihrer Heizkosten in die eigene Hand und lesen Sie hierzu unseren Artikel über Energiespartipps.

Andreas Wurm

Über den Autor

Andreas Wurm absolvierte seinen Bachelor of Science in Maschinenbau an der RWTH Aachen University und schloss einen Master in Energietechnik (Spezialisierung Erneuerbare Energien) an derselben Universität an. Nach seinem Studium war er von 2014 bis 2016 Projektingenieur in der Branche Heizungs- und Klimatechnik.

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