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Die Heizung gluckert: Mögliche Ursachen und Lösungen

Eine optimal eingestellte Heizungsanlage arbeitet in der Regel lautlos, zumindest aber leise. Ein Gluckern der Heizung kann auf falsche Einstellungen oder einen Defekt hindeuten. Die Heizung arbeitet ineffizient und kostet Sie mehr als nur ein paar Nerven. Wird das Problem zu spät erkannt, können größere Schäden entstehen. Damit es nicht soweit kommt, zeigen wir Ihnen wichtige Erste-Hilfe-Schritte und mögliche Ursachen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Erste Hilfe bei einer gluckernden Heizung: Entlüftung der Heizkörper
  2. Heizung gluckert durch falschen Wasserdruck
  3. Fehlerhaftes Überstromventil als Ursache
  4. Heizung gluckert aufgrund der Umwälzpumpe
  5. Falsch eingebautes Ventil erzeugt Geräusche
  6. Veraltete Thermostate bringen Heizung zum Gluckern
Heizung gluckert: Drei Heizkörper unter Fenstern

Die Gründe für eine gluckernde Heizung können vielseitig sein und deuten häufig auf einen Defekt hin. Der lässt sich ohne professionelle Unterstützung eines versierten Heizungsbauers nicht so einfach beheben. Die Heizung gluckert, pfeift oder rauscht? Dann ist fast immer Luft in der Rohrleitung des Heizsystems.

Luft gelangt immer dann in den Kreislauf, wenn der Wasserdruck nicht korrekt eingestellt oder der Kreislauf nicht geschlossen ist. Ein zu niedriger Wasserstand kann ebenfalls ein Auslöser für das Gluckern in den Heizungsrohren sein. Aber auch ein nicht ordnungsgemäß entlüftetes Heizsystem verursacht das störende Geräusch beim Heizen der Wohnung oder des Hauses. Falsch verbaute Bauteile oder Defekte im Heizsystem können ebenfalls Geräusche erzeugen. Dazu zählen beispielsweise veraltete oder defekte Thermostate, eine fehleranfällige Umwälzpumpe oder ein defektes Überstromventil.

Die möglichen Ursachen für die vielfältigen Geräusche der Heizung im Überblick:

  • Nicht entlüftetes Heizsystem
  • Niedriger Wasserdruck
  • Defekte oder veraltete Bauteile
  • Fehlerhaft verbaute Bauteile
  • Schäden am Rohrsystem

Erste Hilfe bei einer gluckernden Heizung: Entlüftung der Heizkörper

Ist Luft in der Rohrleitung Ursache für die gluckernde Heizung? Dieses Problem können Sie oft mit ein wenig handwerklichem Geschick auch ohne professionelle Hilfe eines Monteurs lösen. Sollte das Geräusch nach der Entlüftung verschwinden, können Sie dadurch gleich andere Probleme ausschließen.

Das Entlüften ist an fast allen Heizkörpern problemlos möglich. Alles, was Sie dazu benötigen, ist ein sogenannter Entlüftungsschlüssel. Das kleine Werkzeug erhalten Sie in jedem Baumarkt und gelegentlich auch vom Heizungsmonteur Ihres Vertrauens. Legen Sie sich zudem ein saugstarkes Tuch und ein Schälchen bereit. Damit fangen Sie das aus dem Heizsystem entweichende Wasser auf.

Welche Schritte genau nötig sind, lesen Sie in unserem Ratgeber-Artikel „Heizung entlüften“. Der Vorgang scheint vielleicht simpel – ein paar wichtige Dinge gibt es jedoch zu beachten. Möchten Sie sich eine Anleitung herunterladen, können Sie unser PDF verwenden.

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Kleiner Tipp: Eine regelmäßige Entlüftung empfiehlt sich auch wenn es keine störenden Geräusche gibt. Luft im Heizungssystem reduziert die Leistungsfähigkeit, senkt den Wirkungsgrad und erhöht die Verbrauchskosten. Die regelmäßige Entlüftung, mindestens zwei Mal pro Kalenderjahr, ist Ihr ganz eigener und hilfreicher Beitrag zur Wartung der Heizungsanlage.

Sie können die Entlüftung der Heizung in der Wohnung oder dem Haus ohne großen Aufwand vornehmen. Im Idealfall verschwindet das Kreischen, Klopfen oder Gluckern der Heizung nach dem Vorgang und Sie dürfen sich wieder entspannt zurücklehnen.

Doch nicht immer lassen sich Geräusche wie das Gluckern mit dem Entlüften abschalten. Bleibt das Geräusch bestehen? Jetzt ist der Heizungsmonteur als Fachmann gefragt. Als Laie werden Sie vielleicht weitere Ursachen erkennen – professionell beheben lassen sich die Defekte jedoch nur von einem Fachmann. Die folgenden Fehlerquellen dienen daher in erster Linie dazu, Ihnen ein allgemeines Verständnis für mögliche Ursachen zu vermitteln.

Heizung gluckert durch falschen Wasserdruck

Luft im Heizungssystem ist die Hauptursache für das störende Gluckern. Luft kann in das System gelangen, wenn der Wasserdruck in der Anlage zu gering ist. Ein niedriger Wasserdruck reduziert zudem den Wirkungsgrad der Heizungsanlage und erhöht die Verbrauchskosten.

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Ein zu niedriger Wasserdruck ist keine Bagatelle, über die Sie hinwegschauen sollten. Ein konstanter Druckverlust deutet auf ein Leck im System hin, das behoben werden muss. Eventuell tritt das Wasser in Wänden oder Hohlräumen aus: Dort kann es unbemerkt großen Schaden anrichten. Ein dauerhaft niedriger Wasserdruck kann zudem Schäden an der Heizungsanlage erzeugen, die mit einem kostspieligen Austausch von Bauteilen einhergehen.

Sie erkennen einen zu niedrigen Wasserdruck für gewöhnlich an der Therme selbst. Dort sehen Sie ein Manometer: Eine manuelle Druckanzeige. Üblicherweise weist ein Zeiger im roten Bereich auf einen zu geringen Wasserdruck hin. Moderne Heizsysteme verfügen über eine digitale Anzeige. Sie warnen mit einem akustischen oder optischen Signal rechtzeitig bei niedrigem Wasserdruck.

In diesem Fall ist es empfehlenswert, einen Heizungsbauer mit der Inspektion und Instandsetzung zu beauftragen. Dieser kann auch den Grund für das Leck ermitteln. Übrigens: Auch nach der Entlüftung empfiehlt es sich generell, den Wasserdruck (nach zirka einer Stunde) zu kontrollieren.

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Fehlerhaftes Überstromventil als Ursache

Die korrekte Druckdifferenz in der Heizungsanlage ist für die effiziente Nutzung von entscheidender Bedeutung. In den meisten Anlagen wird die Druckdifferenz mit einem sogenannten Überstromventil gesteuert. Das Ventil wird zwischen Vor- und Rücklauf der Heizungsanlage oder parallel zur Umwälzpumpe zwischen der Druck- und Saugseite eingebaut.

Steigt der Förderdruck über den eingestellten Wert auf dem Ventil, öffnet sich dieses und reguliert dadurch den Druck. Für eine optimale Wirkungsweise wird das Ventil auf den Nenndruck der Umwälzpumpe eingestellt. Da jede Pumpe einen anderen Nenndruck besitzt, muss das Ventil stets individuell eingestellt werden.

Nicht selten ist das Überstromventil jedoch falsch eingestellt, in manchen älteren Anlagen fehlt es sogar komplett. Das Gluckern in der Anlage entsteht bei einem fehlerhaft regulierten Ventil immer dann, wenn der Nenndruck zu niedrig angegeben ist. Dadurch schlägt das Überstromventil aus. Es entstehen Geräusche, die auf das gesamte Rohrleitungssystem übergehen.

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Ein fehlerhaft eingestelltes Ventil muss von einem Fachmann auf den korrekten Nenndruck reguliert werden. Dauerhaft falsch eingestellt, kann das Bauteil kaputtgehen. Auch ein defektes und nicht mehr ordnungsgemäß arbeitendes Ventil kann das Gluckern der Heizung auslösen. In diesem Fall schafft nur der Austausch Abhilfe gegen Störgeräusche in der Anlage.

Heizung gluckert aufgrund der Umwälzpumpe

Ebenso kann die Umwälzpumpe für eine Geräuschentwicklung verantwortlich sein. Das Bauteil ist für die Zirkulation des Wassers im Kreislauf verantwortlich. Nur eine korrekte Einstellung kann das Wasser in der richtigen Geschwindigkeit durch das Rohrsystem leiten.

Eine mögliche Ursache des Gluckerns kann eine zu hoch eingestellte Drehzahl der Umwälzpumpe sein. Ein Blick in die Bedienungsanleitung gibt Aufschluss über die korrekte Drehzahl. Eine eigenverantwortliche Änderung an der Pumpe ist jedoch mit Vorsicht zu betrachten. Lesen Sie unseren Ratgeber-Artikel, um mehr über die Einstellungen an der Umwälzpump der Heizung zu erfahren.

Falsch eingebautes Ventil erzeugt Geräusche

Die Heizung gluckert direkt nach einer Wartung, Reparatur oder der Inbetriebnahme der Anlage? Dann könnte eine fehlerhafte Installation die Ursache sein. Tatsächlich kommt es häufiger als erwartet vor, dass die Heiztherme falsch an das Rohrsystem angeschlossen ist.

Werden das Vorlaufrohr und das Rücklaufrohr verwechselt, arbeitet die Anlage fehlerhaft. Das macht sich in der Folge akustisch bemerkbar – typischerweise durch ein charakteristisches Klopf-Geräusch beim Regelvorgang. Während das kühle Wasser bis zu den Heizkörpern gelangt, staut sich das erwärmte Heizwasser unmittelbar vor der Heizungsanlage.

Beheben lässt sich dieser häufige Fehler auf zwei Wegen. Die Installation kann geändert und die Heizungsanlage korrekt angeschlossen werden. Nicht selten ist das jedoch nur mit einem erheblichen Arbeitsaufwand verbunden. Die zweite Methode ist der Einbau eines umgekehrt schließenden Thermostatventils. Dadurch verändert sich die Fließrichtung. Die Anlage funktioniert problemlos und ein Klopfen oder Gluckern der Heizung bleibt aus.

Geräusche, die in Heizungsrohren entstehen

  • Treten Gluckern und andere störende Geräusche dauerhaft auf? Dann kann die Ursache an schlecht gelagerten Heizungsrohren liegen.

  • Hat der Fachmann die Rohre nicht spannungsfrei verlegt, kann dies zu Geräuschen wie einem Gluckern oder Klopfen führen. Dies kann überall da vorkommen, wo Rohre durch Wände, Decken oder Böden gehen.

  • Auch defekte Schellen (Klemmen zur Fixierung und Befestigung der Rohre), an denen sich die poröse Gummierung aufgelöst hat, lösen Geräusche aus.

  • Wenn sich Heizungsrohre bei Erwärmung ausdehnen, führt dies ebenfalls zu störenden Geräuschen an der Heizungsanlage.

  • Fehlerhaft verlegte Heizungsrohre können zudem aneinanderschlagen.

  • In diesen Fällen sollte der Heizungsmonteur der erste Ansprechpartner sein.

Veraltete Thermostate bringen Heizung zum Gluckern

Die Geräusche können auch von den Thermostaten an der Heizung ausgehen. Für gewöhnlich regulieren Sie mit diesen Bauteilen die Raumtemperatur, beziehungsweise den Durchfluss von heißem Wasser in den einzelnen Heizkörpern. Mit der Zeit nutzen sich die mechanischen Bauteile im Thermostat ab. Es arbeitet ungenauer. Durch die Verbindung von Thermostat und Heizkörper kann Luft in den Kreislauf gelangen.

Die Lebensdauer der Thermostate ist je nach Bauart und Herstellerqualität unterschiedlich lang. Generell empfiehlt sich jedoch ein Austausch dieses Bauteils zur Steuerung der Raumtemperatur nach maximal zehn Jahren. Spätestens nach dieser Zeit arbeitet das Bauteil nicht mehr korrekt. Das führt nicht nur zur Energieverschwendung, sondern wie erwähnt möglicherweise auch zu Luft in der Leitung.

Warum Luft in der Heizung schlecht ist

Halten wir fest: Meist sind Lufteinschlüsse in der Anlage ursächlich für Störgeräusche. Luft hat in einem geschlossenen Heizsystem absolut nichts verloren. Wenn Sie nicht handeln, dann stören Sie nicht nur die Geräusche, sondern früher oder später wird ein Defekt vorliegen.

Luft in der Heizung reduziert deren Wirkungsgrad. Schon geringe Mengen von Luft erhöhen den Verbrauch von Brennstoff und Strom. Das schlägt sich in Ihrer Abrechnung nieder.  Die Rechnung für mögliche Folgeschäden ist noch viel höher. Luft in der Heizungsanlage schädigt außerdem sensible Bauteile und führt zur Korrosion. Tatsächlich können Rohre und Radiatoren von innen rosten – ohne, dass Sie den Schaden frühzeitig bemerken.

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Luft in der Anlage lässt das Heizungssystem generell viel schneller altern. Vermeiden Sie also unnötige Schäden und hohe Kosten: Reagieren Sie rechtzeitig und kontaktieren Sie bei einem Gluckern der Heizung einem Fachmann in Ihrer Umgebung.

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