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Heizungsrohre erneuern: Das müssen Sie beachten

In unserem Ratgeber gehen wir auf die Gründe für die Erneuerung der Heizungsrohre ein. Zudem erläutern wir die technische Vorgehensweise, die verschiedenen Materialoptionen sowie die Bedeutung der Dämmung. Und begründen, warum eine Kostenabschätzung immer im Einzelfall vom Heizungsbauer vorzunehmen ist.

Inhaltsverzeichnis

  1. Heizungsrohre sind das...
  2. Wann ist das Erneuern der Heizungsrohre erforderlich?
  3. Heizungsrohre erneuern: Schritt für Schritt
  4. Heizungsrohre erneuern: Auf die Dämmung kommt es an
  5. Die Kosten für eine Erneuerung der Heizungsrohre
  6. Heizungsrohre erneuern: Ein Fall für den Heizungsbauer
Heizungsrohre erneuern: Kupferrohre im Heizungskeller

Heizungsrohre sind das Straßennetz des Heizsystems: Sie leiten das erhitzte Heizungswasser vom Heizgerät aus durch das gesamte Gebäude und versorgen die Heizkörper in allen Wohnräumen zuverlässig mit wohliger Wärme. Gleichzeitig leiten die Rohre das abgekühlte Heizungswasser wieder vom Heizkörper zurück in den Heizkessel, damit es dort erneut erhitzt werden kann.

Gängige Modernisierungsmaßnahmen an der Heizung selbst sind sehr populär – zum Beispiel die Investition in einen Brennwertkessel oder die Installation einer drehzahlgeregelten Umwälzpumpe. Die Heizungsrohre hingegen spielen eine eher untergeordnete Rolle.

Das liegt vor allem daran, dass das Erneuern der Heizungsrohre aus baulicher Sicht häufig zeit- und kostenintensiv ist und daher nur in den nötigsten Fällen gemacht wird. Wenn Heizungsrohre allerdings gravierende Mängel aufweisen, führt an einer Modernisierung der Rohre kein Weg vorbei.

Wann ist das Erneuern der Heizungsrohre erforderlich?

Grundsätzlich gilt: Wenn die alten Heizungsrohre zuverlässig ihre Aufgabe erfüllen, besteht meist kein Anlass zum Erneuern der Verrohrung. Da Heizungsrohre in vielen Fällen als „Unterputz-Montage“ ausgeführt sind, ist ein Austausch recht aufwendig.

Heizungsrohr-Austausch bei Kernsanierung

  • Ein anderer Fall ist es, wenn das Gebäude kernsaniert wird und Wände zur Erneuerung der elektrischen Leitungen oder der Warmwasserleitungen ohnehin aufgebrochen werden.

  • Hier bietet es sich gegebenenfalls an, im Zuge dieser Sanierungsmaßnahme auch die Heizungsrohre zu erneuern.

  • Der Vorteil: Durch die Erneuerung beugen Sie Korrosion oder Leckagen an der Heizungsanlage vor. Sie können gleich eine moderne Dämmung montieren, die Wärmeverluste reduziert. Die Maßnahme lohnt sich also auch häufig finanziell.

Auch bei einer Aufputz-Montage der Heizungsrohre kann eine Erneuerung des Rohrsystems sinnvoll sein. Deren Renovierung ist mit geringeren baulichen Eingriffen verbunden.

Ein weiterer Grund, Heizungsrohre zu erneuern, sind Verschleiß und Korrosion. Wie alle Bauteile in der Heizungsanlage haben auch Heizungsrohre eine begrenzte Lebensdauer. Aus diesem Grund bietet es sich an, den Zustand der Rohre ab einem Alter von 25 bis 30 Jahren von einem Fachbetrieb für Heizungsbau beurteilen zu lassen. Sobald das Rohrsystem undicht ist oder rostet, ist eine teilweise oder komplette Erneuerung der Heizungsrohre meist unumgänglich.

Hinweis

  • Die Dämmung von Heizungsrohren (Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen) sowie Armaturen ist verpflichtend, wenn diese in einem unbeheizten Raum installiert und zugänglich sind.

  • Bei Wohngebäuden mit nicht mehr als zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine Wohnung schon vor dem 1. Februar 2002 bewohnt hat, greift diese Regelung allerdings erst ab einem Eigentümerwechsel. In diesem Fall gilt eine zweijährige Frist zum Nachrüsten der Dämmung.

Heizungsrohre erneuern: Schritt für Schritt

Beim Erneuern der Heizungsrohre kommt es vor allem auf eine gründliche und fachmännische Planung an. Jede Heizungsanlage ist in ihrer Bauweise und Dimension einzigartig und benötigt daher eine individuelle Auslegung der Rohre.

Die Wahl des Materials

Einer der wichtigsten Aspekte beim Erneuern der Heizungsrohre ist die Materialwahl. Im Heizungsbau werden üblicherweise

  • Stahl
  • Kupfer und
  • Kunststoff

verwendet. Jeder dieser drei Werkstoffe hat verschiedene Vor- und Nachteile:

  1. Stahl

    Heizungsrohre aus Stahl sind langlebig, robust und temperaturbeständig. Sie können auch bei hohen Vorlauftemperaturen problemlos eingesetzt werden, bringen aber das Risiko der Außenkorrosion mit sich. Für Bereiche mit hoher Feuchtigkeit sind Stahlrohre daher nur bedingt geeignet.

  2. Kupfer

    Kupferrohre sind vor allem für kleinere Heizsysteme prädestiniert. Sie können mithilfe von Pressverbindungen einfach und kostengünstig installiert werden, sind korrosionsbeständig und halten Temperaturen bis 100°C stand. Ein Nachteil von Kupferrohren ist die stärkere Ausdehnung bei Temperaturschwankungen im Heizsystem.

  3. Kunststoff

    Heizungsrohre aus Kunststoff eignen sich für Heizsysteme mit Temperaturen von bis zu 80°C und zeichnen sich durch ihre Korrosionsbeständigkeit und die glatte (und damit reibungsarme) Oberfläche aus. Zu den Nachteilen von Kunststoffrohren gehört die teilweise Durchlässigkeit für Sauerstoff und die hohe Längenausdehnung. Häufig kommen auch Verbundrohre mit einer integrierten Aluminiumschicht zum Einsatz, um den kunststoffspezifischen Nachteilen entgegenzuwirken.

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Die Verlegeart

Beim Verlegen der Rohre wird überwiegend zwischen der stern- und ringförmigen Verlegung unterschieden. Bei der sternförmigen Verlegung wird das Heizungswasser vom Verteiler sternförmig zu allen Verbrauchern (Heizkörper, Fußbodenheizung etc.) geleitet – diese Verlegeart ist besonders für ebenerdige Gebäude gut geeignet.

Die ringförmige Verlegeart spielt ihre Vorteile bei mehrstöckigen Gebäuden aus. Dabei wird das Heizungswasser in Steigleitungen in die nächsthöhere Etage transportiert und dann dort durch die Heizkörper geleitet.

Heizungsrohre erneuern: Auf die Dämmung kommt es an

Gesetzlich sind Mindestanforderungen für die Dicke der Dämmung von Heizungsrohren und -armaturen definiert. Warmgehende Rohrleitungen durch unbeheizte Räume sind mit einer Dämmung zu versehen, deren Stärke mindestens dem Innendurchmesser des Rohres entspricht. Führt die Leitung durch beheizte Räume, reduziert sich die Stärke des Dämmstoffs auf 50% des Innendurchmessers.

Diese Regel ist auf Dämmstoffe mit einer Wärmeleitfähigkeit von λ = 0,035 W/(m*K) abgestimmt. Wird ein Dämmstoff mit einer anderen Leitfähigkeit benutzt, ist die Stärke entsprechend anzupassen. Wichtig ist dabei auch, dass alle Armaturen und Ventile sorgfältig gedämmt werden. Weitere Informationen finden Sie in dem Artikel „Heizungsrohre dämmen“.

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Die Kosten für eine Erneuerung der Heizungsrohre

Das Erneuern der Heizungsrohre ist eine Modernisierungsmaßnahme, die immer in Abhängigkeit der baulichen Gegebenheiten, des individuellen Wärmebedarfs, des Temperaturniveaus und weiterer Aspekte geplant wird. Die Kosten für die Maßnahme hängen aus diesem Grund wesentlich von der Verlegeart, dem gewählten Material, der Art des baulichen Eingriffs und anderen Faktoren ab.

Zur präzisen Kalkulation der zu erwartenden Kosten lohnt es sich, einen Fachmann zu beauftragen. Dieser kann im Rahmen einer Rohrnetzberechnung exakt die Länge des gesamten Rohrsystems ermitteln und bestimmen, welche Lohn- und Materialkosten auf Sie zukommen.

Heizungsrohre erneuern: Ein Fall für den Heizungsbauer

Von der Berechnung des Heizbedarfs über die fachmännische Rohrnetzberechnung bis zur Material- und Verlegeart – das Erneuern der Heizungsrohre ist eine Sache für den Fachmann. Wenn Sie den Zustand Ihrer Heizungsanlage professionell überprüfen lassen möchten oder sich bereits für eine Modernisierung des Rohrsystems entschieden haben, empfehlen wir daher die Beauftragung eines qualifizierten Heizungstechnikers.

Grundsätzlich ist es vor allem bei älteren Gebäuden empfehlenswert, die Heizungsrohre regelmäßig von einem Heizungsprofi begutachten zu lassen, um vor bösen Überraschungen in Form von Korrosion oder Leckagen geschützt zu sein.

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Andreas Wurm,
M.Sc.

Über den Autor

Andreas Wurm absolvierte seinen Bachelor of Science in Maschinenbau an der RWTH Aachen University und schloss einen Master in Energietechnik (Spezialisierung Erneuerbare Energien) an derselben Universität an. Nach seinem Studium war er von 2014 bis 2016 Projektingenieur in der Branche Heizungs- und Klimatechnik.

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