Nach den Erhebungen des Bundesverbands des Schornsteinfegerhandwerks waren 2024 in Deutschland über 4,8 Millionen Ölheizungen in Betrieb. Etwa 85% der Heizwert-Anlagen waren älter als 20 Jahre.1 Diese Anlagen entsprechen nicht mehr dem Stand der Technik und verursachen hohe Kosten. Eine neue Ölheizung mit Brennwerttechnik arbeitet effizienter. Wir zeigen Ihnen, warum das so ist, worauf Sie bei einem neuen Heizsystem achten sollten und wieso erneuerbare Alternativen wie die Wärmepumpe die noch bessere Wahl sind.
Neue Ölheizung: Kosten, Vor- und Nachteile, Vorschriften sowie Alternativen

Wie sinnvoll ist eine neue Ölheizung?
Der Betrieb alter Heizungen stellt Hausbesitzer häufig vor Probleme. Ein Heizkessel gilt bereits nach etwa 15 Jahren als technisch veraltet und ineffizient. Steigende Brennstoffpreise und die geringe Effizienz führen zu hohen Heizkosten. In die Jahre gekommene Heizsysteme arbeiten nicht zuverlässig, sind störanfällig und erfordern unter Umständen häufige Reparaturen. Fossile Brennstoffe stoßen zudem viel CO2 aus.
Wenn Sie eine ältere Öl- oder Gasheizung besitzen, lohnt sich unabhängig von gesetzlichen Vorgaben ein Blick auf deren Wirtschaftlichkeit. Eine pauschale Austauschpflicht allein aufgrund des Alters der Anlage, wie sie frühere Fassungen des Heizungsgesetzes für Konstanttemperaturkessel vorsahen, kennt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) nicht. Unabhängig davon prüft der Schornsteinfeger im Rahmen der Feuerstättenschau weiterhin regelmäßig den technischen Zustand und die Abgaswerte Ihrer Heizung. Wenn Ihre Ölheizung bereits mit der Brennwert- oder Niedertemperaturtechnik arbeitet, profitieren Sie ohnehin von einer höheren Effizienz.
Moderne Heizungen sind deutlich effizienter und sparsamer. Der Umstieg auf eine neue Ölheizung mit Brennwerttechnik ist daher eine Option, aber im Hinblick auf die Zukunftsfähigkeit wenig sinnvoll. Zudem sollten Sie bedenken, dass neu eingebaute Öl- und Gasheizungen ab 2029 einen wachsenden Bio-Brennstoffanteil (Bio-Treppe) benötigen. Hinzu kommt ab 2028 die Grünheizölquote, eine Vorgabe an die Lieferanten, ihrem Brennstoffmix zunehmend grüne Anteile beizumischen. Diese Quote wird zwar auf die Bio-Treppe angerechnet, dürfte über die Jahre aber trotzdem zu spürbar höheren Betriebskosten führen.
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Das gilt aktuell für Ölheizungen
Für den Einbau und Betrieb von Öl- und Gasheizungen gelten die folgenden Vorgaben des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG):
Ein gesetzliches Betriebsverbot für Ölheizungen zu einem bestimmten Zeitpunkt gibt es nicht.
Es gibt keine verpflichtende Beratung beim Einbau fossil betriebener Heizungen.
Installieren Sie eine neue Ölheizung in einem Bestandsgebäude, muss das Gerät gemäß der Bio-Treppe einen im Laufe der Zeit steigenden Anteil an Bio-Brennstoffen verarbeiten können. Dafür eignen sich moderne Geräte wie der COB-2 B30 von WOLF.
Auch im Neubau schreibt das GModG keine bestimmte Heiztechnik vor. Bis Ende 2029 ist eine eigenständige Ölheizung dort grundsätzlich zulässig, muss aber die Vorgaben der Bio-Treppe erfüllen. Ab 2030 gilt für Neubauten der Nullemissionsgebäude-Standard, der am Gebäude keine CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen mehr erlaubt. Eine rein fossil betriebene Heizung scheidet damit aus. Als eigenständige, zukunftssichere Lösung bietet sich hier insbesondere die Wärmepumpe an, da sie unabhängig von diesen Vorgaben arbeitet.
Für eine rein fossil betriebene Ölheizung gibt es über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) keine Förderung. Investieren Sie hingegen in erneuerbare Energien wie eine Wärmepumpe oder in den erneuerbaren Anteil einer Hybridlösung, können Sie für die Heizung von Fördermitteln profitieren.
Hausbesitzer sind für den ordnungsgemäßen Zustand ihres Heizöltanks selbst verantwortlich. Ein spezialisierter Tankschutz-Fachbetrieb oder Sachverständiger kann prüfen, ob der Tank den aktuellen Anforderungen entspricht oder ausgetauscht werden muss. Der Austausch eines alten Heizölkessels reduziert Ihre Energiekosten erheblich.
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Was kostet eine neue Ölheizung?
Was kostet eine Ölheizung mit Solar? Was kostet eine neue Ölheizung mit dem Einbau? Bei dem Preis einer Ölheizung, gibt es viele Faktoren, die die Kosten beeinflussen. Zum einen fallen einmalige Kosten für den Kauf und die Installation der neuen Ölheizung und zum anderen laufende Kosten für die Wartung und den Betrieb an. Letztere hängen beispielsweise von der Bauart, Leistung und vom eigenen Heizverhalten ab.
Folgendes Beispiel zeigt die Kosten für eine neue Ölheizung in einem Einfamilienhaus mit vier Personen:
| Produkt/Dienstleistung | Kosten |
|---|---|
| Öl-Brennwertgerät | 7.000 bis 11.000 Euro |
| Öl-Brennwertgerät (inkl. Installation und Warmwasserspeicher) | 9.000 bis 15.000 Euro |
| Heizöltank | 2.000 bis 3.000 Euro |
| Neues Abgassystem (falls notwendig, inkl. Installation) | 1.000 bis 2.500 Euro |
| Heizkörper, Rohre, Isolation (falls eine Optimierung nötig ist) | 5.000 bis 10.000 Euro |
| Zusätzliche Photovoltaikanlage (Hybridheizung) | 10.000 bis 20.000 Euro |
| Demontage der alten Heizung | 250 bis 500 Euro |
| Wartung | 250 bis 300 Euro/Jahr |
| Schornsteinfeger | ab 80 Euro |
| Verbrauch (je nach Dämmung des Hauses und Heizverhalten) | 4 bis 20 Liter/Quadratmeter/Jahr (15.000 bis 60.000 kWh/Jahr) |
| Produkt/Dienstleistung | Öl-Brennwertgerät |
| Kosten | 7.000 bis 11.000 Euro |
| Produkt/Dienstleistung | Öl-Brennwertgerät (inkl. Installation und Warmwasserspeicher) |
| Kosten | 9.000 bis 15.000 Euro |
| Produkt/Dienstleistung | Heizöltank |
| Kosten | 2.000 bis 3.000 Euro |
| Produkt/Dienstleistung | Neues Abgassystem (falls notwendig, inkl. Installation) |
| Kosten | 1.000 bis 2.500 Euro |
| Produkt/Dienstleistung | Heizkörper, Rohre, Isolation (falls eine Optimierung nötig ist) |
| Kosten | 5.000 bis 10.000 Euro |
| Produkt/Dienstleistung | Zusätzliche Photovoltaikanlage (Hybridheizung) |
| Kosten | 10.000 bis 20.000 Euro |
| Produkt/Dienstleistung | Demontage der alten Heizung |
| Kosten | 250 bis 500 Euro |
| Produkt/Dienstleistung | Wartung |
| Kosten | 250 bis 300 Euro/Jahr |
| Produkt/Dienstleistung | Schornsteinfeger |
| Kosten | ab 80 Euro |
| Produkt/Dienstleistung | Verbrauch (je nach Dämmung des Hauses und Heizverhalten) |
| Kosten | 4 bis 20 Liter/Quadratmeter/Jahr (15.000 bis 60.000 kWh/Jahr) |
Die Vor- und Nachteile einer Ölheizung
Sowohl im Neubau als auch im Bestand bietet sich heute eine Heizung auf der Basis erneuerbarer Energien an. Eine neue Ölheizung eignet sich allerdings, wenn, dann überhaupt nur für Bestandsgebäude. Wir haben die Vor- und Nachteile moderner Ölheizungen für Sie zusammengefasst:
Pro
bewährte Heiztechnik
eignet sich für die Kombination mit erneuerbaren Energien
unabhängig von der örtlichen Infrastruktur und den Energieversorgern
Contra
gesetzliche Vorgaben zum Bio-Brennstoffanteil (Bio-Treppe) bei neu eingebauten Anlagen
fossiler Brennstoff
schlechtere CO2-Bilanz als bei erneuerbaren Energien
verursacht Feinstaub-Emissionen
Kosten durch steigende CO2-Abgabe
Platz für einen Öltank notwendig
Abhängigkeit vom steigenden Ölpreis
keine Förderungsmöglichkeiten
langfristig Wertminderung bei der Immobilie zu erwarten

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Eine der effizientesten Wärmepumpen
Beste Qualität "Made in Germany"
Besonders leise
Natürliches Kältemittel R290
Für Neubau & Bestandsgebäude
So finden Sie ein passendes Modell
Wenn Sie eine neue Ölheizung kaufen möchten, sollten Sie Ihre eigenen Bedürfnisse sowie den Zustand des Hauses berücksichtigen. Bedenken Sie auch, dass für bestehende Ölheizungen künftig eine steigende Grünheizölquote gilt, für deren Erfüllung Ihr Brennstoff-Lieferant zuständig ist, nicht Sie als Eigentümer. Wegen dieser gesetzlichen Vorgabe dürften die Betriebskosten fossil betriebener Heizungen langfristig weiter steigen. Wir haben einige Fragen zusammengestellt, die Ihnen bei der Planung helfen.
Checkliste mit Planungsfragen für eine neue Ölheizung
Welche Anlagentechnik können Sie weiterhin nutzen?
Müssen Sie den vorhandenen Öltank austauschen lassen?
Installieren Sie erstmalig einen Öltank?
Ist Platz für die Ölheizung vorhanden?
Wie ist der Zustand des Hauses?
Sind Gebäudehülle, Fenster und Türen gut gedämmt?
Wie ist der Zustand des Schornsteins, der Heizungsrohre und Heizkörper/Heizflächen?
Sind hierfür weitere Arbeiten notwendig?
Läuft die Versorgung mit Warmwasser über die zentrale Heizung oder separat über einen Durchlauferhitzer?
Ist die neue Heizung nur zum Heizen oder auch für Warmwasser gedacht?
Welche Leistung muss die neue Ölheizung haben?
Wie viele Bewohner gibt es?
Wie hoch ist Ihr Verbrauch?
Haben Sie die Heizkosten und den CO2-Ausstoß der verschiedenen Heizarten abgewogen?
Berücksichtigen Sie die Einbindung erneuerbarer Energien?
Haben Sie sich über Vorschriften informiert (GModG, Energieausweis)?
Kommt eventuell eine Hybridlösung infrage, beispielsweise die Kombination aus Öl-Brennwertkessel und Wärmepumpe?
Exkurs: Wie arbeitet eine Heizung mit Öl?
Eine Pumpe transportiert das Heizöl vom Tank zum Heizkessel. Hier wird es verbrannt. Die so erzeugte Hitze erwärmt den Wärmetauscher, durch den das Heizwasser fließt. Das erwärmte Heizwasser fließt dann in die Heizkörper oder Fußbodenheizung. Für den Transport des Heizungswassers durch das System sorgt die Umwälzpumpe und für die Steuerung des Wärmebedarfs die Heizungsregelung.
Moderne Ölheizungen arbeiten mit Brennwerttechnik. Diese funktioniert nach dem Prinzip der Wärmerückgewinnung. Bei der Verbrennung von Heizöl entsteht unter anderem heißer Wasserdampf. Ältere Anlagen nutzen diesen nicht. Seine Energie verflüchtigt sich zusammen mit den Abgasen über den Schornstein. Die Brennwerttechnik macht die im Abgas enthaltene Wärme nutzbar. Der Wasserdampf wird abgekühlt und kondensiert. Die dabei freigesetzte Wärme setzt das Brennwertgerät zum Heizen ein.
Alternativen zur Ölheizung
Wir stellen Ihnen die besten Alternativen zur Ölheizung in der Übersicht vor:
Wärmepumpe
Im Neubau sind Wärmepumpen mittlerweile das beliebteste Heizsystem. Doch auch im Altbau ist ihre Installation in der Regel sinnvoll und stellt das ganze Jahr über zuverlässig Wärme bereit. Um die beste Wärmepumpe für Ihr Zuhause zu finden, sollten Sie sich zuvor von einem Heizungsexperten beraten lassen.
Wärmepumpen gewinnen Wärme aus der Umwelt. Den für den Betrieb benötigten Strom können Sie mithilfe einer Photovoltaikanlage selbst erzeugen. Die Wärmepumpenarten richten sich nach der jeweiligen Wärmequelle:
Die Luft/Wasser-Wärmepumpe nutzt die Umgebungsluft als Wärmequelle. Sie eignet sich besonders für einen Heizungstausch, da sie einfach zu installieren ist. Es sind keine Bohrungen in das Erdreich erforderlich. Die Luftwärmepumpe kann auch in Kombination mit einer weiteren Heizung als Hybridsystem arbeiten.
Die Sole/Wasser-Wärmepumpe, auch Erdwärmepumpe genannt, gewinnt die Energie aus dem Erdreich. Diese wandelt sie in nutzbare Wärme für die Heizung und das Warmwasser um. Die Erdwärmepumpe arbeitet sehr effizient und eignet sich vor allem für Neubauten.
Die Wasser/Wasser-Wärmepumpe können Sie ebenfalls als alleinige Heizung einsetzen. Sie bezieht die Wärme aus dem Grundwasser.
Pro
sehr zukunftssicher
geringe Betriebskosten
geringer Platzbedarf
geringer Wartungsaufwand
gute Fördermöglichkeiten
Wertsteigerung Immobilie
unnabhängig von schwankenden Rohstoffpreisen
Contra
höhere Anschaffungskosten
erforderliche Genehmigungen für Bohrungen (nur bei Erdwärmepumpen und Wasser/Wasser-Wärmepumpen)
Abhängigkeit vom Strompreis (nicht bei eigener Photovoltaikanlage)
Solarthermieanlage
Bei einer einfachen Solarthermieanlage reicht die Energie der Sonne, um das Warmwasser aufzubereiten. Wenn nicht, beispielsweise im Winter, springt der Heizkessel ein. Sie benötigen also einen zweiten Wärmeerzeuger. Wenn die Solarthermieanlage auch diesen beim Heizen der Wohnräume unterstützen soll, benötigen Sie mehr Fläche für Kollektoren sowie einen Pufferspeicher und Wärmetauscher.
Meist wird Solarthermie als Hybridvariante installiert. Eine beliebte Kombination war bisher eine Öl- oder Gasheizung und eine Solarthermieanlage. Möglich ist aber ebenso die zukunftsfähige Kombination aus Wärmepumpe und Solarthermie. Da Solarthermieanlagen die Sonnenenergie nutzen, sind sie förderfähig.
Pro
kostenlose Sonnenenergie
gut kombinierbar mit anderen Energieformen
Förderung möglich
Contra
Abhängigkeit von Sonnenstunden
reicht in der Regel nur zur Warmwasserbereitung oder Heizungsunterstützung
Gas-Brennwertheizung
Bei modernen Gasheizungen handelt es sich um sogenannte Gas-Brennwertkessel, welche die effektivere Brennwerttechnik nutzen. Sie verbrauchen weniger Brennstoff als alte Gas- oder Ölheizungen. Eine Gas-Brennwertheizung können Sie mit herkömmlichen Heizkörpern, aber auch mit einer Fußboden- oder Wandheizung verwenden. Zudem lässt sie sich mit erneuerbaren Energien wie einer Wärmepumpe, Solarthermie oder Biomasse kombinieren.
Wichtig: Gasheizungen unterliegen denselben Regulierungen wie Ölheizungen mit Blick auf das GModG.
Pro
bewährte Technologie
einfache Installation
geringer Platzbedarf
Contra
fossiler Brennstoff
CO2-Emissionen
Abhängigkeit vom steigenden Gaspreis
Gasanschluss oder Flüssiggastank müssen vorhanden sein
Wägen Sie Ihre Alternativen ab
Im Hinblick auf die steigenden Anforderungen der Bio-Treppe und die vergleichsweise hohen Emissionen ist die Installation einer neuen Ölheizung wenig sinnvoll. Hinzu kommt die ab 2028 greifende Grünheizölquote, die den Brennstoffmix aller Lieferanten betrifft und damit auch bestehende Anlagen verteuert.
Weil die Betriebskosten fossil betriebener Heizungen also von mehreren Seiten unter Druck geraten, lohnt sich für viele Hausbesitzer der direkte Umstieg auf erneuerbare Energien. So senken Sie nicht nur Ihren Verbrauch fossiler Brennstoffe, sondern angesichts der steigenden Ölpreise auch Ihre laufenden Kosten. Informieren Sie sich vor der Entscheidung auch über die aktuellen Fördermöglichkeiten, um unter Umständen Investitionskosten zu sparen.
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M.A. phil. Hilke Ohrt
Hilke Ohrt ist studierte Germanistin (M.A. phil.) und arbeitet seit vielen Jahren als freiberufliche Journalistin. Sie schreibt unter anderem für die Bauwirtschaft. Ihre Schwerpunkte liegen auf dem Bauen und Wohnen sowie der Wärme- und Heiztechnik.
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