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BAFA Förderung: Die Heizung staatlich fördern lassen

Wenn Sie Ihre Heizungsanlage erneuern wollen, sollten Sie prüfen, ob Sie eine staatliche Förderung erhalten können. Denn das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) unterstützt auch Privatpersonen, die mit erneuerbaren Energien heizen wollen. Dieser Ratgeber informiert Sie über Details zur BAFA-Förderung für Ihre Heizung.

BAFA Fördermittel für die Heizung: Sparschwein

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist das BAFA?
  2. Wer kann von der BAFA-Förderung profitieren?
  3. Was kann gefördert werden: Programme für Wärmepumpen, Biomasse, Solarthermie & Co.
  4. Kombination von BAFA- und KfW-Förderung
  5. So kommen Sie zu Ihrer BAFA-Förderung

Was ist das BAFA?

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, kurz BAFA, ist eine Bundesoberbehörde, die zum Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gehört. Im Jahr 2001 ist dieses Amt aus der Zusammenlegung des Bundesamtes für Wirtschaft mit dem Bundesausfuhramt entstanden.

Eine der Hauptaufgaben des BAFA ist die Kontrolle der Exportwirtschaft. In diesem Bereich arbeitet es eng mit dem Zoll zusammen und prüft zum Beispiel Rüstungsgüter oder Waffenausfuhren vor dem Export in Bezug auf rechtliche Grundlagen sowie außenpolitische Interessen Deutschlands. Neben dieser Kontrollfunktion übernimmt das BAFA auch die Wirtschaftsförderung. Hierfür setzt das Bundesamt verschiedene Programme für Unternehmen auf.

Für Privatpersonen hat das BAFA ebenfalls Relevanz, denn es fördert Techniken zur Steigerung der Energieeffizienz. In diesem Rahmen kann zum Beispiel die BAFA-Förderung für Ihre Heizung sinnvoll sein, sofern das Heizsystem auf erneuerbaren Energien basiert.

Wer kann von der BAFA-Förderung profitieren?

Von der BAFA-Förderung der Heizung können sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen oder Freiberufler profitieren – dafür müssen sie einen entsprechenden Antrag beim BAFA stellen. Wie hoch die Heizungsförderung des BAFA ausfällt, hängt von der Art der Heizanlage sowie von der Art der Förderung ab.

Das BAFA unterteilt die Förderstufen beim Heizen mit erneuerbaren Energien in:

  • Basisförderung (Altbau)
  • Innovationsförderung (unter bestimmten Voraussetzungen auch Neubau)
  • Zusatzförderung

Abhängig von der gewählten Heizungsart können Hausbesitzer im Bereich Zusatzförderung einen höheren Zuschuss erhalten, wenn sie zum Beispiel die Brennwerttechnik mit nachhaltigen und energieeffizienten Systemen wie der Solarthermie kombinieren.

Im Bereich der Zusatzförderung bekommen Sie 500 Euro. Bei der Innovations- und Basisförderung kann das Fördergeld je nach Anlage auch mehr als 7.000 Euro betragen.

Was kann gefördert werden: Programme für Wärmepumpen, Biomasse, Solarthermie & Co.

Was die BAFA im Bereich „Heizung“ finanziell unterstützt, lässt sich anhand des Förderkatalogs des BAFA ermitteln. Dazu gehören Solarthermieanlagen, Wärmepumpen, Mini-Kraft-Wärmekopplungsanlagen und Biomasse-Heizanlagen.

BAFA-Förderung für Wärmepumpen

Sie können den Einbau einer Wärmepumpe mit bis zu 100 Kilowatt Nennwärmeleistung vom BAFA fördern lassen, wenn diese eine der folgenden Bedingungen erfüllt:

  • Verwendung zur Bereitung von Warmwasser und zur Raumheizung in Gebäuden
  • Verwendung zur Raumheizung, wenn das Warmwasser zu wesentlichen Teilen mit erneuerbaren Energien erwärmt wird
  • Verwendung zur Raumheizung von Nichtwohngebäuden
  • Bereitstellung von Prozesswärme
  • Bereitstellung von Wärme für Wärmenetze

Bitte beachten Sie: Wärmepumpen zur ausschließlichen Warmwasserbereitung sind nicht förderfähig. Neben Privatpersonen können auch Unternehmen, Vereine und Selbständige die Zuschüsse beantragen.

Folgende Förderung ist möglich

  • Bis zu 40 Euro pro Kilowatt installierter Nennwärmeleistung, wenn die Wärmequelle Luft ist

  • Mindestens 1.500 Euro pro Anlage (leistungsgeregelt und/oder monovalent) und 1.300 Euro bei sonstigen Wärmepumpen

  • Bis zu 100 Euro pro Kilowatt installierter Nennwärmeleistung bei den Wärmequellen Erde und Wasser sowie für sorptions- und gasmotorische Wärmepumpen

  • Mindestens 4.000 Euro pro elektrischer Wärmepumpe bei den Wärmequellen Erde oder Wasser, mit Erdsondenbohrung steigt die Förderungssumme auf mindestens 4.500 Euro

  • Tipp: Bei besonders effizienten Wärmepumpen im Altbau bringt die BAFA-Heizungs- Förderung ein zusätzliches Plus von 50 % zur Basisförderung und im Neubau kann die Förderhöhe der Basisförderung erreicht werden.

Weitere Fördermöglichkeiten für die Wärmepumpe:

  • Wird die Wärmepumpe mit einer anderen Anlage für erneuerbare Energien wie Solarkollektoren oder einer Biomasseanlage kombiniert, ist ein Zusatzbonus von 500 Euro möglich.
  • Wird die Wärmepumpe in ein KfW-Effizienzhaus 55 eingebaut, gibt es einen Gebäudeeffizienzbonus in Höhe von 50 % der Basis- oder Innovationsförderung.
  • Wird eine bestehende Heizungsanlage durch eine Wärmepumpe ergänzt, erhalten Sie einen Investitionszuschuss von bis zu 10 % der förderfähigen Investitionskosten.
  • Ein Optimierungszuschuss von 200 Euro für einen Heizungscheck ist möglich, wenn die Wärmepumpe vor drei bis sieben Jahren eingebaut wurde1.
  • Wird eine bestehende Wärmepumpe innerhalb von einem Jahr nach der Einrichtung optimiert, können Sie nachträglich bis zu 250 Euro BAFA-Zuschuss erhalten.

BAFA-Förderung für Biomasse-Heizungen

Damit Biomasse-Anlagen die Basisförderung erhalten, müssen Sie den Antrag auf Förderung vor dem Baubeginn und mit einem Fachmann stellen. Die Antragstellung erfolgt ausschließlich online.

Zu förderfähigen Biomasseanlagen zählen zum Beispiel Pelletheizkessel oder Pelletöfen mit Wassertasche. Für einen erfolgreichen Antrag muss die Biomasse-Heizung folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Bestätigung des hydraulischen Abgleichs durch eine Fachfirma
  • Erfüllung der Effizienzklasse A bei einer der verwendeten Umwälzpumpen
  • Ein Pufferspeicher, der an die Leistung der Anlage angepasst ist

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Die Basisförderung für Biomasseanlagen beträgt:

Holzpellet-Heizungen

  • Basisförderung von automatisch beschickten Pelletanlagen mit einer Nennwärmeleistung zwischen 5 und 100 Kilowatt
  • Fördergeld von 36 Euro pro Kilowatt, mindestens aber 2.000 Euro für Pelletöfen mit Wassertasche, 3.000 Euro für Pelletkessel
  • Zusatzförderung von 500 Euro für einen neuen Pufferspeicher mit Mindestvolumen von 30 Liter pro Kilowatt

Holzhackschnitzel

  • Basisförderung von automatisch beschickten Holzhackschnitzel-Anlagen mit einer Nennwärmeleistung zwischen 5 und 100 Kilowatt
  • Pauschal 3.500 Euro, wenn Sie einen Pufferspeicher mit mindestens 30 Liter pro Kilowatt haben
  • Förderung von Kombinationskesseln (Scheitholz/Hackschnitzel) möglich, wenn Pufferspeicher mit mindestens 55 Liter pro Kilowatt vorhanden ist

Scheitholzvergaserkessel

  • Basisförderung von manuell beschickten Anlagen
  • Pauschal 2.000 Euro für Vergaserkessel mit Pufferspeicher von mindestens 55 Liter pro Kilowatt

Hinweis: Auch hier ist ein zusätzliches Fördergeld von 500 Euro bei Kombination von Biomasse-Heizungen mit anderen auf erneuerbaren Energien beruhenden Heizsystemen wie Solarthermie möglich.

Im Rahmen der Innovationsförderung erhalten Sie bei Biomasse-Anlagen noch mehr Geld, wenn Sie mit zusätzlichen Maßnahmen die Emissionen der Anlage reduzieren und die Effizienz der Heizung steigern:

  • Nutzen Sie die Abgaswärme durch einen Abgaswärmetauscher/-wäscher bekommen Sie bei Neubauten 850 Euro und bei einem Bestandsgebäude 750 Euro.
  • Beim Einbau eines Partikelabscheiders ist eine zusätzliche BAFA-Förderung für die Heizung von 850 Euro in Neubauten und 750 Euro im Bestand möglich.

BAFA-Förderung für Solarthermie

Auch im Bereich Solarthermie können Sie Geld über die BAFA sparen. Und zwar bei Solarkollektoren, die Sie für die Warmwasserbereitung und/oder die Raumheizung nutzen.

Solarkollektoranlagen zur ausschließlichen Warmwasserbereitung

  • Basisförderung bei Erstinstallation von bis zu 50 Euro pro angefangenem Quadratmeter Bruttofläche des Kollektors. Die Mindestförderung beträgt dabei 500 Euro.

  • Erweitern Sie bestehende Solarkollektoren um mindestens vier bis maximal 40 Quadratmeter Fläche, können Sie bis zu 50 Euro Förderung pro zusätzlich eingebautem Quadratmeter Bruttokollektorfläche erhalten.

Weitere Fördermöglichkeiten für Solarkollektoren:

  • Sie erhalten einen Kombinationsbonus von 500 Euro, wenn Sie mit den Sonnenkollektoren gleichzeitig einen Heizkessel ohne Brennwerttechnik gegen einen modernen Öl- oder Gasbrennwertkessel tauschen. Ein hydraulischer Abgleich ist generell Voraussetzung für die Förderung.
  • Ein Kombinationsbonus von 500 Euro ist ebenfalls möglich, wenn Sie Sonnenkollektoren mit einem förderfähigen Pelletkessel (Pelletheizung) oder Holzvergaser sowie einer Wärmepumpe kombinieren.
  • Sind die Voraussetzungen für ein KfW-Effizienzhaus 55 erfüllt, können Sie für Ihre Solarkollektoren zusätzlich bis zu 50 % der Basis- oder Innovationsförderung erhalten.
  • Handelt es sich um eine Optimierung Ihrer Heizungsanlage, gibt es einen Investitionszuschuss von bis zu 10 % für die förderfähigen Kosten bis maximal 50 % der Basisförderung für Solarthermie.
  • Auch nach der Installation einer geförderten Solarkollektoranlage können Sie einmalig einen Zuschuss von 200 Euro für Optimierungsmaßnahmen erhalten. Die Anlage muss zwischen drei und sieben Jahre alt sein.

BAFA-Förderung für Mini-KWK-Anlagen

Für Blockheizkraftwerke, die auf der Basis von Kraft-Wärme-Kopplung arbeiten, hilft der Staat ebenfalls mit einer BAFA-Förderung aus.

Für Mini-KWK-Anlagen mit einer Leistung von bis zu 20 Kilowatt ist ein einmaliger Investitionszuschuss möglich. Dieser orientiert sich an der elektrischen Leistung der Anlage. Die maximale Förderung beträgt 3.500 Euro. Für kleine Anlagen mit bis zu einem Kilowatt elektrischer Leistung (kWel) ist eine BAFA-Förderung von bis zu 1.900 Euro je kWel möglich.

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Voraussetzungen sind:

  • Ein Wärmespeicher mit mindestens 60 Liter pro Kilowatt thermischer Leistung
  • Durchführung eines hydraulischen Abgleichs
  • Einsatz von energieeffizienten Umwälzpumpen
  • Einhaltung der technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft)

Speisen Sie durch die Mini-KWK-Anlage Strom ins Netz ein, haben Sie zusätzliche Einnahmen aus dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz. Die Förderung verteilt sich auf einen Zeitraum von zehn Jahren und besteht aus bestimmten Sätzen. Möglich ist bei kleinen Anlagen auch eine einmalige Zahlung.

  • KWK-Anlagen bis zwei Kilowatt elektrischer Leistung: Förderzuschuss von 5,41 Euro pro Kilowattstunde oder einmalig 3.246 Euro für 30.000 Vollbenutzungsstunden (Vbh)
  • KWK-Anlagen von zwei bis 50 Kilowatt elektrischer Leistung: 5,41 Euro pro Kilowattstunde
  • KWK-Anlagen mit mehr als 50 Kilowatt elektrischer Leistung: Staffelung der Förderung nach Leistung

Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE): Förderung der Modernisierung von Heizungsanlagen bei Nutzung erneuerbarer Energien

Mit dem APEE wird der Umstieg zu modernen Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien stärker und umfassender gefördert. Diejenigen, die ihre besonders ineffiziente Heizungsanlage austauschen oder solarthermisch modernisieren möchten, können eine zusätzliche Förderung (plus 20 %) erhalten, wenn sie zugleich das gesamte Heizungssystem (inklusive Heizkörpern und Rohrleitungen) optimieren. Für die Optimierung der Heizungsanlage gibt es pauschal 600 Euro oben drauf.

Kombination von BAFA- und KfW-Förderung

  • Wenn Sie Ihr Haus in ein sogenanntes „KfW-Effizienzhaus“ umbauen lassen wollen und dafür die Programme 151 (Kredit) sowie 430 (Investitionszuschuss) der KfW nutzen, können Sie mit einer BAFA-Förderung zusätzlich Ihre Heizung finanzieren. Bei den KfW-Förderprogrammen handelt es sich um Ergänzungsfinanzierungen beziehungsweise Investitionszuschüsse für Heizungsanlagen auf der Basis von erneuerbaren Energien.

  • Die kombinierte Förderung darf die Gesamtkosten Ihrer Heizungssanierung nicht überschreiten.

So kommen Sie zu Ihrer BAFA-Förderung

Wenn Sie als Eigenheimbesitzer mit BAFA-Förderung die Heizung sanieren oder erneuern möchten, gehen Sie am besten so vor:

1. Wenden sie sich an einen Heizungs-Fachbetrieb und lassen sie sich beraten.

2. Suchen Sie einen Energieberater über das Portal  energie-effizienz-experten.de. Dort finden Sie Experten für die Förderprogramme des Bundes. Nehmen Sie Kontakt zu einem Energieberater in Ihrer Nähe auf und vereinbaren Sie einen Termin. Unser Tipp: Den Termin mit dem Energieberater können Sie sich durch die KfW fördern lassen. Lesen Sie hier mehr zur KfW-Förderung für Ihre Heizung.

3. Stellen sie den BAFA-Antrag über das Online-Portal.

Wichtig: Anträge müssen seit 2018 unbedingt vor der Maßnahme gestellt werden!

  • Das bedeutet: Anträge für die Basisförderung von Privatpersonen, Kommunen, kommunalen Gebietskörperschaften, kommunalen Zweckverbänden und gemeinnützigen Organisationen sind vor Vorhabensbeginn zu stellen (zweistufiges Antragsverfahren).

  • Als Vorhabensbeginn gilt der Abschluss eines Lieferungs- oder Leistungsvertrages, der der Ausführung zuzurechnen ist.

  • Planungsleistungen sowie die Erschließung der Wärmequelle dürfen Sie vor Antragstellung durchführen.

  • Maßgeblich ist das Eingangsdatum des Förderantrages beim BAFA.

4. Der Verwendungsnachweis ist nach Inbetriebnahme und spätestens vor dem Ablauf der im Bewilligungsbescheid genannten Vorlagefrist unter Vorlage der geforderten Unterlagen einzureichen. Die Auszahlung des Zuschusses erfolgt nach Abschluss der Prüfung des Verwendungsnachweises.

 

BAFA: Nachträgliche Optimierungen, Fördervoraussetzungen

2 BAFA: Energieberatung Wohngebäude

Phil R.

Über den Autor

Phil R. hat mehrere Jahre in der Marketing-Abteilung eines Unternehmens für Heiz- und Kamintechnik gearbeitet. Dort hat er tiefe Einblicke in die Technik und Branche bekommen und gelernt, komplexe Heizungsthemen für Laien verständlich aufzubereiten.

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