Schlechte Luft in Wohnräumen: Gründe, Folgen, Maßnahmen

Schlechte Luft in Innenräumen entsteht unter anderem durch Schadstoffe, eine zu hohe Luftfeuchtigkeit oder zu viel Kohlendioxid. Das kann zu Leistungsproblemen, Kopfschmerzen und anderen gesundheitlichen Problemen führen. Lesen Sie hier im Detail, wann genau von schlechter Luft die Rede ist. Und welche Lösungen es für eine bessere Luftqualität gibt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Ab wann ist die Luft schlecht?
  2. Gründe für schlechte Luft in Innenräumen
  3. Was können Sie gegen schlechte Luft tun?
  4. Gesundes Raumklima nicht dem Zufall überlassen
Schlechte Luft: Offenes Fenster

Ab wann ist die Luft schlecht?

Ein erwachsener Mensch atmet in jeder Minute etwa acht Liter Luft ein – das entspricht an einem einzigen Tag 11.520 Litern. Die Qualität der eingeatmeten Luft ist für die Gesundheit und das Wohlbefinden von maßgeblicher Bedeutung. Eine zu hohe Konzentration an Schadstoffen, Feinstaubpartikeln und CO2 in der Luft lässt die Konzentration sowie Leistungsfähigkeit sinken und führt zu Kopfschmerzen. Zudem sorgt schlechte Luft in Innenräumen dafür, dass wir schneller erkranken.

Hauptbestandteile von natürlich trockener Luft:

    • Stickstoff (N2): 78,08%
    • Sauerstoff (O2): 20,95%
    • Argon (Ar): 0,93%
    • Kohlenstoffdioxid (CO2): 0,04%

Außerdem enthält Luft geringe Anteile an diversen Spurengasen wie Neon, Helium, Methan, Krypton oder Xenon. Zudem ist die Umgebungsluft niemals vollständig trocken, sondern teilweise mit Wasserdampf gesättigt. Der Anteil an Wasserdampf in der Luft wird in der relativen Luftfeuchtigkeit erfasst.

Luft gilt im Allgemeinen als schlecht, wenn sie stark mit schädlichen Partikeln belastet oder die Luftfeuchte besonders hoch oder niedrig ist. Zu den Merkmalen schlechter Luft gehören unter anderem die folgenden.

Merkmale schlechter Luft

  1. Hoher CO2-Gehalt

    Der Mensch atmet ständig Luft ein, verbraucht einen Teil des darin enthaltenen Sauerstoffs und atmet schließlich Kohlenstoffdioxid aus. Das führt zu einem Anstieg der CO2-Konzentration in der Luft. Besonders in geschlossenen Räumen mit mehreren Personen wird die Luft schnell „verbraucht“ – als Folge fällt die Konzentrationsfähigkeit rapide ab.

    Regelmäßiges Lüften oder noch besser eine kontrollierte Wohnraumlüftung hilft dabei, einen konstant hohen Sauerstoffgehalt in der Raumluft sicherzustellen.

  2. Luftfeuchtigkeit

    Die relative Luftfeuchtigkeit sollte in den eigenen vier Wänden möglichst in einem Bereich von 40 bis 65% liegen. Eine geringere Luftfeuchte trocknet die Schleimhäute aus und erhöht das Risiko von Infektionen oder Krankheiten. Eine zu hohe Luftfeuchtigkeit hingegen begünstigt die Bildung von Schimmel und führt zu Unwohlsein – in diesem Fall ist es wichtig, die Luftfeuchtigkeit zu senken.

  3. Stickoxide

    Die Belastung der Außenluft mit Stickoxiden nimmt zwar seit Jahren ab – in vielen deutschen Großstädten liegt die Konzentration aber immer noch über dem Grenzwert. Studien lassen darauf schließen, dass eine erhöhte NOx-Konzentration (NOx: Stickoxide) zu Krankheiten führt.

  4. Unangenehme Gerüche

    Luft nehmen Menschen auch als schlecht wahr, wenn sie unangenehm riecht. Die Quellen für die Gerüche sind in der eigenen Wohnung oder im eigenen Haus vielfältig. Sie reichen von den natürlichen Ausdünstungen des Menschen über Essensgerüche bis zu Chemikalien aus lackierten Oberflächen oder Bodenbelägen. Regelmäßiges Stoßlüften oder eine automatische Wohnraumlüftung sorgt dafür, dass die Gerüche in der Raumluft nach außen befördert werden.

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Neben den hier aufgeführten Merkmalen schlechter Luft gibt es weitere Einflussfaktoren, die die Luftqualität und damit auch unser Wohlbefinden beeinträchtigen:

  • Dazu gehören beispielsweise Pollen und Sporen, die vor allem Allergikern große Probleme bereiten.
  • Auch die Belastung durch Rauch, Feinstaub und Hausstaub trägt zu einer Minderung der Luftqualität bei.
  • Viren und Bakterien lassen sich durch sinnvolles Lüften ebenfalls aus den Wohnräumen befördern.

Gründe für schlechte Luft in Innenräumen

Die Gründe für eine schlechte Luftqualität sind vielfältig. Neben verschiedenen natürlichen Ursachen wie der Atmung des Menschen und dem Pollenflug gibt es zahlreiche menschengemachte Schadstoffquellen: zum Beispiel die Belastung durch Verkehr und Industrie oder die Ausdünstung von Chemikalien aus Einrichtungsgegenständen.

Die wichtigsten Gründe für schlechte Luft im Überblick

  1. Trockene Luft

    Vor allem im Winter führt trockene Luft häufig dazu, dass Schleimhäute austrocknen, Augen gereizt sind und sich Viren in der Luft schneller ausbreiten. Der Grund: Im Winter ist die Luft kälter und kann daher weniger Feuchtigkeit aufnehmen – beim Lüften führt dies zu einer Reduzierung der Luftfeuchtigkeit. Zudem sorgt das ständige Heizen dafür, dass die Raumluft trockener wird. Ein Luftbefeuchter oder eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Feuchterückgewinnung kann hierfür eine Lösung sein.

  2. Verkehr und Industrie

    Straßenverkehr, Kraftwerke und industrielle Anlagen setzen riesige Mengen an Stickoxiden, Feinstaub, Schmutzpartikeln und anderen Substanzen frei. Vor allem in Großstädten, an viel befahrenen Straßen oder in der Nähe industrieller Liegenschaften ist die Luftverschmutzung hoch. Der Partikelfilter in der Wohnraumlüftung sorgt dafür, dass Schadstoffe draußen bleiben.

  3. Schimmel

    Schimmel beeinträchtigt die Luftqualität in den eigenen vier Wänden und ist für den Menschen sogar gefährlich. Um der Schimmelbildung effektiv vorzubeugen, sollten Sie eine zu hohe Luftfeuchtigkeit vermeiden. Nur regelmäßiger Luftaustausch sorgt dafür, dass Feuchtigkeit aus der Wohnung entweichen kann.

  4. Staub

    Die Verbreitung von Staub lässt sich in der Wohnung kaum vermeiden – durch regelmäßiges Staubsaugen oder die Aufstellung eines Luftreinigers können Sie die Staubbelastung auf ein verträgliches Minimum begrenzen.

  5. Möbel, Farben und Einrichtungsgegenstände

    Viele Möbelstücke, Farben und Einrichtungsgegenstände dünsten durchgehend Chemikalien aus, die die Luftqualität beeinträchtigen und der Gesundheit schaden. Vor allem bei Neuanschaffungen ist es empfehlenswert, viel zu lüften, um Schadstoffe in der Raumluft ins Freie zu transportieren.

Was können Sie gegen schlechte Luft tun?

Einer Studie zufolge führt Luftverschmutzung durch Verkehr jährlich zu etwa 13.000 vorzeitigen Todesfällen.1 Schlechte Luft wird mit Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, Schlaganfällen und Asthma in Verbindung gebracht. Die Politik arbeitet daher mit Hochdruck daran, die Belastung der Luft mit gesundheitsgefährdenden Schadstoffen zu reduzieren. Die Europäische Union konnte hier in den letzten beiden Jahrzehnten schon messbare Erfolge erzielen und sowohl die Feinstaubbelastung als auch CO2 reduzieren.2

In Deutschland haben zudem die Umweltzonen in Großstädten zu einer messbaren Verbesserung der Luftqualität geführt. Trotz aller Erfolge werden die Grenzwerte der Schadstoffbelastung aber immer noch überschritten – die EU hat aus diesem Grund 2018 eine Klage gegen Deutschland beim Europäischen Gerichtshof eingereicht.3

Um die Luftverschmutzung weiter zu reduzieren, plant Deutschland, die Verkehrs- und Wärmewende mit großem Aufwand voranzutreiben. Dabei kommt vor allem der Verbannung alter Dieselfahrzeuge und der Verbreitung von Elektrofahrzeugen eine maßgebliche Rolle zu. Auch alte Heizungen, die viele Emissionen ausstoßen, sollen ersetzt werden.

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Neben den politischen Maßnahmen können auch wir alle mit unserem alltäglichen Verhalten dazu beitragen, dass sich die Luftqualität nachhaltig verbessert. Wenn Sie häufiger zu Fuß gehen, das Rad nutzen oder mit dem Zug fahren, leisten Sie einen wertvollen Beitrag zur Reduzierung von Schadstoffen. Eine effiziente, umweltfreundliche Heizung wie die Wärmepumpe oder ein modernes Fahrzeug können auch ihren Teil beitragen.

Zuhause können Sie durch einfache Maßnahmen und kleine Investitionen die Qualität der Raumluft verbessern. Regelmäßiges Staubwischen und richtiges Lüften, mehr Pflanzen im Zimmer und ein Luftbefeuchter tragen dazu bei, dass Sie keine schlechte Luft mehr einatmen müssen.

Vor allem im Neubau und im sanierten Bestand ist es wichtig, in eine kontrollierte Wohnraumlüftung zu investieren. Dabei handelt es sich um eine mechanische Lüftungsanlage, die kontinuierlich für ein optimales Raumklima sorgt und Schadstoffe zuverlässig aus der Raumluft filtert. Wenn die Anlage mit Wärmerückgewinnung ausgestattet ist, können Sie zudem Ihre Energiekosten spürbar senken.

Gesundes Raumklima nicht dem Zufall überlassen

Gute Luft und ein gesundes Raumklima sind die Grundvoraussetzungen für Behaglichkeit und Wohlbefinden in den eigenen vier Wänden. Der Installateur Ihres Vertrauens berät Sie ausführlich zum Thema Raumklima und stellt Ihnen die Vorteile einer kontrollierten Wohnraumlüftung vor. Erfahren SIe hier, wie Sie in Ihrer Nähe einen kompetenten Heizungsbauer finden.

 

1 The International Council on Clean Transportation: Die Gesundheitsauswirkungen verkehrsbedingter Luftverschmutzung in Deutschland

2 Europäisches Parlament: Luftqualität – Quellen und Auswirkungen der Luftverschmutzung, EU-Rechtsvorschriften und internationale Übereinkommen

3 Europäisches Kommission: EU-Kommission verklagt Deutschland und fünf weitere Mitgliedsstaaten wegen Luftverschmutzung

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