Der Gebäudesektor leistet seinen Beitrag zum Klimaschutz, indem Hausbesitzer weniger oder gar nicht mit fossilen Brennstoffen wie Öl heizen. Es gibt heute keine Pflicht mehr, eine Ölheizung nur wegen ihres Alters auszutauschen. Einen neuen Ölkessel dürfen Sie dennoch nur unter bestimmten Bedingungen einbauen, wobei es zwischen Neubau und Bestandsgebäuden Unterschiede gibt, geregelt durch das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), den Nachfolger des GEG.
Hat die Ölheizung eine Zukunft?

Wie zukunftsfähig sind Ölheizungen?
Ölheizungen haben sich in der Vergangenheit als zuverlässige Heizsysteme bewährt. Sie sind heute im Bestand noch oft vertreten, aber auf dem Rückzug. Im Jahr 2025 wurden rund 17,2% aller Wohnungen in Deutschland mit Heizöl beheizt. In neu gebauten Häusern sind Ölheizungen mittlerweile selten: 2014 lag ihr Anteil an den fertiggestellten Neubauten noch bei 1,2% und 2024 nur noch bei 0,3%.²
Die Zahlen gehen nicht nur zurück, weil das Bewusstsein für den Klimaschutz immer stärker wird, sondern auch weil Heizsysteme mit erneuerbaren Energien einen deutlichen geringeren Energieverbrauch und damit niedrigere Betriebskosten aufweisen. Da fossile Energieträger die Umwelt, Gesundheit und Wirtschaft belasten, stehen insbesondere alte Ölheizungen auf dem Prüfstand und erneuerbare Energien im Fokus. Zu guter Letzt drängt auch der Gesetzgeber darauf, den Energieverbrauch im Gebäudesektor zu senken. Dies bringt sowohl Vorschriften, also auch Förderangebote mit sich.
Alte Ölheizungen entsprechen nicht mehr dem Stand der Technik. Sie laufen in der Regel auf Hochtouren, weil sie ihre Vorlauftemperatur nicht den Außenbedingungen anpassen. Damit weisen sie eine schlechte Energieeffizienz auf, die sich genauso negativ auf die Umwelt auswirkt wie ihr CO2-Ausstoß. Zudem verursachen sie deutlich mehr laufende Kosten als notwendig.
Allerdings hängt der Preis für Heizöl von der Entwicklung auf dem weltweiten Energiemarkt und damit auch von der Preispolitik der Förderländer ab. Die Kosten variieren also je nach Bestellzeitpunkt. Laut Prognosen müssen sich Verbraucher auf noch weiter steigende Heizölpreise einstellen. Hinzu kommt der CO2-Preis, mit dem der Gesetzgeber den Treibhausgas-Ausstoß senken möchte. Und wie Sie im nächsten Kapitel sehen, kommen weitere Kostenfaktoren hinzu. Ein weiterer Aspekt, der in vielen Fällen gegen eine Ölheizung spricht, ist der große Platzbedarf für den Heizöltank.
Moderne Öl-/Gas-Brennwertkessel können die aufgeführten Nachteile jedoch etwas kompensieren. Sie stoßen dank deutlich höherer Effizienz weniger CO2 aus und punkten mit geringeren Heizkosten. Zudem laufen Modelle wie der WOLF COB-2 B30 bereits heute mit Bioöl. In Einzelfällen sowie in der richtigen Hybrid-Kombination können moderne Geräte durchaus weiter in Erwägung gezogen werden.
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Sind Ölheizungen in Zukunft noch erlaubt?
Im Rahmen des Klimaschutzprogramms zielt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) darauf ab, den Energieverbrauch beim Heizen und der Warmwasseraufbereitung zu reduzieren sowie CO2-Emissionen zu senken. Für die Zukunft der Ölheizung ergibt sich daraus folgendes Bild:
Freie Wahl der Heiztechnik: Das GModG legt sich weder im Neubau noch im Bestand auf ein bestimmtes Heizsystem fest.
Neubau: Bis Ende 2029 ist eine eigenständige Ölheizung hier grundsätzlich möglich. Ab 2030 gilt zusätzlich der Nullemissionsgebäude-Standard, wonach am Gebäude keine CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen mehr auftreten dürfen. Eine reine Ölheizung wird damit im Neubau hinfällig.
Bestand: Der Einbau eines neuen Ölgeräts ist weiterhin möglich, ebenso eine Hybridlösung mit Wärmepumpe.
Bio-Treppe: Für jede neu eingebaute Öl- oder Gasheizung (egal ob Neubau oder Bestand) gilt ab 2029 ein wachsender Pflichtanteil an Bio-Brennstoffen. Die erste Stufe lässt sich unter anderem durch eine Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung oder eine ausreichend dimensionierte Hybridlösung mit Wärmepumpe erfüllen.
Kein Betriebsverbot: Eine bereits laufende Ölheizung dürfen Sie zeitlich unbegrenzt weiterbetreiben.
Grünheizölquote: Ab 2028 müssen Lieferanten einen steigenden Grünanteil in das verkaufte Heizöl einmischen. Das betrifft auch Bestandsanlagen und dürfte die Brennstoffkosten mittelfristig erhöhen.
Feuerstättenschau bleibt: Unabhängig von alledem prüft der Schornsteinfeger regelmäßig den Zustand und die Abgaswerte Ihrer Heizungsanlage.
Keine Beratungspflicht: Vor dem Einbau einer Heizung mit festen, flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen ist keine verpflichtende Fachberatung vorgeschrieben. Freiwillig empfiehlt sie sich trotzdem, etwa durch Ihren Heizungsbauer oder Kaminkehrer.
Tipp: Wer dauerhaft unabhängig von fossilen Brennstoffen heizen möchte, findet in der Wärmepumpe eine eigenständige, zukunftssichere Lösung.
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Moderne Heizsysteme im Überblick
Zukunftsfähig sind vor allem erneuerbare Energien. Für Haushalte, die nicht auf Heizöl verzichten können, gibt es Übergangslösen. In Frage kommen beispielsweise eine effiziente Öl-Brennwertheizung und Hybridheizungen.
Erneuerbare Energien
Die Heizsysteme der Zukunft laufen mit regenerativen Energien. So beziehen beispielsweise Wärmepumpen ihre Energie aus der Umwelt. Zu den Wärmequellen zählen die Luft, das Erdreich und Grundwasser. Dementsprechend gibt es Luft/Wasser-Wärmepumpen, Erdwärmepumpen und Wasser/Wasser-Wärmepumpen. Alle Arten von Wärmepumpen können als alleiniges System Ihren Wohnraum heizen und Warmwasser aufbereiten. Dies gilt sowohl für den Bestand als auch für den Neubau.
Die Wärmepumpentechnik kommt ohne fossile Brennstoffe aus. Nutzen Sie zusätzlich Strom aus erneuerbaren Quellen (etwa von der eigenen Photovoltaikanlage), sinkt der CO2-Ausstoß für den Betrieb weiter. Die Wärmepumpe ist mit Blick auf quasi alle Aspekte von Heizungen die konsequente Wahl für die Zukunft: effizient und unabhängig von gesetzlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen.
Eine weitere zukunftsfähige Heizmethode ist die Solarthermie. Dabei nutzen Sie die Wärme der Sonnenstrahlen zum Heizen und zur Warmwasserbereitung. So können Sie einen Teil Ihres Energiebedarfs decken. In unserer Klimazone reichen die Sonnenstunden für den alleinigen Betrieb in der Regel nicht aus. Daher kommt die Solarthermie häufig in Kombination mit einer Wärmepumpe oder Pelletheizung zum Einsatz.

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Hybridheizungen und Brennwertgeräte
Eine Hybridheizung verbindet verschiedene Heiztechnologien, um effizient Wärme zu erzeugen. Ein Beispiel hierfür ist die Kombination aus Wärmepumpe und Ölheizung. In den allermeisten Fällen arbeitet die Wärmepumpe dann kostengünstig und effizient, nur im Härtefall schaltet sich die Ölheizung ein. Mit dieser Kombination erfüllen Sie in der Regel bereits die erste Stufe der Bio-Treppe des GModG, ohne dafür Bio-Brennstoffe einsetzen zu müssen.
Im Bestand ist das eine dauerhaft praktikable Lösung. Für den Neubau gilt das allerdings nur bis 2029: Ab 2030 schließt der dort geltende Nullemissionsgebäude-Standard eine Ölheizung selbst als Ergänzung zur Wärmepumpe praktisch aus. Da moderne Wärmepumpen Gebäude im Bestand in der Regel ganzjährig dauerhaft heizen, ist ein solches Hybridsystem allerdings oftmals nicht nötig. Die Wärmepumpe als alleiniger Heizlastträger ist meist die günstigere Wahl. Hier kann Sie Ihr Heizungsbauer beraten.
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Recht effizient arbeitet zudem eine Öl-Brennwertheizung, da sie den Verbrennungsprozess optimiert. Sie nutzt die Wärme der Abgase und speist sie in das System ein. Im Vergleich zur Wärmepumpe bleiben die CO2-Emissionen und laufenden Kosten hier allerdings recht hoch. Erneut spielt das GModG eine Rolle: Wie bereits erwähnt, sollte Ihr Gerät Bioöl verarbeiten können, damit Sie die Vorgaben der Bio-Treppe langfristig erfüllen.
Mit diesen Lösungen können Sie das alte Heizsystem modernisieren und Ihre Ölheizung auf die Zukunft vorbereiten. Für den Umstieg auf eine Wärmepumpe, eine Biomasseheizung oder Solarthermie gibt es finanzielle Förderungen, wobei ebenfalls der erneuerbare Anteil von Hybridlösungen unterstützt wird. Eine rein fossil betriebene Ölheizung wird dagegen nicht gefördert.
Synthetisches Öl ist noch Zukunftsmusik
Innovative flüssige Brennstoffe aus regenerativen Quellen haben das Potenzial, gemeinsam mit erneuerbaren Energien den allgemeinen Energiebedarf zu decken. Daher wird die Erforschung von flüssigen Kraft- und Brennstoffen als Alternative zu herkömmlichem Öl vorangetrieben.
So werden beispielsweise Future Fuels mit Ökostrom aus Wasser, Wind oder Sonne gewonnen. Bei ihrer Verbrennung setzen sie im Idealfall nur so viel CO2 frei, wie zuvor bei der Herstellung eingebunden wurde – vorausgesetzt, sowohl der eingesetzte Strom als auch die CO2-Quelle stammen tatsächlich aus regenerativen beziehungsweise nicht-fossilen Quellen. Dieser synthetische Brennstoff kann Heizöl in steigenden Anteilen beigemischt werden und ist damit in modernen Brennwertkesseln ohne Umrüstungen einsetzbar. Das Herstellungsverfahren nennt sich Power-to-Liquid (elektrische Energie zu Flüssigkeit).
Das Karlsruher Institut für Technologie erforscht, wie sich aus Biomasse flüssige Brenn- und Kraftstoffe herstellen lassen. Es untersucht die Herstellung hochwertiger BTL-Kraftstoffe im Verfahren Biomass-to-Liquid (Biomasseverflüssigung) in einer sogenannten bioliq®-Pilotanlage. Diese Designbrennstoffe sind auch für Heizungsanlagen einsetzbar.
Die Verfahren müssen aber noch weiterentwickelt werden, um sie in großen Mengen und zu marktfähigen Preisen zu produzieren. Mit den Future Fuels könnte neben Effizienzsteigerungen durch neue Brennwerttechniken und den Einsatz erneuerbarer Energien eine dritte Möglichkeit entstehen, den CO2-Ausstoß beim Heizen zu senken. Die Zukunft der Ölheizung wäre damit gesichert.
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M.A. phil. Hilke Ohrt
Hilke Ohrt ist studierte Germanistin (M.A. phil.) und arbeitet seit vielen Jahren als freiberufliche Journalistin. Sie schreibt unter anderem für die Bauwirtschaft. Ihre Schwerpunkte liegen auf dem Bauen und Wohnen sowie der Wärme- und Heiztechnik.

