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Druck in der Heizung schwankt: Das müssen Sie wissen

Die Heizkörper bleiben plötzlich kalt und das Manometer an der Heizungspumpe zeigt ungewöhnliche Ausschläge an: Wenn der Druck in der Heizung schwankt, ist guter Rat teuer. Der Druck ist im Heizsystem dafür verantwortlich, das Heizungswasser zuverlässig zu allen Heizkörpern zu transportieren und eine gleichmäßige Erwärmung aller Räumlichkeiten sicherzustellen. Ein schwankender Druck in der Heizung kann nicht nur zu einem spürbaren Komfortverlust, sondern auch zu Schäden an der Anlage führen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Wie erkenne ich, ob in der Heizung der Druck schwankt?
  2. Welche Ursachen hat ein schwankender Druck in der Heizung?
  3. Maßnahmen, wenn in der Heizung der Druck schwankt
  4. Ein Fall für den Profi, wenn in der Heizung der Druck schwankt

Wie erkenne ich, ob in der Heizung der Druck schwankt?

Ein ständig wechselnder Heizungsdruck macht sich in vielen Fällen erst dann bemerkbar, wenn mitten in der Heizsaison die Heizkörper nicht mehr warm werden. Häufig ist das Phänomen nur von kurzer Dauer: Sobald der Druck in der Anlage wieder ansteigt und gegebenenfalls sogar ein Überdruck herrscht, erwärmen sich auch die Heizkörper. Falls Sie solche wiederkehrenden Ausfälle beobachten, lohnt sich der Blick auf das Manometer.

Was ist das Manometer?

  • Das Manometer befindet sich üblicherweise in der Nähe des Heizkessels und misst kontinuierlich den Druck, den die Pumpe erzeugt.

  • Das optimale Druckniveau der Heizungsanlage hängt maßgeblich von den gebäude- und anlagenspezifischen Parametern ab.

  • So haben vor allem die Höhe des Gebäudes, die zu versorgende Heizkörperanzahl und die Gesamtlänge der Rohrleitungen einen Einfluss auf das erforderliche Druckniveau.

In einem normalen Einfamilienhaus liegt der optimale Anlagendruck üblicherweise in einem Bereich von 1,5 bis 1,8 bar. Bei diesem Druck ist sichergestellt, dass auch der am weitesten vom Heizkessel entfernte Heizkörper noch zuverlässig mit Wärme versorgt wird. Ob der Druck in Ihrer Heizungsanlage im empfohlenen Druckbereich liegt, können Sie am Manometer ablesen.

Korrektes Ablesen des Manometers

Das Manometer weist üblicherweise einen schwarzen sowie einen roten Zeiger und einen grün eingefärbten Bereich auf:

  • Der schwarze Zeiger zeigt den aktuell gemessenen Druck an der Heizungspumpe an.
  • Der rote Zeiger lässt sich statisch einstellen und gibt den Mindestdruck an, der im Betrieb nicht unterschritten werden sollte.
  • Die grüne Spanne steht für den optimalen Bereich, in dem sich der schwarze Zeiger im Regelbetrieb bewegt.

Viele Manometer verfügen bei einem Druck von etwa 2,5 bar zusätzlich über eine rote Grenzmarke, die den Maximaldruck anzeigt.

Wenn Sie vermuten, dass bei Ihrer Heizung der Druck schwankt, empfehlen wir ein mehrfaches Ablesen des Manometers zu unterschiedlichen Tageszeiten und verschiedenen Witterungsbedingungen. Gewisse Druckschwankungen sind in einem Heizsystem völlig normal, da es im Betrieb zu Temperaturschwankungen kommt, die auch auf den Systemdruck Einfluss haben.

Wenn Sie jedoch beobachten, dass der Druck der Anlage regelmäßig unter den empfohlenen Bereich fällt und danach wieder ansteigt, empfehlen wir eine weiterführende Fehlersuche durch einen Fachbetrieb, da dann ein Defekt vorliegen kann.

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Schwankt der Heizungsdruck, können Sie sich vertrauensvoll an einen unserer qualifizierten Fachbetriebe wenden.

Welche Ursachen hat ein schwankender Druck in der Heizung?

Nur ein Heizungsinstallateur kann eine sichere Diagnose darüber stellen, warum der Druck in der Heizung schwankt. Die häufigsten Gründe erläutern wir kurz im Folgenden.

Das Membranausdehnungsgefäß (MAG)

Das Membranausdehnungsgefäß übernimmt im Heizsystem die Aufgabe, Druckschwankungen auszugleichen und Überdrücke zu verhindern. Dazu ist es mit einer Membran ausgestattet: Während sich auf der einen Seite der Membran Heizungswasser befindet, ist die andere Seite mit Stickstoff gefüllt.

Heizung Druck schwankt: Membranausdehnungsgefäß Grafik

Steigt der Druck im System, wird das Gaspolster im Ausdehnungsgefäß zusammengedrückt und das Volumen des Heizsystems vergrößert. Durch diese Vorgehensweise wird der Druck in der Anlage reguliert.

Wenn das MAG nicht richtig dimensioniert, der Vordruck falsch eingestellt oder ein Defekt aufgetreten ist, kann es zu Druckschwankungen im System kommen.

Beim MAG nicht immer Grund zur Sorge

  • Selbst wenn das MAG nicht richtig arbeitet, besteht normalerweise keine Gefahr durch Überdruck.

  • Jedes Heizsystem ist mit einem Sicherheitsventil ausgestattet, das ab einem bestimmen Druck (üblicherweise etwa 3 bar) Wasser aus dem System entweichen lässt und somit den Druck senkt.

Modernisierungsmaßnahmen an der Heizung

Ob neuer Heizkessel, ausgetauschte Heizungspumpe oder neu befülltes Heizsystem – bei Modernisierungen an der Heizung kann der Druck schwanken. Häufig entstehen diese Schwankungen dadurch, dass die Anlage nicht fachgerecht in Betrieb genommen wurde. Ein Fachbetrieb kann Druckschwankungen dieser Art durch das Ablassen oder Nachfüllen von Wasser ins System oder durch Einstellungen an der Regelung häufig schnell beheben.

Natürliche Volumenänderungen durch Temperaturwechsel

Wasser hat die Eigenschaft, sich bei Temperaturänderungen auszudehnen beziehungsweise zusammenzuziehen. Da das Heizungswasser in den Rohren des Heizkreislaufes keinen Platz zur Ausdehnung hat, kommt es bei Temperaturanstiegen im System zu einem Anstieg des Drucks.

Auch wenn das MAG diese Druckanstiege dämpft und den Druck im vorgegebenen Bereich hält, kann es zu natürlichen, leichten Druckschwankungen im System kommen. Die Funktionstüchtigkeit der Heizung wird dadurch nicht eingeschränkt, solange sich der Anlagendruck im optimalen Bereich bewegt.

Maßnahmen, wenn in der Heizung der Druck schwankt

Ein qualifizierter Fachbetrieb kann schnell erkennen, warum der Druck in der Heizung schwankt und die passenden Maßnahmen ergreifen. In Abhängigkeit der Ursache kann es beispielsweise erforderlich sein, das Membranausdehnungsgefäß auszutauschen. In vielen Fällen ist es aber auch ausreichend, überschüssiges Wasser aus der Heizung abzulassen oder Heizungswasser nachzufüllen.

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Ein Fall für den Profi, wenn in der Heizung der Druck schwankt

Ein schwankender Druck in der Heizung ist kein Grund, in Panik zu verfallen. Sie sollten dies aber durch einen Heizungsfachmann untersuchen lassen. Verliert die Heizung an Druck, äußert sich das häufig in einer unzureichenden Heizleistung, während zu hohe Drücke zu einem Ablassen von Wasser aus dem Sicherheitsventil führen.

Häufig ist die Ursache für dieses Phänomen im Membranausdehnungsgefäß zu finden. Der Austausch oder die Reparatur des defekten Ausdehnungsgefäßes durch einen Fachbetrieb behebt das Problem meist schnell und zuverlässig.

Andreas Wurm

Über den Autor

Andreas Wurm absolvierte seinen Bachelor of Science in Maschinenbau an der RWTH Aachen University und schloss einen Master in Energietechnik (Spezialisierung Erneuerbare Energien) an derselben Universität an. Nach seinem Studium war er von 2014 bis 2016 Projektingenieur in der Branche Heizungs- und Klimatechnik.

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