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Störende Geräusche beheben, wenn Heizung aus dem letzten Loch pfeift

Eine Heizung kann ganz schön musikalisch sein: Sie kann pfeifen oder klopfen. Sie kann blubbern, gluckern oder gar jaulen. Auch seltsame knarzende und knackende Geräusche kann sie absondern. Das nervt gewaltig – gerade dann, wenn die störenden Heizungsgeräusche Ihnen nachts den Schlaf rauben. Hinzu kommt, dass ein Pfeifen bedeuten kann, dass die Heizung nicht effizient arbeitet. Der Energieverbrauch steigt und damit auch die Heizkosten. Sämtliche Geräusche, die über ein leises Rauschen hinausgehen, zeigen eine Störung in der Heizungsanlage an, die Sie beheben sollten.

Heizung pfeift: Heizkörper unter Fenster

Inhaltsverzeichnis

  1. Wenn es gluckert, ist meist Luft im Rohr
  2. Wenn die Heizung pfeift: An die Heizungspumpe denken
  3. Wenn die Heizung klopft, muss der Fachmann ran
  4. Eine geräuscharme Heizung spart Energie und schont Nerven

Wenn es gluckert, ist meist Luft im Rohr

Blubbernde oder gluckernde Heizungsgeräusche sind kein Grund zur Panik, sondern Anzeichen für eine der häufigsten Störungen von Heizungen. Die Ursache hierfür ist wahrscheinlich Luft in den Rohrleitungen. Die gute Nachricht: Diese Störung können Sie in den meisten Fällen schnell und einfach selbst beheben. Dazu schalten Sie zunächst die Heizungsanlage ab. Dann sammelt sich nämlich die Luft in den Heizkörpern.

Praxistipp Wasserdruck

  • Wenn Sie schon einmal im Heizungskeller sind, dann schauen Sie auch gleich nach, ob der Wasserdruck in der Anlage noch ausreichend hoch ist.

  • Denn ein zu niedriger Druck führt dazu, dass Luft in die Leitungen gelangt.

  • Druckwerte zwischen 1 und 1,5 bar sind bei den meisten Heizungen normal.

  • Eine farbliche Markierung zeigt Ihnen aber auch den Betriebsdruck an, der bei Ihrer Heizung optimal ist.

  • Bei einem zu geringen Druck muss ein Installateur das Heizwasser nachfüllen, bis sich der optimale Druck einstellt.

Zum Entlüften das Ventil aufdrehen

Nun können Sie mit dem Entlüften beginnen. Meistens sammelt sich die Luft im höchstgelegenen Heizkörper. Aber auch andere hydraulisch ungünstige Lagen können betroffen sein. Es ist also sinnvoll, sämtliche Heizkörper zu überprüfen. Dazu müssen Sie das Entlüftungsventil des Heizkörpers aufdrehen. Dieses liegt gegenüber des Thermostatventils an der anderen Seite des Heizkörpers.

Einige Ventile verfügen über einen Sechskantkopf mit einer Rändelschraube. Diese können Sie oftmals per Hand, ansonsten aber auf jeden Fall mit einer Zange öffnen. Ventile mit Vierkantstift lassen sich meist mit einem Schraubenzieher aufdrehen. Für einige benötigen Sie aber einen speziellen Entlüftungsschlüssel.

Sobald Sie das Ventil geöffnet haben, strömt die Luft unter deutlichem Zischen aus der Anlage. Das geht so lange, bis die ersten Tropfen Wasser aus dem Ventil heraustreten. Diese fangen Sie mit einem Lappen oder kleinen Schüssel auf und drehen dann schnell wieder zu. Nach dem Entlüften sollten Sie erneut nach dem Wasserdruck schauen. War sehr viel Luft in Ihrer Anlage, sinkt er durch das Entlüften stark ab. Folglich muss Heizwasser fachmännisch nachgefüllt werden.

Falls Sie Ihre Heizung nicht selbst abstellen können, ist eine Heizkörperentlüftung auch bei laufender Heizungspumpe möglich. Da sich die Luft dann aber nicht in den Heizkörpern sammelt, kann es nötig sein, den Vorgang mehrmals zu wiederholen.

Eine ausführliche Anleitung zur Entlüftung Ihrer Heizung inklusive Bildern finden Sie hier.

Wenn die Heizung pfeift: An die Heizungspumpe denken

Nicht immer ist Luft die Ursache für störende Geräusche. Ein Pfeifen der Heizung deutet auf eine zu große Durchflussmenge hin. Denn häufig arbeitet die Heizungspumpe mehr als nötig, weil die Pumpenleistung zu hoch eingestellt ist und folglich in manchen Fällen dazu führt, dass die Heizung pfeift.

Praxistipp Pumpenleistung

  • Eine zu hoch eingestellte Pumpenleistung wirkt sich auch negativ auf die Temperaturspreizung zwischen der Vorlauftemperatur und der Rücklauftemperatur aus: Der Energieverbrauch Ihrer Heizung steigt unnötig an.

  • Und vor allem zahlen Sie ordentlich für den Strom drauf. Denn eine Faustformel besagt, dass ein halb so großer Durchfluss nur noch ein Achtel so viel Pumpenstrom braucht.

  • Bei vielen alten Heizsystemen gehört die Heizungspumpe sowieso zu den größten Stromfressern im Haus.

  • Hier sollten Sie überlegen, ob sich ein Wechsel zu einer modernen Stromsparpumpe beziehungsweise einer neuen Heizung lohnt.

Bei vielen Heizungspumpen können Sie beziehungsweise ein Experte die Leistung direkt einstellen. Oft gibt es drei Einstellungen, manchmal auch mehr. Der Fachmann könnte beispielsweise eine dreistufige Pumpe, die auf Stufe 3 steht, auf Stufe 2 stellen. Dadurch könnte bereits das Pfeifen der Heizung verschwinden.

Es kann aber passieren, dass in Folge des reduzierten Durchflusses einige Räume in Ihrem Haus nicht mehr richtig warm werden. Wenn Sie das feststellen, ist Ihre Heizungsanlage wahrscheinlich nicht hydraulisch abgeglichen. Der hydraulische Abgleich, also die Einstellung des optimalen Durchflusses sämtlicher Heizkörper im Haus, ist aber die Grundvoraussetzung für den effizienten Betrieb der Heizung. Diesen Abgleich sollte ein Profi darum unbedingt nachholen.

Wenn die Heizung klopft, muss der Fachmann ran

Es kann sein, dass weder das Entlüften noch das Einstellen der Pumpenleistung hilft. Das Pfeifen oder Blubbern, Knarzen oder Klopfen hat möglicherweise ganz andere Gründe.

  1. So kann ein zu niedrig eingestelltes Überstromventil in der Heizungsanlage ein Klopf- oder Schlaggeräusch verursachen. Dieses entsteht bei zu viel Druck auf dem Ventil.

  2. Ein weiterer Grund für das Klopfen kann ein vertauschter Vor- und Rücklaufanschluss sein.

  3. Ebenfalls können Sie dieses Geräusch hören, wenn Warmwasserleitungen zu nah an Kaltwasserrohren liegen. Denn die Erwärmung eines Rohres führt immer zur Ausdehnung. Reicht der Abstand zum kalten Rohr nicht, können die beiden Rohre Kontakt bekommen und dadurch das Klopfgeräusch bewirken.

  4. Falls Ihre Heizung knackt, sind die Heizungsrohre in den Wänden, Böden oder Decken nicht überall spannungsfrei gelagert. Die Spannungen entladen sich dann zum Teil mit einem deutlich hörbaren Geräusch.

  5. Ein Kreischen oder Jaulen kann direkt am Wärmeerzeuger auftreten.

Bei all diesen Geräuschen sollten Sie einen Heizungsfachbetrieb kontaktieren: Nur der Fachmann kann hier die wirkliche Ursache herausfinden und beheben. Auch an ein defektes Ausdehnungsgefäß ist immer zu denken. Denn dieses sorgt dafür, dass es nicht zu einem gefährlichen Überdruck im Heizystem kommen kann. Die korrekte Funktion des Ausdehnungsgefäßes ist sicherheitsrelevant und muss daher immer gewährleistet sein.

Eine geräuscharme Heizung spart Energie und schont Nerven

Eine Heizung, die pfeift, gluckert oder klopft, nervt nicht nur gewaltig, sie läuft auch nicht effizient und kostet unnötig Energie und Geld. Im schlimmsten Fall kann sogar die Sicherheit beeinträchtigt sein. Daher sollten Sie umgehend handeln.

Meist löst schon ein einfaches Entlüften der Heizung das Geräuschproblem. Pfeift die Heizung aufgrund eines zu großen Durchflusses, empfiehlt es sich, die Einstellung der Pumpenleistung zu verringern. Bringt beides nicht den gewünschten Erfolg, sollten Sie einen Heizungsfachbetrieb einschalten. Über unsere praktische Fachbetriebssuche können Sie in Ihrer Umgebung schnell einen Heizungsmonteur finden.

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Dr. Jens-Peter Meyer

Über den Autor

Dr. Jens-Peter Meyer schreibt freiberuflich seit dem Jahr 2000 über Heizungsthemen. Seinen journalistischen Schwerpunkt setzt er in die erneuerbaren Energien in der Wärmetechnik – speziell in Solarwärmesysteme, Wärmepumpen und Holzheizungen.

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