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Was tun, wenn die Heizungspumpe defekt ist?

Nichts ist ärgerlicher als eine Heizung, die während der Heizperiode kalt bleibt. Wenn keine Wärme bei den Heizkörpern ankommt, kann das viele Gründe haben. Der wahrscheinlichste davon: Ihre Heizungspumpe ist defekt. Die Heizungspumpe verschleißt wegen ihrer bewegten Teile generell schnell, sodass mit einem Ausfall immer zu rechnen ist. Wie Sie einen Defekt der Heizungspumpe feststellen und was dann zu tun ist, erfahren Sie in diesem Ratgebertext.

Inhaltsverzeichnis

  1. Die Heizungspumpe arbeitet unermüdlich
  2. Bei defekter Heizungspumpe hilft eine einfache Diagnose im Heizungskeller
  3. Defekte Heizungspumpe reparieren
  4. Defekte Heizungspumpe ersetzen
  5. Problemfall Altgeräte
  6. Tausch der Heizungspumpe lohnt sich oft auch ohne Defekt
Heizungspumpe defekt: Hände auf Heizung

Die Heizungspumpe arbeitet unermüdlich

Ohne Heizungspumpe bleibt die Heizung kalt – die Pumpe transportiert unermüdlich Tag für Tag und Nacht für Nacht das warme Wasser vom Wärmeerzeuger zu den Heizkörpern beziehungsweise der Fußbodenheizung in den Räumen. Daher nennt der Fachmann die Heizungspumpe auch Umwälzpumpe.

Ein anderer Begriff lautet Kreiselpumpe, denn die Heizungspumpe setzt durch die rotierende Bewegung eines Laufrads das Wasser im Heizkreis in Gang. Heute unterscheidet man ältere, ungeregelte Umwälzpumpen von modernen Energiesparpumpen. Die alten Modelle verbrauchen fünf- bis zehnmal so viel Strom wie die aktuellen Pumpen, die dem Stand der Technik entsprechen.

Manchmal kündigt sich ein Ausfall der Heizungspumpe schon im Vorfeld an. Ratternde, schlagende Geräusche sprechen für einen Lagerschaden. Allerdings lässt sich nicht so einfach herausfinden, ob die Geräusche von der Pumpe oder von der Strömung im Heizkreis kommen. Wenn Sie sich dabei unsicher sind, sollten Sie daher einen Fachmann kontaktieren. Nur dann lässt sich feststellen, dass es sich um harmlose Geräusche handelt und nicht das Ende Ihrer Heizungspumpe unmittelbar bevorsteht.

Bei defekter Heizungspumpe hilft eine einfache Diagnose im Heizungskeller

Eine defekte Heizungspumpe weist in den meisten Fällen darauf hin, dass früher oder später ein Pumpentausch ansteht. Wie finden Sie also heraus, ob es sich tatsächlich um einen Defekt der Pumpe handelt, wenn die Heizkörper kalt bleiben? Ein Weg in den Heizungsraum schafft Sicherheit.

Praxistipp

  • Bei jeder, selbst einer gut eingestellten Pumpe, treten Vibrationen und leise Strömungsgeräusche auf.

  • Wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihre Pumpe arbeitet oder stillsteht, können Sie sehr leise Geräusche und geringe Vibrationen verstärken, indem Sie das spitze Ende eines Schraubendrehers an die Pumpe halten und mit dem Ohr nah an den Griff gehen.

  • Wenn Sie leise Geräusche wahrnehmen, ist mit dieser Pumpe wahrscheinlich alles okay.

Wichtig dabei: Manche Heizungsanlagen haben mehrere Umwälzpumpen. Wenn Sie einen Pufferspeicher im Keller stehen haben, kann es sein, dass eine Pumpe das Heizungswasser durch den Speicherladekreis pumpt und eine andere den Heizkreis umwälzt. Oft haben Pufferspeicher eine Temperaturanzeige, sodass Sie schnell ablesen können, ob das Problem beim Wärmetransport vom Kessel zum Speicher liegt. Sie können aber auch einfach beide Pumpen auf Vibrationen und Strömungsgeräusche überprüfen.

Defekte Heizungspumpe reparieren

Wenn Sie festgestellt haben, dass die Heizungspumpe defekt ist, sollten Sie einen Heizungsbauer hinzuziehen. Zwar muss nicht in jedem Fall ein Austausch der Heizungspumpe erfolgen, aber auch eine Reparatur ist Sache des Profis. Im Wesentlichen gibt es zwei Fälle, in denen der Fachmann Ihre Heizungspumpe wieder fit machen kann:

  1. Im ersten Fall kann es sich um einen Kabelbruch oder einen Wackelkontakt an den Stromzuleitungen handeln. Beides lässt sich vom Experten schnell reparieren.

  2. Im zweiten Fall ist der Heizkreis verschmutzt. Der Schmutz hat sich am Laufrad abgesetzt und blockiert dieses somit. Das passiert meist in den Sommermonaten, wenn die Heizungspumpe über einen längeren Zeitraum ruht. Startet die Heizung erneut, kommt die Pumpe nicht mehr in Schwung. Auch in diesem Fall kann der Profi mit wenigen Handgriffen das Laufrad vom Schmutz befreien.

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Defekte Heizungspumpe ersetzen

Häufiger wird jedoch der Fall auftreten, dass der Fachmann eine neue Heizungspumpe einbauen muss. Auch das ist meistens keine große Sache: In vielen Heizungsanlagen befinden sich vor und nach der Pumpe bereits Absperrhähne. Dann gelingt der Austausch besonders einfach, denn der Heizungsbauer muss das Heizungswasser gar nicht erst ablassen.

Er trennt die alte Pumpe von der Stromversorgung, schließt die Absperrhähne und löst die Verschraubungen, mit denen die Heizungspumpe im Heizkreis befestigt ist. Schon ist die alte Pumpe raus und der Installateur setzt die neue ein – auch die Dichtungen tauscht er gleich mit aus. Zuletzt muss er nur noch die Verschraubungen anziehen sowie die Stromanschlüsse nach Herstellerangaben verlegen.

Dabei sollten Sie darauf achten, dass die Leistung der neuen Heizungspumpe auf die gesamte Anlage abgestimmt ist. Nur dann kann die Heizung auch effizient arbeiten. Das muss bei alten Installationen nicht immer der Fall sein, weshalb der Ersatz durch eine Pumpe mit der gleichen Leistungsstärke mitunter nicht optimal ist.

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Außerdem schreibt die Ökodesign-Richtlinie der Europäischen Union vor, dass die neue Heizungspumpe eine Energiesparpumpe sein muss. In seltenen Fällen kann es daher passieren, dass die Regelung der Heizung nicht mit der neuen Pumpe kompatibel ist. In diesem Fall ist der Austausch einer defekten Heizungspumpe natürlich schwieriger.

Problemfall Altgeräte

Besonders schwierig wird es, wenn die Heizungspumpe direkt im Heizgerät verbaut ist. Dann ist der Austausch eines alten Gerätes gegen eine Energiesparpumpe oft gar nicht möglich. Sollte dann Ihre Heizungspumpe defekt sein, kann es passieren, dass Sie Ihre Heizung austauschen müssen.

Falls Sie ein derart altes und ineffizientes Gerät im Heizungskeller stehen haben, sollten Sie vielleicht schon jetzt an eine Heizungsmodernisierung denken. Der Heizungsfachmann Ihres Vertrauens kann mit Ihnen gemeinsam ein passendes Heizkonzept erstellen. Wenn Sie dabei zum Beispiel erneuerbare Energien einsetzen, können Sie außerdem von staatlichen Fördergeldern profitieren.

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Tausch der Heizungspumpe lohnt sich oft auch ohne Defekt

Für die neue, energiesparende Heizungspumpe müssen Sie mit 150 bis 300 Euro plus Einbaukosten rechnen. Da Sie aber durchaus bis zu 100 Euro im Jahr an Strom einsparen können, amortisiert sich der Austausch bereits nach kurzer Zeit.

Darum ist es bei alten, stromfressenden Heizungspumpen durchaus sinnvoll, mit dem Austausch nicht erst bis zu einem Defekt zu warten. Ein zeitiger Austausch der Heizungspumpe kann sich auch deshalb lohnen, weil der Staat für den Pumpentausch 30% der Investitionssumme als Fördergeld dazugibt.

Jens-Peter Meyer,
Dr. rer. nat.

Über den Autor

Dr. Jens-Peter Meyer schreibt freiberuflich seit dem Jahr 2000 über Heizungsthemen. Sein journalistischer Schwerpunkt liegt auf erneuerbaren Energien in der Wärmetechnik – speziell in Solarwärmesysteme, Wärmepumpen und Holzheizungen.

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