Was ist zu tun, wenn das Thermostat der Heizung defekt ist?

Was nützt einem die beste Heizung, wenn das Heizungsthermostat, das die Raumtemperatur reguliert, nicht mehr richtig funktioniert? Liegt hier ein Problem vor, heizen Sie gegebenenfalls ineffizient. Ihre Anlage läuft dann im Dauerbetrieb, die Räume überhitzen sich und Sie verbrauchen unnötig viel Brennstoff. Oder aber die Heizkörper wollen gar nicht mehr richtig warm werden. Nicht immer ist sofort klar, ob ein defektes Thermostat der Heizung die Ursache  ist. Wir zeigen, wie Sie dies erkennen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist eigentlich ein Thermostat?
  2. Daran erkennen Sie, dass das Thermostat der Heizung defekt ist
  3. Warum Sie ein defektes Thermostat vom Heizungsbauer tauschen lassen sollten
  4. Worauf Sie beim Kauf achten sollten
  5. Defektes Thermostat der Heizung zügig austauschen lassen
Thermostat Heizung defekt: Hand dreht an Heizungsthermostat

Was ist eigentlich ein Thermostat?

Bei einem Thermostat für die Heizung handelt es sich um ein Bauteil, das die Temperatur in einem mit Wasser gefüllten Heizkörper reguliert. Dieses Thermostat besteht unter anderem aus einem Thermostatkopf mit einem Gehäuse.

Im Gehäuse befindet sich ein Temperaturfühler, der mit Gas oder einer speziellen Flüssigkeit gefüllt ist. Diese Stoffe sorgen dafür, dass sich das Ventil im Thermostat öffnet oder schließt. Gas und Flüssigkeit dehnen sich bei Wärme aus.

Raumtemperatur wird automatisch geregelt

Sobald es im Raum wärmer wird als über den Regler am Thermostat eingestellt, dehnt sich die Flüssigkeit oder das Gas aus und drückt einen Ventilstift in das Thermostat. Dieser Stift verhindert, dass neues erwärmtes Heizungswasser in den Heizkörper strömt.

Wird es in der Umgebungsluft wieder kälter, ziehen sich Gas oder Flüssigkeit wieder zusammen und der Ventilstift geht in seine Ausgangsposition zurück. Das Heizwasser kann wieder nachströmen, sodass die Heizkörper wieder den Raum aufheizen. Heizungsthermostate regeln somit die gewünschte Zimmertemperatur automatisch über die Wasserzufuhr im Heizkörper.

Thermostat der Heizung defekt: Aufbau eines Heizkörperthermostats Grafik
Meistens sind entweder das Ventil oder der Thermostatkopf schuld, wenn das Thermostat der Heizung defekt ist.

Es gibt manuelle sowie elektronische Heizungsthermostate

In Haushalten kommen sowohl manuell einstellbare Thermostate als auch elektronisch geregelte Heizungsthermostate zur Anwendung. Darüber hinaus lassen sich internetfähige Thermostate in ein Smarthome-Konzept integrieren und über Apps auch aus der Ferne steuern.

Unabhängig davon, ob Sie ein manuelles oder elektronisches Thermostat verwenden, bleibt das Prinzip immer das gleiche: Ein Heizkörperventil regelt die Wasserzufuhr im Heizkörper, abhängig von der Umgebungstemperatur und der gewünschten Raumtemperatur. Wie Sie Ihr Heizkörperthermostat richtig einstellen, erfahren Sie in diesem Ratgeberartikel.

Daran erkennen Sie, dass das Thermostat der Heizung defekt ist

Für Sie als Verbraucher ist es nicht immer einfach zu erkennen, wenn das Thermostat der Heizung defekt ist. Denn es kann noch andere Ursachen dafür geben, dass die Heizung nicht richtig warm wird oder die Heizung nicht ausgeht.

Beispielsweise führt zu viel Luft im Heizkörper dazu, dass sich dieser nicht vollständig erwärmt. Wichtig wäre dann, dass Sie den Heizkörper entlüften. In der Regel ist sie ein Bestandteil der jährlichen Heizungswartung.

Liegt hingegen ein Problem mit dem Druck im Heizungssystem vor, kann ein hydraulischer Abgleich die Lösung sein. Werden die Heizkörper nicht warm, obwohl die Thermostate voll aufgedreht sind, ist auch eine falsch eingestellte Heizungsanlage denkbar. In jedem Fall ist die Hilfe eines Fachbetriebes empfehlenswert.

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Folgende Symptome können auf ein defektes Thermostat der Heizung hindeuten.

Klappern und Klopfen als Anzeichen für ein defektes Thermostat der Heizung

Nehmen Sie ein Geräusch wahr, das einem Klappern und Klopfen gleicht? Dann kann es sein, dass bei der Montage oder Installation der Heizkörper die Rohre für den Vor- und Rücklauf vertauscht wurden.

In diesem Fall erwärmen sich zwar die Heizkörper, allerdings entstehen dabei auch die besagten Geräusche. Das liegt daran, dass das Heizungswasser in der falschen Richtung durch die Heizkörper strömt. Der Installateur sollte dann die Heizungsventile beziehungsweise Thermostate austauschen und ein Thermostatventil mit umgekehrter Flussrichtung einbauen.

Heizung läuft im Dauerbetrieb, weil Thermostat defekt ist

Schaltet sich Ihre Gastherme oder Ölbrennwertheizung nicht mehr aus, sondern läuft im Dauerbetrieb? Das kann daran liegen, dass die Ventile in den Heizungsthermostaten die Temperatur nicht mehr regeln und dauerhaft geöffnet sind.

Der Grund dafür ist oft ein festklemmendes Ventil im Thermostatkopf: der Ventilstift im Thermostat rutscht nicht mehr zurück. Die Konsequenz ist, dass heißes Heizungswasser dauerhaft nachströmt und vom Brenner ständig neu erhitzt wird – auch wenn der Raum eigentlich schon warm genug ist. Um einen Schaden an der Heizung auszuschließen, sollten Sie einen Heizungsprofi zurate ziehen.

Das Thermostat ist defekt, es lässt sich nicht bewegen

Die Lebensdauer eines Heizkörperthermostats liegt bei zirka 15 Jahren. Nach dieser Zeit ist es gut möglich, dass das Ventil im Thermostatkopf verschlissen ist und sich verkantet. Dann können Sie das Thermostat nicht mehr einstellen, es ist eingerastet – Zeit für ein neues Heizkörperthermostat.

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Warum Sie ein defektes Thermostat vom Heizungsbauer tauschen lassen sollten

Defekte Thermostate der Heizung lassen sich mit vergleichsweise geringem Aufwand tauschen und erneuern. Deshalb übernehmen manche Verbraucher diese Aufgabe selbst. Was viele dabei nicht bedenken: Wenn ihnen ein Fehler unterläuft und das Thermostat der Heizung defekt ist, weil sie es nicht fachkundig installiert haben, gibt es keinen Ersatz und keine Garantie. Gleiches gilt für Schäden, die beim Austausch an Böden oder der Heizung entstehen können.

Wer sich hingegen auf die Arbeit eines Fachbetriebs verlässt, ist auf der sicheren Seite. Sie erhalten zum einen eine Garantie für die durchgeführten Arbeiten. Und sind zum anderen im Falle eines Schadens über die Versicherung abgesichert.

Was außerdem für den Heizungsbauer spricht: Sie können die Kosten für die Arbeitsleistungen in der Steuererklärung geltend machen im Rahmen der haushaltsnahen Dienstleistungen.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Günstige manuelle Heizungsthermostate gibt es schon für unter 20 Euro. Thermostate mit elektronischer Regelung beginnen ab 20 Euro.

Grundsätzlich sollten Sie beim Kauf von Heizkörperthermostaten auf eine hohe Qualität und Energieeffizienz achten. Vergleichbar mit elektronischen Geräten gibt es auch für Thermostate ein Energieeffizienzlabel (TELL). Hier wird mit Hilfe einer Ampel-Skala gezeigt, wie energieeffizient das gewünschte Thermostat ist. A steht für die höchste, F für die schlechteste Energieeffizienz.

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Wichtig: Vermieter sind dafür verantwortlich, dass die Heizungsanlage in der Mietwohnung korrekt funktioniert. Deshalb müssen sie handeln, wenn das Thermostat der Heizung defekt ist. Mieter haben hingegen die Pflicht, Defekte oder Schäden an der Heizung umgehend ihrem Vermieter zu melden.

Vermieter sollten im Falle eines defekten Heizungsventils immer einen Fachbetrieb rufen, damit dieser den Fehler fachkundig beheben kann. Würden Vermieter nämlich selbst „Hand anlegen“ und beim Einbau neuer Thermostate etwas falsch machen, müssten sie in vollem Umfang dafür haften.

Defektes Thermostat der Heizung zügig austauschen lassen

Ist das Thermostat der Heizung defekt, gilt es sowohl für Vermieter, Mieter als auch für alle Hausbesitzer zügig zu handeln. Denn ohne ein funktionierendes Thermostat funktioniert auch die Heizung nicht richtig. Obwohl der Tausch eines Heizungsventils mit vergleichsweise wenig Arbeitsaufwand verbunden ist, sollte ein Fachbetrieb das Heizkörperthermostat wechseln. Damit sind Sie auf der sicheren Seite.

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Phil R.,
M.A.

Über den Autor

Phil R. hat mehrere Jahre in der Marketing-Abteilung eines Unternehmens für Heiz- und Kamintechnik gearbeitet. Dort hat er tiefe Einblicke in die Technik und Branche bekommen und gelernt, komplexe Heizungsthemen für Laien verständlich aufzubereiten.

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