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Ihre Fußbodenheizung wird nicht warm, was tun?

In unserem Ratgeber geben wir anhand praktischer Beispiele einen Überblick über typische Defekte an der Fußbodenheizung und erklären Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie diese Probleme erkennen und beheben können. Darüber hinaus geben wir praxisnahe Tipps zur Pflege des Fußbodenheizungssystems und zeigen Ihnen, in welchen Fällen die Beauftragung eines Heizungsfachmanns empfehlenswert ist.

Inhaltsverzeichnis

  1. Fußbodenheizung wird nicht warm: Ursachen und Lösungen
  2. Erleichtern Sie dem Fachbetrieb die Arbeit: Protokollierung des Zustands
  3. Fußbodenheizung wird nicht warm: In diesen Fällen ist der Fachmann gefragt
Fußbodenheizung wird nicht warm: Frauenfüße mit warmen Pantoffeln auf Parkettfußboden

Schon die alten Römer wussten die wohlige Wärme einer Fußbodenheizung zu schätzen und sorgten mit ihren als Hypokausten bezeichneten Warmluftheizungen für angenehme Temperaturen in antiken römischen Thermen und Wohnhäusern. Die Vorteile der Flächenheizung im Fußboden liegen auf der Hand: Sie liefert besonders behagliche Wärme, kann umweltfreundlich mit niedrigen Vorlauftemperaturen betrieben werden, weist vergleichsweise geringe Betriebskosten auf und nimmt anders als herkömmliche Heizkörper keinen Platz in Wohnräumen in Anspruch.

So schön eine funktionierende Fußbodenheizung im Vergleich zu Heizkörpern auch ist – sobald Sie im Winter feststellen, dass die Fußbodenheizung nicht warm wird, kommt schnell Frust auf. Wenn sich das Gefühl kalter Fliesen an den Füßen ausbreitet und die Wohnräume in der kalten Jahreszeit auskühlen, ist guter Rat teuer.

Fußbodenheizung wird nicht warm: Ursachen und Lösungen

Wenn die Fußbodenheizung nicht warm wird, kann dies eine ganze Reihe an Ursachen haben. Zunächst gilt es, das Problem durch eine erste Analyse einzugrenzen. Ist die Leistungsfähigkeit der Fußbodenheizung im ganzen Gebäude beeinträchtigt, spricht dies zum Beispiel für einen Defekt im zentralen Heizungssystem oder eine falsche Einstellung.

Tritt das Phänomen hingegen nur in einem Raum auf, ist die Ursache eher in einer Leckage oder einer Verschlammung in einem bestimmten Verteilkreis oder einem ungeeigneten Bodenbelag in dem betroffenen Raum zu finden.

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Tipp: Um der Ursache gezielt auf den Grund zu gehen und dem Heizungsfachmann die Problemlösung zu erleichtern, empfehlen wir, Auffälligkeiten der Fußbodenheizung über einen längeren Zeitpunkt aufzuschreiben. Dabei können Sie sich beispielsweise an den folgenden Fragestellungen orientieren:

  1. Wird die Wärme der Fußbodenheizung im Raum ungleichmäßig verteilt?

  2. Liegt die im Raum gemessene Temperatur unter der eingestellten Soll-Temperatur?

  3. Erwärmt sich das Fußbodenheizungssystem gar nicht oder nur unzureichend?

  4. Ist die Wärmeleistung der Fußbodenheizung in den verschiedenen Räumen unterschiedlich?

Neuere Heizungen verfügen häufig über eine moderne Regelungstechnik, die das Abrufen bestimmter Parameter wie der Soll- und Ist-Temperatur erlaubt. Fachleute können anhand dieser Parameter häufig schon auf den ersten Blick erkennen, warum die Fußbodenheizung nicht warm wird.

Zugestellte Bodenflächen oder ungünstig platzierte Teppiche

Das technische Prinzip des Fußbodenheizungssystems basiert auf Heizrohren, die mäander- oder schneckenförmig in die Bausubstanz des Fußbodens eingelassen sind und ihre Wärme daher gleichmäßig über die gesamte Fläche abgeben.

Fußbodenheizung wird nicht warm: Grafik mäanderförmige Verlegung versus schneckenförmige Verlegung
Fußbodenheizung wird nicht warm: Die schneckenförmige Verlegung verteilt die Wärme etwas gleichmäßiger im Raum als die mäanderförmige Verlegung.

Wenn Sie feststellen, dass die Wärme ungleichmäßig im Raum verteilt wird, kann dies beispielsweise an einem ungünstig platzierten dicken Teppich oder mit Möbelstücken zugestellten Bodenflächen liegen. Da dies den Wärmeübergang der Fußbodenheizung behindern kann, sollten Sie gegebenenfalls darüber nachdenken, auf Teppiche zu verzichten oder Möbel anders zu platzieren.

Fehlersuche: Falsche Dimensionierung der Heizung

Wenn die im Raum gemessene Temperatur nicht der gewünschten Soll-Temperatur entspricht, kann dies an einer falschen Dimensionierung der Flächenheizung liegen. Steht die berechnete Heizleistung nicht im richtigen Verhältnis zur Größe des Raumes, liegt der Verdacht nahe, dass bei der Auslegung der Anlage ein Fehler passiert ist. Ein Heizungsfachmann kann auf Fehlersuche gehen und Planungsfehlern leicht auf die Spur kommen.

Ein neuer Bodenbelag verhindert den Wärmeübergang

Wenn im Zuge einer Modernisierungsmaßnahme der Bodenbelag ausgetauscht wurde, kann dies den Wärmeübergang der Fußbodenheizung beeinträchtigen und dafür sorgen, dass die gewünschte Temperatur nicht erreicht wird. Massive Holz- oder dicke Teppichböden haben einen Einfluss auf den Wärmetransport und können dafür verantwortlich sein, dass die Fußbodenheizung nicht warm wird.

Falsche Einstellungen in Regelungstechnik des Fußbodenheizungssystems

Wenn die Fußbodenheizung nicht warm wird, liegt die Ursache dafür häufig in falschen Regelungseinstellungen. Ein typischer Grund für eine unzureichende Heizleistung ist der Sommerbetrieb des Heizkessels. Viele Heizkessel verfügen über eine Energiespar-Funktion, die dafür sorgt, dass im Sommer lediglich das Warmwasser für Dusche & Co., aber nicht das Heizungswasser erwärmt wird. Befindet sich der Heizkessel im Herbst oder Winter fälschlicherweise noch im Sommerbetrieb, führt dies dazu, dass das Fußbodenheizungssystem nicht warm wird.

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Auch der Maximaltemperaturbegrenzer gehört zu den typischen möglichen Ursachen für ein kaltes Fußbodenheizungssystem. Dieser sorgt dafür, dass das Heizsystem nicht überhitzt und verhindert auf diese Weise Schäden an der Bausubstanz und am Bodenbelag. Wenn der Maximaltemperaturbegrenzer zu früh auslöst und die Umwälzpumpe automatisch abschaltet, bleibt die Fußbodenheizung kalt.

Die Lösung liegt darin, die Maximaltemperatur etwas anzuheben, um die automatische Abschaltung zu verhindern. Dabei ist darauf zu achten, dass die Abschalttemperatur nicht über 50°C liegen sollte, um Schäden vorzubeugen.

Neben dem Sommerbetrieb und der Maximaltemperaturbegrenzung gibt es weitere regelungstechnische Fehler, die die Leistungsfähigkeit der Fußbodenheizung beeinträchtigen können. Dazu gehören beispielsweise die Einstellung der Heizkurve und der Schaltzeiten sowie der Mischer beziehungsweise der Mischer-Motor.

Die Behebung regelungstechnischer Defekte ist für einen Laien meist nicht ohne Weiteres zu bewerkstelligen, weshalb die Beauftragung eines Fachbetriebs zu empfehlen ist. In unserer Heizungsbauer-Suche finden Sie kompetente Installateure für Ihre Fußbodenheizung.

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Defekte Heizungspumpe

Die Heizungspumpe ist der Motor der Heizung: Sie wälzt das Heizungswasser im Heizungskreislauf um und sorgt dafür, dass die Wärme über die Heizungsrohre an die Wohnräume abgegeben werden kann. Wenn die Fußbodenheizung nicht warm wird, kann dies an einer defekten Heizungspumpe liegen. In diesem Fall empfehlen wir, unmittelbar einen Fachbetrieb mit der Reparatur beziehungsweise dem Austausch der Heizungspumpe zu beauftragen.

Störung am Wärmeerzeuger

Der Wärmeerzeuger (beziehungsweise das Heizgerät) ist das Herzstück der Heizungsanlage. Er erzeugt heißes Wasser und speist dieses Wasser mithilfe der Umwälzpumpe in den Heizungskreislauf ein. Moderne Heizkessel verfügen über digitale Displays, an denen im Falle eines Defektes eine Störmeldung ausgegeben wird. Da die Behebung einer Störung am Heizkessel Expertenwissen erfordert, ist auch in diesem Fall der Anruf beim Heizungsfachmann unumgänglich.

Zu geringer Wasserdruck

Eine Grundvoraussetzung für die ordnungsgemäße Funktionsweise der Fußbodenheizung ist ausreichender Wasserdruck im Heizsystem. Der Wasserdruck sorgt dafür, dass das Heizungswasser auch die am weitesten vom Heizkessel entfernten Wohnräume zuverlässig auf die gewünschte Temperatur bringt.

Den Wasserdruck können Sie ganz einfach am Manometer ablesen. Das Manometer befindet sich in den meisten Heizsystemen in der Nähe des Heizkessels und gibt den Systemdruck der Heizungsanlage an.

Wenn der Zeiger des Manometers außerhalb des gekennzeichneten Soll-Bereichs liegt, deutet dies auf einen Druckverlust im Heizungssystem hin.

In weniger schweren Fällen kann der Druckverlust durch Nachfüllen von Heizungswasser ausgeglichen werden. Wenn jedoch eine Leckage im Heizungskreislauf, ein Defekt im MAG (Membranausdehnungsgefäß) oder eine undichte Pressverbindung die Ursache für den Druckverlust ist, so muss das betroffene Bauteil in der Regel ausgetauscht werden.

Ein weiterer typischer Grund für einen Druckverlust im Heizungskreislauf ist eine Verschlammung der Heizungsrohre. Vor allem bei Fußbodenheizungen der ersten Generation kommt es durch die Diffusion von Sauerstoff zu Ablagerungen, die den Querschnitt des Heizungsrohres und dadurch auch den Durchfluss – also die Menge an durchfließendem Heizungswasser – sowie die Heizleistung reduzieren.

Praxistipp

  • Verschlammungen im Heizungssystem können durch regelmäßige Spülungen des Heizkreislaufs behoben werden.

  • Bei älteren Fußbodenheizungen wird ein Intervall von zwei bis drei Jahren empfohlen, bei neueren Anlagen steht die Spülung nur alle fünf Jahre an.

  • Unabhängig von der Fehlerursache empfehlen wir, bei einem auftretenden Druckverlust im Heizungssystem in jedem Fall einen Fachbetrieb mit der Fehlersuche zu beauftragen.

Probleme nach energetischer Sanierung – der hydraulische Abgleich hilft

Wenn die Fußbodenheizung in Ihrem Eigenheim nach einer energetischen Sanierung des Heizungssystems nicht mehr richtig warm wird, kann dies an einer ungleichmäßigen Verteilung des Heizwassers im Gebäude liegen. Wenn nach der Sanierungsmaßnahme kein fachgerechter hydraulischer Abgleich durchgeführt wurde, kommt es häufig dazu, dass die für jeden Raum erforderlichen Heizwassermengen nicht bereitgestellt werden.

Im Rahmen des hydraulischen Abgleichs optimiert der Fachmann die Heiztechnik, indem er die optimalen Einstellungen für das Thermostatventil und die Rücklaufverschraubungen vornimmt.

Verteilung prüfen: Ventile und Heizkreis

Wenn die Fußbodenheizung in bestimmten Wohnräumen nicht richtig warm wird, kann dies auch an einem Defekt im Heizkreis-Verteiler liegen. Moderne Fußbodenheizungssysteme arbeiten mit einer Vielzahl an elektrischen und regeltechnischen Bauteilen wie Temperatursensoren, Reglern, Mischern, Ventilen und Stellantrieben. Wenn eines dieser Bauteile nicht mehr ordnungsgemäß funktioniert, kann dies Auswirkungen auf die gesamte Leistungsfähigkeit der Fußbodenheizung haben.

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Erleichtern Sie dem Fachbetrieb die Arbeit: Protokollierung des Zustands

Um dem Heizungsinstallateur die Suche nach dem Fehler zu erleichtern, empfehlen wir eine Protokollierung des Anlagenzustands. Dabei werden in allen betroffenen Wohnräumen verschiedene Temperaturen ermittelt, anhand derer dann die Leistung der Fußbodenheizung abgeleitet werden kann:

  • Temperatur der Luft in etwa 1,5 Meter Abstand zum Boden
  • Temperatur an verschiedenen Punkten am Fußboden

Aus den verschiedenen Temperaturmessungen des Fußbodens können Sie leicht eine mittlere Bodentemperatur errechnen. Der Heizungsbauer kann mit den Werten anschließend die tatsächliche Leistung der Fußbodenheizung bestimmen und diese mit der geplanten Heizleistung vergleichen.

Fußbodenheizung wird nicht warm: In diesen Fällen ist der Fachmann gefragt

Die Gründe dafür, dass die Fußbodenheizung nicht warm wird, können vielfältig sein. In den meisten Fällen ist die Beauftragung eines Fachbetriebs für Heizungstechnik unumgänglich, um sicherzustellen, dass der Fehler fachgerecht behoben wird und keine Schäden auftreten. Vor allem bei den folgenden Ursachen empfehlen wir, unmittelbar einen Heizungsinstallateur zu kontaktieren:

  • Defekte Heizungspumpe
  • Störung am Heizkessel
  • Verschlammung/Ablagerungen in den Heizungsrohren (Spülung notwendig)
  • Elektrischer Stellantrieb am Fußbodenkreis-Verteiler ist defekt
  • Defekte Bauteile wie beispielsweise Mischermotor, Thermostat, Regler, Außenfühler
  • Leckage im Heizungskreislauf
  • Kontinuierlicher Druckverlust im Heizsystem
  • Hydraulischer Abgleich ist erforderlich

Heizungsbauer finden

In vielen Fällen ist ein Heizungsbauer erforderlich, wenn die Fußbodenheizung nicht warm wird. Hier Betriebe finden!

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