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Umwälzpumpe ausschalten, Stromverbrauch senken

Die Umwälzpumpe der Heizung gehört zu den unerlässlichen elektrischen Geräten. Die meisten Verbraucher nehmen das aber gar nicht wahr. Schließlich soll die Heizungspumpe ihren Job machen, nämlich unermüdlich das Heizungswasser zirkulieren lassen und dafür sorgen, dass die Räume des Hauses angenehm warm sind. Wenn Sie aber die Umwälzpumpe ausschalten wollen, sollten Sie sich etwas detaillierter damit beschäftigen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Umwälzpumpe beim Entlüften der Heizung ausschalten
  2. Stromsparen im Sommer
  3. Nicht jede Umwälzpumpe darf man ausschalten
  4. Zirkulationsverluste im Auge behalten
  5. Umwälzpumpe ausschalten geht nicht? Energiesparen durch Herunterregeln!

Genau genommen gibt es zwei Situationen, in denen sich das Ausschalten der Umwälzpumpe lohnt:

  1. Beim Entlüften der Heizkörper
  2. Wenn die Heizung vom Winter- in den Sommerbetrieb wechselt

Es gibt allerdings auch Situationen, in denen Sie die Pumpe auf keinen Fall abstellen dürfen. Dazu kommen wir auch noch im Detail.

Umwälzpumpe beim Entlüften der Heizung ausschalten

Wenn sich Luft im Heizkreis befindet und diese sich in einem oder mehreren Heizkörpern angesammelt hat, sollten Sie sie entfernen. Denn Luft in den Heizkörpern kann störende Geräusche verursachen und verhindern, dass die betreffenden Heizkörper gleichmäßig warm werden.

  • Zum Entlüften der Heizkörper drehen Sie zunächst alle Thermostatventile voll auf.
  • Anschließend schalten Sie die Umwälzpumpe aus.
  • Dann haben auch die Luftbläschen im Heizungswasser Zeit, sich in den Heizkörpern zu sammeln.
  • Wenn Sie nun entlüften, bekommen Sie richtig viel Luft heraus.
  • Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie Sie Ihren Heizkörper entlüften, haben wir in einem separaten Artikel zusammengefasst.
PDF Download: Heizung entlüften Schritt für Schritt erklärt

Deutet Luft in der Heizung auf ein schwerwiegendes Problem hin? Und wie werde ich die Luft wieder los? Laden Sie sich hier das PDF herunter und erfahren Sie alles rund um die Heizungsentlüftung.

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Stromsparen im Sommer

Das Ausschalten der Umwälzpumpe im Sommerbetrieb hat andere Gründe. Ältere Heizungspumpen verbrauchen enorm viel Strom und darum können Sie durch das Ausschalten der Umwälzpumpe Ihre Stromkosten spürbar reduzieren.

Ob Handlungsbedarf besteht, hängt von der Heizungsanlage ab

  • Moderne Heizungsregelungen schalten die Heizkreispumpe im Sommerbetrieb automatisch ab. Ob das bei Ihnen der Fall ist, sollten Sie zu Beginn der Sommerperiode überprüfen.
  • Bei älteren Anlagen müssen Sie manuell den Winterbetrieb beenden. Wenn die Heizungspumpe im Heizgerät eingebaut ist, bewirkt das Umschalten in der Regel automatisch den Stopp der Pumpe.
  • Separate Umwälzpumpen müssen Sie aber ebenfalls manuell ausschalten: Manche Umwälzpumpen verfügen dafür über einen Schalter, andere lassen sich durch Ziehen des Anschlusssteckers vom Netz trennen.

In manchen Situationen sollten Sie sogar mehrere Umwälzpumpen im Sommer ausschalten, beispielsweise falls es in Ihrer Anlage mehrere getrennte Heizkreise gibt. Das kann dann der Fall sein, wenn Sie in einigen Räumen neben Radiatoren auch eine Fußbodenheizung haben.

Heizungsbauer finden

Wenn Sie unsicher sind, wie Sie Ihre Umwälzpumpe ausschalten können und ob das sinnvoll ist, sollten Sie Ihren Heizungsbauer zurate ziehen.

Blockieren der Umwälzpumpe verhindern

Bei Umwälzpumpen, die Sie für längere Zeit ausschalten, besteht immer die Gefahr, dass sich Ablagerungen am Laufrad absetzen. Dann ist der Start zum Winterbetrieb nicht möglich: Die Umwälzpumpe gibt komische Geräusche von sich oder blockiert komplett. In dem Fall muss der Heizungsfachmann die Umwälzpumpe wieder freimachen.

Um das Problem zu verhindern, empfehlen Experten, die Heizungspumpe einmal im Monat für einen kurzen Zeitraum zu starten. Moderne Heizungsregelungen machen das übrigens automatisch. Bei den Hocheffizienzpumpen der neuesten Generation ist auch das nicht mehr nötig. Diese laufen generell für eine sehr kurze Zeit mit der maximalen Drehzahl und damit mit dem größten Drehmoment an. Das löst meist die Ablagerungen von selbst. Erkennt die Pumpe aber dennoch eine Blockade, so kann sie sich auf einen Rütteleffekt mit dem höchsten Drehmoment schalten und damit selbsttätig wieder freimachen.

Nicht jede Umwälzpumpe darf man ausschalten

Bevor Sie eine Umwälzpumpe Ihrer Heizung ausschalten, sollten Sie sichergehen, dass es sich auch um die Heizkreispumpe handelt. Denn aufgepasst: Manche Heizungen enthalten mehrere Umwälzpumpen und nicht jede davon dürfen Sie ausschalten:

  • Umwälzpumpen, die sich in einem Speicherladekreis befinden, sind meist für die Warmwasserversorgung notwendig. Wenn Sie diese ausschalten, haben Sie kein warmes Wasser mehr.

  • Wenn Sie eine Solarwärmeanlage auf dem Dach haben, dürfen Sie auf keinen Fall die Solarkreispumpe über einen längeren Zeitraum hinweg ausschalten. Denn das kann Schäden an der Solaranlage zur Folge haben.

Zirkulationsverluste im Auge behalten

Wenn Sie die Zirkulationspumpe ausschalten, kann dies zum Komfortverlust führen. Denn diese sorgt dafür, dass Sie ohne lange Wartezeit jederzeit warmes Wasser zapfen können. Läuft die Pumpe aber Tag und Nacht durch, verbraucht sie besonders viel Strom.

Außerdem bewirkt eine Zirkulation immer einen großen Wärmeverlust. Im Extremfall kann der Zirkulationsverlust sogar größer sein als das Haus insgesamt an Wärme benötigt. Viele Heizungsregelungen ermöglichen es daher, dass die Zirkulation nur zu bestimmten Zeiten läuft, etwa morgens und abends, wenn Sie zu Hause sind und zum Beispiel duschen wollen.

Noch besser ist eine Zapferkennung. Bei dieser Funktion drehen Sie kurz den Wasserhahn auf. Das bemerkt die Regelung und startet die Zirkulationspumpe. Vielleicht enthält auch Ihre Heizungsregelung Zirkulations-Sparfunktionen, die der Heizungsbauer problemlos aktivieren kann.

Heizungsbauer finden

Wenn sich Ihre Zirkulationspumpe noch im Dauerlauf befindet, sollten Sie Ihren Heizungsfachmann kontaktieren, um Einsparmöglichkeiten mit ihm durchzusprechen.

Umwälzpumpe ausschalten geht nicht? Energiesparen durch Herunterregeln!

Auch wenn das Ausschalten der Umwälzpumpe nicht möglich sein sollte, können Sie dennoch auf anderem Wege Energie sparen. In vielen Fällen braucht die Umwälzpumpe, die für die Warmwasserversorgung wichtig ist, im Sommer viel weniger Leistung als im Winter. Schließlich muss sie in dieser Zeit nur so viel Wärme umpumpen, wie das Haus für das warme Wasser benötigt. Der Anteil für die Heizwärme entfällt.

Daher kann es sich lohnen, die Pumpenstufe um ein oder zwei Stufen herabzusetzen. Viele ältere ungeregelte Umwälzpumpen verfügen nämlich über mehrere einstellbare Leistungsstufen. Die Einstellung erfolgt dann meist über ein Rädchen an der Frontseite der Pumpe.

Aber auch moderne selbstregelnde Hocheffizienzpumpen haben zum Teil mehrere Einstellmöglichkeiten. Manche sind mit Displays und Druckköpfen ausgestattet. Andere verfügen über Drehrädchen, mit denen Sie die Betriebsweise anpassen können. Welche Einstellung hier die optimale ist, kann Ihnen der Heizungsfachmann sagen.

Auch bei Solarkreispumpen kann es sich lohnen, die Pumpenstufe zu überprüfen. Vielleicht hat der Installateur vergessen, die Einstellung vorzunehmen und die Werkseinstellung belassen. Die Anpassung der Pumpenstufe sollte aber auf jeden Fall ein ausgebildeter Heizungsbauer übernehmen, denn für den Ertrag der Solaranlage spielt die richtige Durchflussmenge eine große Rolle.

Stromsparen mit wenig Aufwand

Gerade ältere Heizkreis-Umwälzpumpen gehören zu den größten Stromfressern im Haushalt. Darum sollten Sie darauf achten, dass diese im Sommer ausgeschaltet sind. Wenn Ihre Regelung das nicht automatisch macht, lohnt sich in den meisten Fällen ein Ausschalten der Umwälzpumpe von Hand. Bei Heizungs-Umwälzpumpen, die sich nicht ganz abschalten lassen, ist oft ein Herunterregeln der Leistungsstufe sinnvoll.

Noch besser ist aber meistens der Austausch der alten Umwälzpumpe gegen eine moderne Hocheffizienzpumpe der neuesten Generation. Dafür gibt es auch Fördergelder vom Staat. Somit lohnt sich das finanziell gleich doppelt – und Sie sparen sich zusätzlich den Aufwand, manuelle Einstellungen vornehmen zu müssen.

 

Jens-Peter Meyer,
Dr. rer. nat.

Über den Autor

Dr. Jens-Peter Meyer schreibt freiberuflich seit dem Jahr 2000 über Heizungsthemen. Sein journalistischer Schwerpunkt liegt auf erneuerbaren Energien in der Wärmetechnik – speziell in Solarwärmesysteme, Wärmepumpen und Holzheizungen.

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