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Wenn die Umwälzpumpe Geräusche macht

Wenn bei Ihrer Heizungsanlage ungewöhnliche Geräusche wie ein Knacken, Brummen oder Klappern plötzlich auftreten, besteht die Gefahr, dass ein Defekt der Umwälzpumpe kurz bevorsteht. Wir erläutern Ihnen im Folgenden, welche Ursachen die unterschiedlichen Geräusche haben können, welche völlig normal sind und wann Zeit zum Handeln ist. Denn fest steht: Geräusche an der Umwälzpumpe können ein Warnsignal sein, dem Sie nachgehen sollten, wenn Sie nicht unerwartet im Kalten sitzen möchten.

Inhaltsverzeichnis

  1. Leises Rauschen ist normal
  2. Die verschiedenen Geräusche der Umwälzpumpe und ihre Bedeutung
  3. Pumpentausch lohnt sich meist auch finanziell

Leises Rauschen ist normal

Ganz geräuschlos läuft eine Heizung nie. Denn das durch die Heizungsrohre strömende Wasser erzeugt Reibung, die an Engstellen wie den Öffnungen der Thermostatventile des Heizkörpers ein leises Rauschen bewirkt. In manchen Fällen ist das Rauschen aber so laut, dass die Bewohner es als sehr störend empfinden. Mehr zum Thema Geräusche von Heizkreisen und den Maßnahmen zur Abhilfe finden Sie in unserem Beitrag „Heizung pfeift oder klopft“.

Weitaus problematischer kann es aber sein, wenn die Geräusche aus dem Heizungskeller kommen. Ist die Umwälzpumpe die Quelle der Geräusche, kann ein Defekt vorliegen. Allerdings ist auch im Heizungskeller ein leises Rauschen infolge der Reibung ganz normal. Oftmals ist das Betriebsgeräusch der Umwälzpumpe aber so leise, dass Sie es kaum hören.

Praxistipp:

  • Experten empfehlen, einen spitzen Gegenstand an den Pumpenkopf der Umwälzpumpe zu halten, um damit die Geräusche zu verstärken.

  • Das ist dann sinnvoll, wenn Sie prüfen wollen, ob sie überhaupt noch umpumpt oder ob die Heizungspumpe bereits defekt ist.

Die verschiedenen Geräusche der Umwälzpumpe und ihre Bedeutung

Von pfeifen über knallen bis hin zu gluckern oder brummen – Heizungspumpen verursachen die unterschiedlichsten Geräusche. Und sie alle deuten auf verschiedene Ursachen hin. Lesen Sie hier, welche Töne auf was hindeuten und wie sie die jeweiligen Probleme beheben.

Pfeifen: Umwälzpumpe pumpt zu viel

Wenn das leise Rauschen eher in ein Pfeifen übergeht, dann spricht das dafür, dass der Durchfluss der Umwälzpumpe zu hoch eingestellt ist. Bei manchen Modellen können Sie selbst die elektrische Leistungsaufnahme und damit den Durchfluss ändern.

Eine andere Möglichkeit, Betriebsgeräusche zu verringern, ist das Reduzieren des Durchflusses durch druckseitig eingebaute Ventile. Das sollten Sie aber dem Heizungsprofi überlassen. Denn nur er weiß, wo diese Ventile eingebaut sind. Und der Heizungsbauer reguliert das Ventil auch so, dass die Funktion Ihrer Heizung dadurch nicht beeinträchtigt wird.

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Prasseln, Knallen oder Knattern schädigt die Umwälzpumpe

Zu lauteren Betriebsgeräuschen wie einem Prasseln, Knallen oder Knattern kann es aber auch dann kommen, wenn der Installateur die Umwälzpumpe zu klein dimensioniert hat. Reicht die Förderhöhe der Umwälzpumpe nicht aus, kann es passieren, dass Wasser saugseitig vor der Heizungspumpe in den Heizungsrohren verdampft. Es bilden sich kleine Wasserdampfblasen. Experten nennen diesen Vorgang Kavitation.

Wenn der Druck dann in der Heizungspumpe wieder ansteigt, fallen diese Blasen in sich zusammen. Das geschieht in Form von Implosionen, die mit heftigen Druckschlägen verbunden sind. Nicht nur die störenden Geräusche sind bei der Kavitation ein Problem. Kavitation schädigt auch die Pumpe. Denn die Druckschläge können kraterförmige Löcher in das Laufrad der Umwälzpumpe fressen. Lautet die Diagnose der Geräusche also „die Umwälzpumpe ist zu klein dimensioniert“, hilft nur ein Pumpentausch.

Knacken oder Klappern meist Zeichen für normalen Verschleiß

Wenn Ihre Umwälzpumpe knackende Geräusche verursacht, deutet das auf einen ernsten Defekt der Pumpe hin. Es ist davon auszugehen, dass die Umwälzpumpe dann in Kürze ihre Funktionstüchtigkeit verliert. Typische Defekte sind Risse im Laufrad, die durch die mechanische Belastung im Laufe der Zeit auftreten. Das deutet auf Verschleiß hin, der nicht zu vermeiden ist.

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Auch das Lager der Pumpe ist großen Kräften ausgesetzt. Ein Klappern der Umwälzpumpe ist ein völlig typisches Geräusch, das auf einen Lagerverschleiß hinweist. Auch das ist ein normaler Vorgang, denn jedes bewegte Teil unterliegt der Abnutzung und hat eine begrenzte Lebensdauer. Sowohl beim Lagerverschleiß als auch beim beschädigten Laufrad hilft nur ein Austausch der Heizungspumpe.

Kein Umwälzpumpen-Geräusch ist auch nicht gut

Wenn das Lager der Umwälzpumpe endgültig verschlissen ist, blockiert die Pumpe. Das Umwälzen des Heizungswassers stoppt und die Heizkörper bleiben kalt. In diesem Fall verstummt auch das normale Betriebsgeräusch der Pumpe.

Meistens hat die Blockade der Umwälzpumpe aber eine andere Ursache: Kleine Schmutzpartikel, die sich im Heizkreis infolge von Korrosion bilden, lagern sich am Laufrad der Umwälzpumpe ab. Das kann dazu führen, dass das Laufrad blockiert. Das tritt besonders häufig dann auf, wenn die Pumpe im Sommer lange stillstand. Moderne Heizungspumpen haben daher auch eine Antiblockierfunktion. Diese startet regelmäßig die Umwälzpumpe und lässt sie eine kurze Zeit laufen, um Schmutzpartikel zu lösen.

Bei starken Verschmutzungen kann eine Pumpenblockade sogar im laufenden Betrieb auftreten. Manchmal hilft dann ein manuelles Drehen der Pumpenwelle, um die Blockade zu beseitigen. In anderen Fällen muss der Heizungsprofi die Heizungsanlage zunächst gründlich reinigen, um damit die Ursache an den Wurzeln zu bekämpfen.

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Gluckern oder Plätschern: Die Luft muss raus

Gluckern oder Plätschern sind Geräusche, die auf Luft im Heizkreis hinweisen. In der Regel sammelt sich die Luft am höchsten Punkt der Heizungsanlage oder in den Heizkörpern. Dann können Sie das Problem leicht selbst beheben.

In manchen Fällen sammelt sich die Luft aber auch in der Umwälzpumpe an. In diesem Fall kann sie das Heizungswasser nicht mehr umwälzen. Für den Heizungsprofi ist es aber kein Problem, auch eine Pumpe fachgerecht zu entlüften.

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Lautes Brummen: Der Profi muss ran

In manchen Fällen entsteht im Heizungskeller ein so lautes Brummen, dass es im ganzen Haus zu hören ist. Dabei übertragen sich Vibrationen und Schwingungen und verstärken sich durch Resonanzeffekte zu gravierenden Störgeräuschen. Auch in einem solchen Fall ist oftmals die Umwälzpumpe die Ursache. Um das abzuklären, sollten Sie aber auf jeden Fall einen Heizungsbauer suchen und zurate ziehen.

Pumpentausch lohnt sich meist auch finanziell

Bei einem zu großen Durchfluss oder bei Luft im System können Sie die durch die Umwälzpumpe verursachten Geräusche selbst beheben. Ungewöhnliche, plötzlich auftretende Geräusche im Heizungskeller deuten aber auf einen unmittelbar bevorstehenden Defekt der Heizungspumpe hin. Da muss der Heizungsprofi ran und eine neue Umwälzpumpe einbauen.

Ein Austausch der Pumpe ist aber gar nicht schlimm. Im Gegenteil: Moderne Hocheffizienzpumpen verbrauchen nur einen Bruchteil des elektrischen Stroms alter Modelle. Daher rentiert sich der Einbau schon nach wenigen Jahren. Außerdem fördert der Staat einen Pumpentausch.

 

Jens-Peter Meyer,
Dr. rer. nat.

Über den Autor

Dr. Jens-Peter Meyer schreibt freiberuflich seit dem Jahr 2000 über Heizungsthemen. Sein journalistischer Schwerpunkt liegt auf erneuerbaren Energien in der Wärmetechnik – speziell in Solarwärmesysteme, Wärmepumpen und Holzheizungen.

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