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BAFA fördert Energieberatung: Diese Möglichkeiten können Hausbesitzer nutzen

Eine Energieberatung ist eine wichtige Voraussetzung für eine energetische Sanierung oder den energieeffizienten Neubau. Die professionelle Beratung ist zwar mit Kosten verbunden, doch sie hilft dabei, langfristig Energie und somit Geld zu sparen. Hausbesitzer können vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) einen Zuschuss für die Energieberatung erhalten. Erfahren Sie hier, welche Voraussetzungen für die Förderung gegeben sein müssen und was Sie beim Antrag beachten sollten.

Inhaltsverzeichnis

  1. Wichtige Fragen für Hausbesitzer im Vorfeld der Energieberatung
  2. Förderprogramm „Energieberatung für Wohngebäude“ der Bundesregierung
  3. Wer fördert die Energieberatung konkret?
  4. Voraussetzungen für die BAFA-Förderung der Energieberatung
  5. Möglicher Ablauf einer Vor-Ort-Energieberatung
  6. Checkliste: Das sollten Sie bei einer Beauftragung einer Energieberatung (BAFA-gefördert) beachten
BAFA Energieberatung: Mann berät Frau an Laptop

Wichtige Fragen für Hausbesitzer im Vorfeld der Energieberatung

Jedes Haus und jeder Haustyp haben Eigenschaften, die zu individuellen Anforderungen an die Energieeinsparung führen. Darüber hinaus spielt auch die Nutzung des Gebäudes oder Gebäudeteils eine wichtige Rolle für den späteren Energiebedarf.

 Weitere Faktoren, die Einfluss auf den Energieverbrauch haben:

  • Anzahl der beheizten Räume
  • Art des Bauwerks (Holz-, Steinhaus)
  • Isolierung der Fenster (einfach-, mehrfachverglast)
  • Größe der Fensterflächen
  • Anzahl der Außenwände
  • Anzahl der Türen
  • Art des Daches (Flachdach, Satteldach)
  • Art der Heizungsanlage (Öl- oder Gasheizung, Holzheizkessel, Wärmepumpe)
  • Art der Warmwassergewinnung (Wärmepumpe, Öl- oder Gasheizung, Solarthermie)

Wer sein Haus energetisch sanieren oder energieeffizient neu bauen möchte, kann sich deshalb schon selbst im Vorfeld fragen, wie der Energiebedarf gesenkt werden kann und welche Maßnahmen dafür sinnvoll wären. Zudem lohnen Überlegungen, was im Rahmen der baulichen Gegebenheiten realisiert werden kann.

Das können aber selbstverständlich nur Anhaltspunkte sein. Eine professionelle und tragfähige Antwort darauf liefert ein Sachverständiger für Energieeffizienz (Energieberater). Diese Experten sind zentrale Ansprechpartner, wenn es um nachhaltige und langfristige Energieeinsparung geht.

Förderprogramm „Energieberatung für Wohngebäude“ der Bundesregierung

Die Energieberatung müssen Sie nicht komplett aus eigener Tasche zahlen. Denn hier erhalten Sie Unterstützung im Rahmen von Förderprogrammen.

  • Mit dem Förderprogramm „Energieberatung für Wohngebäude (Vor-Ort-Beratung, individueller Sanierungsfahrplan)“ möchte die Bundesregierung dazu beitragen, dass alle Gebäude in Deutschland bis zum Jahr 2050 klimaneutral sind.

  • Um dieses Ziel zu erreichen, fördert die Regierung unter anderem die Energieberatung.

  • Sie soll Eigentümern zeigen, welche Wege für eine Steigerung der Energieeffizienz möglich sind.

Wer fördert die Energieberatung konkret?

Die Frage „Lohnt sich eine Energieberatung?“ können sich Hausbesitzer in der Regel schnell selbst beantworten. Denn letztlich trägt die professionelle Beratung dazu bei, dass Eigentümer langfristig Energie einsparen. In der Regel sehen die Sanierungsoptionen und Energieeinsparmethoden vor, dass die Investitionen nicht nur zum nachhaltigen Umgang mit der Umwelt beitragen, sondern den Nutzern auch wirtschaftliche Vorteile bringen. Maßnahmen wie Wärmedämmungen oder nachhaltige Heizsysteme haben sich weitestgehend nach kurzer Zeit amortisiert.

Eine professionelle Energieberatung wird von verschiedenen Stellen gefördert.

Geförderte Energieberatung durch die Verbraucherzentrale

Die Verbraucherzentrale bietet Eigentümern ein umfangreiches Beratungsangebot rund um die Energieberatung. Verbraucher können dort auf über 550 unabhängige Energieexperten zurückgreifen. Die geförderte Beratung kann telefonisch, über das Internet oder vor Ort sowie an über 800 Standorten in der Bundesrepublik durchgeführt werden.

Gefördert wird die Energieberatung der Verbraucherzentralen durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Wer nur über ein sehr geringes Einkommen verfügt, kann die Beratung kostenlos in Anspruch nehmen.

Die Verbraucherzentralen bieten verschiedene Arten der Beratung an. Haben Sie lediglich einfache Energiefragen, dann nutzen Sie doch eine der folgenden Beratungen:

  1. Stationäre Beratung

    In der Beratungsstelle erhalten Sie kostenlos Informationen zu Ihren Energiefragen. Vom Strom sparen bis zur Heizkostenabrechnung.

  2. Telefonberatung

    Die Verbraucherzentralen beraten Sie auch kostenfrei unter der Nummer: 0800/809 802 400.

  3. Online-Beratung

    Nutzen Sie diese Form der Beratung für eine schnelle Beantwortung Ihrer Fragen. Hierbei müssen Sie lediglich ein Anfrageformular ausfüllen.

Wollen Sie den Stand Ihres Gebäudes vor Ort von einem Experten checken lassen, so können Sie aus diesen sechs Beratungen wählen:

  1. Detail-Check

    Sie haben konkrete Fragen, die telefonisch oder in der stationären Beratung nicht geklärt werden konnten? Dann führt ein Berater den Detail-Check durch und geht auf Ihre individuellen Energieprobleme ein.

  2. Basis-Check

    Sie wollen wissen, wie Ihre Energiesituation zu Hause aussieht? Dann lassen Sie diese von einem Experten einschätzen. Der Basis-Check ist nicht nur kostenlos, sondern auch kaum zeitaufwendig, da er innerhalb einer Stunde durchgeführt wird.

  3. Gebäude-Check

    Wenn Sie nicht nur die energetische Situation, sondern beispielsweise auch den Strom- und Wärmeverbrauch Ihres Wohnhauses überprüfen wollen, bietet sich dieser Check an.

  4. Heiz-Check

    Vor allem während der Heizperiode ist es wichtig, dass der Verbrauch Ihrer Heizung und die Leistung in einem optimalen Verhältnis stehen. Lassen Sie dies doch einmal überprüfen!

  5. Eignungs-Check Solar

    Sie wollen mittels einer Solarwärmeanlage Ihre Heizung unterstützen? Im Eignungs-Check Solar zeigt Ihnen ein Fachmann Ihre Möglichkeiten auf.

  6. Solarwärme-Check

    Sie besitzen eine Solaranlage, aber sind sich nicht sicher, ob Sie ihr Potenzial voll ausschöpfen? Dann hilft der Solarwärme-Check der Verbraucherzentralen.

Zu den Terminen sollten Sie entsprechende Dokumente mitbringen, die bei der Klärung der offenen Fragen weiterhelfen, zum Beispiel Energiekosten-Abrechnungen oder Schornsteinfeger-Protokolle. Auch Baupläne oder Fotos von Gebäudeteilen können sinnvoll sein. Bei allen Terminen bei Ihnen vor Ort sollten Sie mit Kosten von 30 Euro rechnen. Lediglich der Basis-Check ist für Sie kostenlos. Nähere Informationen finden Sie auf der Website der Verbraucherzentralen.

Energieberatung BAFA – gefördert vor Ort

Über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle fördert der Bund ebenfalls die Energieberatung. Dabei handelt es sich um die professionelle Energieberatung vor Ort, welche Voraussetzung für eine energetische Sanierung oder KfW-Förderung ist.

Eine wichtige Voraussetzung für die vom BAFA geförderte Energieberatung ist, dass die Energieberater in der Expertenliste für die Förderprogramme des Bundes geführt werden. Die Liste der qualifizierten Energieberater finden Sie hier.

Das BAFA vergibt allgemein einen Zuschuss von 80% der förderfähigen Beratungskosten, das sind:

  • maximal 1.300 Euro für Ein- oder Zweifamilienhäuser
  • bis zu 1.700 Euro ab drei Wohneinheiten
  • bis zu 500 Euro für eine zusätzliche Erläuterung des Berichts, zum Beispiel für eine Versammlung von Wohneigentümern

Auf Wunsch kann der Energieberater den Zuschuss für Sie beim BAFA beantragen. Mehr über die BAFA-Förderprogramme für Ihr Haus finden Sie in unserem Artikel.

Voraussetzungen für die BAFA-Förderung der Energieberatung

Damit die Energieberatung BAFA-förderungsberechtigt ist, gelten folgende Voraussetzungen:

  • Ihr Haus oder Ihre Wohnung befindet sich in Deutschland.

  • Bauantrag oder Bauanzeige für das Gebäude müssen mindestens zehn Jahre zurückliegen.

  • Sie müssen mindestens 50% der Wohnfläche Ihres Hauses zu Wohnzwecken nutzen. Alternativ muss das Haus ursprünglich zu Wohnzwecken konzipiert und gebaut worden sein.

  • Der gewählte Energieberater muss in der Liste der Energieeffizienz-Experten für die Förderprogramme des Bundes stehen.

Möglicher Ablauf einer Vor-Ort-Energieberatung

  1. Sie wählen einen Energieberater aus der Expertenliste des Bundes aus und lassen sich ein Angebot geben.
  2. Sind Sie einverstanden, stellt der Energieberater einen Antrag auf Zuschuss durch das BAFA und erhält danach einen Förderbescheid.
  3. Der Energieberater prüft den Zustand Ihres Gebäudes ausführlich. Dabei wird die Haustechnik ebenso wie die Bausubstanz begutachtet. Darüber hinaus kontrolliert der Experte die Heizkosten der vergangenen 36 Monate.
  4. Auf der Basis seiner Prüfung erstellt der Energieberater einen Bericht. Auf Wunsch kann entweder einen Beratungsbericht für die energetische Sanierung oder ein Schritt-für-Schritt-Sanierungsplan erstellt werden.
  5. Abschließend erfolgt ein Beratungsgespräch mit dem Energieberater, um mögliche Fragen zu klären oder Details zu erörtern.
  6. Der Energieberater stellt dann eine Rechnung aus, die um den BAFA-Zuschuss reduziert wurde.
  7. Die Rechnung sowie der Energieberatungsbericht werden an das BAFA zur Prüfung geschickt.

Checkliste: Das sollten Sie bei einer Beauftragung einer Energieberatung (BAFA-gefördert) beachten

  • Wählen Sie nur Energieberater aus, die auf der Expertenliste des Bundes für die Vor-Ort-Beratung aufgeführt werden: www.energie-effizienz-experten.de
  • Prüfen Sie, ob Ihr Gebäude die nötigen Fördervoraussetzungen erfüllt.
  • Informieren Sie sich über den Umfang und die Kosten der Energieberatung.
  • Legen Sie eine Frist fest, nach deren Ablauf der Bericht vorliegen soll.
  • Fragen Sie nach, wenn Ihnen Bestandteile des Angebots unklar sind.
  • Klären Sie beim Abschlussgespräch unbedingt offene Fragen. Fordern Sie mögliche Nachbesserungen ein.
  • Überlegen Sie bei Bauprojekten, ob Sie auch die Förderung für eine Baubegleitung mit diesem Berater in Anspruch nehmen können.

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