Kundenhotline
08751 / 74 – 1183

Förderungen für Brennwertkessel: Diese Zuschüsse sollten Sie sich nicht entgehen lassen

Brennwertkessel verbinden erprobte, zuverlässige Technik mit niedrigen Anschaffungs- und Betriebskosten. Es kommt also nicht von ungefähr, dass hierzulande im Jahr 2017 rund 75% der zentralen Wärmeerzeuger Öl- oder Gasbrennwertgeräte waren.* Verantwortlich für den niedrigen Brennstoffverbrauch solcher Heizungen ist der sogenannte Brennwerteffekt. Wie Brennwertkessel arbeiten, warum der Staat und viele Kommunen deren Installation weiterhin unterstützen und wie Sie vorgehen sollten, wenn Sie die Förderungen nutzen möchten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Förderungen für Brennwertkessel: WOLF CGB-2 Gasbrennwertgerät

Inhaltsverzeichnis

  1. Der Brennwerteffekt macht den Unterschied
  2. Staat und Kommunen fördern Brennwertkessel
  3. Förderangebote im Überblick
  4. Voraussetzungen für die Förderung Ihres Brennwertkessels

Der Brennwerteffekt macht den Unterschied

Effizienzgewinne im zweistelligen Prozentbereich sind keine Seltenheit, wenn Hauseigentümer von ihrer bisherigen Heizung auf einen modernen Brennwertkessel umrüsten. Förderangebote von öffentlicher Stelle steigern die Attraktivität der Brennwertkessel weiter. Doch was steckt hinter der Brennwerttechnik, die für einen Großteil der Effizienzsteigerung verantwortlich ist?

Wird ein Brennstoff thermisch verwertet, dann gibt er einen Großteil seines Energiegehaltes direkt in Form von Wärme ab. Diese Wärme nutzt die Heizung, um das Heizungswasser zu erhitzen, das als Überträgermedium für die Wärme dient. Das Heizungswasser transportiert schließlich die Wärme über Rohre zu den Heizflächen, die die Wärme an den Wohnraum abgeben. Diese grundlegende Funktionsweise teilen sich alle Wärmeerzeuger, die auf einem Verbrennungsprozess basieren. Doch in Brennwertkesseln passiert mehr.

Wie funktioniert der Brennwerteffekt?

  • Ein Teil des Energiegehaltes der Brennstoffe wird erst nutzbar, wenn die heißen Abgase im Inneren des Heizkessels kondensieren.

  • Ein großzügig dimensionierter und feuchteunempfindlicher Wärmetauscher überträgt diese Wärme an das Heizungswasser.

  • So wird theoretisch der vollständige Energiegehalt des Brennstoffes nutzbar.

  • Der Anteil der so zusätzlich erschlossenen Wärmeenergie heißt Brennwerteffekt oder latenter Wärmegewinn.

  • Bei Erdgas beträgt der Effekt bis zu 11%, bei Holz und Heizöl liegt er wegen der unterschiedlichen Zusammensetzung der Abgase bei 6%.

Hier erfahren Sie mehr Details zu dieser Technologie: "Brennwert: Diese Definition sollten Sie kennen".

Staat und Kommunen fördern Brennwertkessel

Durch den Brennwerteffekt können Heizungen die eingesetzten Energieträger besser nutzen. Setzen Sie auf die Brennwerttechnik, dann sparen Sie dauerhaft Brennstoffkosten und reduzieren gleichzeitig Emissionen. Vor dem Hintergrund der ambitionierten Klimaschutzziele liegt das nicht nur in Ihrem, sondern auch im Interesse der Bundesregierung.

So hat die Politik Brennwertkessel für Neubauten bereits per Gesetz zum Standard erhoben. Nur noch in wenigen Ausnahmen sind Wärmeerzeuger für den Betrieb mit Öl oder Gas ohne Brennwerttechnik zulässig. Auch Eigentümer von Altbauten sollen auf die effiziente Technik umsteigen und werden dabei derzeit noch großzügig unterstützt.

So überzeugen umfangreiche Förderangebote, niedrigere Brennstoffkosten und komfortable Technik immer mehr unschlüssige Hausbesitzer von der Installation eines Brennwertkessels. Zu lange sollten Sie sich für die Entscheidung zur Sanierung nicht Zeit lassen, denn die gesetzliche Austauschpflicht für besonders alte Wärmeerzeuger spricht eine klare Sprache: Bereits heute sind diese Fälle von der staatlichen Förderung ausgenommen.

Das staatliche Förderinstitut Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) teilen sich die Aufgaben bei der Förderung zukunftsfähiger Heizungstechnologien. Möchten Sie für den Einbau Ihres Brennwertkessels eine staatliche Förderung in Anspruch nehmen, sollten Sie sich mit den Angeboten beider Institutionen befassen.

Förderangebote im Überblick

Für die Installation einer Brennwertheizung können Sie nicht nur KfW-Fördermittel und die BAFA-Förderung nutzen – immer mehr lokale Fördergeber schaffen zusätzliche Anreize. Welches Förderangebot Ihnen finanziell am meisten nutzt, können Sie prüfen, indem Sie die Gesamtkosten über die geplante Nutzungsdauer errechnen:

  • Neben den Kosten für Anschaffung und Montage sollten Sie die zu erwartenden Brennstoffkosten sowie die Kosten für Wartung und Instandhaltung berücksichtigen.
  • Die jeweilige Förderung ziehen Sie dann von dieser Summe ab und erhalten so die effektiven Gesamtkosten der jeweiligen Lösung.

Doch nicht alle Förderungen für Brennwertkessel funktionieren gleich: Neben direkt auszuzahlenden Zuschüssen können Sie auch Kredite mit besonders günstigen Konditionen und einem Tilgungszuschuss in Anspruch nehmen. Damit Ihnen nichts entgeht, haben wir einen Überblick der wichtigsten Fördermöglichkeiten, zusammengestellt.

Institut und Förderprogramm Beschreibung
KfW: Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss (430)
Für den Einbau eines neuen Brennwertkessels erstattet Ihnen die KfW 10% der förderfähigen Kosten bis maximal 5.000 Euro, mindestens jedoch 300 Euro. Wenn zusätzlich die Wärmeverteilung optimiert wird, erhöht sich der Fördersatz auf insgesamt 15%.
KfW: Energieeffizient Sanieren – Kredit (151, 152)
Einen pauschalen Tilgungszuschuss von 12,5% erhalten Sie, wenn Sie den alten Öl- oder Gasheizkessel gegen einen Brennwert-Heizkessel tauschen. Erreichen Sie dank weiterer Maßnahmen ein KfW-Effizienzhaus, kann die Zuschusshöhe auf 27,5% ansteigen.
BAFA: Marktanreizprogramm zur Förderung erneuerbarer Energien
Diese Förderung ist an die Installation einer Solarthermieanlage geknüpft. Bei gleichzeitigem Einbau eines Brennwertkessels erhalten Sie dafür derzeit einen Zuschuss von 500 Euro. Weitere Bonus-Förderungen sind möglich.
Lokale Fördergeber
Kommunen und Stadtwerke sind die hauptsächlichen Anbieter lokaler Förderungen für Brennwertkessel. Informieren Sie sich am besten direkt bei den örtlichen Stellen oder nutzen Sie das Wissen Ihres ortsansässigen Heizungsbauers. Erkundigen Sie sich auch bei Ihrem Heizöl- oder Gaslieferanten oder beim Hersteller.

Über die detaillierten Konditionen der Förderangebote informieren Sie sich am besten direkt bei den jeweiligen Fördergebern. In manchen Fällen hängt die Höhe der Zuschüsse nicht nur vom Investitionsbetrag ab, sondern auch von der Effizienzsteigerung. Während die Förderungen von BAFA und KfW nur in wenigen Ausnahmefällen zu kombinieren sind, können lokale Förderprogramme durchaus die staatlichen Anreizprogramme ergänzen. Sie können auch einen Förderservice nutzen, der Ihnen die Bürokratie abnimmt.

Voraussetzungen für die Förderung Ihres Brennwertkessels

Möchten Sie die Förderungen für Brennwertkessel optimal nutzen, dann sollten Sie eine Fördermittelberatung in Anspruch nehmen. Bei der Planung und finanziellen Bewertung verschiedener Szenarien unterstützt Sie auch ein unabhängiger Sachverständiger oder Ihr Heizungsbauer.

Heizungsbauer finden

Jetzt Postleitzahl-Suche starten und kompetenten Heizungsbauer direkt in Ihrer Nähe finden!

Möchten Sie eine Förderung der KfW für Ihre Heizung nutzen, kommen Sie ohnehin nicht um die Zusammenarbeit mit einem Energie-Experten herum. Er ist eine Bedingung für die Förderung – die Kosten für die Energieberatung sind jedoch ebenfalls förderfähig.

Diese Beratung ist auch der effizienteste Weg, sicherzustellen, dass Sie alle Bedingungen für die Förderangebote Ihrer Wahl einhalten. Neben der Einhaltung der Abgabefristen für die Förderanträge ist es nämlich auch erforderlich, die Maßnahmen fachmännisch zu planen und umzusetzen. Grundsätzlich gilt: Die Teilnahme am Förderprogramm sollten Sie vor dem Start der Maßnahmen beantragen.

 

* Zukunft ERDGAS: Brennwertheizung

Andreas Wurm

Über den Autor

Andreas Wurm absolvierte seinen Bachelor of Science in Maschinenbau an der RWTH Aachen University und schloss einen Master in Energietechnik (Spezialisierung Erneuerbare Energien) an derselben Universität an. Nach seinem Studium war er von 2014 bis 2016 Projektingenieur in der Branche Heizungs- und Klimatechnik.

Verwandte Artikel

KfW Fördermittel für die Heizung: KfW Logo im Empfangsbereich

KfW-Fördermittel: Finanzspritze für Ihr Haus

Alles zu den Finanzierungs-Möglichkeiten der KfW, wenn Sie bauen oder sanieren.
weiterlesen
BAFA Fördermittel für die Heizung: Sparschwein

BAFA Förderung: Die Heizung fördern lassen

Das BAFA unterstützt Sie finanziell, wenn Sie erneuerbare Energien nutzen möchten.
weiterlesen
Brennwert Definition: WOLF CGS-2L

Brennwert: Diese Definition sollten Sie kennen

Was sagen Brennwert und Brennwerteffekt genau aus? Alles zur Begriffsdefinition.
weiterlesen
Bewerten Sie den Artikel
Datenschutz-Hinweis Bitte beachten Sie unsere Informationen und Hinweise zum Datenschutz.