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Förderungen für Brennwertkessel: Diese Zuschüsse sollten Sie sich nicht entgehen lassen

Brennwertkessel heizen das Haus mit einer erprobten, zuverlässigen Technik und sie zeichnen sich durch niedrige Anschaffungs- und Betriebskosten aus. Es kommt also nicht von ungefähr, dass hierzulande im Jahr 2019 rund 75% der neu installierten Wärmeerzeuger Öl- oder Gas-Brennwertgeräte waren.1 Verantwortlich für den niedrigen Brennstoffverbrauch solcher Heizungen ist der sogenannte Brennwerteffekt. Warum der Staat die Installation neuer Gas-Brennwertkessel unter bestimmten Bedingungen weiterhin unterstützt und wie Sie vorgehen sollten, wenn Sie die Förderungen nutzen möchten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Inhaltsverzeichnis

  1. Der Brennwerteffekt macht den Unterschied
  2. Förderung für Brennwertkessel: Unter bestimmten Bedingungen möglich
  3. Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG): Zuschüsse und Kredite
  4. Angebote an Fördermitteln im Überblick
  5. Voraussetzungen für die Förderung Ihres Brennwertkessels
Förderungen für Brennwertkessel: WOLF CGB-2 Gasbrennwertgerät

Der Brennwerteffekt macht den Unterschied

Effizienzgewinne im zweistelligen Prozentbereich sind keine Seltenheit, wenn Hauseigentümer ihre alte Heizungsanlage auf einen modernen Brennwertkessel umrüsten. Fördermittel von öffentlicher Stelle – zumindest unter bestimmten Bedingungen, zu denen wir weiter unten kommen – steigern die Attraktivität der Brennwertkessel weiter. Doch was steckt hinter der Brennwerttechnik, die für einen Großteil der Effizienzsteigerung verantwortlich ist?

Wenn Erdgas verbrennt, entstehen hauptsächlich Kohlendioxid und Wasser. Außerdem setzt der Verbrennungsprozess jede Menge Wärme frei. Diese Wärme nutzt die Heizung, um das Heizungswasser zu erhitzen, das als Überträgermedium für die Wärme dient.

Das Heizungswasser transportiert schließlich die Wärme über Rohre zu den Heizflächen, die die Wärme an den Wohnraum abgeben. Diese grundlegende Funktionsweise teilen sich alle Wärmeerzeuger, die auf einem Verbrennungsprozess basieren. Doch in Brennwertkesseln passiert mehr.

Wie funktioniert der Brennwerteffekt?

  • Ein Teil des Energiegehaltes der Brennstoffe wird erst nutzbar, wenn die heißen Abgase im Inneren des Heizkessels kondensieren.

  • Ein großzügig dimensionierter und feuchteunempfindlicher Wärmetauscher überträgt diese Wärme an das Heizungswasser.

  • So wird theoretisch der vollständige Energiegehalt des Brennstoffs nutzbar.

  • Der Anteil der so zusätzlich erschlossenen Wärmeenergie heißt Brennwerteffekt oder latenter Wärmegewinn.

  • Bei Erdgas beträgt der Effekt bis zu 11%, bei Holz und Heizöl liegt er wegen der unterschiedlichen Zusammensetzung der Abgase bei rund 6%.

Förderung für Brennwertkessel: Unter bestimmten Bedingungen möglich

Durch den Brennwerteffekt können Heizungen die eingesetzten Energieträger besser nutzen. Setzen Sie auf die Brennwerttechnik, dann sparen Sie dauerhaft Brennstoffkosten und reduzieren gleichzeitig Emissionen. Vor dem Hintergrund der ambitionierten Klimaschutzziele liegt das nicht nur in Ihrem, sondern auch im Interesse der Bundesregierung.

Lange galten Brennwertkessel als Standard für eine effiziente Heizung. Seit längerem sind nur noch in wenigen Ausnahmen Wärmeerzeuger für den Betrieb mit Öl oder Gas ohne Brennwerttechnik zulässig. Brennwertkessel sind zwar sehr effizient, aber auch diese Art der Heizung setzt Kohlendioxid frei und trägt damit zum Klimawandel bei.

Daher hat die Bundesregierung in ihrem Klimaschutzprogramm 2030 beschlossen, erneuerbare Energien in der Heiztechnik stärker zu fördern als bisher. Von den Regelungen, die seit Beginn des Jahres 2020 gelten, sind aber auch Brennwertkessel betroffen:

  • Denn in der staatlichen Förderung gibt es großzügige Zuschüsse für sogenannte Gas-Hybridheizungen. Das sind Heizsysteme, die einen Brennwertkessel mit erneuerbaren Energien kombinieren.
  • Der Einbau eines neuen Brennwertgeräts als eigenständiger Wärmeerzeuger ist zwar (zumindest im Bestandsgebäude) weiterhin erlaubt, wird jedoch nicht mehr finanziell gefördert.

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Keine Förderung für Öl-Brennwertkessel: Gas nur als Hybrid

Die Bedingungen für die Fördermittel bedeuten aber auch: Der Staat fördert Ölheizungen generell nicht mehr und das gilt damit auch für Öl-Brennwertgeräte. Gas-Brennwertkessel erhalten die Förderung nur in Verbindung mit erneuerbaren Energien:

  • Dafür können Sie zum Beispiel eine Gas-Brennwerttherme in Kombination mit einer Wärmepumpe oder einer Anlage für Solarthermie installieren.
  • Möglich ist es jedoch auch, jetzt eine Förderung für den Gas-Brennwertkessel zu bekommen, wenn Sie innerhalb von zwei Jahren die erneuerbaren Energien nachrüsten.

Das gilt vor allem für Bestandsgebäude. Hier können Sie zum Beispiel Ihr altes Gas-Heizwertgerät gegen eine neue Gas-Brennwertheizung plus einen umweltfreundlichen Wärmeerzeuger (wie eine Wärmepumpe oder Solarthermie) austauschen.

Unter gewissen Voraussetzungen sind Gas-Hybridheizung aber sogar im Neubau „förderfähig“. Jedoch nicht als Einzelmaßnahme. Ihr gesamtes Haus muss einen Energieeffizienz-Standard erreichen. Für einen Effizienzhaus-Standard 55 erhalten Sie zum Beispiel 15% Zuschuss oder Kredit mit Tilgungszuschuss.

Im Neubau sind Bauherren jedoch flexibel und installieren daher meist lediglich eine klimafreundliche Wärmepumpe. In der Heizungsmodernisierung im Gebäudebestand überzeugen aber nach wie vor niedrigere Brennstoffkosten und komfortable Technik unschlüssige Hausbesitzer von der Installation eines Brennwertkessels.

Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG): Zuschüsse und Kredite

Seit dem Jahresbeginn 2021 hat die Bundesregierung die Förderung neu aufgestellt für Energieeffizienz in Gebäuden und das Heizen mit erneuerbaren Energien. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) umfasst die drei Teilbereiche BEG Einzelmaßnahmen, BEG Wohngebäude und BEG Nichtwohngebäude. Sämtliche Fördermittel gibt es als Investitionszuschuss oder als zinsgünstigen Kredit mit Tilgungszuschuss.

Förderung für Brennwertkessel dank BEG Grafik
Eine Förderung für Brennwertkessel erhalten Sie entweder in der Säule BEG Einzelmaßnahmen (Heizungsmodernisierung im Bestandsgebäude) oder in der Säule BEG Wohngebäude (Komplettsanierung oder Neubau).

Für die Heizungsmodernisierung mit Brennwert-Hybridtechnik ist das Programm BEG Einzelmaßnahmen relevant. Dieses Programm teilen sich die staatliche Förderbank Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Die KfW ist für den zinsgünstigen Kredit mit Tilgungszuschuss zuständig (erst ab Mitte 2021 erhältlich), das BAFA vergibt die Investitionszuschüsse (seit Jahresbeginn 2021).

Über die KfW können Sie aber auch zinsgünstige Kredite und Tilgungszuschüsse für eine umfassende energetische Sanierung Ihres Eigenheims erhalten. Sanieren Sie Ihr Haus komplett und sorgen in dem Zuge auch für eine bessere Gebäudedämmung? Dann lohnt es sich erst recht auch im Bestandsgebäude, die Wärmepumpe als neues Heizsystem in Erwägung zu ziehen.

Eine Wärmepumpe ist deutlich umweltfreundlicher als ein Brennwertkessel, arbeitet aber nur effizient, wenn die Vorlauftemperatur relativ niedrig ist. Das erreichen Sie zum Beispiel durch einen niedrigen Heizbedarf (ergo wenig Wärmeverluste, also gute Gebäudedämmung) oder auch durch große Heizflächen.

Verzichten Sie auf den Brennwertkessel und heizen nur mit Erneuerbaren Energien, erhalten sie übrigens eine höhere Förderung. Und zwar kommt auf den normalen Fördersatz ein EE-Bonus on top. Im Neubau sind das 2,5 Prozentpunkte und bei der Sanierung auf Effizienzhaus-Niveau sogar 5 Prozentpunkte. Auch wenn Brennwertkessel also förderfähig sind unter gewissen Bedingungen, lohnt es sich, Alternativen zu evaluieren.

Heizungsbauer finden

Am besten lassen Sie sich von einem Heizungsbauer beraten, welches System sich für Ihre spezielle Situation am besten eignet.

Individuellen Sanierungsfahrplan nutzen

Die BEG-Förderung bietet für Ihre Gebäudesanierung weitere Fördermöglichkeiten. Sie umfasst nämlich auch neue Fenster, Türen und Dämmungen. Besonders lukrativ wird es mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP), denn dieser steigert die Förderquote um 5 Prozentpunkte. Dieser Bonus gilt für sämtliche Einzelmaßnahmen – es ist also egal, ob Sie einen Brennwertkessel als Hybridheizung installieren oder eine Wärmepumpe in Verbindung mit Dämmmaßnahmen und einer neuen Fußbodenheizung.

Den iSFP erstellt ein BAFA-gelisteter Energieberater. Damit erhalten Sie umfassende Informationen über alle sinnvollen Modernisierungen Ihres Hauses hin zu mehr Energieeffizienz und zum Einsatz von erneuerbaren Energien. Sie müssen nicht sämtliche Vorschläge des iSFP umsetzen. Doch wenn die von Ihnen realisierte Sanierung im iSFP enthalten ist, bekommen Sie einen Bonus von 5 Prozentpunkten zur Förderquote hinzu.

Angebote an Fördermitteln im Überblick

Für die Installation einer Brennwertheizung können Sie nicht nur die BEG-Förderung nutzen – immer mehr lokale Fördergeber schaffen zusätzliche Anreize. Welches Förderangebot Ihnen finanziell am meisten nutzt, können Sie prüfen, indem Sie die Gesamtkosten über die geplante Nutzungsdauer errechnen:

  • Neben den Kosten für Anschaffung und Montage sollten Sie die zu erwartenden Brennstoffkosten sowie die Kosten für Wartung und Instandhaltung berücksichtigen.
  • Die jeweilige Förderung ziehen Sie dann von dieser Summe ab und erhalten so die effektiven Gesamtkosten der jeweiligen Lösung.

Damit Ihnen nichts entgeht, haben wir einen Überblick der wichtigsten Möglichkeiten an Förderungen zusammengestellt.

Fördermöglichkeiten für Brennwertkessel

Institut und Förderprogramm
Beschreibung
BAFA oder KfW: BEG Einzelmaßnahmen

Diese Förderung ist an die Installation von Solarthermie, einer Wärmepumpe oder eines Biomassekessels geknüpft.

  • Bei gleichzeitigem Einbau eines Brennwertkessels (Gas-Hybridheizung) erhalten Sie einen Zuschuss von 30% oder 40% Ihrer Investitionskosten. 40% sind es, wenn Sie eine alte Ölheizung austauschen, 30% in allen anderen Fällen.
  • Bauen Sie eine Gastherme ein und rüsten den Erneuerbare-Energien-Wärmeerzeuger nach (Gas-Hybridheizung als Renewable Ready), erhalten Sie 20% Förderung.
 

KfW: BEG Wohngebäude

Die KfW vergibt zinsgünstige Kredite mit Tilgungszuschuss bei Sanierung zum KfW-Effizienzhaus beziehungsweise Neubau eines KfW-Effizienzhaus 55, 40 oder 40 Plus.
Lokale Fördergeber
Kommunen und Stadtwerke sind die hauptsächlichen Anbieter lokaler Förderungen für Brennwertkessel. Informieren Sie sich am besten direkt bei den örtlichen Stellen oder nutzen Sie das Wissen Ihres ortsansässigen Heizungsbauers. Erkundigen Sie sich auch bei Ihrem Heizöl- oder Gaslieferanten oder beim Hersteller.

 

Über die detaillierten Konditionen der Fördermittel informieren Sie sich am besten direkt bei den jeweiligen Fördergebern. In manchen Fällen hängt die Höhe der Zuschüsse nicht nur vom Investitionsbetrag ab, sondern auch von der Effizienzsteigerung. Sie können auch einen Förderservice nutzen, der Ihnen die Bürokratie abnimmt.

Förderauskunft: Fördermöglichkeiten schnell online prüfen

Um einen schnellen Überblick zu bekommen, welche Förderprogramme für Sie infrage kommen, können Sie unsere praktische Förderauskunft nutzen. Geben Sie einfach in ein paar wenigen Klicks an, um welche Heizungsart und welche Gebäudeart es sich handelt. Schon sehen Sie die konkreten Möglichkeiten und wie viel Sie darüber sparen.

Voraussetzungen für die Förderung Ihres Brennwertkessels

Möchten Sie die Förderungen für Brennwertkessel optimal nutzen, dann sollten Sie eine Fördermittelberatung in Anspruch nehmen. Bei der Planung und finanziellen Bewertung verschiedener Szenarien unterstützt Sie auch ein unabhängiger Sachverständiger oder Ihr Heizungsbauer.

Möchten Sie eine Förderung der KfW für Ihre Heizung nutzen, kommen Sie ohnehin nicht um die Zusammenarbeit mit einem Energie-Experten herum. Er ist eine Bedingung für die Förderung – die Kosten für die Energieberatung sind jedoch ebenfalls förderfähig.

Diese Beratung ist auch der effizienteste Weg, sicherzustellen, dass Sie alle Bedingungen für die Förderangebote Ihrer Wahl einhalten. Neben der Einhaltung der Abgabefristen für die Förderanträge ist es nämlich auch erforderlich, die Maßnahmen fachmännisch zu planen und umzusetzen. Grundsätzlich gilt: Die Teilnahme am Förderprogramm sollten Sie vor dem Start der Maßnahmen beantragen.

Brennwertkessel sind also mittlerweile nicht mehr uneingeschränkt förderfähig. Öl-Brennwertkessel erhalten keinerlei finanzielle Förderung mehr und Gas-Brennwertkessel nur in Kombination mit erneuerbaren Energien – und das auch nur im Gebäudebestand. Denn hier wäre es teilweise unwirtschaftlich, komplett vom Heizsystem mit fossilen Brennstoffen auf ein anderes System umzurüsten.

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Erkundigen Sie sich jetzt bei Ihrem Heizungsbauer in der Nähe über die Fördermöglichkeiten!

Brennwertkessel sind also mittlerweile nicht mehr uneingeschränkt förderfähig. Öl-Brennwertkessel erhalten keinerlei finanzielle Förderung mehr und Gas-Brennwertkessel nur in Kombination mit erneuerbaren Energien – und das auch nur im Gebäudebestand. Denn hier wäre es teilweise unwirtschaftlich, komplett vom Heizsystem mit fossilen Brennstoffen auf ein anderes System umzurüsten.

Da Sie im Gegensatz dazu im Neubau flexibel sind und von vornherein eine effiziente, moderne Heizung wie die Wärmepumpe einplanen können, erhalten Sie als Bauherr keinerlei Zuschuss zu Brennwertgeräten.

 

1 Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie e. V.: 10-Jahres-Verlauf Absatz Wärmeerzeuger Deutschland

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