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Förderung für die Heizung nutzen und langfristig Kosten sparen

Die staatliche Förderung für neue Heizungen ist derzeit so gut wie nie. Wer jetzt in eine energieeffiziente Heiztechnik investiert oder einen Heizungstausch durchführt, erhält eine stattliche Fördersumme und profitiert über Jahrzehnte von niedrigen Heizkosten. Wir zeigen Ihnen in diesem Beitrag, welche Rolle die KfW und das BAFA spielen, welche Heizungen förderfähig sind, wer aktuell Förderungen für Ihre Heizung vergibt und von welchen Zuschüssen Sie profitieren können.

Inhaltsverzeichnis

  1. Förderung Heizung: Warum unterstützt die Bundesregierung?
  2. Bessere Förderbedingungen seit 2020
  3. Gebäudebestand: Förderungen für Ihre Heizung
  4. Neubau: Förderung für Ihre Heizung
  5. Weitere Förderung für Heizungen
  6. Förderung Heizung: Beratung vom Fachmann nutzen
Förderung Heizung: Frau mit Füßen auf Heizkörper

Förderung Heizung: Warum unterstützt die Bundesregierung?

Nicht immer lenkt der freie Markt die Entwicklung in die politisch gewünschte Richtung. Dann greift die Politik ein, indem sie mit dem Ordnungsrecht Verbote erteilt oder mit finanziellen Anreizen versucht, das angepeilte Ziel zu erreichen. In der Heiztechnik setzt die Bundesregierung seit vielen Jahren hauptsächlich auf das Instrument der finanziellen Anreize. Sie unterstützt Sie mit einer Förderung, wenn Sie in eine neue, umweltfreundliche Heizungsanlage investieren oder einen Heizungstausch durchführen wollen.

Generell stehen der Politik drei Förderwege zur Verfügung

  • Sie kann direkte Zuschüsse verteilen.

  • Sie kann zinsgünstige Kredite vergeben.

  • Sie kann Steuererleichterungen beschließen.

  • Bei der Förderung der Heizung nutzt die Bundesregierung alle drei Instrumente.

Deutschland hat sich international verpflichtet, bis zum Jahr 2050 den Ausstoß von klimaschädlichen Gasen wie CO2 drastisch zu reduzieren. Denn nur so kann die internationale Gemeinschaft den Klimawandel stoppen und den weltweiten Temperaturanstieg auf ein erträgliches Maß reduzieren.

Bei ihrer Förderung für die Heizung unterscheidet die Bundesregierung zwischen dem Neubau und der Modernisierung von Anlagen im Gebäudebestand.

Bessere Förderbedingungen seit 2020

Im „Klimaschutzprogramm 2030“ hat die Bundesregierung seit Jahresbeginn 2020 die Förderung für die Heizung deutlich verbessert. Sie erhofft sich davon neuen Schwung bei der Energiewende im Wärmebereich. Die Förderung von Einzelmaßnahmen basiert jetzt schwerpunktmäßig auf direkten Zuschüssen im Rahmen BAFA-Förderung für Heizungen. Einzelmaßnahmen umfassen alle Sanierungsmaßnahmen mit denen kein Effizienzhaus-Standard erreicht werden kann. 

Diese guten Konditionen hat sie auch bei der BEG-Förderung beibehalten, die seit 2021 sämtliche Fördermaßnahmen für Energieeffizienz und Heizen mit erneuerbaren Energien in einem Förderprogramm zusammenführt. Bei der BEG-Förderung können Sie zwischen direkten Zuschüssen durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und einem zinsgünstigen Kredit mit Tilgungszuschuss von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) wählen. Für die gesamte Investition zahlt der Staat einen ansehnlichen prozentualen Anteil von bis zu 50% aus.

Zu den förderfähigen Kosten zählen dabei auch Kosten für die Installation, die Planung oder den Wärmespeicher. Bei Wärmepumpen zählt gegebenenfalls natürlich auch die Erdsonde oder der Erdkollektor hinzu. Im Gebäudebestand umfasst die Heizungsförderung sogar die Kosten für den Einbau einer neuen Fußbodenheizung. Die förderfähigen Kosten sind auf maximal 50.000 Euro beschränkt.

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Gebäudebestand: Förderungen für Ihre Heizung

Im Gebäudebestand kann zwar jeder Hausbesitzer im Prinzip sein Haus umfassend sanieren, eine Fußbodenheizung einbauen und dann mit der Wärmepumpe kostengünstig und umweltfreundlich heizen. Aber das erfordert viel Geld, das nicht jeder zur Verfügung hat.

Auch andere Probleme können im Gebäudebestand auftreten: Sonnenheizungen brauchen zum Beispiel mehrere Kubikmeter große Wärmespeicher. Nicht immer findet sich dafür auch ein geeigneter Platz im Haus oder im Garten. Für Hausdächer, die im Schatten von anderen Gebäuden oder Bäumen liegen, kommt die Solarheizung sowieso nicht in Frage.

Auch eine Wärmepumpe stellt Sie im Gebäudebestand womöglich vor Herausforderungen: Diese Heizungsart läuft am effizientesten mit einer niedrigen Vorlauftemperatur – also benötigen Sie in der Regel große Heizflächen und eine gute Wärmedämmung.

Förderung Heizung für Gebäudebestand durch das BAFA im Überblick

Fördergegenstand
Förderhöhe
Wärmepumpe
(Luft-, Sole-, Wasser- und Gas-Wärmepumpe)
35% der förderfähigen Kosten
Erneuerbare Energien Hybridheizung
(beliebige Kombinationen aus Wärmepumpe, Solarthermie und/oder Biomasse)
35% der förderfähigen Kosten

Biomassekessel

(Pellets, Scheitholz, Hackschnitzel)

35% der förderfähigen Kosten

Gas-Hybridheizung

(Gas-Brennwertkessel in Kombination mit Wärmepumpe, Solarthermie oder Biomasse)

30% der förderfähigen Kosten
Solarthermie
30% der förderfähigen Kosten

„Renewable Ready“ Gasheizung

(Gas-Brennwertkessel, der innerhalb von zwei Jahren mit Wärmepumpe, Solarthermie oder Biomasse ergänzt wird)

20% der förderfähigen Kosten

Ölkesseltausch-Bonus

(reine Solarthermie und „Renewable Ready“ Gasheizung sind ausgenommen)

Fördersatz erhöht sich um 10 Prozentpunkte
iSFP-Bonus

Fördersatz erhöht sich um 5 Prozentpunkte

 

Weitere BAFA-Förderung für Bestandsgebäude

Fördergegenstand
Förderhöhe
Hocheffizienzpumpe
20% der Kosten
Hydraulischer Abgleich
20% der Kosten
Beratungskosten für den iSFP
80% der Beratungskosten
  1. Wärmepumpe

    Im Gebäudebestand umfasst die Heizungsförderung des BAFA Luft/Wasser-Wärmepumpen, Sole/Wasser-Wärmepumpen, Wasser/Wasser-Wärmepumpen und Gas-Wärmepumpen. Der Fördersatz beträgt 35%. Weitere Informationen zu den Förderbedingungen bei Wärmepumpen finden Sie in unserem Beitrag „Wärmepumpe: Förderung nutzen und umweltfreundlich heizen“.

  2. Erneuerbare Energien Hybridheizung

    Mit 35% Förderung sind auch Hybridheizungen förderfähig. Erneuerbare Energien Hybridheizungen (EE-Hybrid) sind Kombinationen aus mehreren erneuerbaren Energien. Das kann zum Beispiel eine solarunterstützte Wärmepumpe sein.

  3. Biomasse

    Bei den Biomassekesseln fördert der Staat wasserführende Pelletöfen, Pelletkessel, Scheitholzvergaserkessel und Hackschnitzelkessel mit einem Fördersatz von 35%.

  4. Gas-Hybridheizung

    Gas-Hybridheizungen profitieren von der BAFA-Förderung mit einem Fördersatz von 30%. Gas-Hybridheizungen sind Kombinationen aus einem Gas-Brennwertgerät mit einer erneuerbaren Energie. In der Vergangenheit bestand dieser Heizungstyp zumeist aus Gaskessel und Solarkollektoranlage. Zunehmend bietet sich auch die Kombination aus Wärmepumpe und Gas-Brennwertgerät an.

  5. Solarthermie

    Wer eine Solarkollektoranlage zu seiner bestehenden Heizung ergänzt, bekommt 30% der Investition erstattet. Mit dieser förderfähigen Anlage können Sie Wasser klimafreundlich erhitzen.

  6. „Renewable Ready“ Gasheizung

     „Renewable Ready“ bedeutet, dass die neue Gas-Brennwertheizung bereits über eine Regelung für erneuerbare Energien verfügen muss. Dann gibt der Staat 20% der Kosten hinzu. Allerdings nur, wenn Sie innerhalb der folgenden zwei Jahre auch die erneuerbaren Energien zu einer vollständigen Gas-Hybridheizung ergänzen.

  7. Ölkesseltausch-Bonus

    Für Besitzer von Ölheizungen fällt die Förderung für die neue Heizungsanlage noch besser aus: Der Fördersatz erhöht sich beim Tausch der Ölheizung um 10 Prozentpunkte. Für eine neue Wärmepumpe zum Beispiel erhalten Sie also anstelle des üblichen Zuschusses von 35% nun 45%. Ausgenommen vom Ölkesseltausch-Bonus sind reine Solarthermieanlagen und „Renewable Ready“ Gasheizungen.

  8. iSFP-Bonus

    Zu allen Fördermitteln gewährt der Gesetzgeber einen Aufschlag von 5 Prozentpunkten, wenn zuvor ein BAFA-gelisteter Energieberater einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) aufgestellt hat.

  9. Heizungsoptimierung und Energieberatung im Gebäudebestand

    Der Staat fördert auch die Kosten für eine Energieberatung, bei der ein Experte den individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellt. Außerdem gibt die Politik im Rahmen der Heizungsoptimierung Zuschüsse für den Einbau von Hocheffizienzpumpen im Heizkreis und einen hydraulischen Abgleich.

Klicken Sie auf die verschiedenen Heizysteme in unserer interaktiven Grafik: So erfahren Sie schnell und übersichtlich, welche Fördersätze Sie für Ihre neue Heizung erhalten und welche Voraussetzungen gelten.

Steuerliche Abschreibung der Heizungsmodernisierung

Sie haben auch die Möglichkeit, die Kosten für eine Heizungsmodernisierung von der Steuer abzusetzen. Das gilt nur für die Sanierung, nicht für den Neubau. Dabei können sich Steuerpflichtige 20% der Kosten über einen Zeitraum von drei Jahren vom Finanzamt anrechnen lassen.

Wer sich für diese Variante entscheidet, darf aber keine Mittel vom BAFA oder von der KfW beantragen. Im Vergleich zu den Förderprogrammen gilt die steuerliche Abschreibung als finanziell gleichwertig.

Neubau: Förderung für Ihre Heizung

Im Neubau macht das Gebäudeenergiegesetz (GEG) eine Reihe von Vorgaben, zum Beispiel für die Dämmwerte. Daher sind neue Gebäude sowieso schon sehr viel energieeffizienter als ältere Häuser. Der Einbau von energiesparenden Wärmeverteilsystemen, wie Fußbodenheizungen, verursacht beim Neubau kaum Mehrkosten. Das bedeutet, dass Wärmepumpen, die besonders gut mit Fußbodenheizungen funktionieren, schon heute im Neubau konkurrenzfähig sind. Im Neubau ist die Wärmepumpe darum auch aktuell die bereits am häufigsten installierte Heizung.

Förderung Heizung: Anteil Energieträger bei Baugenehmigungen Grafik
Die meisten Bauherren entscheiden sich mittlerweile für eine Wärmepumpe. Sie ist eine besonders umweltfreundliche Heizart und unterstützt daher dabei, eine besonders gute Förderung zu erzielen.

Die BEG-Förderung konzentriert sich im Neubau auf besonders sparsame Haustypen. Das heißt, dass das gesamte energetische System inklusive Gebäudedämmung, Heizung etc. ausschlaggebend ist. Wer aber überwiegend mit erneuerbaren Energien heizt, bekommt noch einen sogenannten EE-Bonus zur Förderung dazu. Mit den maximal umweltfreundlichen Wärmeerzeugen wie Solarthermieanlagen oder Premium-Wärmepumpen profitieren Sie also auch im Neubau von der besten Förderung für Ihre Heizung.

Die Förderung soll Ihnen helfen, die Mehrkosten für solche besonders effizienten Heizungen zu schultern. Dabei dürfen Sie aber nicht vergessen, dass solche Heizungsanlagen zwar den Klimaschutzzielen dienen, vor allem aber den Betreibern langfristig nutzen. Denn sie machen sich von der Preisentwicklung für Öl und Gas unabhängig und können sicher mit niedrigen Heizkosten über Jahrzehnte rechnen.

BEG-Förderung im Neubau mit EE-Bonus

Maßnahme
Tilgungszuschuss
Tilgungszuschuss je Wohneinheit in Euro
KfW-Effizienzhaus 40 Plus
25% von maximal 150.000 Euro Kreditbetrag
bis zu 37.500
KfW-Effizienzhaus 40
22,5% von maximal 150.000 Euro Kreditbetrag
bis zu 33.750
KfW-Effizienzhaus 55
17,5% von maximal 150.000 Euro Kreditbetrag
bis zu 26.500

Weitere Förderung für Heizungen

Einige Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen, Kommunen und Stadtwerke unterhalten eigene Förderprogramme. Diese gelten nicht nur für Bestandsgebäude, sondern zum Teil auch für den Neubau (zum Beispiel progres.nrw). Besonders attraktiv sind diese Förderungen, wenn sie mit denen des BAFA kumulierbar sind. Ob die Programme auch für Ihr Vorhaben infrage kommen, erfahren Sie mit unserem Fördermittel-Tool.

Förderung Heizung: Beratung vom Fachmann nutzen

Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, die Förderung zu nutzen, sollten Sie sich jetzt genauer informieren. Sprechen Sie Ihren Heizungsbauer an, er wird Ihnen mit kompetentem Rat zur Seite stehen. Wenn Sie sich dann für eine Heizung entschieden haben, können Sie den Förderantrag stellen. Das geht zum Beispiel elektronisch direkt auf der Internetseite des BAFA. Bei der Kreditvariante über die KfW-Bank ist Ihre Hausbank die richtige Anlaufstelle (erst ab Juli 2021 möglich).

Wichtig dabei ist, dass Sie in beiden Fällen den Antrag stellen, bevor Sie den Heizungsbauer mit den Arbeiten beauftragen. Sie brauchen aber für den Förderantrag einen Kostenvoranschlag. Dieser ist die Basis für die Berechnung der Fördermittel. Stellt sich das Vorhaben später als teurer heraus, stocken BAFA und KfW-Bank die Fördersumme nicht nachträglich auf. Gehen Sie daher sicher, dass alles Nötige im Angebot enthalten ist.

Wenn Sie dann von einem der beiden Fördermittelgeber den Bewilligungsbescheid erhalten haben, bleibt Ihnen eine Frist von zwölf Monaten zur Umsetzung der Arbeiten. Danach müssen Sie nur noch den Nachweis über die Inbetriebnahme der neuen Heizung einreichen. Anschließend überweist Ihnen die zuständige Institution die Fördersumme.

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Jetzt von lukrativer Förderung profitieren

Angesichts der lukrativen Fördersätze ist es für alle Bürger sinnvoll, über einen Heizungstausch nachzudenken. Bauherren sollten zudem überlegen, ob sie nicht mithilfe der Fördermittel eine besonders effiziente Heiztechnik in ihrem neuen Eigenheim einbauen sollten. Denn die neue Anlage spart sowohl im Neubau wie im Altbau Jahr für Jahr jede Menge Heizkosten ein.

Jens-Peter Meyer,
Dr. rer. nat.

Über den Autor

Dr. Jens-Peter Meyer schreibt freiberuflich seit dem Jahr 2000 über Heizungsthemen. Sein journalistischer Schwerpunkt liegt auf erneuerbaren Energien in der Wärmetechnik – speziell in Solarwärmesysteme, Wärmepumpen und Holzheizungen.

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