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Solarthermie-Förderung für ein umweltfreundliches Haus: Alle Zuschüsse im Überblick

Immer wieder hört man, dass sich eine Solaranlage nicht mehr lohnt, da die Förderung durch den Staat abnimmt. Das stimmt zwar für die Photovoltaik, aber für die Solarthermie hat der Bund die Förderung zuletzt stark verbessert. Und das mit Recht, denn die Solarthermie ist die umweltfreundlichste Art, Wärme für Heizung und Warmwasser bereitzustellen. Wir haben zusammengetragen, welche Förderungen es für Solarthermie gibt und wie Sie einen Antrag stellen können.

Inhaltsverzeichnis

  1. Solare Energie: Aufbau und Funktionsweise einer Solarthermieanlage
  2. Wer fördert die Installation einer solarthermischen Anlage?
  3. Solarthermie-Förderung im Programm BEG Einzelmaßnahmen
  4. Solarthermie-Förderung im Programm BEG Wohngebäude
  5. Wer stellt den Antrag für die Solarthermie-Förderung?
Solarthermie Förderung: Hausdach Solarthermiekollektoren

Solare Energie: Aufbau und Funktionsweise einer Solarthermieanlage

Eins ist klar: Eine Solaranlage arbeitet mit Sonnenlicht. Aber wie funktioniert das eigentlich? Um die Optionen einer Solarthermie-Förderung beurteilen zu können, ist es hilfreich, den Aufbau sowie die grundlegende Funktionsweise zu verstehen. Keine Sorge, der Aufbau einer solarthermischen Anlage ist relativ einfach.

Innerhalb der Komponenten entsteht ein Kreislauf: Zunächst erwärmt die auftreffende Sonnenenergie in dem Kollektor die Solarflüssigkeit. Diese fließt anschließend durch das Rohrleitungsnetz (2) zum Wärmetauscher (3). Dort wird die Wärme von der Solarflüssigkeit an das Heizungswasser oder Trinkwasser abgegeben. Abschließend gelangt die erkaltete Solarflüssigkeit über die Sicherheitseinrichtung (4) zurück zum Kollektor. In diesem wird sie erneut erwärmt und der Kreislauf beginnt von vorne.

Übrigens: In der Sicherheitseinrichtung bündeln sich alle notwendigen Bauteile für einen reibungslosen Betrieb. Dazu zählen:

  • Sicherheitsventil
  • Manometer
  • diverse Thermometer
  • Membranausdehnungsgefäß
  • Rückschlagventil
  • Umwälzpumpe
  • Lufttopf zum Entlüften der Solaranlage
  • Armatur zum Befüllen der Anlage
Solarthermie-Förderung: Aufbau einer Solarthermieanlage Grafik
Solarkollektor, Solarflüssigkeit, Rohrleitungsnetz, Pufferspeicher, Wärmetauscher & Sicherheitseinrichtung sind die wichtigsten Bestandteile einer Solarthermieanlage.

Betriebsarten einer Solarheizung

Entscheiden Sie sich als Hausbesitzer für eine solarthermische Anlage, können Sie grundsätzlich zwischen zwei Betriebsarten wählen:

  1. Warmwasserbereitung

    Kleinere Anlagen übernehmen in der Regel lediglich die Erwärmung Ihres Warmwassers für Bad und Küche. Dazu wird die durch die Sonnenstrahlen erzeugte Wärme in einem Warmwasserspeicher an das Warmwasser abgegeben. Die Anlage ist ganzjährig aktiv – schließlich benötigen Sie stets Warmwasser zum Duschen oder Geschirrspülen.

  2. Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung

    Dient die Anlage neben der Warmwasserbereitung auch der Heizungsunterstützung, wird die erzeugte Wärme ausschließlich in einem Heizungspufferspeicher an das Heizungswasser abgegeben. Da die Heizung vor allem in der sonnenarmen Jahreszeit arbeiten muss, legt der Heizungsbauer die Kollektorflächen im Falle der Heizungsunterstützung größer aus. Sommerliche Überschüsse, die ungenutzt verpuffen, lassen sich dann nicht ganz vermeiden.

Beide Nutzungsarten haben ihre Vor- und Nachteile. Es ist jedoch nicht möglich, alleine mit Solarthermie Ihre komplette Beheizung und Warmwasserversorgung zu decken. Die Solarthermie ist immer eine Ergänzung zu einem weiteren Wärmeerzeuger.

Grundsätzlich empfiehlt sich ein Kombibetrieb. In der Anlagentechnik bedeutet dies, dass die erzeugte Wärme über einen größeren Pufferspeicher zum Heizungswasser gelangt. Die Warmwassererwärmung wiederum kann über eine mit dem Speicher verbundene Frischwasserstation erfolgen. Außerdem ist es möglich, die Wärme in dem Pufferspeicher durch einen speziellen Wärmetauscher an das Warmwasser abzugeben. In diesen beiden Varianten erwärmt sich das Warmwasser bei der Entnahme und wird nicht extra bevorratet.

Solarthermie-Förderung: Warmwasserversorgung mit Schichtenspeicher Grafik
Ein Schichtenspeicher sorgt dafür, dass Ihre Warmwasserversorgung ganzjährig gesichert ist und die von der Solarthermie erzeugte Wärme nicht verloren geht.

Wer fördert die Installation einer solarthermischen Anlage?

Die gute Nachricht: Es gibt eine ganze Reihe an möglichen Förderungen für solare Heizungen. Grundsätzlich sind das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für die Solarförderung zuständig. Beide Förderanstalten teilen sich die Aufgaben in der BEG-Förderung.

Dabei unterscheiden sie immer zwischen Einzelmaßnahmen in Bestandsgebäuden auf der einen Seite und Neubauten sowie Komplettsanierungen von Bestandsgebäuden auf der anderen Seite.

Solarthermie-Förderung im Programm BEG Einzelmaßnahmen

Das Wichtigste vorab: Das BEG Teilprogramm Einzelmaßnahmen fördert nur Solarthermieanlagen in Bestandsgebäuden. Sie können hier immer zwischen einem Investitionszuschuss und einem zinsgünstigen Kredit mit Tilgungszuschuss wählen. Für die Zuschussvariante stellen Sie den Antrag beim BAFA. Die Kreditvariante liegt in der Zuständigkeit der KfW.

Wenn Sie eine Solarthermieanlage installieren, erhalten Sie 30% der Investition vom Staat hinzu. Diese Förderquote gilt sowohl beim direkten Zuschuss vom BAFA als auch für den Tilgungszuschuss bei der Kreditvariante von der KfW.

Solarthermie-Förderung: BEG Förderung Grafik
Die drei Säulen der BEG-Förderung setzen sich aus den Förderungen für Einzelmaßnahmen, für Wohngebäude und für Nichtwohngebäude zusammen.

Förderfähige Kosten bei der Solarthermie

  • Zu den förderfähigen Kosten zählen nicht nur die Kollektoren.
  • Auch für die Installationsarbeiten, Verrohrung und Demontage von alten Geräten erhalten Sie eine Förderung.
  • Ebenso ist der Wärmespeicher förderfähig. Der Zuschuss beträgt hier aber nur 20%.

Der Fördersatz beträgt ebenfalls 30%, wenn Sie sich für eine Solarthermieanlage zusammen mit einem neuen Gas-Brennwertgerät entscheiden. Dann erhalten Sie 30% auf die Gesamtkosten für beide Wärmeerzeuger in dieser Gas-Hybridheizung. Sollten Sie zudem eine alte Ölheizung ersetzen, steigt die Förderquote in diesem Fall auf 40%.

Noch attraktiver ist der Fördersatz in einer Erneuerbaren Energien Hybridheizung (EE-Hybridheizung). Das kann eine Kombination aus Wärmepumpe und Solarthermie oder Holzkessel mit Solarthermie sein. Für diese Kombinationen erhalten Sie eine Förderung von 35%. Auch hier beträgt der Ölheizungs-Tauschbonus 10 Prozentpunkte, sodass der Fördersatz auf 45% anwächst.

Bei allen Maßnahmen, die unter das Teilprogramm BEG Einzelmaßnahmen fallen, können Sie einen weiteren Bonus von 5 Prozentpunkten erhalten: nämlich dann, wenn zuvor ein Energieexperte einen iSFP (individuellen Sanierungsfahrplan) für Ihr Gebäude erstellt hat. Mit dem iSFP-Bonus steigt der maximale Fördersatz dann sogar auf 50% an.

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Fördervoraussetzungen für Solarthermie

Die Bundesregierung hat die Fördervoraussetzungen in der BEG-Förderung reduziert und vereinfacht im Vergleich zum Vorgängerprogramm, dem Marktanreizprogramm:

  • Im Prinzip reicht es aus, wenn der Kollektor eine Solar-Keymark-Zertifizierung eines akkreditierten Prüfinstituts hat.
  • Außerdem muss er einen jährlichen Kollektorertrag von mindestens 525 Kilowattstunden pro Jahr erreichen.
  • Damit die Solaranlage förderfähig ist, muss zudem ein Solarregler zum Einsatz kommen.
  • Bei größeren Solaranlagen ist auch eine Wärmemengenerfassung Pflicht. Bei Vakuumröhrenkollektoren gilt das ab 20 Quadratmeter Kollektorfläche und bei Flachkollektoren ab 30 Quadratmeter.

Unabgedeckte Kollektoren, wie sie für Schwimmbadheizungen zum Einsatz kommen, sind von der BEG-Förderung ausgenommen.

Die ertragsabhängige Fördermethode

Eine Besonderheit gibt es für Solarthermieanlagen mit mehr als 20 Quadratmeter Kollektorfläche. Bei diesen Anlagen können Sie zwischen dem genannten Zuschuss von 30% und einer ertragsabhängigen Förderung wählen.

Die ertragsabhängige Fördermethode ermittelt die Fördersumme nach der folgenden Formel:

Förderung = 0,45€ * jährlicher Kollektorertrag * NKollektoren

Für den jährlichen Kollektorertrag wird der Wert im Solar-Keymark-Datenblatt für den Standort Würzburg herangezogen.

Für die ertragsabhängige Förderung gibt es noch weitere Bedingungen: Die Solaranlage muss mehr als 50% des Wärmebedarfs des Hauses liefern. Zudem muss die Auslegung mit einer Simulationsrechnung erfolgen, die der Antragsteller dem Förderantrag beilegen muss.

Finden Sie Ihre passende Förderung in unserem Förder-Tool

Solarthermie-Förderung im Programm BEG Wohngebäude

Auch für den Neubau können Bauherren eine Förderung für Solarthermie erhalten. Denn das Teilprogramm BEG Wohngebäude unterstützt Sie beim Bau eines besonders energieeffizienten Gebäudes. Dabei muss das Haus mindestens den Standard KfW-Effizienzhaus 55 erreichen. Die Fördermittel in diesem Teilprogramm vergibt nicht das BAFA, sondern ausschließlich die KfW.

Wenn die Heizung Ihres Neubaus mindestens 55% erneuerbare Energien nutzt – was mit der Unterstützung einer Solarheizung durchaus erreichbar ist – dann beträgt die maximale Kreditsumme 150.000 Euro. Der Tilgungszuschuss kann bis zu 37.500 Euro ausmachen.

KfW-Förderung mit Solarthermie im Neubau¹

Maßnahme (Tilgungs-)Zuschuss Betrag je Wohneinheit
KfW-Effizienzhaus 40 Plus
25% von maximal 150.000 Euro Kreditbetrag
bis zu 37.500 Euro
KfW-Effizienzhaus 40
22,5% von maximal 150.000 Euro Kreditbetrag
bis zu 33.750 Euro
KfW-Effizienzhaus 55
17,5% von maximal 150.000 Euro Kreditbetrag
bis zu 26.250 Euro

Planen Sie die Komplettsanierung Ihres Altbaus zu einem Effizienzhaus, stehen Ihnen die Fördertöpfe des Programms BEG Wohngebäude ebenfalls offen. Auch bei der Sanierung mit einer Solarheizung, die einen solaren Deckungsgrad von mindestens 55% erzielt, zahlt die KfW eine maximale Kreditsumme von 150.000 Euro aus. Der Tilgungszuschuss kann bei der Sanierung sogar auf maximal 75.000 Euro anwachsen.

KfW-Förderung mit Solarthermie für Komplettsanierung im Altbau²

Maßnahme (Tilgungs-)Zuschuss Betrag je Wohneinheit
KfW-Effizienzhaus 40
50% von maximal 150.000 Euro Kredit
bis zu 75.000 Euro
KfW-Effizienzhaus 55
45% von maximal 150.000 Euro Kredit
bis zu 67.500 Euro
KfW-Effizienzhaus 70
40% von maximal 150.000 Euro Kredit
bis zu 60.000 Euro
KfW-Effizienzhaus 85
35% von maximal 150.000 Euro Kredit
bis zu 52.500 Euro
KfW-Effizienzhaus 100
32,5% von maximal 150.000 Euro Kredit
bis zu 48.750 Euro
KfW-Effizienzhaus Denkmal
30% von maximal 150.000 Euro Kredit
bis zu 45.000 Euro

Tipp: Bei der Komplettsanierung steigt der Fördersatz ebenfalls um weitere 5 Prozentpunkte, wenn Sie nach einem individuellen Sanierungsfahrplan vorgehen.

BEG Wohngebäude: Voraussetzungen für die Solarthermie-Förderung

Grundsätzlich gilt: Um die BEG-Förderung Wohngebäude in Anspruch nehmen zu können, brauchen Sie immer einen Energieeffizienz-Experten. Dieser bestimmt das richtige Förderprogramm für Sie und ermittelt die Förderhöhe. Außerdem kümmert er sich um die Anträge und die Bauüberwachung sowie um die Abnahme nach der Sanierung.

Übrigens: Für die Sanierung müssen Sie immer Fachfirmen beauftragen und den Förderantrag vor Beginn der Arbeiten stellen. Die Zielvorgabe lautet dabei, den KfW-Effizienzhaus-Standard zu erreichen.

Wer stellt den Antrag für die Solarthermie-Förderung?

Den Antrag für die Solarthermie-Förderung beim BAFA im Rahmen von BEG Einzelmaßnahmen können Sie als Hausbesitzer grundsätzlich selbst stellen. Wichtig ist dabei nur, dass die Heizungsanlage Ihnen gehört. Wird die Heizung zum Beispiel durch ein Energieliefer-Contracting erneuert, können Sie den Antrag nicht stellen. Denn in diesem Fall gehört die Anlage – entsprechend der im Contracting-Vertrag festgeschriebenen Laufzeit – dem Contractor und wird nach dem Laufzeitende ausgelöst.

Im Programm BEG Wohngebäude können Sie, wie bereits geschildert, das passende Förderprogramm dagegen nicht selbst beantragen. Um auf die Fördermittel zugreifen zu können, benötigen Sie einen Energieeffizienz-Experten: Dieser bearbeitet die Anträge für Sie. Anschließend können Sie die Unterlagen bei Ihrer Hausbank einreichen oder die Zuschüsse beantragen.

Das sollten Sie wissen, bevor Sie den Antrag für eine Solarthermie-Förderung stellen

  • Denken Sie daran: Um die Anträge für die Solarthermie-Förderung genehmigt zu bekommen, müssen Sie einige Randbedingungen berücksichtigen, zum Beispiel die Prüfung und die Genehmigung, aber auch zeitliche Vorgaben sowie die Umsetzung.

  • Sie brauchen also etwas Geduld, bis die Installation der Anlage tatsächlich beginnen kann. Die Installation muss übrigens zwingend von einem Fachunternehmen durchgeführt werden.

  • Nochmals zur Erinnerung: Sie müssen alle Förderanträge vor der Umsetzung einreichen.

Fazit: Nutzen Sie die Möglichkeiten der Solarthermie-Förderung

Es gibt viele gute Gründe, eine Solarthermieanlage zu installieren. Einer ist sicherlich die Umweltfreundlichkeit, da Sie erneuerbare Energien nutzen. Aber auch die Tatsache, dass Sie viele verschiedene Fördermöglichkeiten nutzen können, spricht dafür. Zwar entscheiden letztlich Bauart und Größe Ihrer solarthermischen Anlage über die Rentabilität, aber es lohnt sich auf jeden Fall, die möglichen Zuschüsse vom BAFA oder von der KfW auszuschöpfen.

 

1, 2 KfW: Die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude ersetzt die bisherige Förderung

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