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Staatliche Förderung für neue Gasheizung

Die Bundesregierung hat in ihrem Klimaschutzprogramm 2030 beschlossen, CO2-Einsparungen bei Heizungen noch stärker mit Förderungen zu belohnen. Denn während der Ausstoß von Treibhausgasen bei der Stromerzeugung in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken ist, hat sich im Gebäudebereich bisher kaum etwas getan. Das Ziel ist es, dass auch hier immer mehr erneuerbare Energien zum Einsatz kommen. Von der neuen staatlichen Förderung profitieren aber auch effiziente Gasheizungen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Neuerungen der Förderung ab 2021
  2. Effiziente Gasheizungen erhalten Förderung
  3. Bedingungen für Gasheizungen bei staatlicher Förderung
  4. Staatliche Fördermittel für verschiedene Systeme mit Gas
  5. Fördermittelauskunft hilft beim Überblick
  6. Unterstützung vom Heizungsbauer
Staatliche Förderung Gasheizung: Reichstag

Neuerungen der Förderung ab 2021

Um dem Ziel der CO2-Einsparungen näherzukommen, hat die Politik die Förderung im Jahr 2021 neu aufgestellt. Mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) fasst sie sämtliche Förderprogramme für die Energieeffizienz von Gebäuden und das Heizen mit erneuerbaren Energien zusammen.

Generell gilt: Sie erhalten entweder einen Investitionszuschuss oder einen zinsgünstigen Kredit mit Tilgungszuschuss. Anträge für den Investitionszuschuss bearbeitet das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Zinsgünstige Kredite erhalten Sie von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Diese letzte Form der Förderung für Ihre Heizung ist aber erst ab Mitte 2021 möglich.

Anstelle der BEG-Förderung können Sie die Kosten für die Modernisierung Ihrer Heizung auch von der Steuer absetzen. Finanziell gesehen gelten die BAFA- oder KfW-Förderung und Steuerabschreibung als gleichwertig. Der Vorteil der Steuerabschreibung ist, dass Sie zehn Jahre Zeit haben, die Modernisierung Ihrer Heizung abzuschließen und anschließend die Kosten bei der Steuer geltend zu machen. Wenn Sie also den Antragszeitraum für die Fördermittel vom BAFA oder von der KfW verpasst haben, können Sie sich auf diesem Wege Unterstützung holen.

Effiziente Gasheizungen erhalten Förderung

Die BEG-Förderung unterteilt sich in die drei Teilbereiche BEG Einzelmaßnahmen, BEG Wohngebäude und BEG Nichtwohngebäude. Im Teilprogramm BEG Einzelmaßnahmen ist die Heizungsmodernisierung im Gebäudebestand enthalten. Hierin ist unter bestimmten Voraussetzungen auch eine staatliche Förderung für Gasheizungen vorgesehen. Und zwar dann, wenn Sie sie mit erneuerbaren Energien kombinieren.

Wenn Sie sich für diese Einzelmaßnahme entscheiden, beträgt die staatliche Förderung vom BAFA oder von der KfW-Bank 30%. Besonders lukrativ wird es, wenn Sie eine alte Ölheizung ersetzen. Dann steigt die staatliche Förderung für die Gas-Hybridheizung von 30% auf 40%.

Zu den sogenannten förderfähigen Kosten, von denen Sie diese 30% oder 40% erstattet bekommen, gehören natürlich die Gasheizung und der regenerative Wärmerzeuger. Darüber hinaus können Sie aber auch die Kosten für die Demontage der alten Heizung, die Installation, Verrohrung und Speicher ansetzen. Wenn Sie eine Fußbodenheizung installieren, um damit den Wärmeerzeuger noch effizienter zu nutzen, trägt der Staat auch anteilig diese Kosten. Die maximale Investitionssumme, die Sie pro Wohneinheit ansetzen dürfen, beträgt 60.000 Euro.

Auch im Neubau und bei einer umfassenderen energetischen Sanierung können Sie indirekt eine Förderung für Ihre Gasheizung erhalten. Hier geht es um das Teilprogramm BEG Wohngebäude, das Fördermittel für Effizienzhäuser bietet. Wählen Sie (wie bei der einfachen Heizungsmodernisierung oben beschrieben) ein Hybridsystem aus Gasgerät und erneuerbaren Energien, erhalten Sie höchstwahrscheinlich einen Effizienzhaus-Standard, für den es hohe Fördersätze gibt. Mit einem Gasgerät allein klappt das hingegen nicht.

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Bedingungen für Gasheizungen bei staatlicher Förderung

Die BEG-Förderung Einzelmaßnahmen ist an Bedingungen geknüpft. So muss die Gasheizung eine jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz von mindestens 92% erreichen. Die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz ist eine Größe, die die Europäische Union in dem Effizienzlabel für Heizungen definiert hat. Sie gibt an, wie effizient die Umwandlung des Brennstoffes Gas in Wärme einschließlich aller Hilfsenergien tatsächlich ausfällt.

Außerdem muss die Gasheizung mit einer hybridfähigen Regelungstechnik ausgestattet sein, um die staatliche Förderung in Anspruch nehmen zu können. Zudem müssen die erneuerbaren Energien mindestens ein Viertel der Heizlast des Gebäudes abdecken. Eine weitere Voraussetzung ist, dass der Heizungsbauer einen hydraulischen Abgleich der Heizungsanlage durchführt und die Heizkurve an Ihr Haus anpasst. Auch ein Wärmespeicher für die Einbindung der erneuerbaren Energien gehört zu den Voraussetzungen der Förderung.

Förderbedingungen für Gas-Hybridheizung im Gebäudebestand

  • jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz von mindestens 92%

  • hybridfähige Steuerungs- und Regelungstechnik der Heizungsanlage

  • erneuerbare Energien decken mindestens 25% der Heizlast des Gebäudes ab

  • hydraulischer Abgleich der Heizung

Staatliche Fördermittel für verschiedene Systeme mit Gas

Möchten Sie eine Gas-Hybridheizung installieren, stehen Ihnen verschiedene Systeme zur Auswahl. Wir zeigen Ihnen, welche Kombinationen sinnvoll sind.

Klassisch: Gasheizung mit Solarthermie

Die klassische, millionenfach erprobte Gas-Hybridheizung besteht aus einem Gas-Brennwertgerät und Solarthermie. Die Solarthermieanlage muss hierbei bestimmte Anforderungen erfüllen. So müssen die Kollektoren durch ein unabhängiges Prüfinstitut mit dem Qualitätslabel „Solar-Keymark“ zertifiziert sein. Dann erhalten Sie auch Förderung für die Gasheizung samt Solarthermie.

Innovativ: Gasheizung mit Wärmepumpe

Eine innovative Lösung für die Gas-Hybridheizung kombiniert eine Wärmepumpe mit dem Gas-Brennwertkessel. Bei moderaten Außentemperaturen versorgt die Wärmepumpe dann das Haus mit umweltfreundlicher Wärme. Die Gasheizung hilft nur an kalten Tagen aus.

Wärmepumpen sind dann förderfähig, wenn ein akkreditiertes Prüfinstitut sie getestet hat. Um eine Förderung zu erhalten, ist zudem die Energieeffizienz des Geräts ausschlaggebend.

Die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz muss bei Luftwärmepumpen mindestens 135% bei 35°C Vorlauftemperatur sowie 120% bei 55°C Vorlauftemperatur betragen. Erdwärmepumpen und Wasser/Wasser-Wärmepumpen müssen 150% bei 35°C Vorlauftemperatur sowie 135% bei 55°C Vorlauftemperatur erreichen. Förderfähige Geräte führt das BAFA in einer speziellen Liste auf.

Gemütlich: Gasheizung mit Holzofen

Es besteht auch die Möglichkeit, einen Biomassekessel mit der Gasheizung zu kombinieren. Förderfähige Biomassekessel führt das BAFA ebenfalls in speziellen Listen. Das kann zum Beispiel ein Scheitholzvergaserkessel sein. Den können Sie immer dann bestücken, wenn Sie Zeit haben und ausreichend Holz zur Verfügung steht. Ansonsten liefert die Gasheizung Wärme. Für Gemütlichkeit sorgt ein Holzofen. Denn förderfähig sind auch einige Pelletöfen mit Wassertasche.

Nachrüstung der Gasheizung möglich

Ist bei Ihnen bereits ein regenerativer Wärmeerzeuger vorhanden, dann reicht es aus, eine neue Gasheizung zu installieren, um die staatliche Förderung von 30% zu bekommen.

Nachrüstung der erneuerbaren Energien

Wenn Sie die Investition in Ihre Heizung nicht gleich komplett aufbringen möchten, dann bietet der Gesetzgeber die Möglichkeit, zunächst nur eine Gas-Brennwertheizung zu installieren. Diese muss bereits eine Regelung für erneuerbare Energien enthalten, muss also „Renewable Ready“ sein.

Für diese „Renewable Ready“ Gasheizung erhalten Sie eine Förderung von 20% vom BAFA oder von der KfW-Bank. Allerdings nur dann, wenn Sie innerhalb von zwei Jahren auch die erneuerbaren Energien nachrüsten.

Beachten Sie aber, wenn Sie noch eine alte Ölheizung haben: Bei der Variante „Renewable Ready“ gibt es keinen extra Zuschuss von 10 Prozentpunkten für den Austausch einer alten Ölheizung. Installieren Sie jedoch die gesamte Gas-Hybridheizung auf einmal, erhalten Sie den Öltausch-Bonus schon.

Zusatzbonus für individuellen Sanierungsfahrplan

Sie können für Ihre effiziente Gas-Hybridheizung auch noch einen Zusatzbonus in Höhe von 5 Prozentpunkten erhalten. Dann nämlich, wenn Sie sich von einem Energieberater einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellen lassen. Für alle Maßnahmen, die im iSFP stehen und die Sie innerhalb von 15 Jahren umsetzen, gibt es diesen Zuschlag. Die Kosten für den iSFP unterstützt der Staat ebenfalls und gibt Ihnen 80% hinzu.

Fördermittelauskunft hilft beim Überblick

So lukrativ die neue BEG-Förderung auch ausfällt: Ganz einfach ist es nicht, den Überblick über die verschiedenen Kredite und Zuschüsse zu behalten. Unser Fördertool hilft Ihnen dabei, die für Sie optimale Förderung für Ihre Heizung zu finden. Dort sind zusätzlich Programme von Stadtwerken und Gasversorgern berücksichtigt, die Gasheizungen gegebenenfalls auch allein und nicht nur in Kombination mit erneuerbaren Energien unterstützen.

Unterstützung vom Heizungsbauer

Bei der Auswahl der optimalen Heizungsanlage stellen sich viele Fragen. Ist mein Dach für eine Solaranlage geeignet? Habe ich ausreichend Platz für einen Solarspeicher im Keller? Kann ich mein Haus durch die Einbindung einer Wärmepumpe effizienter beheizen? All diese Fragen lassen sich am besten im Gespräch mit einem erfahrenen Heizungsfachmann klären.

Der Heizungsexperte unterbreitet Ihnen im Anschluss ein Angebot. Sagt Ihnen dieses zu, bildet es die Grundlage für den Förderantrag, den Sie für einen Zuschuss elektronisch auf der Internetseite des BAFA einreichen müssen. Sie können dafür aber auch den Heizungsfachmann bevollmächtigen. Den zinsgünstigen KfW-Kredit erhalten Sie über Ihre Hausbank.

In dem Artikel „Neue Heizung, aber welche?“ können Sie sich vorab einen Überblick verschaffen, welche verschiedenen Heizarten es gibt und sich für Ihr Gebäude eignen könnten.

Neue Heizung, aber welche?

Eine neue Heizung kaufen: Aber welche ist für Sie geeignet?

Wir geben einen Überblick über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Heizarten. Weiterlesen

Vorgehen: Erst beantragen, dann installieren

Für das weitere Vorgehen ist zunächst einmal entscheidend, ob Sie Ihre Heizungsmodernisierung als Einzelmaßnahme planen oder eine Heizungsförderung im Rahmen einer Komplettsanierung oder eines Neubaus in Anspruch nehmen wollen.

Die BEG-Förderung Einzelmaßnahmen können Sie selbst oder Ihr Heizungsexperte beantragen. Bevor Sie den Antrag stellen, dürfen Sie noch keinen Vertrag mit dem Heizungsbaubetrieb abschließen. Denn die Baumaßnahmen für Ihre Heizung müssen nach der Antragstellung beginnen. Am besten warten Sie auf den Bewilligungsbescheid und starten dann mit der Heizungsmodernisierung. Für diese haben Sie zwölf Monate Zeit.

Nach Abschluss der Arbeiten und der Inbetriebnahme reichen Sie noch die notwendigen Dokumente zum Nachweis des Heizungstausches ein. Dann erhalten Sie die Förderung für Ihre Gasheizung, regenerativen Wärmeerzeuger etc. ausgezahlt.

Für die BEG-Förderung Wohngebäude, die bei Komplettsanierungen und beim Neubau greift, müssen Sie einen Energieeffizienz-Experten einbinden. Dieser unterstützt Sie nicht nur bei der Planung, sondern auch bei der Antragstellung.

Jetzt handeln und staatliche Förderung für die Gasheizung nutzen

Die Entscheidung für die richtige Heizung in Ihrem Haus sollten Sie nicht auf die leichte Schulter nehmen. Hilfe finden Sie zum Beispiel im WOLF-Förderkompass und bei Ihrem Heizungsbauer.

Heizungsbauer finden

Ein Heizungsbauer hilft Ihnen bei der Entscheidug für die richtige Heiztechnik. Jetzt Installateur-Suche nutzen!

Gut beraten, steht einer neuen effizienten Gasheizung nichts entgegen. Mit dieser können Sie kräftig Geld und CO2 sparen und kassieren eine großzügige staatliche Förderung.

Jens-Peter Meyer,
Dr. rer. nat.

Über den Autor

Dr. Jens-Peter Meyer schreibt freiberuflich seit dem Jahr 2000 über Heizungsthemen. Sein journalistischer Schwerpunkt liegt auf erneuerbaren Energien in der Wärmetechnik – speziell in Solarwärmesysteme, Wärmepumpen und Holzheizungen.

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