Kundenhotline
08751 / 74 – 1183

Neue Gasheizung: Von der staatlichen Förderung profitieren

Die Bundesregierung hat in ihrem Klimaschutzprogramm 2030 beschlossen, CO2-Einsparungen in der Heiztechnik stärker zu fördern. Denn während der Ausstoß von Treibhausgasen bei der Stromerzeugung in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken ist, hat sich im Gebäudebereich bisher kaum etwas getan. Das Ziel ist es, dass auch hier immer mehr erneuerbare Energien zum Einsatz kommen. Von der neuen staatlichen Förderung profitieren aber auch effiziente Gasheizungen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Neuerungen der Förderung ab 2020
  2. Effiziente Gasheizungen erhalten staatliche Förderung
  3. Bedingungen für Gasheizungen bei der staatlichen Förderung
  4. Staatliche Fördermittel für verschiedene Systeme mit Gas
  5. Fördermittelauskunft hilft beim Überblick
  6. Unterstützung vom Heizungsbauer
Staatliche Förderung Gasheizung: Reichstag

Neuerungen der Förderung ab 2020

Um dem Ziel der CO2-Einsparungen näherzukommen, hat die Politik die Förderung vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) umgestellt. Bisher gab es je nach Heizungsart einen festen Zuschuss. Nach der aktuellen Regelung zahlt der Staat nun einen prozentualen Anteil an den Gesamtkosten für die neue effiziente Heizung aus. Zinsgünstige Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erhalten Sie dafür jetzt nur noch bei umfassenden energetischen Sanierungen und im Neubau.

Neu ist zudem, dass Sie anstelle der BAFA- oder KfW-Förderung die xArbeitsxkosten der Heizungsmodernisierung auch von der Steuer absetzen können. Finanziell gesehen gelten die BAFA- oder KfW-Förderung und Steuerabschreibung als gleichwertig. Der Vorteil der Steuerabschreibung ist, dass Sie zehn Jahre Zeit haben, die Modernisierung abzuschließen und anschließend die Kosten bei der Steuer geltend zu machen. Wenn Sie also den Antragszeitraum für die Fördermittel vom BAFA oder von der KfW verpasst haben, können Sie sich auf diesem Wege Unterstützung holen.

Anmerkung: Das Programm KfW167 fördert nicht nur umfassende energetische Sanierungen sondern auch die Heizungsmodernisierung. Die Steuerabschreibung bezieht sich nicht nur auf die Arbeitskosten sondern auf die Investition.

Effiziente Gasheizungen erhalten staatliche Förderung

Die neue BAFA-Förderung gilt auch für effiziente Gasheizungen. Allerdings gibt es Einschränkungen. Im Neubau fördert der Staat generell keine Gasheizungen mehr. Denn im Neubau stehen Alternativen wie Wärmepumpen und Solarheizungen zur Verfügung, die vollständig erneuerbare Energien zum Heizen nutzen.

Diese Möglichkeiten bieten bestehende Gebäude teilweise nicht oder nur nach aufwändigen und teuren Umbaumaßnahmen. Daher ist hier aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus die Gasheizung oft die sinnvollste Heiztechnik. In den meisten Fällen kann die Gasheizung aber zusammen mit erneuerbaren Energien noch effizienter sein.

Heizungsbauer finden

Sie wollen mehr zum Thema Förderung erfahren? Lassen Sie sich vom Experten in Ihrer Nähe beraten!

Genau darauf fokussiert sich die staatliche Förderung für die Gasheizung, die speziell so genannte Gas-Hybridheizungen unterstützt. Gas-Hybridheizungen kombinieren ein Gas-Brennwertgerät mit erneuerbaren Energien.

Wenn Sie sich für eine Gas-Hybridheizung entscheiden, beträgt die staatliche Förderung 30%. Zu den sogenannten förderfähigen Kosten, von denen Sie 30% erstattet bekommen, gehören natürlich die Gasheizung und der regenerative Wärmerzeuger. Darüber hinaus können Sie aber auch die Kosten für die Demontage der alten Heizung, die Installation, Verrohrung und Speicher ansetzen.

Wenn Sie eine Fußbodenheizung installieren, um damit die Heiztechnik noch effizienter zu nutzen, trägt der Staat auch von diesen Kosten 30%. Die maximale Investitionssumme, die Sie pro Wohneinheit ansetzen dürfen, beträgt 50.000 Euro. Besonders lukrativ wird es, wenn Sie eine alte Ölheizung ersetzen. Dann steigt die staatliche Förderung für die Gas-Hybridheizung von 30% auf 40%.

Bedingungen für Gasheizungen bei der staatlichen Förderung

Die BAFA-Förderung ist an Bedingungen geknüpft. Ihre bestehende Heizung, die Sie ersetzen wollen, muss zum Beispiel mindestens zwei Jahre alt sein. Sie darf allerdings auch nicht so alt sein, dass sie der Austauschpflicht nach Paragraf 10 der Energieeinsparverordnung unterliegt (in der Regel 30 Jahre).

Hinzu kommt, dass die Gasheizung eine jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz von mindestens 92% erreichen muss. Die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz ist eine Größe, die die Europäische Union in dem Effizienzlabel für Heizungen definiert hat. Sie gibt an, wie effizient die Umwandlung des Brennstoffes Gas in Wärme einschließlich aller Hilfsenergien tatsächlich ausfällt.

Außerdem muss die Gasheizung mit einer hybridfähigen Regeltechnik ausgestattet sein, um die staatliche Förderung in Anspruch nehmen zu können. Zudem müssen die erneuerbaren Energien mindestens ein Viertel der Heizlast des Gebäudes abdecken können. Eine weitere Voraussetzung ist, dass der Heizungsbauer einen hydraulischen Abgleich der Heizungsanlage durchführt.

Förderbedingungen für Gas-Hybridheizung

  • Jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz von mindestens 92%

  • Hybridfähige Steuerungs- und Regeltechnik der Anlage

  • Erneuerbare Energien müssen mindestens 25% der Heizlast des Gebäudes abdecken

  • Hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage

Staatliche Fördermittel für verschiedene Systeme mit Gas

Möchten Sie eine Gas-Hybridheizung installieren, stehen Ihnen verschiedene Systeme zur Auswahl. Wir zeigen Ihnen, welche Kombinationen sinnvoll sind.

Klassisch: Gasheizung mit Solarthermie

Die klassische, millionenfach erprobte Gas-Hybridheizung besteht aus einem Gas-Brennwertgerät und Solarthermie. Die Solarthermieanlage muss hierbei bestimmte Anforderungen an die Fläche der Kollektoren und den Wärmespeicher erfüllen.

Innovativ: Gasheizung mit Wärmepumpe

Eine innovative Lösung für die Gas-Hybridheizung kombiniert eine Wärmepumpe mit dem Gas-Brennwertkessel. Bei moderaten Außentemperaturen versorgt die Wärmepumpe dann das Haus mit umweltfreundlicher Wärme. Die Gasheizung hilft nur an kalten Tagen aus.

Wärmepumpen sind dann förderfähig, wenn ein akkreditiertes Prüfinstitut sie getestet hat und sie in der BAFA-Liste aufgeführt sind. Die BAFA-Liste listet nur besonders effiziente Wärmepumpen. Um eine Förderung zu erhalten, ist daher die Energieeffizienz des Geräts ausschlaggebend.

Gemütlich: Gasheizung mit Holzofen

Es besteht auch die Möglichkeit, einen Biomassekessel mit der Gasheizung zu kombinieren. Förderfähige Biomassekessel führt das BAFA ebenfalls in speziellen Listen. Das kann zum Beispiel ein Scheitholzvergaserkessel sein. Den können Sie immer dann bestücken, wenn Sie Zeit haben und ausreichend Holz zur Verfügung steht. Ansonsten liefert die Gasheizung Wärme. Für Gemütlichkeit sorgt ein Holzofen. Denn förderfähig sind auch einige Pelletöfen mit Wassertasche.

Nachrüstung der Gasheizung möglich

Ist bei Ihnen bereits ein regenerativer Wärmeerzeuger vorhanden, dann reicht es aus, eine neue Gasheizung zu installieren, um die staatliche Förderung von 30% zu bekommen.

Nachrüstung der erneuerbaren Energien

Wenn Sie die Investition in Ihre Heizung nicht gleich komplett aufbringen möchten, dann bietet der Gesetzgeber die Möglichkeit, zunächst nur eine Gas-Brennwertheizung zu installieren. Diese muss bereits eine Regelung für erneuerbare Energien enthalten, muss also „Renewable Ready“ sein. Für diese „Renewable Ready“ Gasheizung erhalten Sie einen Fördersatz von 20%. Allerdings nur dann, wenn Sie innerhalb von zwei Jahren auch die erneuerbaren Energien nachrüsten.

Fördermittelauskunft hilft beim Überblick

So lukrativ die neue BAFA-Förderung auch ausfällt: Ganz einfach ist es nicht, den Überblick zu behalten. Unser Fördertool hilft Ihnen dabei, das für Sie optimale Förderprogramm zu finden. Dort sind zusätzlich Programme von Stadtwerken und Gasversorgern berücksichtigt, die Gasheizungen gegebenenfalls auch allein und nicht nur in Kombination mit erneuerbaren Energien unterstützen.

Unterstützung vom Heizungsbauer

Bei der Auswahl der optimalen Anlage stellen sich viele Fragen. Ist mein Dach für eine Solaranlage geeignet? Habe ich ausreichend Platz für einen Solarspeicher im Keller? Kann ich mein Haus durch die Einbindung einer Wärmepumpe effizienter beheizen? All diese Fragen lassen sich am besten im Gespräch mit einem erfahrenen Heizungsfachmann klären.

Der Heizungsexperte unterbreitet Ihnen im Anschluss ein Angebot. Sagt Ihnen dieses zu, bildet es die Grundlage für den Förderantrag, den Sie elektronisch auf der Internetseite des BAFA einreichen müssen. Sie können dafür aber auch den Heizungsfachmann bevollmächtigen.

In dem Artikel „Neue Heizung, aber welche?“ können Sie sich vorab einen Überblick verschaffen, welche verschiedenen Heizarten es gibt und sich für Ihr Gebäude eignen könnten.

Neue Heizung, aber welche?

Eine neue Heizung kaufen, aber welche?

Wir geben einen Überblick über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Heizarten. Weiterlesen

Vorgehen: Erst beantragen, dann installieren

Bevor Sie den Antrag stellen, dürfen Sie noch keinen Vertrag mit dem Heizungsbaubetrieb abschließen. Denn die Baumaßnahmen müssen nach der Antragstellung beginnen. Am besten warten Sie auf den Bewilligungsbeschied der Behörde und starten dann mit der Heizungsmodernisierung. Für diese haben Sie zwölf Monate Zeit.

Nach Abschluss der Arbeiten und der Inbetriebnahme reichen Sie beim BAFA noch die notwenigen Dokumente zum Nachweis des Heizungstausches ein. Dann erhalten Sie die Fördersumme ausgezahlt.

Jetzt handeln und staatliche Förderung für die Gasheizung nutzen

Die Entscheidung für die richtige Heiztechnik Ihres Hauses sollten Sie nicht auf die leichte Schulter nehmen. Hilfe finden Sie zum Beispiel im WOLF-Förderkompass, direkt beim BAFA und bei Ihrem Heizungsbauer.

Heizungsbauer finden

Ein Heizungsbauer hilft Ihnen bei der Entscheidug für die richtige Heiztechnik. Jetzt Installateur-Suche nutzen!

Gut beraten, steht einer neuen effizienten Gasheizung nichts entgegen. Mit dieser können Sie kräftig Geld und CO2 sparen und kassieren eine großzügige staatliche Förderung.

Jens-Peter Meyer,
Dr. rer. nat.

Über den Autor

Dr. Jens-Peter Meyer schreibt freiberuflich seit dem Jahr 2000 über Heizungsthemen. Sein journalistischer Schwerpunkt liegt auf erneuerbaren Energien in der Wärmetechnik – speziell in Solarwärmesysteme, Wärmepumpen und Holzheizungen.

Verwandte Artikel

KfW-Fördermittel: Finanzspritze für Ihr Haus

Alles zu den Finanzierungs-Möglichkeiten der KfW für Ihr Haus.
Weiterlesen

BAFA Förderung: Die Heizung fördern lassen

Das BAFA unterstützt Sie finanziell, wenn Sie erneuerbare Energien nutzen möchten.
Weiterlesen

Das Heizsystem der Zukunft: Vor- und Nachteile aller Heizarten

Diese Heizarten rentieren sich auch in Zukunft: Lesen Sie alle Vor- und Nachteile.
Weiterlesen
Bewerten Sie den Artikel
Datenschutz-Hinweis Bitte beachten Sie unsere Informationen und Hinweise zum Datenschutz.