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Zahlen, Fakten und Tipps zum Heizölverbrauch in Deutschland

Ihr Heizölverbrauch hat entscheidenden Einfluss auf den Umweltschutz und Ihre Heizkosten. Denn die Preise steigen: Während Heizöl im Jahr 1995 in Deutschland noch durchschnittlich 22 Cent pro Liter kostete, waren es 2012 schon 88 Cent pro Liter und 2018 69 Cent1. Anhand Ihrer Verbrauchszahlen können Sie ablesen, wie effizient Sie mit Öl heizen. Außerdem erkennen Sie dadurch, wann es Zeit ist, Heizöl zu bestellen. In diesem Artikel haben wir für Sie alles Wichtige rund um den Heizölverbrauch zusammengestellt und zeigen, wie Sie ihn berechnen können.

Inhaltsverzeichnis

  1. Heizölverbrauch in Deutschland
  2. Energieverbrauch nach Qualität der Gebäudedämmung
  3. Warum Sie Ihren Verbrauch an Heizöl im Blick haben sollten
  4. Heizölverbrauch in der Nebenkostenabrechnung für Mieter
  5. Fazit: Heizölverbrauch senken, um Heizkosten zu sparen

Heizölverbrauch in Deutschland

Zwar ist der Preis für Heizöl gestiegen, der Heizölverbrauch privater Haushalte in Deutschland hat sich aber seit 1997 mehr als halbiert. So fiel der Gesamtverbrauch von circa 38 Millionen Tonnen im Jahr 1997 auf circa 16 Millionen Tonnen im Jahr 2017 — obwohl die Anzahl der Ölheizungen nahezu gleichgeblieben ist.

Für diese Entwicklung sind vermutlich zwei entscheidende Faktoren verantwortlich: Zum einen nutzen Bundesbürger verstärkt alternative Energien (auch in Kombination mit einem Ölkessel als Hybridheizung) oder Gasheizungen und zum anderen wurden im Zuge von Heizungssanierungen überwiegend Öl-Brennwertgeräte installiert. Diese verbrauchen deutlich weniger Heizöl als Heizwertgeräte.

Je nach Studie liegt der durchschnittliche Verbrauch von Heizöl in Deutschland bei circa 15 Litern Heizöl pro Quadratmeter und Jahr. Dieser Wert gilt für Heizungsanlagen, die sowohl Warmwasser erzeugen als auch zum Heizen genutzt werden. Heizungssysteme ohne Warmwasserbereitung verbrauchen im Durchschnitt jährlich rund 13 Liter Heizöl pro Quadratmeter. Dabei handelt es sich um Werte, die sich auf durchschnittlich gut gedämmte Gebäude aus den 80er- und 90er-Jahren beziehen.

Energieverbrauch nach Qualität der Gebäudedämmung

Während Sie in älteren, schlecht gedämmten Häusern mehr Heizöl benötigen, liegt der Heizölverbrauch in besser gedämmten Häuern, zum Beispiel in Passivhäusern oder KfW-70-Häusern, deutlich unter den genannten Durchschnittswerten.

 

Wenig Dämmung

(bis Baujahr 1977)

Gute Dämmung

(ab Baujahr 2002)

Gute bis sehr gute Dämmung

(KfW-70- Haus)

Maximal mögliche Dämmung

(Passivhaus)
Durchschnittswert ohne Warmwassererzeugung
Heizölverbrauch pro Quadratmeter und Jahr
20 Liter
10 Liter
6 Liter
1,5 Liter
13,6 Liter

 

Unten finden Sie einige Beispiele für den jährlichen Verbrauch an Heizöl. Individuelle Unterschiede im Heizverhalten und der Warmwasserverbrauch wurden bei diesen Werten nicht berücksichtigt.

 

 
Durchschnittswert ohne Warmwassererzeugung

Wenig Dämmung

(bis Baujahr 1977)

Gute Dämmung

(ab Baujahr 2002)

Hohe bis sehr hohe Dämmung

(KfW-70- Haus)

Maximal mögliche Dämmung

(Passivhaus)
Einfamilienhaus   
(150 m²)
2.040 Liter
3.000 Liter
1.500 Liter
900 Liter
225 Liter
Reihenhaus 
(100 m²)
1.360 Liter
2.000 Liter
1.000 Liter
600 Liter
150 Liter
Dreizimmerwohnung 
(80 m²)
1.088 Liter
1.600 Liter
800 Liter
480 Liter
90 Liter

 

Die Beispiele zeigen, dass die Dämmung des Gebäudes einen großen Einfluss auf den durchschnittlichen Jahresverbrauch von Heizöl hat. Sie können diesen durch eine gute Wärmedämmung nahezu halbieren. Leben Sie in einem Energiesparhaus oder heizen ein Passivhaus, sinkt der Heizölverbrauch sogar auf ein Minimum. Dementsprechend reduzieren sich Ihre jährlichen Kosten für Heizöl. Allerdings werden aufwändig gedämmte Neubauten so gut wie gar nicht mehr mit Ölheizungen ausgestattet.

Warum Sie Ihren Verbrauch an Heizöl im Blick haben sollten

Wer seinen eigenen Heizölverbrauch kennt, ist klar im Vorteil. Denn mit den eigenen Verbrauchswerten im Kopf lässt sich prüfen, wie sparsam Sie Heizung und Warmwasser nutzen. Anhand des durchschnittlichen Heizölverbrauchs pro Jahr können Sie Ihren individuellen Energieverbrauch einschätzen. Danach können Sie auch Ihren Heizölkauf ausrichten. Sie wissen zum Beispiel, ob es sich lohnt, einen 3.000-Liter-Tank mit Heizöl zu füllen, wenn die Preise gerade niedrig sind.

Grundsätzlich gilt: Je mehr Heizöl Sie pro Jahr verbrauchen, desto mehr Geld können Sie sparen, wenn Sie Ihren Verbrauch senken und beim Heizölkauf auf Tiefpreisphasen achten. Die Preisentwicklung von Heizöl ist von vielen verschiedenen Faktoren abhängig.

Wie bestimme ich meinen Heizölverbrauch?

Ihren Heizölverbrauch können Sie anhand einer ganz einfachen Formel ermitteln. Dazu teilen Sie den Jahresverbrauch durch die Anzahl an Quadratmetern Ihrer Wohnung oder Ihres Hauses.

Beispiel 1: Heizung im Eigenheim

  • Für Ihr Eigenheim mit 150 Quadratmetern Wohnfläche benötigen Sie zum Heizen 3.000 Liter Heizöl pro Jahr.

  • Daraus ergibt sich folgende Berechnung: 3.000 l / 150 m² = 20 l pro m² und Jahr

  • Im Vergleich zum durchschnittlichen Wert von rund 13 Litern pro Jahr würden Sie deutlich mehr Heizöl verbrauchen.

  • Nutzen Sie Ihre Ölheizung auch zur Warmwasserbereitung, ziehen Sie von der Rechnung pro Person, die in Ihrem Haushalt lebt, rund 100 Liter Heizöl ab.

Beispiel 2: Heizung in der Wohnung

  • Sie leben als vierköpfige Familie auf 150 Quadratmetern in einer Vierzimmerwohnung und nutzen eine Ölbrennwertheizung zum Heizen und zur Warmwasserbereitung.

  • Pro Jahr benötigen Sie dafür 3.000 Liter Heizöl.

  • Nun ziehen Sie für vier Personen 400 Liter ab.

  • Danach teilen Sie die Gesamtliter durch die Quadratmeterzahl.

  • 2.600 l / 150 m² = 17,33 l pro m² und Jahr

Stellen Sie bei der Berechnung fest, dass Ihr Heizölverbrauch pro Jahr deutlich höher ist als die angegebenen Durchschnittswerte, kann Handlungsbedarf bestehen.

Heizölverbrauch in der Nebenkostenabrechnung für Mieter

Mieter haben ein Recht darauf, dass der Heizölverbrauch in der Nebenkostenabrechnung genau aufgeschlüsselt wird. Dazu zählen der Anfangs- und Endbestand des Heizöltanks. Die Ermittlung ist auch über den Restbestand möglich, der zum Beispiel beim Auffüllen des Tanks bestimmt werden kann.

Heizungsbauer finden

Ein Heizungsbauer berät Sie gerne, wie Sie Ihren Heizölverbrauch kontrollieren und reduzieren können. Eine effizienteres Gerät ist häufig ein sinnvoller Schritt.

Fazit: Heizölverbrauch senken, um Heizkosten zu sparen

Sowohl das Gebäude als auch der technische Stand der Heizung und unser eigenes Heizverhalten haben Einfluss auf den jährlichen Heizölverbrauch. Diese drei Faktoren lassen sich optimieren, um den Verbrauch zu senken.

Das können Sie tun:

  • Nachtabsenkung nutzen: Sie können die Regelung Ihrer Heizungsanlage optimieren, indem Sie zum Beispiel eine Nachtabsenkung nutzen. Dadurch lassen sich je nach Gerät und Gebäude bis zu 5% Heizöl einsparen.

  • Richtiges Lüften im Winter: Vermeiden Sie es, bei kalten Außentemperaturen in der Heizperiode lange über gekippte Fenster zu lüften. Dadurch leiten Sie viel Wärmeenergie ungenutzt ins Freie. Stoßlüften ist die bessere Option.

  • Sanierung der Heizung: Mit der Umstellung auf einen modernen Öl-Brennwertkessel oder Erdgas können Sie viel sparen.

  • Dämmung von Fassade und Decken: Durch eine effiziente Wärmedämmung können Sie Ihren Verbrauch deutlich senken.

  • Einbau von neuen Fenstern: Über die Fenster verlieren Räume sehr viel Wärme.

Weitere hilfreiche Tipps finden Sie in dem Artikel „Kostengünstig heizen mit Öl: Heizölkosten senken“.

 

1Statista: Durchschnittlicher Verbraucherpreis für leichtes Heizöl in Deutschland in den Jahren 1960 bis 2019

Phil R.

Über den Autor

Phil R. hat mehrere Jahre in der Marketing-Abteilung eines Unternehmens für Heiz- und Kamintechnik gearbeitet. Dort hat er tiefe Einblicke in die Technik und Branche bekommen und gelernt, komplexe Heizungsthemen für Laien verständlich aufzubereiten.

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